Neues IHK-Netzwerk für Unternehmen in NRW macht konkrete Angebote

Nachhaltige betriebliche Mobilität als eine wichtige Zukunftsaufgabe

(v.l.:) Joachim Künzel, Joachim Brendel, Hendrik Schulte, Stefan Schreiber, Roland Lünser und Dr. Norbert Reinkober Foto: Andreas Bischof

Das IHK-Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität NRW ist im Juni an den Start gegangen und stellt nun erste Angebote für Betriebe vor. Unternehmen profitieren vom engen Schulterschluss zwischen NRW-Verkehrsministerium, IHKs und Zukunftsnetz Mobilität NRW. Die neu geschlossene Kooperationsvereinbarung zeigt gemeinsame Ziele auf.

Kooperation zur Förderung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements in NRW

Vertreter der drei Institutionen haben sich jetzt zur Unterzeichnung einer „Kooperation zur Förderung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements in NRW“ getroffen. Die Kommunalberatung des Zukunftsnetz Mobilität NRW wird somit ergänzt durch das neue IHK-Netzwerkbüro zur Beratung von Betrieben.

Die gemeinsame „Mission“ des Ministeriums, der Träger der Koordinierungsstellen des Zukunftsnetz Mobilität NRW und der IHKs in NRW im Rahmen dieser Vereinbarung lautet, Betriebe und Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Mobilität nachhaltig gestalten zu können.

Die Träger der Koordinierungsstellen des Zukunftsnetz Mobilität NRW sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

Die Erreichbarkeit der Betriebsstandorte für die Beschäftigten wird zum Standortfaktor

Trotz Testpflicht lassen sich viele Reiserückker*innen aus Risikogebieten nicht testen. Foto: Alex Völkel

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Vorteile eines Betrieblichen Mobilitätsmanagements für öffentliche Institutionen und privatwirtschaftliche Unternehmen leichter, schneller und umfassender erreicht werden können, wenn die Partner dieser Vereinbarung eng zusammenarbeiten”, formuliert Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte den Hintergrund der Vereinbarung.

„IHKs und Zukunftsnetz haben jeweils unterschiedliche Zielgruppen und gesetzliche Rahmenbedingungen. Doch genau darin steckt die Kraft, die durch die neue Zusammenarbeit entfaltet werden kann. Jeder Partner gewinnt zusätzliche Angebote, Expertise und Unterstützer hinzu”, so Schulte.

Joachim Brendel, Fachpolitischer Sprecher der NRW IHKs, beschreibt die Vorgehensweise der IHKs. Ausgangslage ist: „Die Erreichbarkeit der Betriebsstandorte für die Mitarbeiter wird zum Standortfaktor, sowohl in den ländlichen Räumen, wo gefühlt kaum Alternativen zum Pkw vorhanden sind, als auch in den verstopften Straßen der Ballungsräume.“

„Das IHK-Netzwerkbüro bündelt und entwickelt neue Unterstützungsangebote. Über das flächendeckende Netz der IHKs tragen wir diese möglichst nah an die Betriebe und ihre Beschäftigten heran und können die Angebote an die regionalen Besonderheiten anpassen“, so Brendel.

Ziel: Mehr Menschen zum Umstieg vom Pkw auf den ÖPNV bewegen

Nicht nur die Stadt Dortmund wirbt für den Umstieg auf den ÖPNV. Foto: Roland Gorecki für die Stadt Dortmund

„Für die Betriebe sind die Kommunen wertvolle Ansprechpartner für die Erreichbarkeit der Firmenstandorte. Wir verstehen diese Vereinbarung als Startpunkt einer Zusammenarbeit, die einen Rahmen benötigt, um schrittweise weiter wachsen zu können”, beschreibt Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg GmbH die Motivation des Zukunftsnetzes, dessen Geschäftsstelle beim VRS angesiedelt ist.

„Durch unsere Arbeit bringen wir in den einzelnen Städten und Kreisen Menschen miteinander in Kontakt, die das Ziel verbindet, die Mobilität zu verbessern.” “Der enge Austausch zwischen Betrieben, Kommunen, IHKs und Bestellerorganisationen bildet eine solide Basis, um mehr Menschen zum Umstieg vom Pkw auf den ÖPNV zu bewegen”, betont Joachim Künzel, Geschäftsführer des Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

„Die Arbeit der IHKs leistet einen wertvollen Beitrag, um Mobilitätsbedarfe mit maßgeschneiderten Verkehrsangeboten erfüllen zu können. Damit kommen wir unserem Ziel, Nahverkehr nachhaltig und klimaneutral zu gestalten, ein erhebliches Stück näher“, so Künzel.

Klimaschutz, E-Mobilität, Nachhaltiges Wirtschaften und auch Homeoffice

IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber. Foto: Stephan Schuetze
IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber. Foto: Stephan Schuetze für die IHK Dortmund

Die Koordination der Palette für nachhaltige Verkehrsangebote der Zweckverbände und kommunalen Verkehrsunternehmen geht inzwischen über den ÖPNV hinaus.

