Gegen alle Erwartungen und trotz Corona: Haushalt 2020 der Stadt Dortmund mit Rekordüberschuss von 98 Millionen Euro

In den vergangenen Jahren konnte die Stadt Dortmund schwarze Zahlen ausweisen. Fotos: Alex Völkel
Den Jahresabschluss für 2020 wird sich der Kämmerer gerne ins Regal stellen. Fotos (2): Alex Völkel

Selten hat die Stadt Dortmund eine gute Nachricht so unter Wert verkauft: „Haushalt: Jahresabschluss 2020 liegt vor“, ist die Mitteilung überschrieben. Das passt nicht zum strahlenden Gesicht von Stadtdirektor und Kämmerer Jörg Stüdemann. Denn statt eines erwarteten Verlusts von 54 Millionen Euro hat die Stadt einen Rekordgewinn von 98 Millionen Euro gemacht. Der Wermutstropfen: Mit einer Wiederholung im Folgejahr ist nicht rechnen – dann dürften sich die Folgen einer sich hinziehenden Pandemie für die heimische Wirtschaft ebenfalls im Stadtsäckel bemerkbar machen.

Allein rund 55 Millionen Euro Entlastung bei Kosten für Unterkunft

Geschäftsschließung wegen Corona. Foto: Karsten Wickern
Die Folgen von Corona für den Haushalt werden wohl erst 2021 durchschlagen. Foto: Karsten Wickern

Im Bereich der Erträge wurde zu Beginn des Jahres 2020 noch mit erheblichen Mindererträgen bei den Steuern – insbesondere bei der Gewerbesteuer – gerechnet, deren Ausmaß zum Ende des Jahres jedoch geringer ausfiel, als anfangs angenommen. Letztendlich fehlten „nur“ 20 Millionen Euro gegenüber den Planungen. 

Obwohl es in einigen Bereichen unerwartete Mehrausgaben gab, beispielsweise bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen oder personellen Aufstockungen wie im Gesundheitsamt, konnte bzw. musste in anderen Bereichen gespart werden. Auch hier war wieder Corona am Werk: Wegen der Pandemie kam der Betrieb in vielen Einrichtungen über weite Teile des Jahres zum Erliegen oder wurde gedrosselt. 

Wurden dort Gelder eingespart, profitierten Stadt und ihre Einrichtungen zudem von den unterschiedlichsten Hilfsprogrammen des Bundes und Landes. Dennoch gab es die Corona-Krise nicht zum Nulltarif: Die Gesamtfolgekosten für das vergangene Jahr bilanziert die Stadt auf rund 20 Millionen Euro.

Ein wesentlicher Faktor beim nun bilanzierten Überschuss waren die erhöhten Hilfen für die sogenannten „Kosten der Unterkunft“ – der größte Posten im Sozialbereich. Diese werden mittlerweile deutlich besser vom Bund refinanziert, was den städtischen Haushalt strukturell um rund 55 Millionen Euro entlastet.

Verbesserung zum ursprünglich geplanten Fehlbedarf von fast 152,3 Millionen Euro

Der Haushaltsplan-Entwurf für den Doppelhaushalt 2020 - 2021. Foto: Alex Völkel
Der Dortmunder Doppel-Haushaltsplan für 2020/2021: Corona sorgte für viele Unwägbarkeiten – jetzt gab es nach einem Jahr eine positive Überraschung.

Einen deutlichen Effekt brachte auch eine neue Berechnungsmethode bei den Pensionsrückstellungen. Auf diese Weise war es der Stadt möglich, die Beihilfen „punkt- und kopfgenau zu berechnen“, statt nur pauschale Rückstellungen zu treffen.

„Wir haben für 2019 und 2020 alle Bezieherinnen und Bezieher penibelst durchgerechnet – das hat zu 37 Millionen Euro Einsparungen beigetragen“, macht Kämmerer Stüdemann deutlich. 

Unter dem Strich beträgt der Jahresüberschuss für das Haushaltsjahr 2020 nun knapp über 98 Millionen Euro (2018: 20,3 Millionen Euro, 2019: 12,6 Millionen Euro) und ist damit der höchste seit Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements. Dies bedeutet gegenüber dem ursprünglich geplanten Fehlbedarf für 2020 eine Verbesserung von fast 152,3 Millionen Euro.

