Der Zeitpunkt des Impfstart mit „Novavax“ ist noch offen

Die Zahl der Impfungen ist in Dortmund so rückläufig wie die Infektionszahlen

Im Dezember waren die Impfzahlen noch deutlich besser - Start der kommunalen Kampagne im Herbst 2021.
Im Dezember waren die Impfzahlen noch deutlich besser – Start der neuen kommunalen Impf-Kampagne Ende November 2021. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

So deutlich wie die Rückgänge bei den Infektionszahlen sind auch die Rückgänge bei den Impfungen. Nicht so deutlich sind allerdings die Zahlen von an oder mit Corona infizierten Patient:innen in den Dortmunder Krankenhäusern gesunken. Doch von einer Überlastung kann nicht gesprochen werden – auch wenn die Lage für das Personal sehr belastend ist.

Die Zahl der Impfungen gehen in Dortmund weiter zurück

Der Rückgang der Neuinfektionen und des Infektionsgeschehens lässt sich an verschiedenen Zahlen ablesen. Vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1487 Neuinfektionen, aktuell liegt sie bei 984. Damit liegt Dortmund unter Bund und NRW – sie weisen eine Inzidenz von 1306 bzw. 1189 auf. 

Das Interesse an Impfungen ist weiter rückläufig. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Nicht so deutlich ist die Entspannung in den Dortmunder Krankenhäusern: In der vergangenen Woche wurden 299 Menschen behandelt, die an oder mit Corona erkrankt sind. 23 mussten intensivmedizinisch behandelt werden, 14 davon sogar beatmet. In dieser Woche sind es 229  – 20 davon liegen auf Intensivstationen und 12 müssen beatmet werden.

Die sinkenden Infektionszahlen und die angekündigten Lockerungen lassen die Impfbereitschaft weiter sinken. Nur noch 1110 Spritzen wurden in der vergangenen Woche in städtischen Einrichtungen gesetzt, in der ohnehin schon schwachen Vorwoche waren es noch 1570. „Zu Beginn im Dezember waren es deutlich über 5000 pro Woche“, erinnert Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner.

Kleiner Lichtblick: 233 ließen sich ihre Erstimpfungen geben. Auch das Interesse an Kinderimpfungen gehe mit dem Rückgang der Infektionszahlen in Kitas und Schulen zurück. „Zunehmend sehr verhalten“ sei das Interesse, so Zoerner. Nur noch 261 Impfungen wurden in Anspruch genommen – in der Vorwoche waren es noch 403. „Wir hatten auch schon Wochen, wo wir über 600 Kinder in städtischen Angeboten geimpft haben“, erinnert sich die Dezernentin.

Stadt rechnet auch durch den Einsatz von „Novavax“ nicht mit einem Ansturm

Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner. Foto: Anja Cord
Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner. Foto: Anja Cord Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Einen Schub bei den Impfungen erwartet Zoerner auch nicht durch den neuen Impfstoff von Novavax. Wann genau der Impfstoff bei den Kommunen ankommt, darüber gibt es noch keine Infos. Klar ist nur, dass die Impfungen mit diesem „klassischen“ Impfstoff nur in der städtischen Impfstelle in der Berswordthalle erfolgen soll, so Zoerner. 

Bevorzugt sollen Menschen aus dem medizinischen Bereich, die unter die einrichtungsbezogene Impfpflicht fallen und noch ungeimpft sind, damit geimpft werden. Zwar seien auch bei Älteren die Verläufe im Durchschnitt bei Omikron milder, wenn es zu Impfdurchbrüchen komme. 

Doch das gelte nicht für Ungeimpfte: Sie müssten weiterhin mit einem tödlichen Verlauf rechnen. In Dortmund starben damit bislang 352 Menschen ursächlich an COVID-19, weitere 136 mit Corona infizierte Patient:innen verstarben aufgrund anderer Ursachen. 

Keine Eile bei der vierten Spritze: Gesunde sollen sich auf Booster-Schutz verlassen

Menschen, die bereits geboostert sind, stehen vor der Frage, ob und wann sie sich zum vierten Mal impfen lassen sollen. Offizielle Erlasse des Landes oder Empfehlungen der StiKo gibt es dazu noch nicht, auch wenn einige wenige Personen sich schon eine vierte Spritze haben geben lassen. 

Dr. Frank Renken ist Leiter des Gesundheitsamtes.
Dr. Frank Renken ist Leiter des Gesundheitsamtes. Foto: Anja Cord für nordstadtblogger.de

Dr. Frank Renken, Chef des Dortmunder Gesundheitsamtes, räumt ein, dass noch unklar ist, wie ein gutes Impfschema aussieht.  „Es gibt noch viel Verunsicherung“, räumt er mit Blick auf die möglichen zeitlichen Abstände ein. „Eine Nachimpfung für einen Großteil der Menschen, die vor sechs Monaten geboostert wurden, macht keinen Sinn“, fasst Renken seine persönliche fachliche Einschätzung zusammen. 

