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Hoesch: Einst ein Name für Stahl, heute ein Name für ein Museum – Rück- und Ausblicke zum zehnjährigen Bestehen

Hoeschmuseum

Das Hoeschmuseum auf dem Gelände der Westfalenhalle in der Nordstadt.

Von Susanne Schulte

Der Arbeitsdirektor von ThyssenKrupp Steel preist das Hoesch Museum, für Chiara Herlinghaus, die in diesem Unternehmen den Beruf Bürokauffrau lernt, gehört das Hoesch Museum zu den Ausbildungsabteilungen. Das war zu Zeiten, als halb Dortmund zumindest ein Familienmitglied hatte, das bei Hoesch beschäftigt war, undenkbar. Und 2005 war es undenkbar, dass das Hoesch Museum einmal seinen zehnten Jahrestag der Eröffnung feiern würde.

Franz-Josef Kniola gibt seine letzte Hoesch-Krawatte für die Ausstellung her

Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre Hoeschmuseum. Franz-Josef Kniola

Franz-Josef Kniola

Das erzählte Stadtdirektor Jörg Stüdemann  während der Geburtstagsfeier im vollbesetzten Saal des ThyssenKrupp Info-Centers auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte. Drei Jahre hätte man dem Museum damals gegeben.

Jetzt sei es „ein gut gemachtes, exzellentes Museum“ und ein „außerordentlich gelungenes Produkt in der Museumslandschaft in Dortmund“. Wem das alles in erster Linie zu verdanken sei, behielt er auch nicht für sich: den gut 80 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern des 468 Mitglieder starken Fördervereins.

Ja, auch andere tun das ihre dazu. Wie Geld, Unterhalt für das Gebäude an der Eberhardstraße und das Gehalt für den Kurator. Da ist die Firma ThyssenKrupp, auf deren Grund und Boden das Museum steht und auch weiter stehen wird.

Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre Hoeschmuseum. Thomas Schlenz, Arbeitsdirektor Thyssen Krupp

Thomas Schlenz, Arbeitsdirektor Thyssen Krupp.

Deren Arbeitsdirektor Thomas Schlenz würdigte „Hoesch als vorbildliches Unternehmen“, das sich stets um die Belange der Beschäftigten gekümmert habe und versprach, nun das gleiche für das Museum zu tun. „Wir wollen in den nächsten Jahren weiter unseren Beitrag für das Museum leisten.“

Franz-Josef Kniola, Dortmunder, Minister a.D. und Ehrenpräsident der Landesstiftung NRW gab zwar nicht sein letztes Hemd, aber seine Hoesch-Krawatte, die als Exponat ins Museum soll.

Mehr als 300 000 Euro gab’s von der Stiftung für den Aufbau und die Entwicklung der Dauerausstellung und die sieht er gut angelegt.

„Das Museum ist hochgradig innovativ“, pries er den Aufbau und schwärmte von der Erlebnisschleuse und dass er „mit dem Joystick einen Konverter bestücken“ konnte.

80 Ehrenamtliche halten mit Herz und Verstand die Hoesch-Vergangenheit lebendig

Und immer, immer wieder wurden die Frauen und Männer in den Reden erwähnt, die das ganze möglich machen – die Ehrenamtlichen, die mit Herz und Verstand zum Teil ihre eigene berufliche Vergangenheit lebendig halten.

Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre Hoeschmuseum.

Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre Hoeschmuseum.

„80 Jahre alt zu sein ist bei den Mitgliedern des Fördervereins keine Seltenheit“, sagte dann auch Annelie Budde, die seit mehr als sechs Jahren als Minijobberin, wie sie sagt, beim Verein angestellt ist. Sie weiß, wie man Veranstaltungen organisiert, hat das früher bei Uhde gemacht, jetzt macht sie es für den Verein.

Geburtstagskaffeetrinken und Hochzeiten, runde Ehrentage und Ehemaligentreffen – für all das kann man das Museum mieten, und die Verpflegung und Bildung in Sachen Industriegeschichte gibt’s dazu.

Auch diesen Festabend hat sie organisiert, mit allem was dazu gehört: die Musik, es spielte der Posaunenchor der evangelischen Gemeinde Brackel unter Leitung von Carsten Schlagowski; die Blumen, für einige der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder; das Büfett mit Gulaschsuppe und Mettbrötchen für das abschließende gemütliche Beisammensein.

Eine Auszeichnung für die vielen engagierten Frauen und Männer der ersten Stunde

Bevor die Gäste an den Suppentopf gingen, wurden 35 der Männer und Frauen vom Fördervereinsvorsitzenden Dr. Karl Lauschke namentlich aufgerufen und mit Urkunden ausgezeichnet, von denen den ganzen Abend über immer die Rede war: die Ehrenamtlichen, die seit Anfang an dabei sind.

Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre Hoeschmuseum. Ehrungen

In alphabetischer Reihenfolge wurde diesen Dortmunderinnen und Dortmundern gedankt: Marlies Berndsen, Paul Czerner, Horst Erkens, Wolfgang Großmann, Renate Hanke, Erika Haverkamp, Klaus-Eberhard Heinrich, Ingetraud Herrmann, Christel Homann, Wulf Homann, Dr. Wolfgang Homann, Karl-Heinz Jenrich, Peter Keuthen, Horst Klaffke, Hans Klüting, Peter Kocbeck, Siegrid Königsmann, Lisa Kosmecki, Michaela Kraus, Ursel Kraus, Ute Lang, Christine Lange, Werner Nass, Niranjan Pandya, Werner Pawlak, Wilfried Stockhaus, Leonore Süselbeck, Udo Szubyn, Dieter Treuke, Dr. Gisela Wallgärtner, Hans-Otto Wolf, Dr. Alfred Heese und Anni Sarfeld.

Nicht ehrenamtlich, aber mit Leidenschaft bei der bezahlten Arbeit sind Hoesch-Museum-Kurator Michael Dückershoff und die stellvertretende Leiterin des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte Dr. Gisela Framke.

An der Endstation Westfalenhütte beginnt der Weg durch die Hoesch-Geschichte

Wer sich die Ausstellung über 160 Jahre Stahlgeschichte in Dortmund ansehen möchte, steigt gleich am Sonntag in die U 44 und fährt bis zur Endstation Westfalenhütte. Von dort sind es gut 100 Meter bis zum alten Pförtnerhaus, in dem das Museum untergebracht ist.

Außer dem Geld für die Straßenbahn braucht man 2,50 Eintrittsgeld für Erwachsene und 1,50 für Kinder. Das Museum ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Öffnungstage sind Dienstag und Mittwoch von 13 bis 17 Uhr und Donnerstag von 9 bis 17 Uhr.

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2 Gedanken über “Hoesch: Einst ein Name für Stahl, heute ein Name für ein Museum – Rück- und Ausblicke zum zehnjährigen Bestehen

  1. Klaus Knipping

    So etwas wie Hoesch wird es nie wieder geben . Wir waren eine Familie …..Unterschiede zwischen oben und unten gab es nicht ……
    Wenn ich heute noch in der alten Hoesch Verwaltung bin schlägt mein Herz für alle hörbar …
    Einmal Hoesch….
    Immer Hoesch

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