
Schwarzgelbe Schals, Trikots, Fahnen und volle Reihen vor dem Welcome-Zelt: Die Beteiligung der Fans am ökumenischen BVB-Saisoneröffnungsgottesdienst an der BVB-Gründerkirche in Dortmund war diesmal besonders groß. Am Donnerstagabend stimmten sich zahlreiche Anhänger von Borussia Dortmund auf die neue Bundesligasaison ein. Der Gottesdienst begann traditionell um 19:09 Uhr, erneut unter freiem Himmel beziehungsweise im Welcome-Zelt neben der im Umbau befindlichen Dreifaltigkeitskirche am Borsigplatz.
Rivalität unter Fußballfans geht auch ohne Feindschaft
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Thema „Freundschaft“. Mit Monsignore Robert Kleine, Stadtdechant von Köln, war ein besonderer Gast gekommen. Kleine gestaltet seit vielen Jahren den Saisoneröffnungsgottesdienst des 1. FC Köln und sprach nun in Dortmund darüber, was Menschen und Vereine über Grenzen und Rivalitäten hinweg verbinden kann.

Er nahm dabei ausdrücklich die Fanfreundschaft zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln in den Blick: Schwarz und Gelb auf der einen Seite, Rot und Weiß auf der anderen – und trotzdem Freundschaft. Rivalität und Leidenschaft gehörten zum Fußball, sagte er, aber: „Rivalität darf niemals Feindschaft bedeuten.“
Der andere Mensch bleibe Bruder und Schwester, „auch wenn er anders denkt, anders lebt oder ein anderes Trikot trägt“.
Die Botschaft: „Leidenschaft ja, Hass nein!“
Für seine Botschaft griff der Theologe zwei Fußballhymnen auf, die unterschiedlicher kaum klingen und doch eine ähnliche Sehnsucht ausdrückten: „You’ll Never Walk Alone“ beim BVB und „Mer stonn zo dir, 1. FC Köln“ – „Du wirst niemals allein gehen“ und „Wir stehen zu dir“.

Darin liege eine tiefe Botschaft: Gerade wenn es schwierig werde, brauche der Mensch andere, die sagen: Ich bin bei dir. „Nicht nur, wenn du gewinnst, wenn alles gut läuft, sondern gerade, wenn es schwierig wird.“ Seine Forderung an die Fußballwelt: „Leidenschaft ja, Hass nein! Rivalität ja – Verachtung nein!“
Zum Ende seiner Predigt richtete Kleine den Blick bereits auf die kommende Saison und wünschte Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln Erfolg. Für Dortmund hatte er einen besonderen Wunsch: „Ich wünsche euch und Borussia Dortmund den Titelgewinn und die Meisterschale.“ Dafür gab es von den Fans reichlich Applaus. Für Köln fügte er hinzu, in diesem Jahr reiche der Vizemeistertitel – „nächstes Jahr können wir dann ja vielleicht tauschen“.
Vereinsfahne für die neue Saison übergeben

Musikalisch wurde der Gottesdienst erneut von Matthias „Kasche“ Kartner begleitet. Zum Ende des Gottesdienstes wurde eine Tradition fortgesetzt: Die von der BVB-Gründerkirche verwahrte BVB-Vereinsfahne wurde für den Beginn der neuen Saison an den Verein übergeben.
Das Team der Gründerkirche überreichte die Fahne an Svenja Schlenker aus der Geschäftsführung von Borussia Dortmund sowie an die neue Direktorin für Kommunikation, Serra Schlesinger.
Umbau der Gründerkirche deutlich vorangeschritten

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten anschließend die Gelegenheit, bei Führungen einen Blick in die Dreifaltigkeitskirche zu werfen.
Der Umbau für das Projekt BVB-Gründerkirche ist nach Angaben der Verantwortlichen deutlich vorangeschritten: Das Innengerüst ist abgebaut, das Grundgerüst für die künftige Tribüne steht, auch die Multivisionsleinwand ist bereits eingebaut.
Eine Aufzeichnung des Livestreams ist hier abrufbar.
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