Saisontypischer Anstieg: Die Arbeitslosenquote ist im August 2026 auf 12,4 Prozent gestiegen

Arbeitsagentur-Chefin: Der Zuwachs fällt stärker aus als in Vorjahren

Zahlen von 2013 bis 2026
Die Zahl der offiziellen als arbeitslos gezählten Personen im Jahresvergleich – jeweils im August. Tabelle: Agentur für Arbeit Dortmund

Auch in der zweiten Sommerhälfte sind die Arbeitslosenzahlen in Dortmund gestiegen. Im August wurden 41.402 Menschen in der Stadt arbeitslos gezählt, davon 10.519 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.883 beim Jobcenter Dortmund. Gegenüber dem Vormonat ist die Gesamtzahl damit um 489 Personen beziehungsweise 1,2 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen liegt nun bei 12,4 Prozent, im August 2025 waren es 12,2 Prozent. Die spezifische Quote der Agentur stieg um 0,1 Punkte auf 3,2 Prozent, die des Jobcenters um 0,2 Punkte auf 9,4 Prozent.

Bewegung am Arbeitsmarkt: Mehr Zu- als Abgänge im August

Besonders betroffen war im Berichtsmonat der Rechtskreis SGB II: Im Jobcenter Dortmund stieg die Zahl der Arbeitslosen um 455 Personen, bei der Agentur für Arbeit waren es 34 Menschen mehr als im Vormonat.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block – durch Zu- und Abgänge herrscht kontinuierliche Bewegung. Im August wurden in Dortmund 6.957 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert, davon kamen 1.846 aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt, 45 weniger als im Vormonat. Gleichzeitig meldeten sich 6.493 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, davon beendeten 1.514 ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt – 45 mehr als im Vormonat.

Im August waren 3.921 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 131 Personen beziehungsweise 3,5 Prozent mehr als im Vormonat und 176 Personen beziehungsweise 4,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Jugendarbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf 11,3 Prozent.

Arbeitsagentur-Chefin: Zuwachs fällt stärker aus als in Vorjahren

„Dass die Arbeitslosigkeit in der Ferienzeit ansteigt, kennen wir, allerdings fällt der Zuwachs diesmal stärker aus als in den Vorjahren. Betroffen sind zum einen viele unter 20-Jährige, die im Übergang nach Schule oder Ausbildung noch keine Ausbildung oder Arbeit gefunden oder begonnen haben“, berichtet Heike Bettermann, Chefin der Arbeitsagentur Dortmund, die Situation.

Heike Bettermann, Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund
Heike Bettermann ist Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Dortmund. H. Sommer für Nordstadtblogger

„Wir sehen außerdem, dass aktuell 327 Menschen weniger an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen als noch vor einem Monat“, so Bettermann.

„Positiv zu verzeichnen ist der erneute Anstieg an gemeldeten offenen Arbeitsstellen. Unternehmen melden Arbeitskräftebedarf, was zunächst einmal ein gutes Signal sein kann. Ob dies nach den Ferien der Auftakt zu einer echten Herbstbelebung des Arbeitsmarkts sein kann, bleibt abzuwarten. Schwierige geopolitische Rahmenbedingungen sorgen weiterhin nicht für zunehmendes Grundvertrauen auf Seiten der Unternehmen“, so die Agenturchefin weiter.

Stellenmarkt: 933 neue Angebote im August

Dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund wurden im August 933 neue Stellenangebote gemeldet, 187 mehr als im Vormonat und 230 mehr als im Vorjahresvergleich zur selben Jahreszeit. Im Bestand befinden sich aktuell 3.817 offene Stellen, 208 weniger als im Vormonat und 276 weniger als im August des Vorjahres.

Die meisten der Agentur gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Erziehung/Sozialarbeit/Heilerziehungspflege sowie Lagerwirtschaft/Post/Zustellung.

Kaum verändert zeigt sich die Unterbeschäftigung, in der zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Personen erfasst werden, die etwa an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Insgesamt wurden im August 49.565 Personen in der Unterbeschäftigung gezählt, 10 weniger als im Vormonat.

Jobcenter-Chefin: Anstieg vor allem bei Frauen und jungen Menschen

Auch Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, führt den Anstieg auf saisonale Effekte zurück: „Die anhaltende Sommerpause wirkt sich auch in diesem Jahr auf die Entwicklungen des Dortmunder Arbeitsmarktes aus. Im August ist die Zahl der arbeitslosen Menschen, die Grundsicherungsgeld beziehen, um 455 Personen gestiegen.

Bild zeigt Stephanie Krömer, Geschäftsführerin Jobcenter Dortmund
Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters in Dortmund H. Sommer für Nordstadtblogger

Der Anstieg zeigt sich insbesondere bei Frauen und jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Diese Entwicklung ist vor allem saisonal zu erklären. Während der Ferienzeit agieren viele Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltender, gleichzeitig enden im Sommer vermehrt befristete Beschäftigungen und berufliche Maßnahmen.“

Als positives Signal wertet Krömer, dass im August 783 Personen, die vom Jobcenter betreut werden, ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden konnten: „Das zeigt, dass weiterhin Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen. Mit Blick auf das Ende der Sommerpause werden wir die Zusammenarbeit mit den lokalen Unternehmen weiter intensivieren. Unser Ziel ist es, Arbeitskräfte und offene Stellen zusammenzubringen und Menschen eine nachhaltige Integration in Beschäftigung zu ermöglichen.“

Ausbildungsmarkt: Noch rund 760 junge Menschen auf der Suche

Auch auf dem Ausbildungsmarkt laufen die Vermittlungen kurz vor Ende der Sommerferien nach Angaben der Arbeitsagentur noch auf Hochtouren. „Zwar war offizieller Start des neuen Ausbildungsjahres bereits Anfang August, aber es gibt immer noch Betriebe, die dieses Jahr bislang keine Nachwuchsentscheidung getroffen haben. Daher können sich interessierte Jugendliche auch jetzt noch bewerben“, so Bettermann.

Die Zahl der seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten Ausbildungsstellen liegt Ende August bei 3.608, im Vorjahresvergleich 232 Stellen weniger. Aktuell stehen davon noch 993 zur Besetzung offen. Seit Oktober 2025 meldeten sich 3.339 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerberin oder Bewerber, 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr. 763 junge Menschen sind aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Alle Zahlen und Fakten gibt es als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport August 2026

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