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„Garten statt ZOB“: Der kleine Guerilla-Garten hinter dem Hauptbahnhof überlebt schon seit vier Jahren

Die Initiative „Garten statt ZOB“ blickt auf ein vierjähriges Bestehen zurück. Foto: Alex Völkel

Vor vier Jahren hat die Bürgerinitiative „Garten statt ZOB“ auf der Nordseite des Hauptbahnhofs symbolisch einen Garten angelegt, um den Widerstand gegen die Verlagerung des Zentralen Omnibus Bahnhofs in die Nordstadt zu verdeutlichen.

Jahrestag wurde mit Kaffee und Kuchen gefeiert – und Pflanzen gepflanzt

Jetzt begingen Aktive der Initiative den dritten Geburtstag der Anpflanzung: Da trafen sich Leute, die die damalige Aktion durchgeführt haben – „Empörte der Nordstadt“ – und ihre FreundInnen. Sie richteten ein kleines Gartenlokal ein und besprachen zukünftige Aktionen.

Das Besondere: Zwischen dem Nordzugang zum Hauptbahnhof und jetzigem Omnibusbahnhof grünt und blüht es nach wie vor: „Die Obrigkeit hat das nachwachsende Mahnmal nicht angerührt“, kommentiert Wolfgang Richter.

Bürgerinitiative pflegt den kleinen Garten auf der Nordseite des Hauptbahnhofs

Die Bürgerinitiative hat das grüne und immer wieder bunt blühende Quadrat gepflegt und gehegt und immer mal das eine oder andere erneuert – einschließlich der Infotafel.

„Unsere Aktionen in den Jahren vor dem Umzug des ZOB ausgerechnet an diesen Standort waren verbunden gewesen mit Argumenten, formal eingereichten ‚Bedenken und Anregungen‘, politisch vorgetragenen Widersprüchen und Protesten gegen diese Planung und Durchführung auf Kosten der Lebensqualität der Menschen in der Nordstadt“, erinnerte Richter.

„Sie sind bis heute nicht widerlegt und ihre Berechtigung bestätigt sich leider fortwährend – die jetzigen Verhältnisse an diesem wichtigen Ort und in seinem Umfeld sprechen gegen sich selbst!“

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10 Gedanken über “„Garten statt ZOB“: Der kleine Guerilla-Garten hinter dem Hauptbahnhof überlebt schon seit vier Jahren

  1. Initiative "Garten statt ZOB"

    Einzig der Nordstadtblogger berichtet regelmäßig über unsere Initiatve auf der Nordseite des Hauptbahnhofs – die „großen“ Lokalmedien verschweigen sie. Euch also großes Lob und herzlichen Dank. Dieses Flugblatt informierte die Vorübergehenden und Reisenden.

    … Die Kirschblüte im Frühjahr musste der Asphaltwüste des Busbahnhofs weichen. Unser „Garten statt ZOB“ lebt nun vier Jahre als ein Fingerzeig, der durch alle Jahreszeiten in kleinem Maßstab vorführt, was hier möglich und nötig wäre – ein Luft-, Grün- und Lebensraum zwischen der vielgeplagten Nordstadt und dem Hauptbahnhof samt Durchgang zur City.

    Inzwischen hat die Zunahme des Fernbus-Linienverkehrs ein Ausmaß erreicht, das mit „Verkehrskollaps“ noch freundlich beschrieben ist. Hastig produziert die Verwaltung Vorschläge zur Schadensbegrenzung. Einerseits werden Pläne zur Verbreiterung der Ein- und Ausfahrten gezeichnet, was dort die Staus vermindern soll – andererseits sollen noch mehr Busse in noch kürzerer Zeit abgefertigt werden, was mehr Stress für Reisende und Fahrer und mehr Vergiftung für Luft und Umwelt bedeutet. Mehr Hilflosigkeit angesichts der Folgen einer total verfehlten Planung geht nicht.

    Dass Dieselmotoren zur Verniedlichung ihrer Abgase und darin dem Ausstoß von Giften manipuliert werden, betrifft nicht nur VW, sondern auch die großen Busmotoren. Die aber werden am Busbahnhof immer mehr. Sie pusten ihren Dreck durchgehend heraus – wenn sie kommen, während sie stehen und wenn sie wegfahren. Eine krankmachende Situation, an der Schadensbegrenzung nichts bessern kann.

