Nordstadtblogger

Für fünf Euro ein Jahr lang ins Museum: Neues Preismodell der städtischen Museen soll mehr BesucherInnen anlocken 

Die städtischen Museen wollen BesucherInnen häufiger in die Ausstellungen locken. Archivbilder: Alex Völkel

Im Januar für fünf Euro ins Museum gehen und bis Dezember kostenlos auch alle anderen Dauerausstellungen städtischer Museen besuchen – das könnte ab dem kommenden Jahr in Dortmund möglich sein.

Konzept der Museen in Göteborg als Vorbild für das Dortmunder Modell

Das Kindermuseum Adlerturm (Foto) und das Schulmuseum sollen komplett eintrittsfrei werden.

Die Kulturbetriebe Dortmund werben für ein neues, zunächst auf zwei Jahre angelegtes Entgeltmodell für die städtischen Museen. Ziel ist es, neue Besuchergruppen zu erschließen und die Besucherzahl in den städtischen Museen zu erhöhen.

Das Folkwang Museum in der Nachbarstadt Essen hat mit kostenfreien Angeboten innerhalb eines Jahres enorme Zuwächse erzielt: Die Zahl jugendlicher Besucher hat sich binnen eines Jahres verdoppelt, die Zahl der Kinder im Museum fast verdreifacht.

Vorbild für das Dortmunder Modell ist die schwedische Stadt Göteborg, in der man mit dem Kauf einer Eintrittskarte ein Kalenderjahr lang beliebig oft die städtischen Dauerausstellungen besuchen kann.

Das schlagen die Kulturbetriebe auch für Dortmund vor, mit folgenden Eckpunkten:

  • Der Eintritt für die Dauerausstellungen von Museum Ostwall im Dortmunder U, Museum für Kunst und Kulturgeschichte und Brauereimuseum werden auf 5 Euro / ermäßigt 2,50 Euro festgesetzt. Das Naturkundemuseum bleibt bis zu seiner Wiedereröffnung von der Regelung ausgenommen.
  • Der Eintritt in Westfälisches Schulmuseum und Kindermuseum Adlerturm wird grundsätzlich frei. Mit dem Hoesch-Museum wird noch abgestimmt, inwieweit es sich – auch in modifizierter Form – an dem Modell beteiligen kann.
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben weiterhin freien Eintritt in die Dauerausstellungen der städtischen Museen.
  • Der kostenfreie Besuch der Dauerausstellungen am ersten Mittwoch eines Monats entfällt.

Steigende BesucherInnenzahlen könnten Wegfall der Einnahmen kompensieren

Das Naturkundemuseum soll nach dem Abschluss des Umbaus auch einbezogen werden.

Nach zwei Jahren soll auch auf Basis der Ergebnisse einer begleitenden elektronischen Besucherbefragung entschieden werden, ob das Preismodell dauerhaft fortgeführt wird.

Das „Dortmunder Modell“ bietet Besucherinnen und Besuchern einen psychologischen Anreiz, die Museen mehrmals zu besuchen. Es zielt auf eine erweiterte Teilhabe am Museumsangebot, ohne dass die Stadt dabei auf Eintrittseinnahmen verzichtet.

Die Kulturbetriebe nahmen im Jahre 2015 für den Besuch in den Dauerausstellungen rund 58.000 Euro Eintrittsgelder ein und erwarten, diese Summe dank steigender BesucherInnenzahlen halten oder steigern zu können.

„Freier Eintritt allein ist noch kein Garant für ein wachsendes Besucherinteresse. Die Museen werden das neue Eintrittsmodell mit attraktiven Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten begleiten“, sagt Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

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