
Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti war des Lobes voll: „Sie leisten hier vorbildliche Arbeit und sind ein Vorbild für andere Städte.“ Er betonte, dass die Veranstaltung bundesweit einmalig sei und die Stadtspitze voll dahinterstehe.
Acht Mannschaften kämpften um den Jubiläumspokal „Anstoß zum Dialog“

Gerne hörten diese Worte Pfarrer Friedrich Stiller, Sprecher des Trägerkreises, Ogün Arpaci für die Muslime und Alexander Krimhand für die jüdische Seite. Sie begrüßten die Mannschaften und erinnerten an die Anfänge: „Wir hätten niemals gedacht, dass aus einer spaßigen Idee solch ein großes Projekt wird, das 20 Jahre Bestand hat.“
„Heute bringt das Fußballturnier der Religionen wieder jüdische, christliche und muslimische Menschen zusammen. Wir sind froh, dass es geklappt hat, und danken dafür Gott“, meint Krimhand.

Acht Mannschaften kämpften um den Jubiläumspokal „Anstoß zum Dialog“, darunter drei muslimische, zwei christliche, eine jüdische und zwei religiös gemischte Teams. Im 1. FC Dialog spielen sogar Spieler aller drei Religionen gemeinsam.
Die Jugend der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), Region Ruhrgebiet, zog ins Finale ein und setzte sich dort knapp mit 1:0 gegen die eritreisch-orthodoxe Mannschaft durch. Der Dauersieger der Vorjahre, Makkabi, wurde dieses Mal nur Fünfter.
Rund 350 Menschen verfolgten die Spiele und nutzten das Begleitprogramm
Rabbiner Avigdor Nosikov, die stellvertretende Superintendentin Leonie Grüning und Ahmad Aweimer vom Rat der muslimischen Gemeinden sprachen beim Friedensgruß der Religionen, der schon vor dem Turnier die innere Mitte der Veranstaltung zeigte. Er mündete in die Dortmunder Selbstverpflichtung, einen kurzen Text, den alle Spieler und das Publikum mitsprachen: „Wir wollen einander mit Respekt begegnen“, heißt es darin zum Beispiel.

Rund 350 Menschen verfolgten die Spiele und nutzten das von vielen Ehrenamtlichen getragene Begleitprogramm mit Kinderturnier, Jugendrallye und kulinarischen Angeboten des evangelischen Kindergartens und der Evinger Moschee.
Zum Jubiläum erschien zudem eine bebilderte Festschrift mit Eindrücken der Beteiligten, als Download auf der Website des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund (EKKDO) erhältlich.
Der Polizeieinsatz hatte nichts mit dem Dialog-Turnier zu tun
Am selben Tag kam es auf einem anderen Sportplatz im Hoeschpark zu gewalttätigen Konflikten bei einem Kreisliga-Spiel mit Polizeieinsatz, die Medien zeitweise fälschlich mit dem Fußballturnier der Religionen in Verbindung brachten – die Dortmunder Polizei stellte dies anderntags richtig.

Die Veranstalter beklagen zudem mangelnde Beachtung der auf Toleranz und Ausgleich gerichteten Veranstaltung durch die Dortmunder Medien. „Offensichtlich gibt es wenig Interesse an guten Nachrichten beim Miteinander der Religionen“, so die Bilanz von Stiller für den Trägerkreis.
Das Fußballturnier der Religionen findet seit 2006 statt, seit 2008 im Hoeschpark, ausgelöst durch die Fußball-Weltmeisterschaft (WM) 2006 als Freundschaftsspiel evangelischer Pfarrer und Dortmunder DITIB-Imame. Getragen wird es von einem breiten interreligiösen Trägerkreis, Hauptsponsor war in diesem Jahr das Bundesprogramm „Weißt Du, wer ich bin“.

