
Das Deutsche Fußballmuseum zeigt in Los Angeles in Kooperation mit dem dortigen Holocaust Museum LA zur Fußball-WM 2026 die internationale Gemeinschaftsausstellung „The Beautiful Game – The Untold Story“. Die Ausstellung läuft vom 13. Juni bis zum 31. Dezember und thematisiert erstmals die jüdischen Geschichte des Weltfußballs vor, während und nach dem Holocaust. Zudem markiert die Ausstellung die Eröffnung des Neubaus des ältesten Holocaust-Museums der Vereinigten Staaten.
Kuratorische Arbeit und internationale Zusammenarbeit
Kuratiert wurde „The Beautiful Game – The Untold Story“ maßgeblich von einem Expert:innen-Team im Deutschen Fußballmuseum unter der Leitung von Museumsdirektor Manuel Neukirchner.

„In Kooperation mit dem Holocaust Museum LA ist eine zeitgeschichtliche Ausstellung mit außergewöhnlichen und teils noch nie gezeigten Exponaten zur Geschichte der Juden im Weltfußball im Spiegel der historischen Entwicklung entstanden. Dieses so wichtige Kapitel ist noch lange nicht ausgeforscht. Wir liefern hierzu eine neue inhaltliche Grundlage“, so Manuel Neukirchner.
„In Zeiten allgemeiner weltpolitischer Spannungen ist die enge und vertrauensvolle Kooperation des Deutschen Fußballmuseums mit dem ältesten Holocaust-Museum aus den Vereinigten Staaten ein wichtiges und ermutigendes Zeichen des transnationalen Kulturaustausches.“
Umfangreiche Exponate aus drei Kontinenten
Insgesamt umfasst die Ausstellung 84 teils noch nie gezeigte Exponate aus aller Welt, die ihren Weg von drei Kontinenten an die US-Westküste gefunden haben.
Neben privaten Leihgaben wurden die Exponate unter anderem von der internationalen Gedenkstätte Yad Vashem sowie Einrichtungen in Washington, New York, Budapest, Wien, Prag, Warschau, Berlin, Zürich und Amsterdam bereitgestellt.
Eine solche Gesamtschau zu diesem Thema hat es in dieser Form und in diesem Umfang noch nicht gegeben.
Erinnerungskultur als fester Bestandteil der Museumsarbeit
Das Deutsche Fußballmuseum hat sich mit seiner Eröffnung vor über zehn Jahren der Erinnerungskultur verpflichtet. Neben zahlreichen Veranstaltungen wie der offiziellen Feier zum 100. Geburtstag der Maccabi World Union oder Gedenkfeiern anlässlich des Holocaust-Gedenktages ist die Aufarbeitung der Fußballgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus ein zentraler Bestandteil der Arbeit.
Ebenso ist die Wiedersichtbarmachung von Lebensgeschichten deutsch-jüdischer Fußballer, die Opfer der NS-Verfolgung wurden, als gesellschaftspolitisches Thema fest in der Dauerausstellung sowie in den Bildungs- und Kulturprogrammen verankert.
In enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Vereinen und Vereinigungen aus ganz Deutschland ist seit 2022 unter dem Dach des Deutschen Fußballmuseums das interaktive Lexikon „Niemals vergessen“ entstanden. Es fasst die Biografien von mehr als 400 verfolgten jüdischen Fußballer zusammen, bereitet sie multimedial auf und macht sie wieder sichtbar. In der Dauerausstellung wurde zudem zu Jahresbeginn der Bereich zu Juden im deutschen Fußball noch einmal ausgebaut und gestärkt.
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