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„Kein Schlussstrich!“: Dietrich-Keuning-Haus beteiligt sich an bundesweitem Theaterprojekt zu NSU-Morden

Gedenken am 12. Todestag von Mehmet Kubasik

Gedenken an den ermordeten Dortmunder Mehmet Kubaşik und alle anderen Opfer des NSU; Demonstrationszug und Tag. Archivfoto: Klaus Hartmann

„Kein Schlussstrich!“, heißt es in diesem Herbst auch in Dortmund: Das Dietrich-Keuning-Haus (DKH) in der Nordstadt beteiligt sich an einem gleichnamigen bundesweiten Theaterprojekt. Ziel ist es, die Taten und Hintergründe des so genannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) künstlerisch zu thematisieren. Damit ist das DKH Teil eines Kooperationsnetzes von Theatern und Institutionen aus 13 Städten, die zwischen dem 21. Oktober und 7. November 2021 auf die Taten von damals und den Rassismus bis heute aufmerksam machen. Im Herbst jährt sich die Selbstenttarnung des NSU zum zehnten Mal.

Perspektiven der Opferfamilien und migrantische Communities stehen im Vordergrund

Jonas Zipf, Regisseur, Dramaturg, Publizist und Kulturmanager ist Vorsitzender des organisierenden Vereins „Licht ins Dunkel“;  hier bei der Online-PK anlässlich der Vorstellung des Projekts. Foto: Screenshot

Beteiligt sind Akteure in den Städten, in denen Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşik, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter von Rassisten ermordet wurden. Auch jene Städte sind beteiligt, in denen die Täter des NSU aufwuchsen, Aufenthalt oder Unterstützung fanden. In Dortmund war im April 2006 Mehmet Kubaşik ermordet worden. ___STEADY_PAYWALL___

Mit dem Vorhaben sollen die Perspektiven der Familien der Opfer und der migrantischen Communities in den Fokus gebracht werden: Theateraufführungen, musikalische Interventionen im öffentlichen Raum, Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und Workshops sollen die Auseinandersetzung mit Rassismus in unserer Gesellschaft anregen. Auch die Geschehnisse und Folgen der Anschläge in Halle, Hanau und Kassel, die den Rechtsterrorismus und Rassismus in erschütternder Weise bezeugen, möchte das Projekt in den Fokus rücken.

Zum Dortmunder Programm gehört eine szenische Lesung in Kooperation mit dem Dortmunder Schauspiel, die die Liebesgeschichte von Mehmet Kubaşık und seiner Frau Elif thematisiert. In einer weiteren Produktion kommen Aussteiger*innen aus extremistischen Szenen zu Wort. Während der gesamten Projektlaufzeit gibt es im Keuninghaus ein Rahmenprogramm aus Ausstellungen, Musikveranstaltungen und Talks/Diskussionen.

Musikalischen Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex im  DHK

Auch die Kinder und Jugendlichen im Keuning-Haus werden einbezogen: Unter anderem organisiert das DKH mit ihnen sowie mit den im Haus ansässigen interkulturellen Vereinen und Gruppen einen künstlerischen Walk zu den Stolpersteinen in der Umgebung, um diese zu polieren.

Das Gedenken und die Aufarbeitung des NSU muss weitergehen. Foto: Leopold Achilles

Das Gedenken und die Aufarbeitung des NSU muss weitergehen. Archivfoto: Leopold Achilles

Das Stadtteil- und Kulturzentrum der Nordstadt ist zudem ein Standort des städteübergreifenden Projekts „Manifesto“, einer musikalischen Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex unter Einbeziehung verschiedener Laienchöre.

Träger von „Kein Schlussstrich!“ ist der im September 2020 gegründete Verein „Licht ins Dunkel e.V.“. Mitwirkende Institutionen sind neben dem Dortmunder Dietrich-Keuning-Haus der ASA FF e.V. in Chemnitz, Theater Chemnitz, Kampnagel Internationale Kulturfabrik Hamburg, Theater Heilbronn, JenaKultur, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena, Theaterhaus Jena, Staatstheater Kassel, Schauspiel Köln, Staatstheater Nürnberg, Theater Plauen-Zwickau, Volkstheater Rostock, Theater Rudolstadt-Eisenach, Deutsches Nationaltheater Weimar.

Kein Schlussstrich! wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Weitere bisher feststehende Förderungen erhält das Projekt durch die Stadt Nürnberg/N2025, die Bundeszentrale für politische Bildung, die Innovationsförderung der Stadt Jena, die Staatskanzlei Thüringen, die Initiative „The Power oft he Arts“ der Philipp Morris GmbH, die Rudolf-Augstein-Stiftung sowie die Mitglieder des „Licht ins Dunkel e.V.“.

Demonstration zum Gedenken an die Ermordeten des NSU in Dortmund. Archivfoto: Klaus Hartmann

 

 

 

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