Das Handwerk unterstützt Schüler:innen der Anne-Frank-Gesamtschule

Sicherer Weg in die Ausbildung steht an erster Stelle: Schule in Teilzeit ebnet Weg in den Beruf

Engagement für den Weg in die Ausbildung: (v.l. oben) Martin Rostowski, stellvertretender Geschäftsführer des BKH, Schulleiter Bernd Bruns, Klassenlehrer Sascha Wittenberg, Schulsozialarbeiter Roman Panitz zusammen mit Schülerinnen und Schülern (v.l.) Josimar Sardar Khaloshero, Demir Emin Salihu, David Nölle und Yaren Durum in der Ausbildungsstätte der Gebäudereiniger.
Engagement für den Weg in die Ausbildung: (v.l. oben) Martin Rostowski (BKH), Schulleiter Bernd Bruns, Klassenlehrer Sascha Wittenberg, Schulsozialarbeiter Roman Panitz mit Schüler:innen (v.l.) Josimar Sardar Khaloshero, Demir Emin Salihu, David Nölle und Yaren Durum in der Ausbildungsstätte der Gebäudereiniger. Foto: Bildungskreis Handwerk e.V./ Stefan Mueller

Was tun, wenn man auf den Schulabschluss zugeht und noch keine Idee für einen Beruf hat? Die Anne-Frank-Gesamtschule in der Dortmunder Nordstadt geht hier erstmals mit Unterstützung durch die Kreishandwerkerschaft Dortmund und deren Bildungsträger, dem Bildungskreis Handwerk e.V., seit Anfang September einen besonderen Weg. Sie hat unter dem Titel „Ich pack’ das“ in enger Kooperation mit dem „Ausbildungspakt Starke Nordstadt“ eine separate kleine Klasse als Projekt der vertieften Berufsorientierung eingerichtet. In ihr sind derzeit 15 Schülerinnen und Schüler, die das Ziel haben, einen Hauptschulabschluss der Jahrgangsstufe 9 zu erwerben und sich gleichzeitig auf eine spätere Berufsausbildung vorzubereiten.

Nur drei Tage Schule – dazu gibt’s zwei Tage Praktikum

Die Ausbilder:innen des Bildungskreises bieten den Schüler:innen aus der Nordstadt bei verschiedenen Projekten professionelle Unterstützung. Foto: Bildungskreis Handwerk e.V.

Das Außergewöhnliche: Für die Dauer von einem Jahr gehen sie dreimal in der Woche (montags, dienstags und mittwochs) zur Schule und zweimal in der Woche für Praktika in Betriebe ihrer Wahl. Alternativ besuchen sie zur weiteren beruflichen Orientierung die Werkstätten des Bildungskreises Handwerk e.V. in Dortmund-Körne.

„Auf unserem Ausbildungsgelände stehen für die Ausbildung und Umschulung insgesamt acht modern ausgestatte Werkstätten in den Fachbereichen Elektro, Sanitär, Metall, Friseur, Holz, Gebäudereinigung, Maler und Zerspanung zur Verfügung. Somit ist für jede/n Schülerin /Schüler etwas dabei“, erklärt Martin Rostowski, stellvertretender Geschäftsführer des BKH.

„Die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule werden fachlich angeleitet und erhalten über das Projekt die Möglichkeit, erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Dies soll als Hilfestellung für sie dienen, um sich im weiteren Verlauf des Schuljahres für einen Praktikumsbetrieb zu entscheiden“.

Großes Engagement seitens der Lehrkräfte

Begleitet und gesteuert wird das Projekt über die Lehrkräfte der Anne-Frank-Gesamtschule. Sie kennen die Interessen- und Leistungsschwerpunkte ihrer Schüler:innen am besten, können ihre Sozialkompetenzen einschätzen und bringen dieses Wissen in das Projekt ein.

„Es ist für uns immer wieder überraschend zu sehen, wie engagiert und interessiert die Schülerinnen und Schüler in diesem Projekt sind“, freut sich Klassenlehrer Sascha Wittenberg. „Das läuft in vielen Fällen besser als in der Schule. Auch die Zusammenarbeit mit dem BKH läuft reibungslos”, ergänzt der begleitende Schulsozialarbeiter Roman Panitz.

Bernd Bruns, im Schulamt für Hauptschulen zuständig
Schulleiter Bernd Bruns Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Nach der erfolgreichen Entlassung aus der Schule können die Schülerinnen und Schüler dann im Idealfall nahtlos eine Berufsausbildung starten. Dazu nutzt der BKH unter anderem die Leistungen der Initiative „Passgenaue Besetzung“, die über gute Kontakte zu ausbildungswilligen Betrieben in der Region verfügt.

„So können wir gleich zwei gute Taten auf einmal tun”, freut sich Martin Rostowski. „Wir zeigen den Schülerinnen und Schülern den Weg ins Handwerk und helfen den Unternehmen in Dortmund und Lünen dabei, dringend benötigte Auszubildende zu finden.” Schulleiter Bernd Bruns sieht vor allem die Schülerinnen und Schüler im Vorteil: „Wir wollen, dass alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger möglichst einen nahtlosen Anschluss in die Berufsausbildung finden. Dabei können wir sie mit diesem Projekt optimal unterstützen.“

Ausbildungspakt bietet Berufsorientierung

Enger Kooperationspartner des Projekts ist der Ausbildungspakt „Starke Nordstadt”. Mit seiner Hilfe bereiten sich Schülerinnen und Schüler gezielt auf eine duale Ausbildung vor, indem sie unter anderem mit Ausbildungsbetrieben in Kontakt treten und soziales Engagement zeigen.

Der Ausbildungspakt „Starke Nordstadt“ an der Anne-Frank-Gesamtschule.
Der Ausbildungspakt „Starke Nordstadt“ an der Anne-Frank-Gesamtschule

Anfang der 9. Klasse unterschreiben die Jugendlichen eine gemeinsame Vereinbarung, nehmen an schulischen Berufsorientierungsangeboten teil, erreichen Mindestnoten und engagieren sich sozial. Entwickelt wurde der Ausbildungspakt gemeinsam von der Anne-Frank-Gesamtschule, dem Verein schul.inn.do e.V. und dem Regionalen Bildungsbüro im Fachbereich Schule der Stadt Dortmund.

Begleitet und unterstützt wird er von einem Netzwerk aus Betrieben, der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord, dem Quartiersmanagement Nordstadt, der IHK zu Dortmund, der HWK Dortmund, der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Dortmund, dem Jobcenter Dortmund, sozialen Einrichtungen, Vereinen und anderen lokalen Akteuren, darunter auch der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen und dem Bildungskreis Handwerk e.V. Die Netzwerkpartner:innen helfen dabei, Ausbildungsplätze zu vermitteln und die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen.

Über den Bildungskreis Handwerk e.V.:

  • Der Bildungskreis Handwerk e.V. ist ein gemeinnütziger Bildungsträger, der von den Innungen der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen gegründet wurde.
  • Seit mehr als 40 Jahren ist er erfolgreich in der Aus- und Weiterbildung tätig. Zu seinen Aufgaben gehören die Umschulung mit anerkannten Berufsabschlüssen und die zielgerichtete Qualifizierung von Arbeitssuchenden.
  • Auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern finden Kurse in acht Werkstätten mit modernen Ausstattungen und qualifizierten Mitarbeiter:innen statt.
  • Durch eine individuelle Beratung und pädagogische Begleitung wird die Arbeitsplatzsuche vom BKH aktiv unterstützt.
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