Oper, Ballett und Philharmoniker des Theater Dortmund stellen Spielpläne 2026/2027 vor

Die Musiktheater-Sparten präsentieren ein vielseitiges Programm

Außenansicht Theater Dortmund
Die Oper Dortmund, das Ballett Dortmund und die Dortmunder Philharmoniker präsentieren ihre Spielpläne für die Saison 2026/27. Foto: Thomas M.Jauk

Das Theater Dortmund hat die Spielpläne für Oper, Ballett und Philharmoniker für die Saison 2026/2027 vorgestellt. Das Programm verbindet bekannte Werke mit neuen Formaten und richtet sich an ein breites Publikum. Internationale Kooperationen und lokale Projekte spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie künstlerische Weiterentwicklungen. Auch neue Zugänge und Mitmach-Angebote sollen das Musiktheater weiter öffnen.

Oper Dortmund zwischen großen Titeln und eigenem Profil

Die Oper Dortmund setzt auch in der neuen Spielzeit, unter der Leitung von Intendant Heribert Germeshausen, auf eine Verbindung aus bekannten Werken und neuen Produktionen. Bereits vor der eigentlichen Saisoneröffnung steht mit „Brünnhilde brennt“ eine Uraufführung auf dem Programm, die in Koproduktion mit den Bayreuther Festspielen entsteht.

Gruppenbild der Leitenden
Die Spartenleiter des Musiktheaters in Dortmund: Tobias Ehinger, Jaš Otrin, Heribert Germeshausen und Jordan de Souza. Foto Björn Hickmann

Den offiziellen Auftakt im Dortmunder Opernhaus macht anschließend das Musical „Rebecca“, das erstmals an einem deutschen Stadttheater gezeigt wird. Im weiteren Verlauf der Saison zeigt die Oper ein breites Repertoire: Dazu zählen „Cavalleria rusticana / Gianni Schicchi“, „Hänsel und Gretel“, „Das Geheimnis der Knusperhexe“, „Guercœur“ sowie „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“.

Ein besonderer Fokus liegt erneut auf dem Festival Wagner-Kosmos VIII im Mai 2027, das die „Tannhäuser“-Premiere mit Langs „Brünnhilde brennt“ (Regie in beiden Fällen Neil Barry Moss) sowie Magnards „Guercœur“ (mit u. a. Stanislas de Barbeyrac und Lionel Lhote in der Regie von Olivier Py) und einem hochkarätigen Symposium verbindet.

Mit „Alle Neune – Die Operetten-Show“ setzt die Oper Dortmund auf ein Format, das der Operette neuen Glanz verleiht. Gemeinsam mit Götz Alsmann und wechselnden Stargästen wird sie als moderiertes Musiktheater präsentiert. Ergänzt wird der Spielplan durch zeitgenössische Arbeiten und ein breit aufgestelltes Angebot für junges Publikum.

Die Junge Oper Dortmund prägt die Ausrichtung des Hauses mit. Mit dem Auftragswerk „Wie klingt Grün?“ für Kinder ab zwei Jahren von Hauskomponist Marc L. Vogler, Wiederaufnahmen und Mitmach-Projekten wird Oper auch als frühe künstlerische Erfahrung und als Einladung zur Beteiligung verstanden.

Ballett Dortmund erzählt zwischen Dunkelheit und Poesie

Das Ballett Dortmund und das NRW Juniorballett stellen in der Spielzeit 2026/2027 das Handlungsballett klar in den Mittelpunkt. Unter der Leitung von Intendant Jaš Otrin spannt die Sparte dabei mit drei sehr unterschiedlichen Produktionen einen Bogen von düster bis poetisch.

Ballettdarbietung auf der Bühne
Chinara Alizade als Mina und Ryota Kitai als Count Dracula. Foto. Ewa Krasucka /Polnisches Nationalballett

„Dracula“ in der Choreografie von Krzysztof Pastor eröffnet die Saison als atmosphärisch dichte und düster aufgeladene Produktion. „Faust“ (Choreografie Edward Clug) setzt den Fokus anschließend auf innere Konflikte, Erkenntnisdrang und menschliche Grenzerfahrungen. Mit „Der kleine Prinz“ (Choreografie Annabelle Lopez Ochoa) folgt schließlich ein poetisches Familienballett als bewusster Gegenpol.

