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Wenig schmeichelhaftes Tor zur Stadt: Bürgerbeteiligung zur Umfeldgestaltung des Hauptbahnhofs geplant

Rund neun Hektar ehemalige Bahnflächen stehen perspektivisch für die Stadtentwicklung zur Verfügung.

Der Ist-Zustand des Dortmunder Hauptbahnhofs löst bei Planungsdezernent Ludger Wilde nicht gerade Begeisterungsstürme aus – er ist keine schöne Visitenkarte für die Stadt. „Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck“, sagt Wilde mit Blick auf ankommende Bahngäste. „Und wenn er den Bahnhof Richtung Norden verlässt, ist es noch schlimmer“, räumt er ein. Doch das soll sich ändern: Wie das Bahnhofsumfeld künftig aussehen soll, daran können Bürgerschaft und Akteure mitdiskutieren.

Neun Hektar ehemalige Bahn-Flächen für die städtebauliche Entwicklung

Überwuchertes Andreaskreuz.

Möglich wird das, weil nach langen Jahren des Wartens im Jahr 2017 der Technikausbau – Bahnsteige, Dächer, Aufzüge und vieles mehr – an der Verkehrsstation beginnen. Fünf Jahre wird dieser Umbau dauern, weil er im laufenden Betrieb erfolgt.

„Doch das gibt uns die Chance zur Umfeldgestaltung. Es ist ein dickes Brett“, macht Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde deutlich.

Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen gibt die Deutsche Bahn nicht mehr benötigte Flächen auf, die städtebaulich von hohem Interesse sind, z.B. um den Zentralen Omnibusbahnhof zu verlegen, der übergangsweise an der Steinstraße untergebracht werden konnte.

Doch es geht um viel mehr: Die Stadt möchte das Areal vom Burgtor bis zur Union-Straße in den Blick nehmen. „Da haben wir überall die Defizite und größere Brachflächen“, so Wilde.

Neun Hektar ehemalige DB-Flächen stehen perspektivisch für Umplanungen zur Verfügung. Diese Flächen liegen aufgrund ihrer topografischen Lage auf Gleisniveau, circa sieben Meter oberhalb des Stadtniveaus und somit außerhalb der alltäglichen Wahrnehmung.

Planungswerkstatt mit Bürgern und Akteuren im Herbst 2017 geplant

„Daher gilt es zunächst, diesen Raum kennen zu lernen“, erklärt Wilde. Dies soll im Rahmen einer Planungswerkstatt erfolgen. In einem offenen und konstruktiven Dialog mit breiter Bürgerbeteiligung sollen diese und weitere Flächen im Umfeld des Hauptbahnhofs vorgestellt und näher betrachtet werden.

Der Zentrale Busbahnhof (ZOB) auf der Nordseite des Hauptbahnhofs soll perspektivisch verlagert werden.

Gemeinsam mit ExpertInnen sollen in einer mehrtägigen Planungswerkstatt Szenarien für die Entwicklung des Bahnhofumfeldes diskutiert und erarbeitet werden. Die Planungswerkstatt soll das Wissen der BürgerInnen sowie der handelnden AkteurInnen nutzen, um dem Areal ein Profil im Sinne einer Zielvorgabe für einen im Jahr 2017 durchzuführenden städtebaulichen Wettbewerb zu geben.

Diese Vorgehensweise schlägt der Verwaltungsvorstand dem Rat der Stadt zur Entscheidung vor. Ein externes Büro soll mit der Moderation der Planungswerkstatt beauftragt werden, die für alle interessierten Bürger und Akteure offen sein soll.

Es ist vorgesehen, dass neben Vorträgen zu vergleichbaren Aufgaben in anderen Kommunen begleitete Begehungen stattfinden und auch fachliche Hilfestellung bei der Ideenfindung und bei der Formulierung von Wünschen geleistet wird.

Die Deutsche Bahn wird im Rahmen dieser Veranstaltung ihre Umbauplanung für die Verkehrsstation vorstellen.

Neugestaltung der Eingangstore zur City und zur Nordstadt

Das Umfeld des Dortmunder Hauptbahnhofs soll aufgewertet werden.

Die aufgegebenen Bahnanlagen im Norden des Dortmunder Hauptbahnhofs stehen nicht erst mit der Erarbeitung des Konzepts CITY2030 aus dem Jahr 2014 im Fokus der Planung.

Stets ging es darum, den für Bahnhöfe so typischen Charakter einer abweisenden Rückseite aufzuheben und die Anlage des Hauptbahnhofs für beide Himmelsrichtungen – nach Süden zur City und nach Norden zur Nordstadt – als Eingangstor Dortmunds zu gestalten.

Nun, nach Klärung der Inhalte zur Modernisierung der Verkehrsstation und mit Ausblick auf die anstehende Umsetzung, besteht die Möglichkeit, das etwa 25 Hektar große Areal zu einem für die Gesamtheit der Stadt Dortmund wichtigen Stadtraum zu entwickeln.

Doch schnelle Lösungen wird es nicht geben. Denn vor dem Abschluss der für fünf Jahre veranschlagten Bauarbeiten an der Verkehrsstation sind größere Bauarbeiten nicht möglich. Denn die Entwicklungsbrachen werden durch Baulogistikflächen in Anspruch genommen. Doch die Zeit möchte Wilde nutzen, um einen großen Wurf für das Bahnhofsumfeld zu landen.

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