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Halbzeit beim Dekadenprojekt „Nordwärts“: Die Beteiligten ziehen Zwischenbilanz mit neuem Maskottchen „Nordbert“

Bei einer Pressekonferenz zogen die „Nordwärts“ Akteure eine Zwischenbilanz. Fotos: Karsten Wickern

Um das Potenzial des Dortmunder Nordens optimal auszunutzen und zu fördern, hat die Stadt Dortmund das Programm Nordwärts gestartet. Mit dem sollen die nördlichen Dortmunder Stadtbezirke gestärkt und städtebaulich aufgewertet werden. Fünf Jahre nach Start des Programms, ist nun die Hälfte der Laufzeit erreicht – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Das Projekt „Nordwärts“ lebt von der Bürger*innen-Beteiligung

Sieben Stadtbezirke sind in „Nordwärts“ ganz oder teilweise einbezogen. Karte: Stadt Dortmund

Sieben Stadtbezirke sind in „Nordwärts“ ganz oder teilweise einbezogen. Karte: Stadt Dortmund

Mit den zentralen Handlungsfeldern Flächenentwicklung, Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, Steigerung der Umwelt- und Lebensqualität sowie Qualifizierung und Bildung ist das Projekt im Jahr 2015 an den Start gegangen.

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Bis heute wurden 221 (Teil-)Projekte eingebracht. 43 davon sind bereits umgesetzt, 99 gestartet und 52 befinden sich in der Vorbereitung.

Bereits 15.600 Menschen wurden nach Angaben der Stadt aktiv in das Programm „Nordwärts“ eingebunden. In verschiedenen Beteiligungsveranstaltungen hatten sie die Möglichkeit sich einzubringen. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau freut sich über die Vielfalt der Projekte, die Bürger*innen auf den Weg gebracht haben. „Ohne dieses Engagement der Menschen würde „nordwärts“ nicht funktionieren“ sagt er.

Kritik gab es in der Vergangenheit daran, dass „Nordwärts“-Projekte die es mutmaßlich auch ohne das Programm gegeben hätte, als Ergebnis des Projektes gewertet wurden. Doch konnten mit dem Programm 10,3 Mio. Euro Drittmittel eingeworben werden, um die Projekte zu finanzieren.

Projekte aus verschiedensten Bereichen werden gefördert

Im Sparkassengebäude an der Lortzingstraße befindet sich jetzt eine Kita.

Die geförderten Projekte sind vielfältig. So wird zum Beispiel mit dem sanierten Forsthaus im Rahmer Wald naturverbundene, außerschulische Bildung gefördert. Aus dem leer stehenden Sparkassengebäude an der Lortzingstraße wurde im Rahmen von Nordwärts eine fünfspurige Kita. Und auf der Kokerei Hansa wird die Industriekultur erhalten und präsentiert.

Von Anfang an dabei ist das Projekt „Boulevard der Kinderrechte“. Unter Beteiligung verschiedener Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit wurde ein Kinderrechtspfad entwickelt.  Mit dem Projekt will der Kinder- und Jugendverband „die Falken“, Kinderrechte sichtbar machen.

Kinder sollen anhand von Spielstationen die Kinderrechte und ihre Bedeutung erlernen. „Eine Station besteht jeweils aus dem Spielgerät, einer Bank und einer Stele. Auf der Stele steht ein kurzer Text zum Kinderrecht und ein QR-Code, der zu einem Podcast führt, der das Kinderrecht genauer erklärt“, beschreibt Klaus Schlichting, In Kürze soll der Pfad eröffnet werden.

Neues Center-Management am Nollendorfplatz ist geplant

Das Wohlfahrtsgebäude („Evinger Schloss“) ist das markanteste Gebäude der Alten Kolonie Eving. Foto: Smial/Wikipedia

Das Wohlfahrtsgebäude („Evinger Schloss“) ist das markanteste Gebäude der Alten Kolonie Eving. Foto: Smial/Wikipedia

Auch Gebäudesanierungen sind Teil von „Nordwärts“. So werden sozialer Wohnraum und Orte zur Begegnung geschaffen. Von Herausforderungen bei der Projektumsetzung berichtet Detlef Niederquell, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Liegenschaften.

Das ehemalige Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz in Eving und das Haus Wenge in Lanstrop. Beide Objekte sind denkmalgeschützt und seien in einem schlechten Zustand gewesen. 

Doch er ist zuversichtlich, dass die Projekte zum Erfolg werden. Nicht zuletzt weil sich engagierte Anwohner*innen und Verbände gefunden haben, die Verantwortung für die Objekte übernehmen. Am Nollendorfplatz soll ein Center-Management etabliert werden. Das soll mehrere Begegnungszentren betreuen. Hier können sich die Anwohner*innen melden, wenn sie Räume nutzen möchten. Den Betrieb soll zukünftig das DKH in Satelliten-Betreuung übernehmen.

Neues Maskottchen „Nordbert“ soll Familien erreichen und interessieren

Sierau präsentiert das Maskottchen Nordbert.

