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„Täglich Brot, oder: wie ein Hamster im Rad“ – Frontalangriff auf Neoliberalismus durch Theaterwerkstatt im Depot

„Täglich Brot, oder: wie ein Hamster im Rad“: das Elend neoliberaler Arbeitswelten. Foto: Theaterwerkstatt

Von Gerd Wüsthoff

Wenn sich am Freitag, den 15. Juni 2018, um etwa 20 Uhr der Vorhang im Theater im Depot heben wird, startet ein neues Stück von acht Leben, acht Menschen, nach Regie von Barbara Müller. Alle sind alleinstehend. Alle haben das bekannte Problem des morgendlichen „In-die-Gänge-Kommens“. Alle stellen in ihren Rollen ihr Leben dar. Gesine Dankwarts, Autorin, lässt ihre Protagonisten in den Schlaglöchern des allgemeinen gesellschaftlichen Parketts die Personen in ihrer Einsamkeit, mit ihren Wünschen, ihren Erfolgen, ihren Sehnsüchten agieren. Sie alle befinden sich am Rande ihres alltäglichen Stimmungstiefs, und hier genau lauert der bissige Humor. Das Bühnenbild von Mathias Schubert verdeutlicht, minimalistisch, mit seinen Leitern und Sitzgelegenheiten den allzu bekannten täglichen Kampf in der Arbeitswelt.

„Die Darsteller – Liebhaber des Theaters und des Spiels auf der Bühne“

Minimalistisches Bühnenbild für‘s Unwohlsein im (Arbeits-)Alltag. Fotos (2): Gerd Wüsthoff

Die Darsteller – „…alles begeisterte Amateure! Liebhaber des Theaters und des Spiels auf der Bühne“, wie Müller betont – haben seit September 2017 bis Juni 2018 gemeinsam mit Müller an dem Stück in der Theaterwerkstatt gearbeitet. „Ich arbeite gerne mit Liebhabern des Schauspiels, auch wenn sich das Ensemble immer wieder mit den verschiedenen Stücken verändert“, erklärt Müller, welche seit 2014 Leiterin der Theaterwerkstatt ist.

Für das aktuelle Stück, „Täglich Brot“ von Gesine Dankwart, haben sich Müller, unterstützt durch die Regieassistenz von Stefanie Auner und die Bühnenprotagonisten in die Monologe der Autorin, angereichert mit eigenen Texteinlagen, eingelebt und so ein grimmiges Bild unserer Leistungsgesellschaft geschaffen. Im Laufe der gemeinsamen Arbeit an „Täglich Brot“ entstand letztlich auch das minimalistische Leiter-Bühnenbild von Schubert.

Die Schauspieler drehen sich förmlich in ihre Rollen rein, acht Personen, sieben Frauen und ein Mann. Sie bilden eine Praktikantin, eine Hausfrau, einen Manager, eine Arbeitslose, und andere Personen aus der Arbeitswelt ab. Sie zeigen, bitter bissig, ihr Hamsterrad der Arbeitswelt auf und stellen zugleich die Frage nach dem Wert des Menschen in ihr. Der eigentlich positiv zu sehende Begriff des „Humankapitals“ wird heute im Neoliberalismus pervertiert.

„Täglich Brot“ – eine Auseinandersetzung mit der neoliberalen Arbeitswelt

Barbara Müller, Regie

Gesine Dankwart arbeitet sich in ihren Stücken an den aktuellen Themen unseres Alltag ab, so wie in „Täglich Brot“. Dankwart beschreibt in ihrem eigenen sprachlich hohen und herausfordernden Niveau die aktuelle Arbeitswelt, die sich „Neo-Liberalismus“ nennt, aber nichts weiter ist als die neu eingekleidete Wirtschaftsordnung des Frühkapitalismus.

„Die Leitern und Ruheplätze des Bühnenbildes bespielen die Schauspieler geradezu artistisch, und symbolisieren so auch optisch die Mühsal des Menschen in einer ihn verachtenden Arbeitswelt“, erklärt Müller.

Das Ensemble von Barbara Müller: Christine Ates, Regine Bartels-Schran, Sonja Berkemann, Doris Colovini-Brankamp, Anastasia Papoutsoglou, Anke Pidun, Konny Schröder und Dirk Leistenschneider. Für die Beleuchtung sind verantwortlich: Vincent Westerweller und Benno Fotheringham.

 

Weitere Informationen:

  • „Täglich Brot, oder: wie ein Hamster im Rad“ – Ort: Theater im Depot, Immermannstraße 29, 44147 Dortmund
  • Premiere: Freitag, 15. Juni 2018, 20 Uhr Beginn
  • Weitere Vorstellungen: Samstag, 16. Juni 2018, 20 Uhr; Sonntag, 17. Juni 2018, 18 Uhr; Donnerstag, 21. Juni 2018, 20 Uhr
  • Eintritt: VVK und AK – 10 Euro, erm. 5 Euro
  • Kontakt: 0231 / 9822336 (AB)
  • e-Mail: ticket@theaterimdepot.de oder das Eventim-Netzwerk
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