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Freibad-Freund*innen lassen sich nicht nass machen und sammeln gute Argumente für sofortige Sanierung

Im Vorfeld der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord setzten sich die Freunde des Hoeschparks und andere Anhänger*innen des Freibads Stockheide für dessen Sanierung und Erhalt in der Nordstadt ein. Foto: Leopold Achilles

Von Susanne Schulte

Wie sehr sie am Freibad Stockheide hängen, zeigten am Mittwoch die Stammgäste und die Mitglieder im Verein Freunde des Hoeschparks erneut mit ihrer Kundgebung am Dietrich-Keuning-Haus (DKH) in der Stunde vor Beginn der Sitzung der Bezirksvertretung Nordstadt. Ort und Zeit waren kein Zufall: Zum einen steht die Zukunft des Nordbads an seinem jetzigen Standort neben dem DKH genauso zur Disposition wie das Freibad am Hoeschpark, zum anderen hatte das Gremium der Bezirksvertretung einen Beschlussvorschlag zur Empfehlung vorliegen, in dem es um mehr Geld geht als geplant, um damit den Hoeschpark auf Vordermann zu bringen. Und die Baustelle heißt in allen Papieren: „Entwicklung des Hoeschparks und des Freibads Stockheide zu einem überregionalen Integrations-, Gesundheits-, Sport- und Freizeitpark“. Nur – kein einziger der nun insgesamt 6,246 Millionen Euro, von denen 90 Prozent die EU, der Bund und das Land als Städtebauförderung geben, ist für die Sanierung geschweige denn den Umbau des Freibads gedacht.

Bäder in Bünde und Lübeck sind mit Städtebaufördergeld umgebaut worden

Franz-Josef Ingenmey. Foto: Leopold Achilles

Wie es in der Begründung des zu empfehlenden Antrags auf Erhöhung der Kosten heißt, könne eine Sanierung des Freibads mit dem Geld nicht bezahlt werden, da diese Arbeiten nicht förderfähig seien. Der Grund: ___STEADY_PAYWALL___

Das Freibad sei eintrittspflichtig und somit nicht kostenlos öffentlich zugänglich. Franz-Josef Ingenmey vom Verein Freunde des Hoeschparks hat von anderen Stellen andere Auskünfte erhalten.

Zwei Fachleute im Städtebauministerium des Landes und eine Fachfrau vom Planungsamt einer Gemeinde im Bergischen Land hätten ihm unabhängig voneinander mitgeteilt, dass nicht die Erlöse ausschlaggebend seien, sondern dass in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung nachgewiesen werde, dass das Objekt nicht rentierlich sei. So wären in den Jahren 2019 und 2020 Freibäder in Bünde, Dörentrup, Espelkamp und Lübeck mit Städtebaufördermitteln umgebaut worden.

1400 Menschen haben die Online-Petition bereits unterschrieben

Foto: Leopold Achilles

So forderten und fordern die Anhänger*innen des Freibads auch weiterhin: „Keine Schließung! Endlich Sanierung!“ Ingenmey erinnerte noch einmal daran, die Online-Petition zu unterschreiben, wie es bislang 1400 Menschen getan hätten. 

Die Mitglieder der Bezirksvertretung hatten sich in der Sitzung im Februar dieser Forderung angeschlossen, der Rat jedoch einen Tag später beschlossen, in diesem Jahr das Freibad nicht zu öffnen, das Ergebnis des Bäderkonzepts abzuwarten, über dem zurzeit gebrütet wird, und dann zu überlegen, ob und wie es mit den beiden Bädern in der Nordstadt weitergeht.

Bezirksvertreter*innen wollen schnelle Aussage zur Zukunft der Bäder in der Nordstadt 

Doch die Nordstadt-Politiker*innen wollen früher eine Antwort. Die Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen zur Bäderlandschaft in der Nordstadt wurde dann auch ohne viele Worte weiter an die Verwaltung verwiesen. 

Die Fraktion und alle anderen auch möchten in der nächsten Sitzung unter anderem wissen, wie der Sachstand bei der Erarbeitung des Bäderkonzepts ist, ob das Freibad Stockheide im kommenden Jahr saniert wird und für wann der letzte Badetag im Nordbad geplant ist.

 

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Ein Gedanke zu “Freibad-Freund*innen lassen sich nicht nass machen und sammeln gute Argumente für sofortige Sanierung

  1. Carola Hiby-Asianowaa

    Der Hoeschpark und das Freibad Stockheide gehören zusammen. Beide sind für die Nordstadt für Integration, Sport, Gesundheit und Freizeit wichtig. Genau deshalb fördert die EU auch die Entwicklung von beiden. Und genau deshalb muss das auch so auf dem Bauschild benannt werden. Wenn jetzt gesagt wird, das Freibad stehe nur aus Versehen mit auf dem Schild, dafür seien keine Mittel vorgesehen, dann ist das nicht nur lächerlich, sondern schlimm, weil es deutlich macht, dass das Freibad einfach stillschweigend dicht gemacht werden sollte.

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