Allerdings dämpft Stüdemann übertriebene Hoffnungen für die Folgejahre: „Das wird sich 2021 nicht fortsetzen – in der längeren Corona-Etappe wird einiges anders wirken.“ Doch eine neue Prognose-Rechnung liegt noch nicht vor. Wenn der Rat am 20. Mai 2021 zustimmt, soll das Geld helfen, um Rücklagen aufzubauen, aber auch Liquiditätskredite abzubauen. 

 

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Kommentare

  1. FABIDO legt Jahresabschluss 2020 vor (PM)

    FABIDO legt Jahresabschluss 2020 vor

    Der Verwaltungsvorstand befasste sich heute mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht für das Wirtschaftsjahr 2020 des städtischen Eigenbetriebs FABIDO.

    FABIDO deckt die finanziellen Aufwendungen im Wesentlichen über die Zuschüsse nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) und durch den städtischen Zuschuss (Trägeranteil) ab. Daneben erhält FABIDO insbesondere Fördermittel vom Landschaftsverband (Integrative Erziehung), Zuschüsse für die Sprachförderung, investive Zuschüsse von der Stadt Dortmund und Einnahmen aus Verpflegungsentgelten. Insgesamt beliefen sich diese Umsatzerlöse im Wirtschaftsjahr 2020 auf rund 105,8 Mio. Euro. Die größte Aufwandsposition betraf die Personal-aufwendungen in Höhe von rund 97,5 Mio. Euro.

    FABIDO schließt das Wirtschaftsjahr 2020 mit einem Fehlbetrag in Höhe von 5.401.999 Euro ab. Somit fällt das Jahresergebnis schlechter aus als geplant. Der Ausgleich des Jahresfehlbetrages erfolgt mit rund 1,3 Mio. Euro aus der FABIDO Gewinnrücklage, mit rund 600.000 Euro aus der FABIDO Kapitalrücklage und mit 3,5 Mio. Euro aus dem städtischen Haushalt.

    Der Fehlbetrag setzt sich hauptsächlich aus vier Komponenten zusammen:
    Es erfolgte eine deutliche Zuschussreduzierung des Fördermittelgebers, da ein Einrichtungsneubau aus baulichen Gründen nicht im Kindergartenjahr 2020/2021 eröffnet werden konnte und anstehende Um- und Anbaumaßnahmen eine reduzierte Betreuung erforderten, so dass insgesamt weniger Kinder als geplant aufgenommen werden konnten.

    Zudem war aufgrund eines höheren Krankenstandes und gestiegener Schwangerschaften ein erhöhter Personalaufwand notwendig. Des weiteren erfolgte die Übernahme von drei Kinderstuben, die die Personalkosten um die Kosten für 15 Mitarbeiter*innen erhöhten.

    Die betrieblichen Aufwendungen stiegen stärker als geplant, da Nachzahlungen aus den Nebenkostenabrechnungen und KiBiz-Rückzahlungen aus den Vorjahren in Rechnung gestellt wurden. Hinzu kamen ungeplante Einnahmeverluste durch die Corona-Pandemie.

    Insgesamt stellte FABIDO im Jahr 2020 rund 8.654 Betreuungsplätze zur Verfügung – 7.514 Plätze in 99 Kitas und 1.140 Plätze in der Kindertagespflege bei 337 Tagesmüttern und -vätern sowie in 13 Großpflegestellen und acht Kinderstuben. Bei FABIDO gibt es 44 Familienzentren mit dem Gütesiegel „Familienzentrum des Landes NRW“.

    Bedeutsam im Jahr 2020 war untern anderem die Übernahme von Kinderstuben-Teams in die Festanstellung. Das Ziel von Kinderstuben ist die intensive frühkindliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund aus sozial benachteiligten Familien. Die dort betreuten Kinder sowie deren Eltern werden auf das öffentliche Bildungs- und Sozialsystem vorbereitet. FABIDO und das Jugendamt sehen hier ein wichtiges, zusätzliches Format in der frühkindlichen Bildungskette, das es zu verstetigen und möglichst auszubauen gilt.

