Oper, Ballett und Philharmoniker des Theater Dortmund stellen Spielpläne 2026/2027 vor

Die Musiktheater-Sparten präsentieren ein vielseitiges Programm

Außenansicht Theater Dortmund
Die Oper Dortmund, das Ballett Dortmund und die Dortmunder Philharmoniker präsentieren ihre Spielpläne für die Saison 2026/27. Foto: Thomas M.Jauk

Das Theater Dortmund hat die Spielpläne für Oper, Ballett und Philharmoniker für die Saison 2026/2027 vorgestellt. Das Programm verbindet bekannte Werke mit neuen Formaten und richtet sich an ein breites Publikum. Internationale Kooperationen und lokale Projekte spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie künstlerische Weiterentwicklungen. Auch neue Zugänge und Mitmach-Angebote sollen das Musiktheater weiter öffnen.

Oper Dortmund zwischen großen Titeln und eigenem Profil

Die Oper Dortmund setzt auch in der neuen Spielzeit, unter der Leitung von Intendant Heribert Germeshausen, auf eine Verbindung aus bekannten Werken und neuen Produktionen. Bereits vor der eigentlichen Saisoneröffnung steht mit „Brünnhilde brennt“ eine Uraufführung auf dem Programm, die in Koproduktion mit den Bayreuther Festspielen entsteht.

Gruppenbild der Leitenden
Die Spartenleiter des Musiktheaters in Dortmund: Tobias Ehinger, Jaš Otrin, Heribert Germeshausen und Jordan de Souza. Foto Björn Hickmann

Den offiziellen Auftakt im Dortmunder Opernhaus macht anschließend das Musical „Rebecca“, das erstmals an einem deutschen Stadttheater gezeigt wird. Im weiteren Verlauf der Saison zeigt die Oper ein breites Repertoire: Dazu zählen „Cavalleria rusticana / Gianni Schicchi“, „Hänsel und Gretel“, „Das Geheimnis der Knusperhexe“, „Guercœur“ sowie „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“.

Ein besonderer Fokus liegt erneut auf dem Festival Wagner-Kosmos VIII im Mai 2027, das die „Tannhäuser“-Premiere mit Langs „Brünnhilde brennt“ (Regie in beiden Fällen Neil Barry Moss) sowie Magnards „Guercœur“ (mit u. a. Stanislas de Barbeyrac und Lionel Lhote in der Regie von Olivier Py) und einem hochkarätigen Symposium verbindet.

Mit „Alle Neune – Die Operetten-Show“ setzt die Oper Dortmund auf ein Format, das der Operette neuen Glanz verleiht. Gemeinsam mit Götz Alsmann und wechselnden Stargästen wird sie als moderiertes Musiktheater präsentiert. Ergänzt wird der Spielplan durch zeitgenössische Arbeiten und ein breit aufgestelltes Angebot für junges Publikum.

Die Junge Oper Dortmund prägt die Ausrichtung des Hauses mit. Mit dem Auftragswerk „Wie klingt Grün?“ für Kinder ab zwei Jahren von Hauskomponist Marc L. Vogler, Wiederaufnahmen und Mitmach-Projekten wird Oper auch als frühe künstlerische Erfahrung und als Einladung zur Beteiligung verstanden.

Ballett Dortmund erzählt zwischen Dunkelheit und Poesie

Das Ballett Dortmund und das NRW Juniorballett stellen in der Spielzeit 2026/2027 das Handlungsballett klar in den Mittelpunkt. Unter der Leitung von Intendant Jaš Otrin spannt die Sparte dabei mit drei sehr unterschiedlichen Produktionen einen Bogen von düster bis poetisch.

Ballettdarbietung auf der Bühne
Chinara Alizade als Mina und Ryota Kitai als Count Dracula. Foto. Ewa Krasucka /Polnisches Nationalballett

„Dracula“ in der Choreografie von Krzysztof Pastor eröffnet die Saison als atmosphärisch dichte und düster aufgeladene Produktion. „Faust“ (Choreografie Edward Clug) setzt den Fokus anschließend auf innere Konflikte, Erkenntnisdrang und menschliche Grenzerfahrungen. Mit „Der kleine Prinz“ (Choreografie Annabelle Lopez Ochoa) folgt schließlich ein poetisches Familienballett als bewusster Gegenpol.