Ergänzt wird der Spielplan durch Wiederaufnahmen wie „Frida“ und „Tribute to Mozart“, die das Repertoire um zwei sehr unterschiedliche Abende erweitern. Auch die internationale Präsenz des Ensembles wächst weiter, unter anderem durch Einladungen zum Hong Kong Arts Festival und zum Festival de Música y Danza Granada in der Alhambra.

Darüber hinaus entwickelt sich das Ballett Dortmund zunehmend als Ort für choreografische und persönliche Entwicklung. Kooperationen und Projekte wie „We DO Dance!“ oder „ProArt328“ mit der Gesamtschule Scharnhorst verbinden künstlerische, schulische und sportliche Ansätze.

Zugleich öffnet sich die Sparte stärker in die Stadtgesellschaft. Formate wie das „Senior*innentanztheater“ oder das „JugendTanzTheaterBallettDortmund“ setzen auf Teilhabe und machen Tanz auch jenseits der Bühne erlebbar. Damit positioniert sich das Ballett Dortmund als internationale sichtbares Ensemble und zugleich als offener Ort für Begegnung und Entwicklung.

Philharmoniker verbinden große Sinfonik mit neuen Formaten

Die Dortmunder Philharmoniker gestalten die Spielzeit 2026/2027 unter Generalmusikdirektor Jordan de Souza als weit mehr als eine Reihe klassischer Konzertabende. Im Mittelpunkt stehen weiterhin die Philharmonischen Konzerte mit großer sinfonischer Literatur, die jedoch bewusst neu gelesen und in die Gegenwart geholt werden.

Blick in den Konzertsaal
Die Dortmunder Philharmoniker bringen große Sinfonik und neue Formate in die Spielzeit 2026/2027. Foto: Bjorn Leisten

Mozart, Mahler, Bruckner, Brahms, Strauss, Sibelius oder Dvořák erscheinen dabei nicht als verwaltete Monumente, sondern als Werke, die in der Gegenwart weiterwirken und neu befragt werden. Einen besonderen Fokus setzt das Festival „Beethoven NOW!“, das Beethoven als aktuelle, offene und weiterhin wirkungsmächtige künstlerische Stimme in den Mittelpunkt rückt.

Ein eigenes internationales Profil erhält die Saison durch die Zusammenarbeit mit Matthew Aucoin als Featured Composer & Creative Partner. Der Komponist, Dirigent und Autor steht für eine Verbindung von zeitgenössischer Musik, intellektueller Neugier und künstlerischer Vermittlung. Seine Arbeit prägt die Spielzeit vom Philharmonischen Konzert über das Format „Deep Dive“ bis hin zu einer europäischen Erstaufführung eines neuen Orchesterwerks.

Auch die Konzertformate werden konsequent erweitert: „Deep Dive“ versteht Musikvermittlung als eigenständige künstlerische Praxis, die Late-Night-Konzerte in der Kokerei Hansa setzen mit der „Data Symphony“ auf digitale Experimente in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität innerhalb des EU-weiten Forschungsprojekts „Excentric“

Ergänzt wird das Programm durch Cityring-Konzerte, Kammermusik an besonderen Orten, „Expedition Klassik“ und das „Tiny Music House“, das die Philharmoniker in die Stadtteile bringt. So entwickelt sich die Sparte zugleich zum großen sinfonischen Klangkörper und zum Orchester der Stadt, das neue Zugänge schafft und über Dortmund hinaus sichtbar wird.

Mehr Informationen:

  • Abonnements für die neue Spielzeit können ab dem 21. April 2026 im Abo-Service im Kundencenter gebucht werden. Der reguläre Vorverkauf für Einzelkarten beginnt am 30. Juni 2026 um 10 Uhr. Abonnent:innen können bereits ab dem 16. Juni 2026 Karten erwerben, die Theatercard ist ab dem 23. Juni 2026 erhältlich.