    Um auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, wird FABIDO weiterhin Nachwuchs ausbilden. FABIDO betreute im Jahr 2020 insgesamt 50 Berufspraktikant*innen, 141 Auszubildende über eine praxisintegrierte Ausbildung (PIA), acht Fachoberschul-Praktikant*innen (FOS) und eine Hauswirtschafts-Auszubildende. Bereits 2018 gab FABIDO 33 Jugendlichen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes die Gelegenheit, den Kita-Alltag kennenzulernen.

    Mit Blick auf die weiter steigende Anzahl der Betreuungsplätze und den sich abzeichnenden Fachkräftemangel soll die Anzahl der Ausbildungsplätze weiter erhöht werden.

  2. Freude bei der SPD-Fraktion: Städtischer Haushalt schließt 2020 mit hohem Überschuss ab (PM)

    Freude bei der SPD-Fraktion: Städtischer Haushalt schließt 2020 mit hohem Überschuss ab

    Wir freuen uns, dass der städtische Haushalt für das Haushaltsjahr 2020 auch unter den Herausforderungen der Corona-Pandemie mit einem Überschuss in Höhe von 98 Millionen Euro abgeschlossen wurde.“, erklärt der finanzpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Fabian Erstfeld, zu den am 20.04.2021 durch die Stadt Dortmund veröffentlichten Zahlen.

    Damit konnte nun das dritte Jahr in Folge ein positiver Jahresabschluss erzielt werden. Dieser Trend ist ein Erfolg der vergangenen Jahre, bei dem die Ratsfraktionen und die handelnden Personen bei der Stadt Dortmund mit Augenmaß vorgegangen sind. Dazu kam im vorangegangenen Jahr die Erhöhung der Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft, eine Forderung die die SPD-Ratsfraktion jahrelang an den Bund gestellt hatte. Darüber hinaus haben die finanziellen Entlastungen der Kommunen durch Bund und Länder im Rahmen der Pandemie Wirkung gezeigt und die Belastungen im städtischen Haushalt reduziert.

    „Der erwirtschaftete Jahresüberschuss wird in die Ausgleichsrücklagen zugeführt und das Eigenkapital der Stadt Dortmund stärken. Die Stadt Dortmund behält auch in schwierigen Zeiten die Handlungsfähigkeit und kann eigenständig handeln. Wir hoffen, dass diese Handlungsfähigkeit trotz der sich weiter verschärfenden Corona-Lage gehalten werden kann. Bund und Land sind weiterhin aufgefordert, auch für das aktuelle Haushaltsjahr durch weitere Zuschüsse Verantwortung zu übernehmen.“, so Fabian Erstfeld abschließend.

  3. Jahresabschluss Eigenbetrieb „Friedhöfe Dortmund“: Umfangreiches Bestattungsangebot und wichtiger Baustein für das grüne Dortmund (PM Stadt)

    Jahresabschluss Eigenbetrieb „Friedhöfe Dortmund“: Umfangreiches Bestattungsangebot und wichtiger Baustein für das grüne Dortmund

    32 kommunale Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von rund 330 Hektar, 4.569 Bestattungen, 140 Mitarbeiter*innen, 20.000 Bäume, ein Umsatz von rund 11 Millionen Euro. Dies sind nur einige der Kennzahlen, mit denen sich die externe Wirtschaftsprüfung „Dr. Bergmann, Kaufmann und Partner GmbH & Co.KG“ bei der Prüfung von Jahresabschluss und Lagebericht beschäftigt hat. Sie bestätigt den Friedhöfen Dortmund uneingeschränkt eine ordentliche Wirtschaftsführung.

    Die kommunalen Friedhöfe stehen im Bestattungsbereich im direkten und herausfordernden Wettbewerb mit zahlreichen anderen Friedhofsträgern und zunehmend privaten Alternativangeboten. Gleichzeitig erfüllen sie erweiterte öffentliche Aufgaben: Sie sind ein wichtiger Teil des städtischen Grünflächenangebots und haben wichtige Funktionen als Erholungsbereiche, Klimainseln und ökologische Entwicklungsräume. Nicht zuletzt bereichern sie mit historischen Grabstätten, denkmalgeschützten Gebäuden und Denkmälern das kulturelle Angebot der Stadt. Viele Dortmunder*innen, aber auch zahlreiche auswärtige Gäste, haben in der Corona-Pandemie besonders das erweiterte Aufgabenspektrum kennen und schätzen gelernt. Die parkartig angelegten Friedhöfe sind in dieser Zeit auch als Entspannungs- und Erholungsorte neu entdeckt worden.

