“Öffnet die Hotels“ fordert Stadtrat auf, endlich Verantwortung zu übernehmen – Kundgebung an den Westfalenhallen

Die Demonstrat*innen waren nicht allein vor der Westfalenhalle 2: eine Gruppe demonstrierte ebenfalls vor der Ratssitzung für den erhalt des Flughafens, eine andere für den des Freibades Stockheide. Fotos: Leopold Achilles

Am gestrigen Donnerstag (11. Februar) veranstaltete das Dortmunder Bündnis “Öffnet die Hotels” eine Spontan-Kundgebung mit etwa 50 Teilnehmer*innen vor den Westfalenhallen, wo ab 15 Uhr die Sitzung des Dortmunder Stadtrates stattfand. Das Bündnis fordert umfangreiche städtische Maßnahmen, die trotz Abstandsgeboten und dadurch verminderten Kapazitäten in Notunterkünften, niemanden zurücklassen. Es wurden zusätzliche Räumlichkeiten für Übernachtungen und den Aufenthalt tagsüber sowie die Öffnung von Hotels als infektionspräventionsgerechte Unterbringung gefordert. 

„Was in anderen Städten klappt, muss auch in Dortmund möglich sein: Macht endlich die Hotels auf!“

“Öffnet die Hotels #Leavenoonebehind”.

Bereits in anderen Großstädten in Deutschland vereinbarten die Stadtverwaltungen mit den ohnehin aktuell größtenteils leerstehenden Hotels die Nutzung durch Wohnungslose. Anne Keppler, Sprecherin des Bündnisses “Öffnet die Hotels“ äußerte sich deutlich: „Was in anderen Städten klappt, muss auch in Dortmund möglich sein: Macht endlich die Hotels auf!“

Außerdem wurde aus der praktischen Arbeit zur Unterstützung von obdachlosen Menschen berichtet und die Leerstände in Dortmund skandalisiert, während Menschen auf den Straßen der Erfrierungstod droht. Anne Keppler dazu: „Lange genug hat die Stadt Dortmund die Verantwortung für obdachlose Menschen an die ehrenamtlichen Strukturen abgetreten. Es ist jetzt, in Zeiten von Pandemie und Wintereinbruch, erforderlich Verantwortung zu übernehmen.“

Neben der Kundgebung des Bündnisses fanden zeitgleich auch Kundgebungen für den Erhalt des Flughafens Dortmund und für den Erhalt des Freibads Stockheide statt, sodass den Anliegen einer breiten Zivilgesellschaft Gehör verschafft werden und diese direkt an die politisch Verantwortlichen getragen werden konnten.

DER BERICHT ÜBER DIE RATSSITZUNG FOLGT!

 

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Kommentare

  1. AndiDO

    Da frage ich mich allerdings inwiefern die Politik Hoteliers zwingen kann ihre Hotels für Obdachlose zu öffnen?

    Ohne da jemandem zu Nahe treten zu wollen, die wenigsten werden Lust haben ihre Zimmer anschließend kernsanieren zu müssen. Die sind finanziell schon gebeutelt genug.

  2. Jule

    Jede obdachlose Person kann sich also nicht benehmen oder wieso sollen die Hotels die Zimmer kernsanieren? Aus eigener Erfahrung habe ich lieber obdachlose Menschen in meinem Hotelzimmer (die sehr dankbar dafür sind) als irgendwelche Fußballfans, Junggesellenabschiede oder sonstige Gruppen, wo die Prozentrate an sich daneben benehmenden Personen vermutlich deutlich höher ist.
    Zudem soll kein Hotel gezwungen werden, sondern die Stadt soll die Zimmer bezahlen. Ich würde behaupten, die freuen sich eher mal wieder Gäste zu haben. Soweit ich gehört habe, gab es auch bisher nur positive Rückmeldungen bezüglich den Obdachlosen, die bereits durch die ehrenamtlichen Organisationen in Hotels untergebracht wurden.

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    Die Ambulanten Pflegedienste in unserer Stadt arbeiten im Moment unter Hochdruck daran, alle Menschen, die sich ihnen anvertraut haben, sicher zu erreichen und zuverlässig zu versorgen. Einige gehen aufgrund der aktuellen Kältelage noch einen Schritt weiter: Mehrere Fachkräfte der Diakonischen Pflege Dortmund machen sich in diesen Tagen allabendlich auf den Weg zum Dortmunder Hauptbahnhof, wo sich aktuell viele wohnungslose Menschen aufhalten.

    Gemeinsam verteilen sie Decken, warme Kleidung, Handschuhe und Mützen und helfen den Wohnungslosen auch durch ihr fachliches Know-how: Eigentlich pflegt Jolanta Zielinska Menschen mit Pflegebedarf im Dortmunder Nord-Westen. Nach ihrem Dienst versorgt die zertifizierte Wundmanagerin die wohnungslosen Menschen im Hauptbahnhof. Verbände wechseln, Wunden beurteilen und reinigen, dazu einige nette Worte und zahlreiche Informationen zu den Übernachtungsstellen und Tagesaufenthalten gehören dazu. „Was wir hier abends erleben ist große Dankbarkeit und Freude über die Hilfe. Das motiviert die Fachkräfte vor Ort natürlich, noch mehr zu tun“, so Martin Strehlau, Leiter der Dortmunder Diakoniestation Nord-West.

    Kleiderspenden oder andere nützliche Hilfsmittel nimmt die Diakonie in der Zentralen Beratungsstelle für wohnungslose Menschen, Rolandstraße 10, 44145 Dortmund, Tel. 0231 84 94 109, oder direkt in der Diakoniestation Nord-West, Strünkedestraße 33, 44359 Dortmund, entgegen. Mehr unter http://www.diakoniedortmund.de

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