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Von Jugendarbeit bis Naturschutz – Die „Engel der Nordstadt“ 2019 beim Neujahrsempfang im Dietrich-Keuning-Haus geehrt

Preisträger*innen und Laudator*innen auf der Bühne beim Neujahrsempfang im DKH. Fotos: Klaus Hartmann

Von Joachim vom Brocke

„Ich wohne zwar in Wickede, doch mein Herz schlägt in der Nordstadt“ freute sich eine Besucherin auf dem Neujahrsempfang der Nordstadt im Dietrich-Keuning-Haus. Das junge Moderatorinnen-Team Özge Cakirbey und Esther Festus führte die rund 300 Besucher*innen durch das Programm des Nachmittags. Dabei mischten sie sich – wie schon in den Jahren zuvor – locker unters Publikum und sammelten dabei gerne ein paar Stimmen. So warb etwa Hans-Werner Reckmann, Ehrensenator vom Festausschuss Dortmunder Karneval, für die alkoholfreie Fete am 14. Februar im DKH, die so „wohl einzig in Deutschland ist und nur 5 Euro Eintritt kostet“.

Bürgermeisterin Birgit Jörder: Zukunftsblick auf (erhoffte) goldene 20er Jahre

Birgit Jörder ist Vorsitzende im Förderverein des DKH.

Viele Vertreter*innen von Vereinen, Organisationen, Religionsgemeinschaften, der zahlreichen Initiativen in der Nordstadt und der Politik besuchten den Jahresempfang. Im Mittelpunkt steht dabei die Verleihung von drei „Engel der Nordstadt“, ein Ehrenamtspreis, der in diesem Jahr bereits zum 15. Mal vergeben wurde.

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Birgit Jörder, Vorsitzende des DKH-Fördervereins, erinnerte an Erwin Pfänder, der einst für die notwendigen Fördermittel gesorgt habe, ohne die es das DKH nicht geben würde. Das Dietrich-Keuning-Haus sei „ein Aushängeschild des Stadtteils und ein internationaler Treffpunkt für ganz viele junge Menschen“. Birgit Jörder: „Hoffen wir, dass wir auf goldene 20er Jahre blicken können, wenn wir nach vorne schauen“.

Levent Arslan, Direktor des DKH: Über 100 Organisationen haben Heimat Keuning-Haus

Die Gruppe „Amigo Tango“ lieferte eine professionelle Tanzeinlage und unterhielt mit populären argentinischen Liedern.

DKH-Direktor Levent Arslan berichtete über mehr als 100 Organisationen, die sich im Keuning-Haus treffen und dabei aktiv das Programm „für einen bunten und aktiven Stadtteil“ mit gestalten. Hier sei ein Ort des gesellschaftlichen Austauschs geschaffen worden. Besonders dankte Arslan der Bezirksvertretung Nordstadt und dem Förderverein für die Unterstützung seit 40 Jahren.

Als „überzeugte Wahl-Nordstädterin“ stellte sich Rena Schölzig als neue Programmleiterin und Stellvertreterin von Levent Arslan vor und machte auf das über 100-seitige Programm von Januar bis Juli aufmerksam, dass auf den Tischen auslag.

Im unterhaltsamen Teil des Neujahrsempfangs der Nordstadt gab es Comedy mit Franziska Mense-Moritz, Musik von Ester Festus und Wim Wollner, eine Tanzaufführung der Gruppe „Amigo Tango“, die – natürlich – im Keuning-Haus probt sowie einer international besetzten jungen Rapper-Truppe.

Kupferne Engel – in kunsthandwerklicher Einzelanfertigung – für ehrenamtlichen Einsatz

Christian Schmitt von der Julius Ewald Schmitt GbR war einer der Laudator*innen.

Zwei Einzelpersonen und eine Arbeitsgemeinschaft wurden diesmal mit dem „Engel der Nordstadt“ ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich besonders für die Nordstadt und ihre Bewohner*innen eingesetzt haben. Martin Gansau vom Quartiersmanagement dankte dem „Engel“-Stifter Christian Schmitt. Die einzigartigen großen und schweren Engelsskulpturen sind kunsthandwerkliche Einzelanfertigungen aus Kupfer.

Die Engel der Nordstadt gingen in diesem Jahr an Chaymae Bouyakoub, Erwin Fischer (Bunt kickt gut) und an die ehrenamtlichen Helfer der Bienen AG an der Vincenz-von-Paul-Schule. Preisverleihung und Dankesrede übernahmen Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder, Uta Wittig-Flick vom Amt für Stadterneuerung sowie Christian Schmitt von der Julius Ewald Schmitt GbR.

„Das ehrenamtliche Engagement und zugleich die Vorbildfunktion von Chaymae Bouyakoub im Jugendtreff Hannibal ist beispiellos“, würdigte Jörder die jahrelange Arbeit der heutigen jungen Studentin im Jugendtreff. Sie sei für Jugendliche Ansprechpartner in vielen Fällen des Lebens.