    Die Corona-Pandemie hat auch im Bestattungsbereich verschiedene Einschränkungen mit sich gebracht. Trauerfeiern konnten nicht im gewohnten Rahmen stattfinden und die Nutzung von Trauerhallen musste eingeschränkt werden. Erhöhte Anforderungen an Hygiene und Infektionsschutz erforderten zusätzliche Aufwendungen. Vor diesem Hintergrund ist umso höher zu bewerten, dass das Wirtschaftsjahr 2020 erfreulich positiv abgeschlossen werden konnte. Bedingt durch allgemein gestiegene Lohn- und Materialkosten war in der Planung für das Wirtschaftsjahr 2020 ein negatives Jahresergebnis von rund 938.000 Euro zu erwarten. Tatsächlich abgeschlossen wurde das Wirtschaftsjahr 2020 mit einer deutlichen Verbesserung. Der geplante Jahresverlust von 938.000 Euro konnte um 541.000 Euro auf 397.000 Euro reduziert werden. Diese positive Entwicklung hat sich aus zusätzlichen Erträgen aus der Nichtinanspruchnahme von Rückstellungen und aus Zuschüssen der Bezirksvertretungen, sowie geringeren Personalaufwendungen ergeben. Die im städtischen Haushalt eingeplante Verlustübernahme in Höhe von 617.000 Euro wird zur Deckung des Jahresverlustes nicht vollständig ausgeschöpft; für den Kernhaushalt ergibt sich somit eine Einsparung von 220.000 Euro.

    Der Verwaltungsvorstand hat sich in seiner Sitzung mit dem Jahresabschluss, dem Lagebericht des Eigenbetriebs “Friedhöfe Dortmund” und dem Bericht des externen Wirtschaftsprüfers für das Wirtschaftsjahr 2020 befasst. Der Prüfungsbericht wird nun zur Beratung in die politischen Gremien eingebracht.

  4. Kulturbetriebe Dortmund schließen das Jahr mit Überschuss ab – digitale Offensive gelungen (PM Stadt)

    Kulturbetriebe Dortmund schließen das Jahr mit Überschuss ab – digitale Offensive gelungen

    Die Kulturbetriebe Dortmund haben 2020 viele Schritte ins Digitale getan: Veranstaltungen, Ausstellungen oder Bildungsangebote, die live geplant waren, konnte das Publikum stattdessen online wahrnehmen. Ein Großteil des geplanten Programms musste coronabedingt allerdings auch abgesagt werden. So schließen die Kulturbetriebe, eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung, das Wirtschaftsjahr 2020 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 2,9 Mio. Euro ab und liegen damit deutlich unter dem geplanten Defizit. Der Verwaltungsvorstand nahm den Lagebericht und Jahresabschluss der Kulturbetriebe am Dienstag zur Kenntnis und leitete ihn an die politischen Gremien weiter.

    Der Jahresüberschuss soll nun die Mehrausgaben des Wirtschaftsplans 2021 decken. So werden die aus dem Jahr 2020 coronabedingt verschobenen Programmangebote nachgeholt, und die kassenwirksame Unterdeckung des Wirtschaftsplans 2021 in Höhe von 1,5 Mio. Euro wird ausgeglichen.

    Zu den Kulturbetrieben Dortmund gehören das Dortmunder U, die städtischen Museen, das Kulturbüro, die Bibliotheken, die Musikschule, das Dietrich-Keuning-Haus, die Volkshochschule, das Stadtarchiv und das Institut für Vokalmusik. Rund 547 Mitarbeiter*innen (vollzeitverrechnet 466,26 im Jahresdurchschnitt) sorgten für Kultur- und Weiterbildungsangebote für die Bürger*innen der Stadt und des Umlands.

