
In Dortmund testen Schüler:innen einen KI-gestützten Berufsberater. 100 Neunt- und Zehntklässler:innen der Anne-Frank- und der Martin-Luther-King-Gesamtschule haben die virtuellen Coaches Spike und Neo ausprobiert, die bei der Berufsorientierung helfen sollen. Die erste Phase des Pilotprojekts ist jetzt abgeschlossen.
Wie funktioniert ein KI-Berufsberater
Bevor der Chatbot an den beiden Schulen getestet werden konnte, waren umfangreiche Abstimmungen und eine datenschutzrechtliche Prüfung nötig. Gespeichert werden nach Angaben der Stadt keine Daten der jungen Nutzer:innen, selbst als Name kommt nur ein Spitzname zum Einsatz.

Technisch basieren Spike und Neo auf der Anwendung API von OpenAI. Als Datengrundlage dient vor allem die städtische Plattform Dortmund at work, auf der Unternehmen ihre Ausbildungsangebote einstellen. „Spike und Neo konzentrieren sich so auf Angebote aus Dortmund“, sagt Simone Goßling vom Regionalen Bildungsbüro.

Die Jugendlichen starten den Chatbot in einem geschlossenen Bereich auf dortmundatwork.de und beantworten dort drei offen gestaltete Fragen zu ihren Interessen und Stärken. Am Ende schlagen Spike und Neo fünf passende Ausbildungsberufe vor.
„Der KI-Chatbot unterstützt sie dabei, ihre eigenen Stärken und Interessen besser einzuordnen und passende Berufsfelder kennenzulernen“, sagt Goßling. Das Regionale Bildungsbüro begleitete die Jugendlichen beim Test und wertet ihre Eindrücke nun über einen Fragebogen aus.
Schüler zeigen sich begeistert, verantwortungsvoller Umgang mit KI
Bei den Schüler:innen kam der Chatbot überwiegend gut an. „Mir hat der Chatbot sehr geholfen, allerdings würde ich mir genauere Fragen wünschen“, sagt Tester Armanto Cakri (16). Mario Marsavela (17) lobt, Neo komme sofort auf den Punkt und biete ihm an, sich für Bewerbungsgespräche schulen zu lassen.

Philip Stratmann, Koordinator für berufliche Orientierung an der Anne-Frank-Gesamtschule, zeigt sich zufrieden:
„Der KI-Chatbot verschafft unseren Schülerinnen und Schülern Ideen zu möglichen Ausbildungen, die sie sonst vielleicht übersehen hätten.“ Offen sei, ob sie sich tatsächlich beraten lassen.
Entstanden ist die Idee im Rahmen der Gesamtstrategie Schule-Arbeitswelt, in der Schulen, Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam am Übergang zwischen Schule und Ausbildung arbeiten.

Mit dem Pilotprojekt will die Stadt erproben, wie Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll eingesetzt werden kann.
Die beiden Gesamtschulen gehören zu sechs Dortmunder Schulen, die Teil des Ausbildungspakts sind. Dieser bereitet Jugendliche der neunten und zehnten Klassen gezielt auf den Übergang in eine duale Ausbildung vor und ist seit 2016 eine gemeinsame Initiative des Regionalen Bildungsbüros und des Vereins schul.inn.do.
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