Chaymae Bouyakoub hilft Lerngruppen im Jugendtreff Hannibal in der Nordstadt

Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder und Martin Gansau vom QM Nordstadt überreichen den „Engel der Nordstadt“ an Chaymae Bouyakoub .

Chaymae Bouyakoub besuchte den Jugendtreff Hannibal seit ihrer Kindheit. Als Schülerin der Oberstufe hat sie damit begonnen, mit gleichaltrigen Mädchen Lerngruppen zur Vorbereitung auf das Abitur zu organisieren. Ihr eigenes Abitur hat sie erfolgreich erworben, ein Studium der Wirtschaftswissenschaft begonnen. Als Studentin unterstützt sie jetzt angehende Schulabsolventinnen.

In den letzten beiden Jahren hat sie sich im Projekt „Die Verfassungsschüler“ engagiert. Dessen Ziel ist es, die junge Generation für die Werte unserer Verfassung zu begeistern und die Identifikation mit unseren Werten und der eigenen Verantwortung im Rahmen eines gesellschaftlichen Engagements zu fördern.

Chaymae Bouyakoub, gefragte Gesprächspartnerin vieler Medien, möchte Vorurteile widerlegen und die Vorteile des Aufwachsens in der Dortmunder Nordstadt betonen. Schon Vater Said hat in den 90er Jahren als ehrenamtlicher Jugendarbeiter gearbeitet und dafür 2005 den Engel der Nordstadt erhalten. Tochter Chaymae hat die Arbeit fortgesetzt.

Ohne Erwin Fischer kein Bunt kickt gut: Integration durch Straßenfußball

Rund 300 geladene Gäste waren diesmal beim Neujahrsempfang anwesend – ein neuer Rekord!

An Erwin Fischer erinnerte Christian Schmitt, der vor über 15 Jahren im Hofblock mit dem 1. FC Schüchtermann-Carré startete. Der Geehrte konnte aus terminlichen Gründen den Engel nicht persönlich in Empfang nehmen.

Durch Erwin Fischers nimmermüden Einsatz ist die Straßenfußballliga zu dem geworden, wie sie heute ist: die zweitgrößte Liga in der gesamten Republik. Ohne sein Engagement wäre die Erfolgsgeschichte der Nordstadtliga nicht möglich gewesen. Der DFB ehrte Fischer bereits mit dem Integrationspreis; eng zusammen arbeitet er auch mit der Neven-Subotic-Stiftung.

Mit Mitstreitern führte Erwin Fischer den Fairness-Pokal ein, der mitunter eine höhere Bedeutung hat als die Zahl der gewonnenen Spiele und der geschossenen Tore. Fischer verabschiedet sich in den „ehrenamtlichen“ Ruhestand.

Bienen-AG in der Vincenz-von-Paul-Schule liefert Honig aus der Nordstadt

Uta Wittig-Flick (2.v.r.) mit den Akteuren der Bienen-AG

Ein Nordstadt-Engel gab es für die Imker Helmut Opitz und Thomas Kuss und Integrationshelferin Maria Kapsalos, die Lehrerin Anja Köhler seit 2015 bei der Leitung der Bienen-AG in der Vincenz-von-Paul-Schule (Förderschule für emotional und sozial förderbedürftige Kinder) unterstützen. Dass das Angebot noch existiert und seit Jahren Schüler neugierig, stolz und glücklich macht, ist zum großen Teil ihr Verdienst.

Maria Kapsalos investiert viel Zeit und Kraft in die Arbeitsgemeinschaft, ist auch an Wochenenden und in den Ferien immer zur Stelle. Helmut Opitz und Thomas Kuss arbeiten und beteiligen sich komplett ehrenamtlich. Die Bienen-AG hat mittlerweile in der gesamten Nordstadt eine gewisse Strahlkraft  und wird von immer mehr Menschen wahrgenommen. Winterbedingt sind aktuell vier Bienenvölker vorhanden, im Sommer kann sich die Zahl auf sechs Völker erhöhen. Wunsch des Trios: Bienenvölker im Zuge der Umgestaltung des Hoeschparks zu platzieren.

Laudatorin Uta Wittig-Flick signalisierte zustimmende Gesprächsbereitschaft. Übrigens: Nordstadt-Honig gibt es in der St.-Vincenz-Jugendhilfe, im Grünen Salon auf dem Nordmarkt und in der Litfass-Buchhandlung. Größtes Fachwissen bringt Helmut Opitz mit, der seit 2015 wöchentlich in die Schule kommt und die Bienen-AG begleitet. Thomas Kuss ist immer da, wenn Völker transportiert oder gerettet werden müssen, wenn Straßenfeste oder Nordstadtführungen anstehen oder wenn Material eingekauft werden muss.

Weitere Informationen:

  • Vom Quartiersmanagement Nordstadt wurden die Engel für 2019 vergeben. Vorschläge zum Engel der Nordstadt 2020 sind schon jetzt erwünscht. Jeder kann sich daran beteiligen.
  • Der Neujahrsempfang in der Nordstadt wird organisiert vom Dietrich-Keuning-Haus zusammen mit Förderverein und Quartiersmanagement.

 

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