    Das Dortmunder U feierte 2020 seinen 10. Geburtstag mit einem vielseitigen Programm mit all seinen Partnern auf allen Etagen sowie digital. Auf Ebene 6 waren die Sonderausstellung „Rainer Fetting“ sowie die Ausstellung zum DEW21-Kunstpreis zu sehen. Mit Förderung des Landes profiliert sich das Dortmunder U weiter als digitales Kunstzentrum: Im Projekt „Page21“ erprobt das StoryLab kiU als Forschungsprojekt der FH Dortmund gemeinsam mit den Kulturbetrieben das digitale Erzählen im virtuellen Raum.

    Auf der UZWEI machte die partizipative Ausstellung „Der kuratierte Kleiderschrank. Zwischen Modelust und Modefrust“ auch auf die Schattenseiten der „Fast Fashion“ aufmerksam. Das Museum Ostwall im U eröffnete mit großem Erfolg seine neue Sammlungspräsentation unter dem Titel „Body & Soul. Denken, Fühlen, Zähneputzen“.

    Das Naturmuseum Dortmund eröffnete im September nach dem Komplett-Umbau mit einer neuen Dauerausstellung und erlebte vom ersten Tag an einen enormen Besucher*innenzuspruch. Im MKK konnte die beliebte Familienausstellung „Robin Hood“ länger gezeigt werden, während die anschließende Sonderausstellung „Ruth Baumgarte“ komplett dem Lockdown zum Opfer fiel und im kommenden Jahr wiederholt wird. Der schauraum: comic+cartoon setzte seine Erfolgsgeschichte bei Publikum und Medien mit der Ausstellung „Anime fantastisch“ fort und verlegte sich im Lockdown auf Online-Führungen.

    Im Fokus des Kulturbüros stand die Unterstützung der freien Kulturszene in der Pandemie. Mit passgenauen Informationen, Beratung und einer unbürokratisch gestalteten Fortführung der Förderung half das Kulturbüro den Kreativen und Kulturschaffenden in der Krise. Judith Kuckart erwies sich als erste „Stadtbeschreiberin“ Dortmunds als hervorragende Wahl. Die Städtische Galerie Torhaus Rombergpark wurde zur virtuellen Galerie; außerdem schuf das Kulturbüro mit der „Tiny Hall“ im Rombergpark einen temporären zusätzlichen und coronatauglichen Ausstellungsort. Der Förderpreis für junge Künstler*innen wurde an zwei Darstellende Künstlerinnen vergeben.

    Die vom Kulturbüro geförderten Festivals „Favoriten“ und das Internationale FrauenFilmFestival Dortmund/Köln (IFFF) waren 2020 die einzigen Festivals in NRW, die analog stattgefunden haben. Das IFFF erreichte bei Beschränkungen mit ca. 30 Veranstaltungen ein Publikum von über 1.000 Besucher*innen. „Favoriten“ konnte ca. 20 Veranstaltungen für über 2.500 Besucher*innen ermöglichen.

    Die Stadt- und Landesbibliothek kam den Menschen im Lockdown weitestmöglich entgegen und machte Streaming-, Recherche- und Medienangebote kurzfristig auch für Menschen zugänglich, die bis dato keinen Bibliotheksausweis hatten. Die Nutzung elektronischer Bücher stieg daraufhin um 60 Prozent an. Damit kompensieren die digitalen Ausleihen fast vollständig die durch die Schließungen verursachten Rückgänge bei den physischen Medien. Sobald es wieder möglich war, konnten Medien via „Click & Collect“ ausgeliehen werden.

    Die Lehrkräfte der Musikschule stellten auf Onlineunterricht um und verhinderten so nicht nur musikalische Leistungseinbrüche bei den Schüler*innen, sondern auch größere Einnahmeverluste. Auch die VHS baute ihr bereits vorhandenes Online-Programm umfangreich aus und reagierte mit ihrem Angebot flexibel auf neue Informations- und Weiterbildungsbedarfe in Zeiten der Pandemie. Das Institut für Vokalmusik hat eine Vielzahl seiner Veranstaltungen wie u.a. das „Fest der Chöre“ in den digitalen Raum verlegen können und die digitale Infrastruktur an der Reinoldistraße angepasst.

