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Ein „Heimathafen“ für Neu-Dortmunder: doch die Kosten laufen schon im Planungszustand kräftig aus dem Ruder

Der Gebäudekomplex für den „Heimathafen“ im Dornröschenschlaf: das soll sich bald ändern. Fotos: Alex Völkel

Der erste Spatenstich und selbst der Bauantrag noch in weiter Ferne – doch schon jetzt laufen die Kosten beim „Heimathafen“ ordentlich aus dem Ruder: Statt der geplanten 3,7 Millionen Euro belaufen sich die bisher geschätzten Baukosten für das Bildungs- und Beratungszentrum an der Speicherstraße in der Nordstadt nun auf annähernd sechs Millionen Euro. Die Stadt Dortmundwill daher beim Land zusätzliche Städtebauförderungsmittel beantragen. Denn von dort sollen 90 Prozent der Gelder kommen.

Statische Ertüchtigung sowie notwendiger Anbau für Sanitäranlagen bedingen Kostensteigerungen

Vom Winde verweht sind die ersten Boten des Digital-Hafens entlang der südlichen Speicherstraße.

An der Speicherstraße 15 im Dortmunder Hafen entsteht derzeit in einem historischen Gebäude das Projekt „Heimathafen“ – ein Integratives Beratungs- und Bildungszentrum.

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Der Verwaltungsvorstand hat jetzt beschlossen, dem Rat der Stadt Dortmund die Beantragung zusätzlicher Fördermittel vorzuschlagen, um die deutlichen Kostenerhöhungen auszugleichen. Damit würde die die im Dezember 2016 beschlossene Investitionssumme von 3,7 auf insgesamt 5,97 Millionen Euro steigen.

Teurer wird das ambitionierte Projekt durch notwendige statische Ertüchtigungen des Gebäudes und einen Anbau mit Sanitäranlagen, der für den Betriebsablauf notwendig ist, erklärt Planungsdezernent Ludger Wilde. Außerdem sind die Kosten konjunkturbedingt in allen Gewerken im Hoch- und Tiefbau erheblich gestiegen. Möglichst frühzeitig soll daher der Förderantrag angepasst werden.

Das Haus Speicherstraße 15 wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Lagerhaus errichtet. Einst hatte dort ein Fuhrunternehmen mit Pferden und Wagen sein Domizil. Es ist eines der wenigen noch in seiner ursprünglichen Substanz und Gestaltung erhaltenen Gebäude im Hafen.

Kostenexplosion hat bisher keinen Einfluss auf die Zeitplanung: Inbetriebnahme für 2022 anvisiert

Sechs statt 3,7 Millionen Euro sollen Rettung, Sanierung und Umbau des Gebäudekomplexes kosten.

Als „kleine Perle“ sieht Ludger Wilde daher das Gebäude. Es sei von besonderer historischer Bedeutung und Symbolwert für das „Alte Dortmund“, auch wenn es nicht unter Denkmalschutz stehe.

„Gut, dass diese Kostensteigerung schon in der Entwurfsphase hoch kommt. Trotzdem finden wir es richtig, es weiter zu verfolgen“, betont der Planungsderzernent. Es gehe nicht darum, das Konzept oder die Nutzung in Frage stellen.

Die aktuelle Kostenexplosion hat zumindest keine neuerlichen Auswirkungen auf die Zeitplanung. Noch in diesem Jahr soll der entsprechende Bauantrag gestellt werden. Anfang 2020 will man in die Umsetzung kommen – bis 2022 könnte der „Heimathafen“ in Betrieb gehen, berichtet Wilde betont vorsichtig. Als im Oktober 2017 der Bewilligungsbescheid übergeben wurde, wollte man noch 2020 eröffnen.

Zentrale Anlaufstelle für vorhandene Communities und Neuankömmlinge mit zahlreichen Angeboten

Mit dem Projekt „Heimathafen“ soll in einer lange leerstehenden Immobilie im Hafenquartier eine zentrale Anlaufstelle für vorhandene Communities und Neuankömmlinge entstehen. Die Maßnahme wird gefördert aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes NRW im Rahmen der Stadterneuerung. Bis zu 90 Prozent Zuschuss von Land und EU kann die Stadt dafür bekommen.

Die Dortmunder Nordstadt war und ist das bevorzugte Ziel von Zugewanderten und Flüchtlingen aus der EU und aus Drittstaaten. Viele von ihnen möchten in Dortmund eine neue Heimat finden. Damit ihre Integration gelingen kann, benötigen sie einen Zugang zu sozialen, kulturellen und beruflichen Beratungs- und Bildungsangeboten. 

Das ganzheitliche, integrative Förderzentrum soll zukünftig verschiedene Unterstützungsangebote zusammen führen und Lücken in der sozialen und gesundheitlichen Versorgung schließen. Ergänzend wird die Begegnung aller Kulturen ermöglicht. Alle Aktivitäten im Zentrum verfolgen gemeinnützige Zwecke und werden von gemeinwohlorientierten Trägern angeboten.

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