Vielleicht erst nach neun bis zwölf Monaten, sagt er mit Blick auf Menschen, die nicht immunsupprimiert sind. Sie sollten sich nicht verunsichern lassen und sich auf den Schutz des Boosters verlassen. Dann sei vielleicht auch schon klar, ob und wann ein auf Omikron angepasster Impfstoff kommt, so Renken. Das würde eine Entscheidung erleichtern.

Solche Anpassungen bei den Antigen-Eigenschaften seien normal: „Auch bei Influenza ändert sich die Zusammensetzung des Impfstoffs jedes Jahr. Da sind wir es gewohnt, dass wir Jahr für Jahr neue Antigen-Eigenschaften haben“, erklärt Renken. „Das wäre schön, wenn wir das auch für Corona-Impfstoffe hätten – das würden wir uns wünschen.“ 


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  1. Coronavirus: 907 weitere positive Testergebnisse – RKI-Inzidenzwert für Dortmund beträgt am Mittwoch 932,6 (PM)

    In Sachen Coronavirus lässt sich für Dortmund folgendes Update geben:
    Der auf Basis der gestrigen Meldungen vom RKI errechnete Inzidenz-Wert beträgt für Dortmund 932,6. Gestern sind insgesamt 907 positive Testergebnisse hinzugekommen.

    Seit dem ersten Auftreten der Erkrankung in Dortmund liegen insgesamt 101.664 positive Tests vor. 87.662 Menschen gelten als genesen. Aktuell sind 13.514 Menschen in Dortmund mit dem Virus infiziert.

    Zurzeit werden in Dortmund 212 Corona-Patient:innen stationär behandelt, darunter 21 Patient:innen intensivmedizinisch, 11 davon mit Beatmung.

    In Dortmund starben damit bislang 352 Menschen ursächlich an COVID-19, weitere 136 mit Corona infizierte Patient:innen verstarben aufgrund anderer Ursachen.

    Impfungen
    Vollständig geimpft sind in Dortmund bislang 480.417 Menschen. Es wurden 335.624 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Die Anzahl aller insgesamt durchgeführten Impfungen beträgt 1.263.707.

    Weitere Corona-Informationen online:
    Antworten rund um Corona und die Situation in Dortmund: dortmund.de/corona
    Übersicht, welche betrieblichen Angebote zulässig sind und welche Betriebe öffnen dürfen: dortmund.de/corona-gewerbe
    Überblick zu den Schnellteststellen in Dortmund inklusive mehrsprachiger Hinweise zu Regelungen im Falle eines positiven Schnelltests: dortmund.de/corona-schnelltest

  2. Coronavirus: 1019 weitere positive Testergebnisse – RKI-Inzidenzwert für Dortmund am Donnerstag beträgt 908,3 (PM)

    In Sachen Coronavirus lässt sich für Dortmund folgendes Update geben: Der auf Basis der gestrigen Meldungen vom RKI errechnete Inzidenz-Wert beträgt für Dortmund 908,3. Gestern sind insgesamt 1019 positive Testergebnisse hinzugekommen.

    Seit dem ersten Auftreten der Erkrankung in Dortmund liegen insgesamt 102.683 positive Tests vor. 89.503 Menschen gelten als genesen. Aktuell sind 12.692 Menschen in Dortmund mit dem Virus infiziert.
    Zurzeit werden in Dortmund 204 Corona-Patient*innen stationär behandelt, darunter 18 Patient*innen intensivmedizinisch, 10 davon mit Beatmung.

    In Dortmund starben bislang 352 Menschen ursächlich an COVID-19, weitere 136 mit Corona infizierte Patient*innen verstarben aufgrund anderer Ursachen.

    Impfungen

    Vollständig geimpft sind in Dortmund bislang 480.565 Menschen. Es wurden 336.196 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Die Anzahl aller insgesamt durchgeführten Impfungen beträgt 1.264.489.

    Weitere Corona-Informationen online

    Antworten rund um Corona und die Situation in Dortmund: dortmund.de/corona
    Übersicht, welche betrieblichen Angebote zulässig sind und welche Betriebe öffnen dürfen: dortmund.de/corona-gewerbe
    Überblick zu den Schnellteststellen in Dortmund inklusive mehrsprachiger Hinweise zu Regelungen im Falle eines positiven Schnelltests: dortmund.de/corona-schnelltest

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