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Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund: Mehr Kirchensteuern – weniger Mitglieder

239 stimmberechtigte Abgeordnete aus seinen 28 Gemeinden bilden die Synode, das Kirchenparlament.

239 stimmberechtigte Abgeordnete aus seinen 28 Gemeinden bilden die Synode, das Kirchenparlament.

Mehr Kirchensteuern als geplant kann der Evangelischen Kirchenkreis Dortmund einnehmen. Doch das aktuelle Finanzhoch wird voraussichtlich nicht von langer Dauer sein. Das konnte Henning Weihsbach-Wohlfahrt, Verwaltungsdirektor des Kirchenkreises auf der Synode des Kirchenkreises berichten.

 3,8 Millionen Euro Mehreinnahmen – das entspricht dem Kaufkraft-Niveau von 1997/98

Bereits im Jahr 2015, so die jetzt vorliegenden Ergebnisse, hatte der Kirchenkreis über 2,5 Millionen Euro mehr eingenommen. Prognostiziert waren 25, 3 Millionen Euro. „Für das laufende Haushaltsjahr zeichnet sich eine vergleichbare Entwicklung ab“, so Verwaltungsdirektor Weihsbach-Wohlfahrt.

Vermutlich werden es in diesem Jahr sogar 3,8 Millionen Euro Mehreinnahmen sein. Allerdings: gemessen an der Kaufkraft liegt die Evangelische Kirche damit gerade mal auf dem Niveau von 1997/98. Von diesem erfreulichen Jahresergebnis sollen Kirchengemeinden und Kirchenkreis durch eine Sonderausschüttung profitieren.

Auch dem kommenden Jahr kann der Kirchenkreis ohne finanzielle Sorgen entgegenblicken. Ab 2018 wird allerdings landeskirchenweit mit einem dauerhaften Kirchensteuerrückgang gerechnet.

Zahl der Kirchenmitglieder in Dortmund seit dem Jahr 2000 von 260.000 auf  210.000 gesunken

Ulf Schlüter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund. Foto: Stephan Schuetze/VVK

Ulf Schlüter ist Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises. Foto: Stephan Schuetze/VVK

„Wir wissen tatsächlich nicht“, so Weihsbach-Wohlfahrt, „was die kommenden Jahre bringen und wann die Kirchensteuerentwicklung den demografischen Wandel, also das stetige Abnehmen der erwerbstätigen evangelischen Wohnbevölkerung, eben nicht mehr überlagert.“

Tatsächlich musste der Kirchenkreis einen Rückgang seiner Kirchenmitglieder von rund 260.000 im Jahr 2000 auf weniger als 210.000 Ende des letzten Jahres hinnehmen.

Für kommende magere Jahre hat er allerdings vorgesorgt und im Laufe der letzten Jahre rund 22 Millionen Euro an Rücklagen gebildet. Damit soll bei sinkenden Einnahmen ein geordneter und sozial verträglicher Rückbau der Strukturen ermöglicht werden.

Strukturelle Unterfinanzierung der 52 Kindertagesstätten beklagt

Nicht zufrieden ist der Kirchenkreis mit der Finanzierung der Kindertagesstätten. Er ist derzeit Träger von 52 Kitas mit mehr als 4.000 Plätzen. Es sind „kirchliche Orte, Gemeinde auf Zeit“, so Pfarrer Jochen Schade-Homann, zuständiger Fachbereichsleiter.

Schade-Homann beklagte allerdings eine „strukturelle Unterfinanzierung.“ Zwar lässt sich der Kirchenkreis die Kindertagesstätten mehr als zwei Millionen jährlich kosten, doch seien die Zuschüsse vom Land unzureichend, um die stetig steigenden Kosten zu decken.

Über ein „großartiges Engagement in Gemeinden und Diakonie“ zugunsten der Flüchtlinge freute sich Friedrich Stiller, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung. Er wies darauf hin, dass die „Integration der Geflüchteten noch vor uns liegt“ und kündigte für das kommende Jahr die Gründung einer kirchlichen Arbeitsgruppe „Flucht und Asyl“ an.

Info:

  • Der Evangelische Kirchenkreis Dortmund umfasst die Städte Dortmund, Lünen und Selm.
  • 239 stimmberechtigte Abgeordnete aus seinen 28 Gemeinden bilden die Synode, das Kirchenparlament.
  • Es tagt zweimal jährlich. 

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Ein Gedanke zu “Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund: Mehr Kirchensteuern – weniger Mitglieder

  1. Carsten Klink

    Wenn der Evangelische Kirchenkreis Dortmund im Jahre 2015 nach unserer Zeit 2,5 Millionen Euro und im Jahre 2016 voraussichtlich 3,8 Millionen Euro mehr einnimmt als geplant, darf die Frage sicherlich erlaubt sein, warum eine klamme Stadt wie Dortmund, den Evangelischen Kirchentag 2019 mit 2,7 Millionen Euro plus Sachleistungen in sechsstelliger Höhe finanzieren muss.

    Für das Geld könnte man zum Beispiel rund fünf Jahre lang den von Kürzung durch das SPD/CDU-Sparmemorandum bedrohten Behindertenfahrdienst in der Stadt finanzieren, statt für etwas mehr als fünf Tage ein Glaubensfest.

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