„Digitale Angebote zur Bildung von Fahrgemeinschaften sowie konkrete Maßnahmen und Projekte zur guten Vernetzung von Rad und Individualverkehr mit dem ÖPNV bilden Reiseketten ab, die insbesondere von Berufspendlerinnen und Berufspendlern genutzt werden“, konkretisiert Roland R.F. Lünser, Vorstandssprecher des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr. „Das Netzwerkbüro bildet eine wichtige Schnittstelle, die Angebote relevanten Betrieben zu vermitteln.“

Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund ergänzt: „Klimaschutz, E-Mobilität, Nachhaltiges Wirtschaften und auch Homeoffice stehen in den meisten Unternehmen weit oben auf der Agenda. Wir möchten mit dem Netzwerkbüro Chancen und Möglichkeiten für jeden Betrieb aufzeigen, um je nach örtlichen Voraussetzungen vorhandene Maßnahmen mit neuen Ideen zu verbinden.“

Qualifizierungen, um passgenaue Mobilitätskonzepte für den eigenen Betrieb zu entwickeln

Fachberatung, Erfahrungsaustausch und Vernetzung stehen ganz oben auf dem Programm des Netzwerkbüros. Alle Informationen und Angebote sind künftig auf der gemeinsamen Internetseite: www.ihk-bmm.nrw zu finden. Interessierte können sich für einen E-Mail-Newsletter anmelden, um über Neuigkeiten rund um das Thema auf dem Laufenden zu bleiben.

Mobilitätsmanagement ist eine wichtige Herausforderungen bei allen Bauprojekten - so auch in der Speicherstraße im Hafenquartier.
Mobilitätsmanagement ist eine wichtige Herausforderungen bei allen Bauprojekten – so auch in der Speicherstraße im Hafenquartier. Grafik: Planersocietät

Seit Oktober können landesweit Beschäftigte aus NRW eine Qualifizierung zum betrieblichen Mobilitätsmanager absolvieren. Die Qualifizierung ist konzipiert für Mitarbeitende aus Unternehmen, beispielsweise aus den Bereichen Personal, Logistik, Fuhrparkmanagement, Energie und Facility Management.

Die Qualifizierung eigener Mitarbeiter:innen ist der beste Weg, um ein passgenaues Mobilitätskonzept für den eigenen Betrieb zu erhalten. Damit ergänzt es die bestehende Fortbildung des Zukunftsnetz Mobilität NRW, das seit 2020 in der Fortbildung „Betriebliches Mobilitätsmanagement in Kommunalverwaltungen“ bereits über 100 kommunale Mitarbeiter:innen qualifiziert hat.

„Erfolge mit Mobilitätsangeboten für Mitarbeitende lassen sich nicht im Sprint, sondern nur im Dauerlauf erzielen. Ideen und Konzepte sind nur so gut wie die Mitarbeitenden, die sie umsetzen”, erläutert Stefan Schreiber den Hintergrund des Schulungsangebotes. Durch die Unterstützung des Verkehrsministeriums kann die Qualifizierung aktuell für einen kleinen Eigenanteil angeboten werden.

Die Netzwerktreffen sollen eine offene Plattform sein

E-Mobilität ist für viele Unternehmen und Institutionen zu einem wichtigen Thema geworden. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Am 28. Oktober startet das nächste Angebot. Von 16 -18 Uhr findet 1. Netzwerktreffen Betriebliche Mobilität in NRW statt. Aktuell noch digital sollen sich Betriebe über Ihre Erfahrungen mit einzelnen Maßnahmen austauschen können. Die unterschiedlichen Erfahrungsniveaus der Betriebe sollen für einen Wissenstransfer sorgen und wertvolle Kontakte zu anderen Unternehmen ermöglichen.

Auf dem Programm des Netzwerktreffens stehen auch neue Ideen und Impulse jenseits der bekannten Maßnahmen. Ein Update über die Förderlandschaft in der Elektromobilität kann die betriebliche Umsetzung erleichtern. Junge Unternehmen stellen Angebote vor, die sich aktuell in einem digitalen Umfeld dynamisch entwickeln. Erfahrungsberichte mit der Einführung und Umsetzung betrieblicher Maßnahmen sollen Grundlage für die Diskussion und Vernetzung bilden.

Die Netzwerktreffen sollen eine offene Plattform sein, um nicht nur Betriebe untereinander, sondern auch mit Mobilitätsanbietern oder Ansprechpartnern in den Kommunen zu vernetzen. Das Angebot ist kostenlos und an keine weiteren Voraussetzungen geknüpft. Lediglich eine Anmeldung unter www.ihk-bmm.nrw ist erforderlich.

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Reaktionen

  1. Fritz

    Carsharing wurde vergessen.
    Es sollte endlich reservierte Parkplätze für Carsharing-Unternehmen geben.

    Dadurch müssten Teilnehmer am Carsharing nicht immer einen Parkplatz suchen müssen, wenn sie das Auto abstellen müssen.

    Oder erst das Auto suchen, wenn sie es gebucht haben.

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