
Die Sanierung des Freibads Stockheide wird teurer. Über die vielschichtigen Gründe hat Sportdezernentin Frauke Füsers jetzt den Verwaltungsvorstand informiert. Der Rat der Stadt entscheidet im Mai 2026 über die Kostenerhöhung.
Erneute Kostensteigerungen nach Planer-Insolvenz
Im Jahr 2023 hatte der Rat der Stadt die Sanierung des Freibads auf Basis der Kostenkalkulation von 14,61 Mio. Euro beschlossen. Jetzt ist klar, dass das Geld nicht ausreichen wird. Um das Freibad fertigzustellen, wird rund 1 Mio. Euro zusätzlich benötigt. Die Gesamtkosten liegen dann bei rund 15,66 Mio. Euro.
Aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) erhält die Stadt für die Sanierung rund 2,4 Millionen Euro. Die zusätzlichen Mittel werden unter anderem gebraucht, um Mehrkosten auszugleichen, die aus Planungsmängeln und der Insolvenz des Generalplaners entstanden sind.
„Das war insgesamt eine schwierige Situation, für die wir gute Lösungen gefunden haben. Das Freibad Stockheide ist ein wirklich tolles Projekt. Gerade für die Bürgerinnen und Bürger in der Nordstadt ist es ein wichtiger und erhaltenswerter Ort“, betont Frauke Füsers. Der Rat der Stadt wird am 28. Mai über die Kostenerhöhung entscheiden. 7,18 Prozent wird das Projekt nun teurer.
Die Freibad-Eröffnung verzögert sich auf 2027
Die Planungsmängel des Generalplaners führten bereits zu erheblichen Verzögerungen. Durch die anschließende Insolvenz des Planungsbüros kam es über den Jahreswechsel erneut zu Unterbrechungen im Projektablauf.
Auch die kalte Witterung im Januar und Februar hat für Verzögerungen gesorgt. Deshalb ist die ursprünglich geplante Freibaderöffnung im Jahr 2026 nicht mehr realistisch.
Hintergrund: Freibad Stockheide
- Das Freibad Stockheide wurde 1952 eröffnet. Die Dortmunder*innen nannten es auch „Hoeschbad“, weil es durch die Abwärme des benachbarten Stahlwerks beheizt wurde. Die Arbeiter*innen mit ihren Familien waren lange Zeit die Haupt-Nutzer*innen des Freibads.
- Nach 70 Jahren, in denen sich hier Familien erholt und Kinder schwimmen gelernt haben, hat der Rat der Stadt 2022 die Sanierung des Bads und des Gebäudes beschlossen.
- In die Sanierung des mittlerweile denkmalgeschützten Freibads fließen Fördermittel des Bundes und Mittel der Stadt. Ziel ist es, den Charme der alten Anlage zu erhalten, sie jedoch technisch auf den aktuellen Stand zu bringen.
- Als innovatives, inklusives und regeneratives Freibad soll es für die nächsten Jahrzehnte beispielhaft in der Dortmunder (Frei-)Bäderlandschaft sein.
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Reaktionen
Trina
Die Mitteilung im Jahr 2024, dass die Sanierung des Freibads Stockheide in nur 1,5 Jahren abgeschlossen sein wird, hat keiner ernst genommen. Außer der Planer…. jetzt ist er insolvent….
Dass immer das billigste Angebot genommen werden muss, stellt sich wieder einmal als eine sehr teure Angelegenheit heraus….
Mark Kaufmann
Mit großer Enttäuschung nehme ich diese erneute Kostensteigerung zur Kenntnis. Noch 2023 war von rund 6,6 Millionen Euro für die Sanierung des Freibads Stockheide die Rede – jetzt liegen wir bereits bei über 15 Millionen Euro. Damit haben sich die ursprünglich genannten Kosten mehr als verdoppelt.
Das ist kein Einzelfall mehr, sondern fügt sich in ein bekanntes Muster kommunaler Bauprojekte ein. Immer wieder werden anfängliche Kostenschätzungen deutlich überschritten. Planungsmängel, Insolvenzen von Planern oder unvorhergesehene Verzögerungen mögen einzelne Gründe sein – sie erklären aber nicht, warum die ursprünglichen Kalkulationen regelmäßig so weit danebenliegen.
Der Eindruck drängt sich auf, dass insbesondere bei Sport- und Freizeitbauten die Kosten entweder nicht realistisch ermittelt werden können oder von Anfang an zu optimistisch angesetzt sind. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das am Ende ein erhebliches finanzielles Risiko, das über Steuermittel getragen werden muss.
Vor diesem Hintergrund muss auch die Diskussion um eine mögliche Olympiabewerbung der Stadt Dortmund kritisch gesehen werden. Wenn bereits bei einem einzelnen Freibadprojekt die Kosten derart aus dem Ruder laufen, stellt sich umso mehr die Frage, wie belastbar die Kalkulationen bei Großprojekten wie eine Olympiateilnahme sein sollen. Das Risiko weiterer massiver Kostensteigerungen ist offensichtlich – und letztlich tragen es die Dortmunder Bürger.
Daher: nein zur Beteiligung der Stadt Dortmund an Olympischen Spielen!