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Lesung mit NSU-Opferanwalt Mehmet Daimagüler: „Empörung reicht nicht. Unser Staat hat versagt. Jetzt sind wir dran“

Rechtsanwalt Dr. Mehmet Daimagüler war als NSU-Opferanwalt auch beim Talk im DKH zu Gast.

Dietrich-Keuning-Haus, Planerladen und das Multikulturelle Forum laden zur Lesung und Dialog mit Dr. Mehmet Daimagüler. Der Anwalt – er vertritt unter anderem Opfer im NSU-Prozess – wird aus seinem aktuellen Buch „Empörung reicht nicht. Unser Staat hat versagt. Jetzt sind wir dran“ lesen.

Appell: Demokratie muss gegen Hass und Extremismus verteidigt werden

Seit dem 6. Mai 2013 findet in München vor dem 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts München der „NSU-Prozess“ statt. Hat unser Sicherheitsapparat die lückenlose Aufklärung der NSU-Mordserie verhindert? Trägt auch der Verfassungsschutz Verantwortung für die Verbrechen der Neonazis? Und haben Polizeibehörden jahrelang in eine falsche Richtung ermittelt, weil ihr Denken zum Teil rassistisch durchsetzt ist?

Diese und andere Fragen thematisiert Mehmet Daimagüler, Opferanwalt der Nebenklage, in seinem Plädoyer zum NSU-Prozess. Sein Fazit: Unser Staat hat versagt. Mit seinem Buch appelliert Daimagüler an uns alle, unsere Demokratie nicht für selbstverständlich zu nehmen, sondern sie gegen Hass und Extremismus zu verteidigen (Bastei Lübbe Verlag).

Vorherige Anmeldung beim Dietrich-Keuning-Haus aus organisatorischen Gründen erwünscht

Die Veranstaltung findet am Freitag, 13. April 2018, im Dietrich-Keuning-Haus (Raum 204) statt. Beginn ist um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr), der Eintritt ist frei. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung per Mail wünschenswert: mkaupat@stadtdo.de

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Ein Gedanke zu “Lesung mit NSU-Opferanwalt Mehmet Daimagüler: „Empörung reicht nicht. Unser Staat hat versagt. Jetzt sind wir dran“

  1. Bündnis "Kein Schlussstrich Dortmund"

    Weil das Urteil kein Schlussstrich sein darf – Bündnis plant Demonstration zum Ende des “NSU”-Prozesses

    Nach mehr als fünf Jahren wird am 11. Juli der sogenannte NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. zu Ende gehen. Unter dem Schlagwort “Kein Schlussstrich” werden anlässlich der Urteilsverkündung in mehr als einem Dutzend Städten Menschen demonstrieren. Auch in Dortmund ist eine Demonstration geplant.

    Der Dortmunder Mehmet Kubaşık wurde am 4. April 2006 vom sogenannten NSU ermordet, nach bisherigem Kenntnisstand als achter von insgesamt zehn Menschen, neun Geschäftsleuten und einer Polizistin. Seit 2013 läuft der Prozess gegen die Hauptangeklagte und vier mutmaßliche Helfer, die aus rassistischen Motiven gemordet und Sprengstoffanschläge verübt haben.

    “Den Angehörigen wurde Aufklärung versprochen. Aufklärung darüber, wie und warum die Opfer ausgewählt wurden, aber auch über die Rolle von Polizei und Geheimdienst, die trotz zahlreicher Zuträger aus dem NSU-Umfeld nichts verhindert haben”, sagt Marie Kemper vom Dortmunder Bündnis Kein Schlussstrich: “Der Prozess hat viele Fragen offen gelassen, auch weil die Bundesanwaltschaft sich nicht dafür interessierte”. Das Bündnis steht solidarisch an der Seite der Betroffenen. Wir rufen alle Dortmunder_innen dazu auf, sich an der Demonstration zu beteiligen und der Forderung nach Aufklärung Nachdruck zu verleihen.

    Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss in NRW hat gezeigt, dass das Wissen um militante rechtsterroristische Strukturen zum Zeitpunkt des Mordes an Mehmet Kubaşık beim Verfassungsschutz vorhanden war. „Auch heute existieren militante Neonazistrukturen in Dortmund, die rechtsterroristische Anschläge verüben könnte“, meint Kemper. „Bis heute gibt es jedoch keine Ermittlungen hinsichtlich lokaler Unterstützer, stattdessen wurden die Opfer rassistisch verleumdet und zu Tätern gemacht „, so Kemper weiterhin.

    Bereits seit Monaten bereitet das Bündnis gegen Naziterror & Rassismus aus München eine zentrale Demonstration unter dem Motto “Kein Schlussstrich” vor. Neben Dortmund wird es aber auch in vielen weiteren Städten wie Hamburg, Berlin, Göttingen, Münster, Osnabrück Demonstrationen geben. “Wir wollen alle gemeinsam auf die Straße gehen und deutlich machen, dass das Ende des Prozesses nicht bedeutet, dass der “NSU”-Komplex aufgeklärt ist.”

    Am Tag der Urteilsverkündung – am kommenden Mittwoch, dem 11. Juli – startet die Demonstration „Kein Schlussstrich“ um 19 Uhr an der
    Reinoldikirche.

    Weitere Informationen: http://www.facebook.com/keinschlussstrichdortmund

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