    Da nun Herbst- und bald Winterwetter herrscht, wird noch deutlicher werden, wie unterversorgt der Zentrale Busbahnhof angesichts des Zustroms von Reisenden und Fahrern ist – kaum Warteräume, zu wenig Toiletten, von Gaststätte zu schweigen, kaum Schutz vor Regen, Wind und Schnee, kaum Aufwärmen. …

    1. Investor H.

      Die Situation am ZOB ist in der Tat nicht ideal. Hier haben andere Städte komfortablere Lösungen gefunden. Die dann allerdings in der Regel auch mehr Platz benötigen…

      Was am ZOB optimal ist, das ist der Standort in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. So lassen sich Bahn und Bus ideal kombinieren.

  2. Mäusefänger

    Ich wundere mich sehr. Alles was ich als passionierter Bahncard 100 Fahrer beobachten kann ist, dass es im Grunde keine Umstiege von Fernbussen in den Fernverkehr der Bahn und umgekehrt gibt. Im Billigpreisangebot der Fernbusse konnte man auch schon mal für 8, 9 Euro bis München reisen – die Bahn ist hingegen das teuerste öffentliche Verkehrsmittel. Die einfache Strecke kostet z. B. normal mind. 125 Euro, im Sparpreis mind. 95 Euro und bei wenigen „Ganz billig-Angeboten“ mit mind. 3 x umsteigen auch schon mal 29 Euro. Das sind Welten!
    Die Fernbusse sind vor allem ein Angebot für Menschen mit wenig Geld und/oder wenn zudem der Faktor Zeit nicht so wichtig ist. Zum ZOB Dortmund reist man mit dem ÖPNV (Stadtbus, Stadtbahn, ggf. Taxi) an oder lässt sich mit dem PKW hinbringen. Insofern gäbe es durchaus besser auf die Nutzer/innenpreferenzen ausgerichtete Standorte.
    Ich würde gerne mal Zählungen zu den behaupteten Umstiegen in die Bahn sehen.

    1. Investor H.

      Sie fahren vermutlich sehr viel mehr mit der Bahn als ich. Also glaube ich Ihnen, dass Sie keine Umstiege zwischen Fernbussen und dem Fernverkehr der Bahn beobachten.
      Der Hauptbahnhof ist aber nicht nur Knotenpunkt im Fernverkehr, sondern auch ein Nah- und Regionalverkehrsknotenpunkt.
      Von daher glaube ich weiterhin, dass der Hauptbahnhof der ideale Standort für den ZOB ist. Gerade auch für Reisende, die nicht mit dem Auto zum ZOB fahren (wollen).

      Aber vielleicht nennen Sie einfach die Standorte in Dortmund, die Ihrer Meinung nach besser für den ZOB geeignet sind?

  3. Gruß aus Köln

    Hallo Dortmund – wir nehmen die Fernbusse raus aus der City!

    „Die Stadt Köln geht davon aus, dass zwischen 80.000 und 100.000 Fernbusse pro Jahr den Kölner Autobahnring verlassen, um ihre Passagiere in der City aussteigen zu lassen. Dies sei auf Dauer nicht mehr zu verkraften, zumal der Markt weiter wachse, so Klaus Harzendorf, Chef des Amts für Straßen und Verkehrstechnik.“

    (Quelle Kölner Stadt Anzeiger 23.10.15)

    1. Investor H.

      Ein interessanter Hinweis!
      Wenn Dortmund dem Kölner Beispiel folgen würde, dann wäre der ZOB demnächst am Dortmunder Flughafen?
      Für die Kombination Fernbus und Billigflieger natürlich günstig.

      Ich hatte bei meinen Überlegungen zu Alternativstandorten ja bisher eher die TU Dortmund (Campus Nord / Uni S) favorisiert. D.h. unweit des Autobahnkreuzes A40 / A45, mit S-Bahn-Anbindung und für Dortmunder Bürger auch mit dem Auto halbwegs gut zu erreichen…
      Durch die Anbindung an die S1 könnten die Fernbusse dann auch gleich den Halt „Bochum“ einsparen?

  4. Mäusefänger

    Für einen geeigneten Standort sind vor allem eine gute Anbindung an den ÖPNV (Stadt- und U-Bahn, Stadtbusnetz und für den Regionalverkehr ein S-Bahn-Anschluss) sowie eine gute Erreichbarkeit mit dem Pkw wichtig. Die Fernbusse sollten nicht durch das Stadtzentrum geführt, sondern möglichst direkt auf das Autobahnsystem abgeleitet werden. Schließlich wollen die Passagiere keine Stadtrundfahrt machen, sondern schnell und bequem von A nach B reisen. Im Grunde kommen alle gut angeschlossenen Park and Ride-Parkplätze an den Autobahnausfahrten in Frage. Ins Stadtzentrum oder zum Flughafen könnten angemessen getaktete Shuttleverkehre mit Stadtbussen oder eben ein Stadtbahnanschluss angeboten werden. Qualität würde zudem dadurch entwickelt, dass man den Fahrgästen einen wirklichen Busbahnhof mit Warteräumen, ausreichenden und gepflegten sanitären Anlagen sowie Cafés und kleinen Einkaufsangeboten zumindest für den Reisebedarf – das, was eben einen gut geführten Bahnhof ausmacht – anbietet. Die Reisenden sind schließlich häufig viele Stunden unterwegs oder müssen auf Umstiege warten.

