
Fridays for Future Dortmund demonstriert am Freitag, 28. August, mit der „Endlos Fahrraddemo v3“ für eine bessere Fahrradinfrastruktur. Die Demonstration beginnt um 18 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Hansaplatz und soll bis Mitternacht dauern. Für rund eine Stunde wird der gesamte Wallring für den Autoverkehr gesperrt. Die Polizei hat ein umfangreiches Sperrkonzept vorbereitet.
Eine Stunde lang gehört der gesamte Wallring den Fahrrädern
Die Klimabewegung spricht dabei von einem „Fahrverbot“ für Autos. Während der Sperrung teilt sich die Fahrraddemo in zwei Züge. Diese fahren gleichzeitig in entgegengesetzter Richtung über den Innen- und Außenwall. Fridays for Future will damit das aus Sicht der Aktivist:innen schwierige Zusammenspiel von Politik und Verwaltung bei der Verkehrswende symbolisieren.
Nach der Auftaktkundgebung führt die Route zunächst über Hohe Straße und Strobelallee auf die Bundesstraße 1 (B 1). Über die Ruhrallee geht es anschließend zur Kreuzung am Südwall. Dort teilt sich die Demonstration in zwei Züge auf, die für rund eine Stunde in entgegengesetzten Richtungen über den Wall fahren. Die Polizei sperrt den Wall währenddessen vollständig für den Autoverkehr.
Anschließend schließen sich die beiden Demonstrationszüge wieder zusammen. Bis Mitternacht fahren die Teilnehmer:innen auf dem Innenwall im Kreis. Die symbolischen „Endlosschleifen“ sollen auf die aus Sicht von Fridays for Future zu langsame Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen für den Radverkehr aufmerksam machen.
Klimabewegung fordert mehr Straßenraum für Fahrräder und Fußverkehr
Fridays for Future fordert, bislang vom Autoverkehr genutzte Flächen stärker für den Rad- und Fußverkehr umzuwidmen. Parkplätze sollen nach Vorstellung der Klimabewegung insbesondere dort entfallen, wo der Platz für sichere Radwege, breitere Gehwege, Bäume, Grünflächen oder öffentliche Aufenthaltsbereiche genutzt werden kann.

Zudem fordert die Gruppe höhere Parkgebühren für große und schwere Fahrzeuge. „In Dortmund gibt es zu viel Autoverkehr. Deshalb haben wir jetzt für eine Stunde ein Fahrverbot für den Wall verhängt“, sagt Malik Pätzold von Fridays for Future Dortmund.
„Klingt erstmal dramatisch, aber wirklich dramatisch ist, wie endlos lange schon tatsächlich wirksame Maßnahmen für klimafreundliche Mobilität verschleppt werden!“
Fridays for Future kritisiert niedrige Gebühren für Bewohnerparken
Die Aktivist:innen kritisieren zudem die Kosten für das Bewohnerparken. Malik Pätzold stellt dabei die hohen Wohnkosten von Studierenden den Gebühren für einen Bewohnerparkausweis gegenüber: „Natürlich sind Wohnraum und Straßenraum nicht dasselbe. Aber man muss sich fragen: Warum akzeptieren wir bei jedem Quadratmeter Wohnraum Knappheit und hohe Preise, während wir öffentliche Flächen für Autos beinahe verschenken?“
Als Beispiel für höhere Parkgebühren nennt Fridays for Future Paris. Dort müssten Besucher:innen mit schweren Autos im Zentrum nach Angaben der Klimabewegung teilweise bis zu 18 Euro pro Stunde zahlen.
Die dritte „Endlos Fahrraddemo“ soll Verzögerungen symbolisieren
Mit der ungewöhnlichen Form des Protests will Fridays for Future vor allem die Geschwindigkeit beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur kritisieren. Die Stadtverwaltung arbeite aus Sicht der Aktivist:innen häufig ineffizient, zudem würden sich unterschiedliche Bereiche gegenseitig blockieren.
Die Fahrt im Kreis soll diese aus Sicht der Klimabewegung „endlosen Verzögerungen“ sichtbar machen. Fridays for Future Dortmund hatte bereits 2024 und 2025 „Endlos Fahrraddemos“ organisiert. Die dritte Auflage trägt deshalb den Zusatz „v3“.

