Nordstadtblogger

Gute Nachrichten: Mehr Geld für die Träger der Kinder- und Jugendarbeit in der Nordstadt

Mit einer großen Jugendmesse feierte der Trägerverbund 3 x4 plus sein zehnjähriges Bestehen. Foto: Alex Völkel

Gute Nachrichten für die Kinder- und Jugendarbeit in der Nordstadt: Die Verträge mit den Trägern sollen im kommenden Jahr verlängert und die Kürzungen rückgängig gemacht werden. Diese Botschaft hatte OB Ullrich Sierau im Gepäck, als er dem  „Trägerverbund 3x4plus – Interkulturelle Kinder- und Jugendförderung“ zum zehnjährigen Bestehen gratulierte.

Beispielhafte Zusammenarbeit feiert zehnjähriges Bestehen

Der Trägerverband  besteht aus Stadtteil-Schule, Planerladen, Brücke und Sozialem Zentrum und kann auf zehn Jahre erfolgreiche Jugendarbeit in der Nordstadt zurückblicken.Zum Verbund gehören die Kinder- und Teenstreffs KEZZ (Martha-Gillessen-Straße) und KECK (Stahlwerkstraße) sowie die von der Stadt Dortmund übernommene Jugendfreizeitstätte KONKRET (Burgholzstraße). Im Jahre 2008 ist noch der Treffpunkt STOLLENPARK (Bergmannstraße) hinzu gekommen. Die vier Partner sind allesamt im Paritätischen Wohlfahrstverband organisiert.

Seite an Seite mit dem Jugendamt und den sonstigen in diesem Handlungsfeld tätigen freien Trägern sind die Aktivitäten von 3x4plus ganz im Sinne des Kinder- und Jugendförderplanes der Stadt Dortmund Bestandteil einer präventiven Strategie der sozialräumlichen Kinder- und Jugendarbeit.

Erfolgreiches Modell mit Vorbildcharakter für andere Städte und Stadtbezirke

Prof. Reiner Staubach vom Planerladen mit OB Ullrich Sierau. Foto: Alex Völkel

„In unserer Wahrnehmung ist das durchaus ein erfolgreiches Modell“, betonte Prof. Reiner Staubach vom Planerladen. „Die jetzt in den Kinder- und Jugendförderplänen vorgesehenen Kooperationenvereinbarungen werden bei uns schon seit zehn Jahren praktiziert.“ Vier sehr unterschiedliche Einrichtungen bringen ihre teils sehr unterschiedlichen Kernkompetenzen ein. „Gemeinsam ist das mehr als die Summe aller Teile“, erklärte Peter Finkensiep vom Verein „Die Brücke“.

Von der Kriminalprävention, Förderunterricht, Bewerbungshilfen, Sozialkompetenztraining, Sexualberatung, Konfliktregelung bis hin zur adäquaten Mediennutzung reichen die Angebote. Ganz abgesehen davon, dass es die regulären Spiel-, Bewegungs- und Freizeitangebote in den Einrichtungen gibt. Die Häuser geben den Kindern und Jugendlichen einerseits Raum zum „Chillen“ ohne Konsumzwang (inklusive Mittagstisch). Andererseits ist die Arbeit darauf angelegt, ihnen aktive Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Sozialpädagogisches Nordstadt-Programm legte den Grundstein

Die Zusammenarbeit, gewachsen aus dem Sozialpädagogischen Nordstadt-Programm seit 1991 und seit zehn Jahren im Trägerverbund manifestiert, hatte dabei vielfältige Problemlagen zu bewältigen. Die Grundversorgung mit gesundem Essen ist hinzugekommen, gleiches gilt für die Bewältigung der Armutszuwanderung aus Osteuropa. „Abgrenzungstendenzen sind natürlich auch in den Einrichtungen ein Thema. Das ist eine Aufgabe für das Konfliktmanagement. Aber eine Grundoffenheit ist bei den Jugendlichen da“, so Staubach. Der einzige Ausweg aus der Armut sei dabei Bildung. „Wir haben in der Nordstadt eine sehr gute sozialräumliche Vernetzung. Schulen, Kitas und andere Einrichtungen arbeiten dabei Hand in Hand.“

Mittelkürzungen werden rückgängig gemacht

Dezernentin Waltraud Bonekamp sagte die Vertragsverlängerung und Mittelaufstockung zu. Foto: Alex Völkel

Um die erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können, brauche es Stetigkeit und eine geeignete Ausstattung, so die Träger. Die Kürzung von acht Prozent im Jahr 2007 hat die Partner hart getroffen. Doch die soll nun kompensiert werden, stellte Dezernentin Waltraud Bonekamp in Aussicht. Dies sei ein harter Kampf gewesen. „Der Kämmerer sammelt fleißig Mittel ein“, betonte sie im Gespräch mit den Nordstadtbloggern. „Aber in diesem Bereich gibt es nichts mehr einzusparen – sonst gäbe es Schließungen von Einrichtungen.“ Doch dies sei vom Tisch.

„Das wäre auch das falsche Signal. Das Geld ist in der Prophylaxe gut angelegt. Das Reparieren nachher wäre viel teurer.“, Zumal der Trägerverbund beispielhafte Arbeit leiste: „Es gibt nichts mehr zu verteilen. Es gilt nur noch durch die Bündelung von Kompetenzen, die Angebote zu verbessern“, so Bonekamp. „Und das passiert hier schon in beispielhafter Weise.“ Dies unterstrich auch Sierau:  „So eine Kooperationsstruktur muss man halten, auch in Zeiten schwieriger Haushalte.“

Träger möchten Aufgaben in Eving und der westlichen Innenstadt übernehmen

Die Träger hörten es gerne und es ist zugleich Wasser auf ihre Mühlen. Denn sie möchten gerne weitere Aufgaben übernehmen: „In anderen schwierigen Sozialräumen außerhalb der Nordstadt“, betonte Veit Hohfeld von der Stadtteilschule. Dabei geht es ihnen weniger darum, vermeintlich zu lauten Jugendliche am Phoenixsee hinterherzulaufen.

In den Blick nehmen sie dabei die westliche Innenstadt und Eving: „Es gibt Bereiche, in denen es auch brennt. Wir wollen nicht die Feuerwehr spielen, aber Angebote unterbreiten.“ Auch beim OB ist die Botschaft angekommen: Dies wolle er zwar hier jetzt nicht entscheiden. „Das müssen die Träger. Aber klar ist, dass das zusätzliches Geld braucht. Ich bin stolz auf die hier geleistete Arbeit.“

Große Leistungsschau“ mit der  „Jukon XL“ fiel teilweise ins Wasser

Die Jukon XL am Jugendtreff Konkret litt unter dem strömenden Regen. Foto: Alex Völkel

Am Jugendzentrum „Konkret“ wollten die Partner gemeinsam mit dem Jugendamt nach 2005 und 2007 zum Zehnjährigen eine Art „Leistungsschau“ der Angebote machen.  Geboten werden sollte bei der „Jukon XL“ eine bunte Bühnenshow mit Hip Hop, Reggae, Beat Box und anderem mehr sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm aus Mitmachzirkus, Theater, Zauberei, Bullenreiten, Seil- und Kletteraktionen und Airbrush. Kinder und Jugendlichen konnten auch in die Beratungs- und Freizeitangebote der beteiligten Einrichtungen des Trägerverbundes hineinschnuppern. Allerdings fielen viele der Freiluft-Angebote ins Wasser. Es regnete in Strömen.

 

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