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Reaktionen

  1. Ballett Dortmund erobert die Herzen Südkoreas auf der größten Tournee seiner Geschichte (PM)

    Mit einem ausverkauften Auftakt im LG Arts Center Seoul in Südkorea hat das Ballett Dortmund die bislang größte Tournee seiner Geschichte begonnen. Rund 1.200 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten Alexander Ekmans „Ein Mittsommernachtstraum“ und feierten die Compagnie mit mehreren Vorhängen und Zwischenapplaus – eine außergewöhnliche Resonanz im südkoreanischen Kulturraum. Nach den fünf ausverkauften Vorstellungen in Seoul reist die Compagnie nach Hwaseong, ebenfalls in Südkorea und anschließend nach Spanien, um „Carmina Burana“ am „Les Arts – Performing Arts Center“ in Valencia zu präsentieren.

    Mit großem Applaus und vier Vorhängen sind das Ballett Dortmund mit dem NRW Juniorballett in seine Gastspielserie in Südkorea gestartet. Die Premiere von Ein Mittsommernachtstraum am 11. Juni im renommierten LG Arts Center Seoul war der Auftakt für insgesamt fünf ausverkaufte Vorstellungen mit jeweils 1.200 Besucherinnen und Besuchern. Dies war zugleich der Start der größten internationalen Tournee in der Geschichte des Balletts Dortmund. Nach den Vorstellungen in Seoul gastierte die Compagnie am 19. und 20. Juni in der City Performance Hall in Hwaseong. Anschließend reiste das Ensemble weiter nach Spanien und wird vom 25. bis 28. Juni Carmina Burana am Opernhaus Les Arts in Valencia präsentieren.

    „Internationale Gastspiele sind immer ein besonderer Vertrauensbeweis. Häuser wie das LG Arts Center Seoul oder das Les Arts – Performing Arts Center in Valencia laden nur dann eine Compagnie ein, wenn sie von deren künstlerischer Qualität überzeugt sind. Für unsere Tänzerinnen und Tänzer ist das eine große Anerkennung und zugleich die Chance, unsere Arbeit vor einem völlig neuen Publikum zu präsentieren. Außerdem nehmen wir dabei unsere Rolle als internationaler Botschafter der Stadt Dortmund sehr ernst und freuen uns, auf internationaler Ebene nicht nur unsere Compagnie, sondern auch die Stadt zu repräsentieren“, erklärt Ballettintendant Dr. Jaš Otrin.

    Umjubelter Auftakt in Seoul

    Das Ballett Dortmund gastierte bereits auf bedeutenden Bühnen in Städten wie New York, Barcelona, Peking, Xi’an, Hongkong, Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Salzburg, Brünn und Sevilla. Die Einladung an das LG Arts Center in Seoul reiht sich in diese internationale Gastspielgeschichte ein und zählt zu den besonderen Stationen der aktuellen Tournee.

    Das Publikum in Seoul reagierte auf Ein Mittsommernachtstraum mit mehreren Vorhängen, spürbarem Zwischenapplaus und Standing-Ovations. In einem Kulturraum, in dem Zurückhaltung im Konzert- und Theaterkontext häufig stärker ausgeprägt ist, unterstreicht diese Resonanz die besondere Wirkung der Dortmunder Produktion.

    Mit Ein Mittsommernachtstraum zeigt das Ballett Dortmund die gefeierte Choreografie des schwedischen Choreografen Alexander Ekman. Bekannt für seine bildstarken, humorvollen und überraschenden Arbeiten, verbindet Ekman in seiner Interpretation von Shakespeares Klassiker Tanz, Theater und visuelle Fantasie zu einem poetischen und zeitgenössischen Bühnenerlebnis. Auch der schwedische Komponist Mikael Karlsson, dessen Musik die Grundlage der Produktion bildet, war in Seoul anwesend.

