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Ehrenamtliche des Hoesch-Museums halten in der Nordstadt Dortmunds geschichtsträchtige Stahl-Epoche am Leben

Hoesch

Hoesch. Foto: Klaus Hartmann

Hoesch. Eisen und Stahl. Das ist untrennbar mit der Dortmunder Geschichte verbunden. Dortmund war Hoesch. Und Hoesch war Dortmund. 160 Jahre lang. Teilweise arbeiteten 40.000 Menschen in den drei Dortmunder Stahlwerken. 20.000 Menschen haben früher im einstigen Hoesch-Viertel am Borsigplatz gelebt. Das ist vorbei. Doch die Geschichte lebt.

Museum auf der Westfalenhütte wird von 80 Ehrenamtlichen betrieben

Hoeschmuseum

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80 Ehrenamtliche halten Dortmunds glänzende Stahl-Epoche im Hoesch-Museum aufrecht. Die Hoesch AG unterhielt zuerst selbst bis 1996 ein kleines Museum mit Archiv und Showroom.

Durch die Zusammenarbeit ehemaliger Hoeschianer, des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv konnte das Museum am 23. Oktober 2005 im historischen Portierhaus der Westfalenhütte wieder eröffnet werden.

Träger des „neuen“ Hoesch-Museums e.V. ist der 437 Mitglieder starke Förderverein „Freunde des Hoesch-Museums“. Er finanziert das Museum, das sich mit den Eintrittsgebühren an den laufenden Kosten beteiligt. Thyssen-Krupp, mittlerweile Eigentümer der Immobilie, verzichtet auf eine Miete. Und die Stadt Dortmund beteiligt sich mit der Finanzierung einer Stelle und einer anteiligen Übernahme der Betriebskosten ebenfalls.

Vier Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Person und Woche

Hoeschmuseum

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Die Arbeit jedoch leisten die Ehrenamtlichen. Jeweils vier Stunden pro Woche sitzen sie an der Kasse, betreuen den Museums-Shop, reparieren Ausstellungsstücke in der Werkstatt, geben bei Führungen Erläuterungen oder servieren wie Marlies Berndsen und acht weitere Frauen bei Tagungen oder Hochzeiten Kaffee und Kuchen.

Der älteste Aktive dürfte der ehemalige Hoesch-Meister Horst Klaffke (86) sein. Er kümmert sich um die Inventarisierung. Da gibt es einiges zu tun. Etwa 4000 Exponate gibt es im Museum zu bestaunen; und immer noch kommen neue Ausstellungsstücke hinzu – Werkzeuge oder alte Fotos, die ehemalige Hoeschianer auf dem Dachboden finden.

Fester Dienstplan sorgt für Struktur – gemeinsame Dienstbesprechungen

Hoeschmuseum

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Viele ehemalige Hoeschianer gehören auch zu den Ehrenamtlichen, die das Museum nach einem festen Dienstplan ehrenamtlich betreiben und sich einmal monatlich zu festen Dienstbesprechungen treffen. „Ein Drittel ist von Hoesch“, sagt Kurator Michael Dückershoff, der als einziger fest bei den Kulturbetrieben der Stadt Dortmund angestellt ist.

Viele weitere Berufsgruppen haben sich den Ehrenamtlichen ebenfalls angeschlossen. Lehrer, Hausfrauen oder auch Dr. Wolfgang Homann, der ehemalige Leiter des Naturkundemuseums. Auch Mitglieder des Dortmunder Vereins „Pro Kultur“ sind dazu gestoßen. Und vor allem gehört Dr. Alfred Heese nach wie vor zum Team. Der letzte Arbeitsdirektor von Hoesch war Mitbegründer des Museums.

Gruppe der Aktiven ist kontinuierlich gewachsen

Seit 2004, als die ersten Ausstellungsstücke zusammengetragen wurden, ist die Gruppe von anfangs 30 Personen ständig gewachsen. Gemeinsame Ausflüge oder Weihnachtsfeiern sorgen für eine Festigung des Zusammenhalts.

Die meisten Ehrenamtlichen wohnen längst nicht mehr in der Nordstadt; dennoch ist diese irgendwie ihr Zuhause geblieben. „Wir sind schließlich ein Teil der Geschichte der Nordstadt“, sagt Kurator Michael Dückershoff.

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