
Hohe Energiepreise belasten nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund zunehmend die regionale Industrie. 41 Prozent der befragten Industriebetriebe geben an, wegen hoher Strom- und Gaspreise am Standort Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Befragt wurden 62 Unternehmen.
Kritsche Bewertung der Energiewende durch die Industrie
Die Zahlen stammen aus der regionalen Auswertung des bundesweiten IHK-Energiewende-Barometers. Beteiligt haben sich 62 Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna, gut ein Drittel davon aus der Industrie. Die meisten beschäftigen zwischen 20 und 249 Menschen.
Die Energiepreise sind laut Umfrage in den vergangenen zwölf Monaten weiter gestiegen. 47 Prozent aller Betriebe berichten von höheren Strompreisen, 57 Prozent von teurerer Wärmeenergie und 80 Prozent von gestiegenen Kraftstoffpreisen. In der Industrie liegt der Wert bei den Transportenergien bei 83 Prozent.
Bei der Bewertung der Energiewende gibt es kritische Stimmen. 30 Prozent der Industriebetriebe sehen negative Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit, 20 Prozent positive, die Hälfte bewertet sie neutral. Über alle Branchen hinweg fällt das Bild etwas weniger kritisch aus.
Die hohen Preise bremsen bei einem Teil der Betriebe auch Investitionen. 23 Prozent der Industrieunternehmen stellen nach eigenen Angaben Investitionen in Kernprozesse zurück, im Baugewerbe sind es 20 Prozent, im Dienstleistungssektor 19 Prozent.
Hindernisse und Forderungen der Betriebe
Als größtes Hindernis für den Klimaschutz nennen 64 Prozent der antwortenden Unternehmen fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit in der Energiepolitik. Jeweils 48 Prozent führen langsame Genehmigungsverfahren und fehlende Infrastruktur sowie zu viel Bürokratie an.

Entsprechend deutlich fallen die Forderungen aus: 79 Prozent verlangen einen verlässlicheren Ausbau der Energieinfrastruktur, 70 Prozent eine weitere Senkung von Steuern und Abgaben auf den Strompreis. Bei einzelnen Technologien ist die Zustimmung geringer, den Zugang zu Wasserstoff etwa befürworten 48 Prozent.
„Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort“, erklärt Roland Klein, Präsident der IHK zu Dortmund. Klimaneutrales Wirtschaften, industrielle Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze müssten wieder vereinbar werden.
IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber fordert die Politik zum Gegensteuern auf. Die Unternehmen brauchten „Planungssicherheit, bezahlbare Energie und eine Infrastruktur, auf die sie sich verlassen können“.
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