
Dortmund verfolgt seit 2017 das Ziel, dass alle Kinder gesund aufwachsen sollen – auch unter schwierigen Bedingungen. Ein aktueller Bericht des Gesundheitsamts zeigt nun erste Erfolge. Insgesamt 14 Maßnahmen wurden umgesetzt, die Familien und Kinder im Alltag erreichen. Gleichzeitig wird deutlich: Für eine langfristige Wirkung braucht es verlässliche finanzielle Strukturen.
Entwicklung der Kindergesundheit seit 2017 zeigt erste Erfolge
Dortmund treibt seit 2017 das erste kommunale Kindergesundheitsziel voran: „Alle Kinder in Dortmund wachsen – auch unter schwierigen Lebensbedingungen – gesund auf.“ Grundlage war ein Ratsbeschluss, der die strategische Ausrichtung festlegte. Jetzt legt das Gesundheitsamt den politischen Gremien den Bericht zum „Gesundheitsziel für Dortmunder Kinder (2017-2025)“ vor.

Es geht darum, Chancen zu verbessern und Ungleichheit abbauen, bevor sich Nachteile verfestigen. Dabei geht es nicht nur um körperliche Gesundheit, sondern auch um das soziale Miteinander und das Wohlbefinden.
Die Stadt stützte sich dabei auf aktuelle Daten aus der Gesundheitsberichterstattung und definierte daraus fünf Schwerpunkte. Diese reichen von gesunder Ernährung über Bewegung und Entspannung und Lebenskompetenz bis zu seelischer Stärke. Auch Zahngesundheit sowie der Schutz vor Unfällen und Gewalt spielen eine wichtige Rolle. Zu Beginn stand vor allem die Vorbeugung von Übergewicht im Fokus.
Mehrere Dezernate arbeiten für die Kindergesundheit zusammen
Für die Umsetzung bildete die Stadt eine zentrale Planungsgruppe für Prävention und Gesundheitsförderung. Eine zusätzliche Steuerungsrunde verband mehrere Dezernate.
Zwei Arbeitsgruppen entwickelten passende Schritte für frühe Lebensphasen und für die Grundschule.
Eine schriftliche Befragung von Kitas und Grundschulen im Jahr 2018 lieferte wichtige Erkenntnisse. Die Rückmeldungen zeigten vorhandene Angebote, machten Lücken sichtbar und eröffneten neue Möglichkeiten für gezieltes Handeln.
Maßnahmen erreichen Familien und Kinder im Alltag
Insgesamt setzte Dortmund 14 Maßnahmen um. Studien belegen die Wirksamkeit dieser Ansätze unter anderem bei der Vorbeugung von Übergewicht. Dazu zählen beispielsweise Untersuchungen zum Programm „Klasse2000“ und zum EU-Schulobstprogramm.
Die Maßnahmen begleiteten Familien von der Schwangerschaft bis zur Grundschule und erreichten Kinder direkt in ihrem Alltag. Sie stärkten Kompetenzen, förderten gesunde Gewohnheiten und unterstützten Familien frühzeitig.
Dazu zählten unter anderem zusätzliche Beratungsangebote in gynäkologischen Praxen, der Ausbau der Stillförderung sowie Fortbildungen für Tagespflege und Kitas. Hinzu kommen trägerübergreifende Standards für gesunde Ernährung, eine intensivere Teilnahme am EU-Schulobstprogramm sowie mehr Bewegungs- und Mobilitätsangebote an Grundschulen.
Finanzierung bleibt zentrale Herausforderung
Gesundheitsdezernentin Frauke Füsers betont die bisherigen Fortschritte und erklärt: „Dortmund hat in den vergangenen Jahren ein starkes Fundament für gesundes Aufwachsen gelegt. Die geschaffenen Angebote zeigen ihre Wirkungen und Erfolge. Viele Projekte liefen jedoch nur dank verschiedener Förderungen, unter anderem aus dem Pakt ÖGD, aus Frühen Hilfen, vom StadtSportBund Dortmund und von Krankenkassen.“