    Das Keuning-Haus schuf mit „Keuninghaus To Go“ einen eigenen Youtube-Kanal, der seitdem regelmäßig mit gesellschaftspolitischen Talks, Konzerten, Comedy oder Mitmach-Videos gefüllt und sehr gut angenommen wird. Die nahezu 200 aufgezeichneten Videos wurden insgesamt über 110.000 Mal aufgerufen.
    Das Stadtarchiv setzte seine Digitalisierungsoffensive fort. Die angeschlossene Mahn- und Gedenkstätte Steinwache verlegte ihre Vermittlungsarbeit coronabedingt teilweise in den Außenraum und arbeitete weiter an der neuen Dauerausstellung.

    Im Jahr 2020 stellte die Stadt Dortmund den Kulturbetrieben Dortmund 2,3 Mio. Euro für Investitionen zur Verfügung. Ein Teil der städtischen Vermögensplanmittel wurde für Investitionen (2,5 Mio. Euro) und für die Tilgung von Altdarlehen (0,8 Mio. Euro) verwendet. Der Differenzbetrag wurde durch Mittelübertragung aus den Vorjahren dargestellt. Der Mittelverbrauch war vor allem vom Baufortschritt der Baumaßnahmen abhängig.

    Darüber hinaus konnten mit Drittmitteln in Höhe von 200.000 Euro weitere Investitionen realisiert werden.
    Die Darlehen gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Ende des Wirtschaftsjahres 2020 auf 4,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,2 Mio. Euro). Zudem konnten die Kulturbetriebe Dortmund die Kapitalrücklage um rund 3,3 Mio. Euro erhöhen. Die Bilanzsumme beläuft sich nunmehr auf 78,4 Mio. Euro (+1,1 Mio. Euro).

    Die Wirtschaftsprüfer haben den Kulturbetrieben Dortmund den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss 2020 erteilt.

  5. Digital durch die Krise: Wirtschaftsförderung legt Jahresabschluss vor (PM)

    Digital durch die Krise: Wirtschaftsförderung legt Jahresabschluss vor

    Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund wurde heute durch Sylvia Tiews, kaufmännische Leiterin der Wirtschaftsförderung, über das Ergebnis des Jahresabschlusses 2020 informiert. Aufgrund der Corona-Krise wurden diverse Veranstaltungen und Projekte nicht in Präsenz umgesetzt, so dass die Wirtschaftsförderung einen positiven Beitrag zur Haushaltssicherung erwirtschaftet hat.

    Am Ende des Jahres 2020 wies das Ergebnis einen Jahresgewinn in Höhe von 322.980,53 € aus. Das bilanzielle Eigenkapital betrug insgesamt 4,095 Millionen Euro, was 52,1 Prozent der Bilanzsumme entspricht. Mit Testat vom 15. April 2021 hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Aktiengesellschaft dem Jahresabschluss 2020 der Wirtschaftsförderung Dortmund den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

    Mit der Wirtschaft und den Partnern im Dialog

    Die Corona Pandemie hat Dortmund fest im Griff. Von März 2020 stand die Wirtschaftsförderung in ständigem Dialog mit den Unternehmer*innen, um Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die helfen, Arbeitsplätze zu sichern und die Krise zu überstehen.

    Neben Informationsveranstaltungen wurden digitale Plattformen zur gegenseitigen Unterstützung und aktivem Personalaustausch auf den Weg gebracht. Mit Bürgerschaft, Unternehmen und Startups wurden Ideen erörtert und neue Projekte entwickelt, die in kleinen und großen Schritten helfen sollen, die Krise zu überwinden. Die Digitalisierung spielte in 2020 dabei eine herausragende Rolle.

    Qualifizierungen und Workshops

    Nach dem ersten Lockdown wurden Qualifizierungen und Workshops zum Beispiel von Competentia oder auch In Die Region Ruhr in Videokonferenzen angeboten. In regelmäßigen digitalen Branchendialogen wurde besprochen, welche Unterstützung benötigt wird – daraus entwickelte sich zum Beispiel das Konzept FUNdoMIO, die Juicy Beats Konzerte, die Aufhebung der Sperrstunde, die Lockerung der Regelungen für Außengastronomie und vieles mehr. Auch etablierte Formate wie die Digitale Woche, der Gründungswettbewerb start2grow oder auch die Unternehmerfrühstücke liefen online.