    Musikalische Untermalung durch Kammerensemble der Dortmunder Philharmoniker

    Einen wesentlichen Anteil an der besonderen Wirkung von Ein Mittsommernachtstraum hat die Live-Musik. Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker rund um Konzertmeister Alexander Prushinskiy begleiten die Produktion in einer Kammerbesetzung aus Streichern, Klavier und Schlagwerk direkt auf der Bühne. Die Zusammenarbeit zeigt, wie eng Ballett Dortmund und Dortmunder Philharmoniker künstlerisch verbunden sind. Mit der schwedischen Sängerin Hannah Tolf entstand dabei ein Klangraum mit folkloristischer, poetischer und archaischer Atmosphäre.

    Auch in der Pause blieb diese Verbindung präsent: Rund 500 Besucherinnen und Besucher versammelten sich in der Lobby des LG Arts Center, wo Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker weitere Werke von Mikael Karlsson spielten und den Theaterabend über die Bühne hinaus fortführten.

    Wenn Dortmunder Produktionen reisen

    Eine internationale Tournee beginnt lange vor dem ersten Vorhang. Wochen vorher werden im Ballettzentrum Westfalen, im Opernhaus Dortmund und in den Werkstätten Abläufe geprüft, Transporte vorbereitet, Bühnenbilder angepasst, Kostüme verpackt, technische Pläne abgestimmt und Proben auf die Bedingungen der Gastspielhäuser ausgerichtet.

    „Eine internationale Tournee ist immer eine Premiere. Und das ist die Herausforderung: Alles muss präzise vorbereitet sein. Dafür braucht es nicht nur gute Planung, sondern viel Erfahrung und ein Team, das egal unter welchen Bedingungen schnell gemeinsame Lösungen findet“, erklärt Rudolf Kubičko, Betriebsdirektor des Ballett Dortmund.

    So wird die Tournee auch hinter den Kulissen zu einem Kunststück und auch einer Leistung des gesamten Hauses – von der künstlerischen Vorbereitung bis zur technischen Umsetzung vor Ort.

    Tournee-Stationen

    Ein Mittsommernachtstraum

    11. bis 14. Juni 2026
    LG Arts Center, Seoul (Südkorea)
    12. und 20. Juni 2026
    City Performance Hall, Hwaseong (Südkorea)

    Carmina Burana

    25. bis 28. Juni 2026
    Les Arts –Performing Arts Center, Valencia (Spanien)

    Weitere Informationen unter: http://www.theaterdo.de

  2. 2. Konzert Late Night in der Kokerei Hansa: Handys, Musen und Video Games (PM)

    Zwischen Industriearchitektur und Orchesterklang eröffnen die Dortmunder Philharmoniker neue Hörperspektiven: Die Late Night in der Kokerei Hansa verbindet klassische Musik, Videospielwelten und die besondere Atmosphäre eines Industriedenkmals zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis.

    Die Dortmunder Philharmoniker laden am 3. Juli 2026, um 21 Uhr ins Salzlager der Kokerei Hansa ein. Die Late Night verbindet orchestrale Musik mit Klängen aus der Welt der Videospiele und ermöglicht dem Publikum ein Konzerterlebnis jenseits klassischer Hörgewohnheiten.

    Auf dem Programm stehen Tan Duns „Passacaglia: Secret of Wind and Birds“ und sein Posaunenkonzert „Three Muses in Video Games“ mit dem Star-Posaunisten Jörgen van Rijen sowie bekannte Melodien aus Videospielklassikern wie Super Mario, The Legend of Zelda, Angry Birds, Skyrim und Guardians of the Galaxy. Dabei wird das Publikum selbst aktiv: In Tan Duns Passacaglia sind die Besucher eingeladen, mithilfe ihres Smartphones selbst Teil des Klanggeschehens zu werden.

    Eine besondere Rolle spielt dabei die Spielstätte: Das Salzlager der Kokerei Hansa ist kein klassischer Konzertsaal, sondern ein Industriedenkmal mit unverwechselbarer Atmosphäre. Die außergewöhnliche Architektur und die Nähe zwischen Publikum und Musiker schaffen ein Konzerterlebnis, das bewusst andere Hörperspektiven eröffnet und gewohnte Konzertrituale aufbricht.