Neu: Das Maskottchen Nordbert. Der bunte Eisvogel begleitet „Nordwärts“ für die weiteren fünf Jahre. Die Vogelart ist ein guter Indikator für intakte Natur.

Einst heimisch, wurde der Eisvogel durch die Industrialisierung immer seltener in der Region. Aktuell siedelt sich der Vogel wieder in Dortmund an. Deshalb habe man den Vogel als Symbol für „Nordwärts“ gewählt, erklärt Sierau.

Mit dem Maskottchen will die Stadt vor allem Familien erreichen. Nordbert soll sie dabei unterstützen, die „Nordwärts“-Projekte zu erkunden. Für Kinder gibt es den Vogel auch als Ausmalbild. Das kommt offenbar an. Man habe sogar schon Anfragen bekommen, ob die Plüschfigur zu kaufen sei.

Die wird wohl auch beim zweitägigen NordSommer am 20. und 21. Juni auf der Kokerei Hansa zu finden sein. Während am Samstag die Kokerei fest in der Hand der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt, die mit Spiel, Spaß und Spannung die nördlichen Seiten ihrer Stadt entdecken können, richtet sich der zweite Tag mit einem bunten Aktions- , Informations- und Bühnenprogramm an alle Dortmunderinnen und Dortmunder.

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2 Gedanken über “Halbzeit beim Dekadenprojekt „Nordwärts“: Die Beteiligten ziehen Zwischenbilanz mit neuem Maskottchen „Nordbert“

  1. Dorian Marius Vornweg

    Ohne Zweifel finden sich unter den derzeit 221 Teilprojekten einige, die einen handfesten und langfristigen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger haben werden. Auch 10,3 Millionen Euro an eingeworbenen Drittmitteln können sich sicherlich sehen lassen. Doch das vor fünf Jahren formulierte Ziel, einen Beitrag zur Angleichung der Lebensverhältnisse in den nördlichen Stadtteilen an jene der südlichen Stadtteile zu leisten, scheint „Nordwärts“ in seiner Kleinteiligkeit ein erhebliches Stück weit abhanden gekommen zu sein. Insofern passt das Maskottchen mit dem kalauernden Namen „Nordbert“ – Verantwortliche der Namensfindung sollten durchaus peinlich berührt sein – sicherlich wunderbar zu dem als ‚Dekadenprojekt‘ mystifizierten Projektsammelsurium.

  2. Kommunikation mit den Menschen trotz Corona: Erster digitaler Bürger*innendialog der Stadt Dortmund (PM) Beitrags Autor

    Kommunikation mit den Menschen trotz Corona: Erster digitaler Bürger*innendialog der Stadt Dortmund

    Beteiligung, Teilhabe und die Kommunikation mit den Bürger*innen auch in Zeiten der Corona-Pandemie aufrecht zu erhalten, ist für Stadtverwaltungen eine große Herausforderung. Hierfür braucht es den Willen, neue Wege zu finden und diese gemeinsam mit den Bürger*innen auszuprobieren.

    Bei der Konzeption und Durchführung des ersten digitalen Bürger*innendialogs konnte die Koordinierungsstelle „nordwärts“ auf die Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung zählen. Als eine von bundesweit zehn Pilotkommunen wurde die Stadt Dortmund für einen Praxistest ausgewählt.

    Etwa 40 Bürger*innen sind dem Aufruf der Koordinierungsstelle „nordwärts“ gefolgt und haben sich am Abend des 8. Septembers 2020 in einer ca. 2,5-stündigen Veranstaltung zum Thema „Kommunikation und Teilhabe in Corona-Zeiten“ via Bildschirm ausgetauscht. Die zum Teil überraschenden Ergebnisse des digitalen Bürger*innendialogs können in einer Broschüre auf der Internetseite http://www.mitwirken.dortmund.de nachgelesen werden.

    In Zukunft möchte die Stadt Dortmund vermehrt digitale Beteiligungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten anbieten. Hierfür erarbeitet die Stadt auf Auftrag des Rates fachbereichsübergreifend an einem Umsetzungskonzept für bedarfsgerechte und passgenaue digitale, analoge und hybride Beteiligungs- und Mitwirkungsformate. Ein besonderer Fokus soll hierbei neben der Beschreibung und Kategorisierung verschiedenster Angebote und Möglichkeiten auf die Erstellung leicht verständlicher Anwendungshilfen sowie von Schulungskonzepten für die Zielgruppen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik gelegt werden. Das Konzept soll im Ergebnis einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Teilhabe, Mitwirkung und Austausch auch unter erschwerten Bedingungen oder in Krisenzeiten gewährleisten und garantieren zu können.

    Ein dazu passendes Ergebnis aus dem digitalen Bürger*innendialog lautet: Die Möglichkeit zur digitalen Teilhabe wird grundsätzlich positiv bewertet. Digitale Formate sind jedoch auch in Zeiten der Corona-Pandemie kein Allheilmittel: So antworteten die Teilnehmenden mehrheitlich auf die Frage „Wie wollen Sie in Zukunft beteiligt werden?“, dass eine gute Mischung aus analogen und digitalen Formaten nötig sei, um niemanden auszuschließen.

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