Gleichzeitig weist sie auf bestehende Unsicherheiten hin: „Teilweise ist die Förderung jedoch befristet und für eine verlässliche Fortsetzung und zur Sicherung von Qualität und Kontinuität braucht es dauerhafte Mittel. Besonders Stellen in der Gesundheitsförderung und in den Frühen Hilfen benötigen langfristige Perspektiven. So gelingt eine stabile Begleitung von Familien über Jahre hinweg.“
Damit die gestarteten Angebote dauerhaft weiterlaufen können, braucht es ab 2027 die Verstetigung der personellen Ausstattung. Diese Stelle wurde bisher im Rahmen des GKV-Modellprojekts (2022–2026) finanziert und müsste danach dauerhaft gesichert werden. Dazu wird dem Rat der Stadt Dortmund ein gesonderter Evaluationsbericht vorgelegt.


Reaktionen
Susanne
Ein sehr interessanter Artikel! Vielen Dank. Ich stimme zu, dass gesunde Ernährung in Schulen entscheidend ist. Meine Tochter bekommt in der Schule manchmal nicht genug zu essen und isst deshalb zu viel. Ich versuche, ihr sättigendere Lebensmittel anzubieten. Ich habe einen Artikel zu diesem Thema gefunden; vielleicht hilft er ja jemand anderem https://wellness.doktorabc.com/de/gesundheit/welche-lebensmittel-ihr-sattigungsgefuhl-wirklich-starken/
Dortmund startet digitales „Bambini“: Neues Kindergesundheitsportal begleitet Familien von Anfang an (PM)
Die Stadt Dortmund stellt das bekannte Informationsangebot „Bambini“ in neuer Form vor. Aus der bisherigen Elternbroschüre ist ein modernes Kindergesundheitsportal entstanden.
Familien finden dort ab sofort wichtige Informationen rund um Gesundheit, Entwicklung, Beratung und Unterstützung. Das Angebot steht mobil, barrierearm und jederzeit online unter dortmund.de/bambini zur Verfügung. Alle Interessierten können die Inhalte bequem mit Smartphone, Tablet oder Computer nutzen.
Schneller Zugang zu Hilfe und Beratung
Kinder sollen gesund und sicher aufwachsen. Dafür benötigen Familien gute Informationen und kurze Wege. Das neue Portal bündelt deshalb wichtige Angebote aus ganz Dortmund. Eltern finden dort unter anderem Adressen von Kinderärztinnen und Kinderärzten, Beratungsstellen, Hilfsangeboten, Bewegungsangeboten sowie Informationen zu Bildung und Förderung.
Mehr Unterstützung für Familien mit besonderen Herausforderungen
Das neue Angebot berücksichtigt die unterschiedlichen Lebenssituationen von Familien noch stärker als bisher. Es enthält viele zusätzliche Informationen für Kinder mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen.
Eltern finden schneller passende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, Beratungsangebote, Therapien und weitere Hilfen. Das Portal zeigt Wege auf und erleichtert die Orientierung im Alltag.
Orientierung von der Schwangerschaft bis zur Schule
Neben dem Onlineangebot stellt das Gesundheitsamt den Leitfaden „Bambini“ weiterhin als PDF bereit. Die aktualisierte Fassung begleitet Familien von der Schwangerschaft bis zum Schulkindalter. Sie fasst wichtige Informationen übersichtlich zusammen und eignet sich auch zum Ausdrucken.
Fördermittel unterstützen die Aktualisierung
Das Gesundheitsamt hat die Überarbeitung und Erweiterung des Angebots mit zusätzlichem, zeitlich befristeten Personal umgesetzt. Diese Unterstützung stammt aus dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst des Bundes. Die Modernisierung zeigt, wie gezielt eingesetzte Fördermittel Familien stärken und den Zugang zu Gesundheitsangeboten verbessern.
Gesundheitsamt stärkt Kinder und Familien
„Gesund aufzuwachsen ist ein Recht jedes Kindes – und eine gemeinsame Aufgabe. Mit dem digitalen ‚Bambini‘ möchten wir Familien in Dortmund noch leichter Zugang zu wichtigen Informationen und Unterstützungsangeboten ermöglichen. Wir wünschen allen Eltern und Kindern, dass das Portal ein verlässlicher Begleiter durch die ersten Lebensjahre wird“, sagt Holger Keßling, Leiter des Gesundheitsamtes Dortmund.