    Die Koppelung mit der Bahn ist schon deshalb Unsinn, weil die Fernbusse seit der Liberalisierung nicht mehr wie früher in Ergänzung zum Fernverkehrsnetz, die nicht an das Bahnnetz angeschlossenen Regionen bedienen, sondern die gleichen Strecken in Konkurrenz zur Bahn.

  5. Andrea Thiem

    HAAALT!
    denkt hier auch jemand an die verlorenen Seelen, wie mich, die keinen Führerschein UND kein Geld für die Bahnfahrkarten haben? Die also die Busse als Ersatz für die Bahn benutzen?
    Der Übergang geht für mich vom ÖPNV in den Fernbus und wieder zurück. Darum wünsche ich mir möglichst zentrale Haltepunkte der Fernbusse, der HBF ist da ideal.
    Und da ich die Probleme ja sehe: wie wärs mit einer zweiten Ebene unter oder über dem eigentlichen ZOB? Mir schwebt da sowas wie der Hamburger HBF vor, nur mit mehr Licht und teilweise offen. Unten parken, ebenerdig dann die Busabfahrten – oder vielleicht kann man die per Tunnel unter die Erde verlegen? Oder per Hochstraße oben drüber?
    Verkehrsplaner, Architekten, Gärtner – wo seid ihr? Hier seid ihr gefordert!

  6. Wolfgang Richter

    Verkehrskollaps am ZOB

    Als der Zentrale Busbahnhof auf die Nordseite des Hauptbahnhofs verlagert wurde, will niemand gewusst haben, welches Ausmaß der private Linienbus-Fernverkehr annehmen werde, der jetzt zu ständigem Verkehrskollaps und nachhaltiger Luftverschmutzung geführt hat. Als das Fußballmuseum das Grundstück am Wall geschenkt bekam, war es egal, wohin mit dem ZOB, Hauptsache weg. Wie selbstverständlich fiel die Wahl auf die Nordstadt.

    Die Tickets für die Busfahrten kosten ein Zehntel bis ein Sechstel der Fahrkarten für die Bahn – das Dumping zum Ausschalten der Konkurrenz in dem wachsenden Markt trifft auf die Menschen, die jeden Euro brauchen, um leben zu können. Deren Zahl wächst in Dortmund an. Niemand konnte das bei der Planung wissen?

    Die Einrichtungen für die Reisenden sind unzureichend und asozial. Im Sommer konnte und musste noch auf den wenigen und verschmutzten Grünflächen gelagert und in die Ecken gepinkelt werden. Herbst und Winter zeigen, was zu wenig ist oder ganz fehlt: Sozial- und Hygieneräume, Wärmeräume, Überdachungen. Niemand konnte das bei der Planung wissen?

    Ein Umsteigen zwischen sehr billigem und sehr teurem Verkehrsmittel ist kaum gefragt. Die Fernbusbenutzer nehmen die U- und S-Bahn oder werden mit dem PKW des Kollegen oder Nachbarn gebracht oder geholt. Der ZOB braucht den Hauptbahnhof nicht. Er braucht einen ÖPNV-Anschluss und gehört an eine Fernverkehrs-Straße. Niemand konnte das bei der Planung wissen?

    Politik und Verwaltung fällt nichts Besseres ein, als die Fehlplanung weiter zu treiben. Wo schon Kollaps ist, soll er verstetigt werden: Kürzere Haltezeiten, schnellerer Umschlag, mehr Busse … Die Folgen wird wieder niemand gewusst haben.

    (Quelle: Heisse Eisen, Informationen der DKP Dortmund, Nov./Dez.2015)

    PS für Andrea: HAAALT – mehr von der falschen Medizin macht Kranke nicht gesünder sondern kränker

  7. Uwe Jeske

    Guten Tag.
    Ich bin für einen zentralen Standort.
    Wenn z.B. Kunden der Fernbusse aus dem Sauerland per Regionalbahn anreisen ist es doch eine klare Umsteigesituation.

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