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FOTOSTRECKE zu „44149 – Platz für Vielfalt“: Dorstfeld zieht positive Bilanz – Neonazis landeten im Polizeigewahrsam

Die Band Kings of Floyd sorgte für einen gelungenen Abschluss von „44149“. Fotos: Stephan Schütze/Alex Völkel

Nach den Demokratietagen im April nun ein gelungenes Fest auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld. Der Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Vielfalt in Dortmund-Dorstfeld e. V. zieht eine positive Bilanz von  „44149 – Platz für Vielfalt“. Das Demokratiefest war nicht nur aus eigener Sicht ein voller Erfolg. Das bunte Programm wurde sowohl von den Kindern und Familien als auch von interessierten BürgerInnen sowie kulturinteressierten Gästen besucht. Rund 500 Menschen waren an diesem Samstag auf dem Platz. Störversuche der Neonazis wurden durch die Polizei im Keim erstickt.

Die Dorstfelder Zivilgesellschaft präsentierte sich von ihrer besten Seite

Insgesamt 500 Gäste kamen zu der erstmalig ausgetragenen Veranstaltung auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld.

Alle Auftritte der Kinder- und Jugendgruppen wie der Poetry Slamer, Comedy von Martin Kaysh und die Konzerte von Max im Parkhaus und den Kings of Floyd gingen trocken und friedlich über die Bühne.

„Die kurze Störung der Talkrunde mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Walter Kemper und den Vertreterinnen des Runden Tisches Dorstfeld durch brüllende und randalierende Rechtsextreme motivierte eher im Kampf der BürgerInnen gegen rechtsextreme Gewalt und Einschüchterungsversuche. Der guten Stimmung tat es jedenfalls keinen Abbruch“, betonte Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze. (Mehr dazu am Ende des Artikels)

Die VeranstalterInnen dankten allen Beteiligten für ihre wochenlange Arbeit und den BesucherInnen für Ihr Kommen. „Die gute Kooperation mit der Stadt Dortmund und der Bezirksvertretung Innenstadt-West zeigen Wirkung. Es wird nicht das letzte Ereignis dieser Art auf dem Wilhelmplatz gewesen sein“, verspricht Stoltze.

Olaf Meyer von der Interessengemeinschaft Dorstfelder Vereine lobte die Mitglieder: „Nur das tägliche Engagement im Verein, im Stadtteil und in der Freizeit sichert das friedliche Zusammenleben in Dorstfeld. Und jeder kann etwas dafür tun.“

Interessante und vielfältige Programmmischung für verschiedene Zielgruppen

Kinderdisco mit dem tanzenden Elefanten

Vor den Ständen mit Waffeln, Crêpes, afrikanischen und tamilischen Spezialitäten bildeten sich Schlangen und auf der Bühne ging es Schlag auf Schlag. Die Schüler-Bigband des RSG und die Schülerinnen-Chöre der Grundschulen gaben sich das Mikro in die Hand.

Martin Kaysh moderierte die Auftritte auf und vor der Bühne einfühlsam und professionell. Gespräche über die Kunstaktion zur Bemalung von Pflastersteinen wie zu Hoola-Hopp-Schnellkursen des Mitmachzirkus Fritzantino lockten Viele zum Mitmachen. 

Schmink- und Bastelkurse vom Gewerbeverein bis zum Heinz-Werner-Meyer Treff waren gut besucht. Mütterzentrum, Jugendamt, Ordnungsamt und Stadterneuerung kümmerten sich um Angebote für alle Altersgruppen. Und die Polizei war mit einem eigenen Stand gut besucht. 

Auftritt der Band Max im Parkhaus.

Die spezielle Zielgruppe der Poetry Slam Fans kam ebenso auf ihre Kosten wie musikalisch interessierte Fans von Max im Parkhaus. Die politische Talkrunde mit dem OB wurde wegen ihrer klaren Standpunkte stark beklatscht. Das zivilgesellschaftliche Engagement kam gut an bei den Gästen.

In einem furiosen Abschluss durch das Konzert der Kings of Floyd mit allen großen Hits von Pink Floyd bei einer mitreißenden Original-Lichtshow lies viele trotz der kühler werdenden Temperaturen bis zum pünktlichen Schluss um 22 Uhr ausharren. Sie wurden reich belohnt. Die letzten Partygäste wechselten bis 23 Uhr in Haus Schmidt. Abbau und Reinigung verliefen gewohnt reibungslos. Die Veranstalter waren sehr zufrieden: „Dorstfeld hat wieder gezeigt, dass Vielfalt hier im Vordergrund steht.“

Neun Extremisten wurden in Gewahrsam genommen, fünf Strafanzeigen erstattet

Zu Beginn der Podiumsdiskussion, gegen 19.30 Uhr, versuchten einige Rechtsextremisten, die Veranstaltung zu stören. Die Versuche, insbesondere den Dortmunder Oberbürgermeister mit Schmährufen zu beleidigen, währten jedoch nur wenige Augenblicke: Die Einsatzkräfte der Dortmunder Polizei drängten die Rechtsextremisten unmittelbar und äußerst konsequent zurück.

Die Polizei ging rigoros gegen die Störversuche von Neonazis vor – neun landeten im Gewahrsam.

Einige unbelehrbare Rechtsextremisten griffen darüber hinaus die einschreitenden Beamten an, bzw. beleidigten sie. Die Störversuche der Rechtsextremisten konnten durch das sehr schnelle Einschreiten der Polizei im Keim beendet werden. Neun Extremisten wurden in Gewahrsam genommen, die Polizei erstattete fünf Strafanzeigen. 

Die Tatvorwürfe lauten: Widerstand und tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Körperverletzung, Beleidigung gegen den Oberbürgermeister und gegen Polizeivollzugsbeamte sowie eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Ein Polizeibeamter erlitt leichte Verletzungen, er verblieb jedoch dienstfähig.

Der Polizeiführer des Einsatzes, Polizeidirektor Hubert Luhmann, zeigte sich mit dem Verlauf hoch zufrieden: „Die Dorstfelder Bürger haben heute ein beeindruckendes Zeichen für Vielfalt und gegen Ausgrenzung gesetzt. Störversuche von Rechtsextremisten haben wir heute konsequent unterbunden, rechtliche Schritte eingeleitet und somit wieder einmal klar gemacht, dass die Dortmunder Polizei im Kampf gegen den Rechtsextremismus gemeinsam mit der Zivilgesellschaft unnachgiebig bleibt!“

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