    Die Dortmunder Philharmoniker laden dazu ein, bekannte Musik und Neuentdeckungen in dieser „Kathedrale der Industriekultur“ aus ungewohnten Perspektiven zu erleben. Dabei treffen orchestrale Klangwelten auf neue musikalische Einflüsse und eröffnen einen Zugang, der sowohl erfahrene Konzertbesucher als auch Neugierige anspricht.

    Bereits ab 19.30 Uhr ergänzt ein Rahmenprogramm rund um das Thema Gaming den Konzertabend und lädt zum Mitmachen und Entdecken ein.

    Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur statt.

    Karten sind zum Einheitspreis von 23 Euro an allen bekannten Vorverkaufsstellen, an der Theaterkasse im Kundencenter, telefonisch unter 0231/50 27 222 sowie online unter http://www.theaterdo.de erhältlich.

  3. Oper Dortmund mit Mazeppa erneut im Fokus: FAUST-Nominierung für Vincent Stefan in der Kategorie Medien (PM)

    Die Oper Dortmund freut sich über eine weitere bedeutende Würdigung ihres künstlerischen Profils: Vincent Stefan ist für seine Arbeit an Mazeppa in der Kategorie Medien für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2026 nominiert. Die Nominierung lenkt den Blick auf eine Produktion, mit der die Oper Dortmund nicht nur eine selten gespielte Grand Opéra als szenische Deutsche Erstaufführung auf die Bühne zurückholte, sondern zugleich gezeigt hat, wie kraftvoll sich Wiederentdeckung und Gegenwart im Musiktheater verbinden lassen. Gerade in Mazeppa wurde die mediale Gestaltung zu einem wesentlichen Bestandteil des Abends – nicht als illustratives Beiwerk, sondern als eigenständige Bildsprache, die das Bühnengeschehen mitträgt, verdichtet und erweitert.

    Bildsprache mit eigener künstlerischer Handschrift

    Dass Vincent Stefans Arbeit in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit erfährt, hat auch mit seiner eigenen künstlerischen Biografie zu tun. Ausgehend von einer frühen Ausbildung in Klavier und Komposition entwickelte er über Jahre hinweg ein internationales Profil als Musiker, Regisseur, Komponist, Dramaturg, Performer und Fotograf, bevor er sein künstlerisches Tätigkeitsfeld um Videodesign erweiterte. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich in seinen Arbeiten wider. Auch in Mazeppa ging es nicht um bloße Illustration, sondern um eine mediale Sprache, die musikalische Dramaturgie, szenischen Rhythmus und visuelle Setzung präzise miteinander verbindet.

    „Mich freut diese Nominierung sehr, weil sie eine Arbeit sichtbar macht, die nur im engen Zusammenspiel mit vielen anderen entstehen konnte“, sagt Vincent Stefan. „An Mazeppa hat mich besonders gereizt, dass die Bildsprache nicht neben der Oper herlaufen sollte, sondern mitten in sie hinein. Gerade bei einem wiederentdeckten Werk können Medien helfen, neue Zugänge zu schaffen – als eigenständige Form von Atmosphäre, Bewegung und Bedeutung.“

    Wiederentdeckung und Gegenwart als Dortmunder Prinzip

    Mit Clémence de Grandvals Mazeppa hat die Oper Dortmund exemplarisch sichtbar gemacht, wofür das Haus seit Jahren steht: für die Wiederentdeckung zu Unrecht vergessener Werke und für die Überzeugung, dass Oper im 21. Jahrhundert nur dann lebendig bleibt, wenn sie aus der Reibung von Geschichte und Gegenwart neue Energie gewinnt. Innovation spielt in diesem Verständnis keine Nebenrolle, sondern gehört zum Kern der künstlerischen Arbeit. In Mazeppa wurde sie zum tragenden Stilmittel. Vincent Stefans mediale Ebene eröffnete nicht nur neue Bildräume, sondern schuf Übergänge zwischen historischer Vorlage, heutiger Wahrnehmung und einer Bildsprache, die das Werk mit Nachdruck in die Gegenwart holte.