    In 2020 wurde zudem das erfolgreiche Projekt der Hauptschule Husen auf das gesamte Stadtgebiet erweitert. Zum Beginn des Schuljahres 2020/2021 haben neue Betriebsakquisiteure ihre Arbeit in sieben Hauptschulen und zwei Gesamtschulen aufgenommen. Sie arbeiten in enger Zusammenarbeit mit den Firmenberatern in den Quartieren und werben für Praktika und Ausbildung. Aber auch hier konnte die Arbeit nicht wie gewohnt umgesetzt werden, sondern durch Homeschooling und fehlenden Präsenzunterricht nahm das Thema „Übergang Schule und Beruf“ bei Schüler*innen aber auch Unternehmen nicht erste Priorität ein. Eine Herausforderung, die auch über den Jahreswechsel bestehen blieb.

    Umfassende Investitionen

    Trotz der Krise wurde jedoch auch im Jahr 2020 umfassend in die Dortmunder Wirtschaft investiert. Die vorab gelegten Grundlagen sorgten für den Abschluss von Investitionen in Höhe von über 254 Millionen Euro. 61 Unternehmen investierten und schafften damit 695 neue Arbeitsplätze, weitere 5.944 Arbeitsplätze wurden gesichert. Die größten Investitionen wurden 2020 in den Bereichen Großhandel, Versicherungswirtschaft und Wohnungsbau der Immobilienwirtschaft getätigt.

    Mit „neuer Stärke“ in die Zukunft

    Zum Ende des Jahres 2020 legte die Wirtschaftsförderung dem Rat ein umfassendes Wirtschaftsprogramm vor, das den Dortmunder Unternehmen dabei helfen soll, Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen, sich neu zu orientieren oder sich zu digitalisieren, sich in neuen Netzwerken zu organisieren und auch finanzielle Hilfen zu erhalten.

    Das Programm ist auf fünf Jahre ausgelegt und begann im November bereits mit der Umsetzung des Wettbewerbs „Heimspiel“, der Unternehmen, die vom Lockdown betroffen waren, bei Investitionsvorhaben zur Wiedereröffnung unterstützte. Weitere Bausteine, wie zum Beispiel die Einrichtung eines Clubfonds, die Durchführung eines Gründungswettbewerbs für die Gastronomie, Finanzierung von Eigenanteilen für gezielte Förderprojekte oder der Einsatz eines Nachtbeauftragten werden folgen.

  6. Jahresabschluss 2020 der Stadtentwässerung Dortmund – Klimafolgenanpassung gerät noch mehr in den Blick (PM)

    Jahresabschluss 2020 der Stadtentwässerung Dortmund –
    Klimafolgenanpassung gerät noch mehr in den Blick

    Die Stadtentwässerung Dortmund hat ihren Jahresabschluss und Lagebericht 2020 vorgelegt. Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2020 beträgt 899 Millionen Euro. Den größten Anteil an den Umsatzerlösen von insgesamt 147 Millionen Euro machen die Abwassergebühren aus. Daneben wurden weitere Erträge in Höhe von gut 5 Millionen Euro erzielt. Die Aufwendungen in Höhe von 134 Millionen Euro wurden maßgeblich durch Beiträge an die Wasserwirtschaftsverbände, Zinsen, Abschreibungen und Personalaufwendungen bestimmt. Es konnte ein Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau erzielt werden, der vollständig an den Stadtkämmerer abgeführt wird.

    Die Entwicklung und das Umfeld der Stadtentwässerung Dortmund sind einem ständigen Wandel unterworfen. Neben dem Standardgeschäft von Kanalbau, Kanalsanierung sowie Kanal- und Gewässerunterhaltung sind die Arbeitsabläufe den Veränderungen durch den Klimawandel, wie Starkregenereignisse und – daraus folgend – einer veränderten Bewirtschaftung von Niederschlagswasser als Maßnahme der Klimafolgenanpassung unterworfen.

    Ständig wachsenden Aufgaben bei nahezu gleichbleibendem Personal wird u. a. durch die Umsetzung von Investitionen im Bereich Kanalsanierung im Rahmen einer Projektträgerschaft und die Organisationsoptimierung des Abwasserbetriebs begegnet. Insgesamt sieht sich der Eigenbetrieb Stadtentwässerung auf einem guten Weg zum Erhalt und Ausbau der Abwasserinfrastruktur der Stadt und Umsetzung der anstehenden Veränderungsprozesse.

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