Ergänzt wird der Spielplan durch Wiederaufnahmen wie „Frida“ und „Tribute to Mozart“, die das Repertoire um zwei sehr unterschiedliche Abende erweitern. Auch die internationale Präsenz des Ensembles wächst weiter, unter anderem durch Einladungen zum Hong Kong Arts Festival und zum Festival de Música y Danza Granada in der Alhambra.

Darüber hinaus entwickelt sich das Ballett Dortmund zunehmend als Ort für choreografische und persönliche Entwicklung. Kooperationen und Projekte wie „We DO Dance!“ oder „ProArt328“ mit der Gesamtschule Scharnhorst verbinden künstlerische, schulische und sportliche Ansätze.

Zugleich öffnet sich die Sparte stärker in die Stadtgesellschaft. Formate wie das „Senior*innentanztheater“ oder das „JugendTanzTheaterBallettDortmund“ setzen auf Teilhabe und machen Tanz auch jenseits der Bühne erlebbar. Damit positioniert sich das Ballett Dortmund als internationale sichtbares Ensemble und zugleich als offener Ort für Begegnung und Entwicklung.

Philharmoniker verbinden große Sinfonik mit neuen Formaten

Die Dortmunder Philharmoniker gestalten die Spielzeit 2026/2027 unter Generalmusikdirektor Jordan de Souza als weit mehr als eine Reihe klassischer Konzertabende. Im Mittelpunkt stehen weiterhin die Philharmonischen Konzerte mit großer sinfonischer Literatur, die jedoch bewusst neu gelesen und in die Gegenwart geholt werden.

Blick in den Konzertsaal
Die Dortmunder Philharmoniker bringen große Sinfonik und neue Formate in die Spielzeit 2026/2027. Foto: Bjorn Leisten

Mozart, Mahler, Bruckner, Brahms, Strauss, Sibelius oder Dvořák erscheinen dabei nicht als verwaltete Monumente, sondern als Werke, die in der Gegenwart weiterwirken und neu befragt werden. Einen besonderen Fokus setzt das Festival „Beethoven NOW!“, das Beethoven als aktuelle, offene und weiterhin wirkungsmächtige künstlerische Stimme in den Mittelpunkt rückt.

Ein eigenes internationales Profil erhält die Saison durch die Zusammenarbeit mit Matthew Aucoin als Featured Composer & Creative Partner. Der Komponist, Dirigent und Autor steht für eine Verbindung von zeitgenössischer Musik, intellektueller Neugier und künstlerischer Vermittlung. Seine Arbeit prägt die Spielzeit vom Philharmonischen Konzert über das Format „Deep Dive“ bis hin zu einer europäischen Erstaufführung eines neuen Orchesterwerks.

Auch die Konzertformate werden konsequent erweitert: „Deep Dive“ versteht Musikvermittlung als eigenständige künstlerische Praxis, die Late-Night-Konzerte in der Kokerei Hansa setzen mit der „Data Symphony“ auf digitale Experimente in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität innerhalb des EU-weiten Forschungsprojekts „Excentric“

Ergänzt wird das Programm durch Cityring-Konzerte, Kammermusik an besonderen Orten, „Expedition Klassik“ und das „Tiny Music House“, das die Philharmoniker in die Stadtteile bringt. So entwickelt sich die Sparte zugleich zum großen sinfonischen Klangkörper und zum Orchester der Stadt, das neue Zugänge schafft und über Dortmund hinaus sichtbar wird.

Mehr Informationen:

  • Abonnements für die neue Spielzeit können ab dem 21. April 2026 im Abo-Service im Kundencenter gebucht werden. Der reguläre Vorverkauf für Einzelkarten beginnt am 30. Juni 2026 um 10 Uhr. Abonnent:innen können bereits ab dem 16. Juni 2026 Karten erwerben, die Theatercard ist ab dem 23. Juni 2026 erhältlich.

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