    „Die Nominierung von Vincent Stefan freut uns außerordentlich, weil sie eine Arbeit würdigt, die für unser Verständnis von Musiktheater zentral ist“, erklärt Opernintendant Heribert Germeshausen: „Wenn wir vergessene Werke wieder auf die Bühne bringen, geht es nie nur um Rekonstruktion. Es geht darum, sie künstlerisch so ernst zu nehmen, dass aus ihnen im Heute wieder Theater von unmittelbarer Kraft wird. Genau dafür steht unsere szenische Deutsche Erstaufführung von Mazeppa in besonderer Weise.“

    Mit der Nominierung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2026 in der Kategorie Medien rückt die Oper Dortmund erneut als Haus in den Blick, das Wiederentdeckungen mit künstlerischer Neugier, formaler Offenheit und hohem ästhetischem Anspruch verbindet. Mazeppa steht damit exemplarisch für eine Programmatik, in der das Musiktheater der Gegenwart nicht im Gegensatz zur Operngeschichte gedacht wird, sondern aus ihrer produktiven Reibung neue Kraft gewinnt. Die Preisverleihung findet am 14. November 2026 im Staatstheater Wiesbaden statt.

  4. Glanzvoller Saisonabschluss: Die 42. Internationale Ballettgala im Opernhaus Dortmund (PM)

    Bereits zum 42. Mal lädt das Ballett Dortmund zur Internationalen Ballettgala ins Opernhaus ein. Am Samstag, 4. Juli 2026, um 19.30 Uhr präsentieren renommierte Künstler der internationalen Tanzszene gemeinsam mit Tänzern des Ballett Dortmund und des NRW Juniorballetts ein abwechslungsreiches Programm aus klassischen und zeitgenössischen Choreografien. Zu erleben sind Werke bedeutender Choreografen wie George Balanchine, Hans van Manen, Krzysztof Pastor, Jiøí Bubeníèek, Renato Zanella und Annabelle Lopez Ochoa.

    Zu den Gästen der diesjährigen Gala zählen Marianna Suriano und Claudio Cocino vom Teatro dell’Opera di Roma, Anna Tsygankova und Giorgi Potskhishvili vom Het Nationale Ballet, Haruka Sassa und David Soares Mota vom Staatsballett Berlin sowie die Company Riva & Repele und weitere internationale Startänzer. Gemeinsam mit dem Ballett Dortmund und dem NRW Juniorballett gestalten sie einen Abend, der die Vielfalt und Ausdruckskraft des internationalen Tanzes feiert.

    Die Künstlerische Gesamtleitung der Gala liegt bei Dr. Jaš Otrin. Durch den Abend führt Kammersänger Hannes Brock.
    Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen, an der Theaterkasse im Kundencenter, telefonisch unter 0231/50 27 222, oder im Internet auf http://www.theaterdo.de erhältlich.

    Terminübersicht:

    Premiere
    Samstag, 04.07.26, 19.30 Uhr
    Opernhaus Dortmund

    Weitere Vorstellung
    So, 05.07.26, 18.00 Uhr

  5. VVK-Start des Musical-Welterfolges „Rebecca“ im Dortmunder Opernhaus – Vereinigte Bühnen Wien adeln die Oper Dortmund als Musicalstandort durch die Freigabe der Rechte am Erfolgsstück von Michael Kunze und Sylvester Levay (PM)

    Mit „Rebecca“ bringt die Oper Dortmund ab September 2026 eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Musicals der vergangenen Jahrzehnte auf die Bühne des Opernhauses. Die Neuinszenierung des Musical-Welterfolgs von Michael Kunze und Sylvester Levay entsteht in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Bühnen Wien und feiert am 19. September 2026 Premiere in Dortmund. Der offizielle Vorverkauf startet ab dem 30. Juni 2026, ab 10 Uhr.

    Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Daphne du Maurier erzählt „Rebecca“ die Geschichte einer jungen Frau, die sich in den britischen Aristokraten Maxim de Winter verliebt und mit ihm auf dessen Landsitz Manderley zieht. Dort wird sie jedoch von der allgegenwärtigen Erinnerung an Maxims verstorbene erste Frau Rebecca eingeholt. Hinter der prachtvollen Fassade des Anwesens entfaltet sich ein psychologischer Spannungsbogen voller Geheimnisse, Intrigen und unerwarteter Wendungen.

    Seit seiner Uraufführung 2006 in Wien hat sich „Rebecca“ zu einem internationalen Publikumserfolg entwickelt und wurde weltweit aufgeführt. Die Dortmunder Produktion bringt das Musical erstmals an ein deutsches Stadttheater. Regie führt Musicalspezialist Gil Mehmert, der für seine aufwendigen und publikumswirksamen Inszenierungen bekannt ist.

    In den Hauptrollen sind Antonia Kalinowski als „Ich“, Mark Seibert und Jan Ammann (alternierend) als Maxim de Winter sowie Bettina Mönch als Haushälterin Mrs. Danvers zu erleben. Die musikalische Leitung übernimmt Carlos Vázquez.

    Mit seiner Verbindung aus Liebesgeschichte, Mystery-Thriller und opulenter Musicaldramaturgie zählt „Rebecca“ zu den erfolgreichsten Werken des Komponisten Sylvester Levay und des Librettisten Michael Kunze. Eindrucksvolle Ensembleszenen, große Emotionen und ein atmosphärischer Soundtrack machen das Stück zu einem der bekanntesten Musicals im deutschsprachigen Raum.

    Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen, an der Theaterkasse im Kundencenter, telefonisch unter 0231/50 27 222 sowie online erhältlich.

    Terminübersicht:

    Premiere
    Sonntag, 19.09.2026, 19.30 Uhr
    Opernhaus Dortmund

    Weitere Vorstellungen
    Fr, 02.10.26, 19.30 Uhr
    So, 04.10.26, 16.00 Uhr
    Sa, 10.10.26, 19.30 Uhr
    Mi, 14.10.26, 19.30 Uhr
    So, 18.10.26, 18.00 Uhr
    So, 25.10.26, 18.00 Uhr
    Sa, 31.10.26, 19.30 Uhr
    Fr, 06.11.26, 19.30 Uhr
    Fr, 13.11.26, 19.30 Uhr
    Sa, 21.11.26, 19.30 Uhr
    Sa, 12.12.26, 19.30 Uhr
    Do, 17.12.26, 19.30 Uhr
    Di, 29.12.26, 19.30 Uhr
    Do, 31.12.26, 15.00 Uhr
    Do, 31.12.26, 20.00 Uhr
    Sa, 02.01.27, 19.30 Uhr
    So, 10.01.27, 16.00 Uhr
    So, 17.01.27, 18.00 Uhr
    Sa, 23.01.27, 19.30 Uhr
    So, 31.01.27, 18.00 Uhr
    Do, 04.02.27, 19.30 Uhr
    So, 14.02.27, 18.00 Uhr
    Sa, 20.02.27, 19.30 Uhr
    So, 28.02.27, 18.00 Uhr
    Sa, 06.03.27, 19.30 Uhr
    Mi, 10.03.27, 19.30 Uhr
    Sa, 10.04.27, 19.30 Uhr (Derniere)

  6. Theater Dortmund macht aus Tanz und Digitalität ein preisgekröntes Bühnenwerk (PM)

    Guillem Rojo i Gallego, Tänzer des Balletts Dortmund und Choreograf, erhielt für seine Choreografie „The Blood of a Poet“ den Prof.-Balzert-Ballettpreis 2026. Die Produktion ist eine Kooperation der Akademie für Theater und Digitalität (Intendanz: Marcus Lobbes) und des Balletts Dortmund (Intendanz: Jaš Otrin) und wurde im Rahmen der 42. Internationalen Ballettgala im Opernhaus Dortmund präsentiert.

