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Gaffen als trauriger Alltag im Straßenverkehr: Polizei in Dortmund ahndet Sensationslust bei Unfällen

gaffen: verwundert, neugierig, selbstvergessen, häufiger aber sensationslüstern [mit offenem Mund und dümmlichem Gesichtsausdruck] jemanden, etwas anstarren, einen Vorgang verfolgen Quelle: Duden

Spektakuläre Unfälle auf Autobahnen ziehen sie an und bremsen sie aus: Gaffer. Langsam fahren, um zuzusehen. Dass die Polizei inzwischen Einsatzkräfte nur für die Ahndung der Schaulustigen am Unfallort stellen muss, ist das traurige Ergebnis dieses unerträglichen Verhaltens.

Staubildung und Unfälle durch Gaffer bei Autobahn-Unfällen im Bereich der Polizei Dortmund

In dieser Woche kam es zu zwei schweren Lkw-Unfällen auf der A1, zwei Menschen verstarben noch am Unfallort. Offenbar ein Fest für Gaffer: Mit extrem verlangsamter Geschwindigkeit versuchten dutzende Auto- und Lkw-Fahrer, sich ein Bild vom Unfall zu machen. Einige gehen noch weiter. Sie filmen den Unfall, manchmal sogar die Unfallopfer, um dann diese Videos in sozialen Netzwerken zu verbreiten.

Dabei kam es nicht nur beim vorbeifahrenden Verkehr auf den entsprechenden Fahrbahnseiten, sondern auch auf der Gegenfahrbahn zu Staubildung durch Gaffen.

Ein Verkehrsunfall auf Höhe der Unfallstelle, augenscheinlich durch genau dieses Verhalten provoziert, bestätigt die Warnhinweise der Polizei: Gaffen ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern gefährlich. Zweimal Totalschaden, ein erheblicher Sachschaden. Und das nur aus Neugierde und Sensationslust.

Bei einem Unfall zwei Streifenwagen zur Ahndung von Gaffern abgestellt – 25 Anzeigen aufgenommen

Allein beim zweiten Unfall wurden zwei Streifenwagen dafür abgestellt, Gaffer am Unfallort zu ahnden. Über 25 Anzeigen wurden aufgenommen. Die Schaulustigen erwarten Bußgelder, filmende Gaffer zahlen zusätzlich 100 Euro Strafe und bekommen einen Punkt. Kollegen konnten vor Ort die außerordentliche Anzahl der Gaffer nicht bewältigen – die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher.

„Bitte verhalten Sie sich rücksichtsvoll, wenn Sie sich einem Unfallort nähern, und fahren in angemessener Geschwindigkeit weiter – ohne Blick auf eventuelle Opfer. Damit erweisen sie Respekt und bringen sich und andere nicht Gefahr“, fordert die Polizei.

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