Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Schneckenburger fordert schnelle Landes-Hilfe für deren Unterbringung

Schnelle Hilfen erwartet die Stadt Dortmund in der Frage der Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) – Dortmund ist landesweit „Spitzenreiter“, was die Zahl der zu betreuenden Jugendlichen betrifft.

Anrechnung der UMF bei der kommunalen Zuweisung von Flüchtlingen gefordert

Die grüne Landtagsabgeordnete Daniela Schneckenburger stand im Jugendforum Nordstadt Rede und Antwort. Foto: Alex Völkel
Daniela Schneckenburger schlägt eine Anrechnung der Jugendlichen im Verhältnis 1:4 vor. Foto: A. Völkel

„Die Zahlen bleiben weiter dramatisch hoch und die Aufnahmefähigkeit des Dortmunder Immobilien- und Arbeitsmarktes ist erschöpft“, verdeutlicht die zuständige Dezernentin Daniela Schneckenburger. „Wir haben Schwierigkeiten, geeignete Sozialarbeiter und Immobilien zu finden.“

Eine Entlastung wäre nur möglich, wenn das Land für die besonders stark geforderten Städte – neben Dortmund sind das Köln, Aachen und Bielefeld – Sonderregelungen einführt.

Dortmund schlägt vor, die Zahl der UMF bei der Zuweisung von Flüchtlingen zu berücksichtigen. Vorgeschlagen wird die Quote 1:4. Im Klartext: Für jeden vom Jugendamt in Obhut genommenen Jugendlichen werden vier erwachsene Flüchtlinge weniger zugewiesen.

Dies würde für eine Entlastung bei der Unterbringung sorgen. Denn bei UMF gelten Jugendhilfestandards – und die sehen (wie bei deutschen Jugendlichen auch) eine Einzelzimmerunterbringung vor.

Dortmund kann die Jugendhilfestandards bei der UMF-Betreuung nicht erfüllen

Doch die Stadt könne derzeit nur das Notwendigste organisieren: „Die Unterbringung entspricht nicht Jugendhilfestandards – die Jugendlichen können hur in Mehrbettzimmern untergebracht werden. Auch gelingt es nicht, die vorgeschriebene Zahl von Sozialarbeitern, Betreuern und Erziehern einzustellen.

„Dies ist zwar mit dem Landesjugendamt abgesichert, kann aber nur ein Notbehelf sein“, so Schneckenburger.

Auch Haus Husen in Syburg ist mittlerweile mit 75 jungen Flüchtlingen nahezu voll belegt. Das Jugendamt identifiziert derzeit weitere Objekte und mietet auch Plätze in Pensionen an. Die Stadt rechnet damit, dass bis Jahresende bis zu 1200 UMF in Dortmund in Obhut genommen werden müssen – insgesamt 8000 Flüchtlinge könnten es insgesamt werden, wenn die Zahlen sich so weiterentwickeln.

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