    Dortmund, Juli 2026 – Tanz, digitale Technologien und künstlerische Forschung verbinden sich in The Blood of a Poet zu einer neuen Form des Bühnenerlebens. Für diese Arbeit erhielt Guillem Rojo i Gallego, Tänzer des Ballett Dortmund und Choreograf, den Prof.-Balzert-Ballettpreis 2026. Die Auszeichnung wurde am 04. Juli 2026 im Rahmen der 42. Internationalen Ballettgala verliehen, bei der die Produktion auf der Bühne des Opernhauses Dortmund als Uraufführung zu erleben war. Mit The Blood of a Poet ist ein Werk entstanden, das zeitgenössischen Tanz mit Projektion, Motion Capture, generativer Künstlicher Intelligenz und Interaktion verbindet. Digitale Technologien dienen dabei nicht als Effekt, sondern werden Teil der choreografischen Erzählung. So entstand eine Bühnenwelt, in der sich analoger Tanz und digitale Innovation gegenseitig ergänzen und neue künstlerische Ausdrucksformen ermöglichen.

    The Blood of a Poet ist eine Kooperation der Akademie für Theater und Digitalität (Intendanz: Marcus Lobbes) und des Ballett Dortmund (Intendanz: Jaš Otrin). Gemeinsam mit Tech-Artist Nils Gallist begleitete die Akademie den künstlerisch-technologischen Entwicklungsprozess. Das Ballett Dortmund verantwortete die Produktion und brachte das Werk mit sieben Tänzerinnen der Compagnie unter der choreografischen Leitung von Guillem Rojo i Gallego auf die Bühne der Internationalen Ballettgala. Für Guillem Rojo i Gallego ist die Produktion zugleich ein wichtiger Schritt seiner choreografischen Entwicklung.

    Als Tänzer des Ballett Dortmund ist er Teil des Mentorenprogramms für Choreografie, mit dem die Compagnie gezielt choreografische Talente aus den eigenen Reihen fördert und ihnen Raum gibt, eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln. Auch inhaltlich fügt sich The Blood of a Poet in einen zentralen inhaltlichen Schwerpunkt der aktuellen Spielzeit ein. Wie Produktionen wie Frida oder Ella richtet das Werk den Blick auf Künstlerinnen, denen zu Lebzeiten nicht die Aufmerksamkeit oder Anerkennung zuteilwurde, die sie verdient hätten. Damit verbindet die Produktion technologische Innovation mit einer künstlerischen Auseinandersetzung über Erinnerung, Sichtbarkeit und die Frage, welche Geschichten heute wie erzählt werden.

    Auszeichnung für Innovation, Kultur und Kooperation zweier Theatersparten

    Der Prof.-Balzert-Ballettpreis würdigt Produktionen, die neue Impulse für den Tanz setzen und digitale Technologien als künstlerisches Gestaltungsmittel weiterdenken. Gestiftet wurde der Preis von den Dortmunder Informatikprofessoren Heide und Helmut Balzert. Er schlägt bewusst eine Brücke zwischen Wissenschaft, Technologie und den Darstellenden Künsten und zeichnet Arbeiten aus, die neue Wege für den Tanz eröffnen.

    Mit The Blood of a Poet wird nicht nur eine außergewöhnliche Choreografie ausgezeichnet. Gewürdigt wurde zugleich die enge Zusammenarbeit zwischen der Akademie für Theater und Digitalität und dem Ballett Dortmund. Sie macht sichtbar, wie aus der Verbindung von künstlerischer Forschung, technologischer Entwicklung und choreografischer Praxis neue ästhetische Möglichkeiten entstehen und digitale Technologien den Tanz als künstlerisches Ausdrucksmittel erweitern: Die Akademie ist ein international vernetztes Forschungs- und Entwicklungslabor, das den digitalen Wandel der Darstellenden Künste künstlerisch gestaltet.

    An der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Wissenschaft entwickelt das Team gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Creative Technologists neue Methoden, Werkzeuge, Produktionsweisen und Erzählformen für die performativen Künste. Das Ballett Dortmund bringt diese Entwicklungen in die künstlerische Praxis und auf die Bühne – dort, wo Innovation für das Publikum unmittelbar erlebbar wird.

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