Genossenschaft stellt ihre langfristig angelegte Initiative vor:

Die Emscher wird jetzt zum „Mitmach-Fluss“

Am „Blauen Klassenzimmer“ direkt an der Emscher in Dortmund können Kinder das Gewässer genau unter die Lupe nehmen.
Am „Blauen Klassenzimmer“ direkt an der Emscher in Dortmund können Kinder das Gewässer genau unter die Lupe nehmen. Foto: Rupert Oberhäuser für die Emschergenossenschaft

Die Emschergenossenschaft löst ihr Versprechen ein und gibt den Menschen in der Region ihren Fluss zurück: Nachdem die Weichen für die Abwasserfreiheit in der Emscher mit der Inbetriebnahme des Pumpwerks Oberhausen und der Flutung des Abwasserkanals Emscher gestellt wurden, stellte der Regionen-Entwickler nun seine neue Initiative „Mach mit am Fluss!“ vor. Bürgerinnen und Bürger sollen sich künftig nicht nur an zahlreichen Mitmach-Aktionen an der Emscher und ihren Nebenläufen beteiligen können. Sie sollen auch maßgeblich bei der weiteren Entwicklung des Neuen Emschertals mitreden und sogar auch mitentscheiden dürfen.

Bürger*innen sollen das neue Emschertal entdecken und an dessen Entwicklung mitwirken

„Nach der Pflicht folgt die Kür: Die neue Emscher kommt – und sie gehört den Menschen in dieser Region“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Die Emscher, so Paetzel, sei künftig kein Meideraum mehr. Das gehöre endgültig der Vergangenheit an. Die neue Emscher werde die Menschen zum Flanieren, Genießen, Beteiligen und Teilhaben einladen.

Im „Blauen Klassenzimmer“ am Hahnenbach ist für Kinder und Schulklassen Mitmachen angesagt.
Im „Blauen Klassenzimmer“ am Hahnenbach ist für Kinder und Schulklassen Mitmachen angesagt. Foto: Christian Schäfer für die Emschergenossenschaft

Die Bürger*innen sollen das neue Emschertal entdecken und an dessen weiterer Entwicklung mitwirken: „Wir möchten den Menschen die neuen Möglichkeiten an der Emscher und ihren Nebenläufen vor Augen führen, die sich in Zukunft eröffnen: Hier können sie Natur erleben, in ihrer Freizeit aktiv unterwegs sein, Kultur entdecken und an den Flussläufen lernen und forschen.“

Die Initiative „Mach mit am Fluss!“ ist langfristig angelegt und gibt den Menschen auf ganz verschiedenen Ebenen die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Die Emschergenossenschaft begleitet diesen Prozess als Ermöglicher und Impulsgeber.

„Wir fördern die besten Ideen aus der Bürgerschaft, unterstützen gute Initiativen und regen die Auseinandersetzung mit Themen wie Artenvielfalt, Klima- und Umweltschutz oder Klimaanpassung an. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir die Emscher-Zukunft gestalten – für eine lebendige, nachhaltige Region, in der Menschen gerne leben und auf die sie stolz sein können“, so Paetzel.

Emschergenossenschaft will das genossenschaftliche Prinzip weiter entwickeln

Das Mitmachen beschränkt sich dabei jedoch nicht allein auf die Besuche von Info-Veranstaltungen und Blicke hinter die Kulissen wie bei Führungen über Baustellen und Anlagen. Engagierte Menschen sollen darüber hinaus auch bei vielen Projekten mitreden und sogar mitentscheiden dürfen.

Bei der Planung für die Renaturierung und Gestaltung des Katernberger Bachs in Essen ist die Bevölkerung aktiv im Vorfeld eingebunden worden. Zahlreiche Ideen und Anregungen wurden anschließend bei der ökologischen Umgestaltung und der städtebaulichen Einbindung des Gewässers berücksichtigt und umgesetzt.
Bei der Planung für die Renaturierung und Gestaltung des Katernberger Bachs in Essen ist die Bevölkerung aktiv im Vorfeld eingebunden worden. Foto: Andreas Fritsche für die Emschergenossenschaft

So ist bei der Planung für die Renaturierung und Gestaltung des Katernberger Bachs in Essen die Bevölkerung aktiv im Vorfeld eingebunden worden. Zahlreiche Ideen und Anregungen wurden anschließend bei der ökologischen Umgestaltung und der städtebaulichen Einbindung des Gewässers berücksichtigt und umgesetzt.

Mit der Initiative „Mach mit am Fluss!“ denkt die Emschergenossenschaft das genossenschaftliche Prinzip weiter und ermöglicht Basisdemokratie bei wichtigen Themen, die die Gesellschaft mit am meisten bewegen: Natur- und Umweltschutz sowie Klimafolgenanpassung. Neu ist das Thema „Mitmachen“ jedoch nicht bei der Emschergenossenschaft.

Dem öffentlich-rechtlichen Wasserverband war es schon immer wichtig, dass die Bevölkerung an den Umbauprojekten beteiligt wird bzw. von den Ergebnissen profitiert. Im demokratischen Sinne werden alle wichtigen Entscheidungen der Emschergenossenschaft zudem von den Mitgliedern (darunter unter anderem die Kommunen und Industrieunternehmen) kontrolliert und legitimiert: So gibt es unter anderem einen mehrmals im Jahr tagenden Aufsichtsrat sowie die einmal jährlich tagende Genossenschaftsversammlung.

„Mach mit am Fluss!“ ermöglicht es künftig neben den gewählten Delegierten aus der Region allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die Zukunft an der Emscher und auch an der Lippe ganz wesentlich mitzugestalten.

Crowdfunding-Plattform zur Umsetzung von Bürger*innen-Projekten gestartet

Brigitte Schubert und Heinz Meyer (beide Emscher-Guides), Dr. Mario Sommerhäuser von der Emschergenossenschaft, Sara Mulatu von der Essener Ehrenamts-Agentur, Alexander Scheidle vom Kleingartenverein Deininghausen in Castrop-Rauxel und Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, haben die Initiative „Mach mit am Fluss!“ vorgestellt.
Brigitte Schubert und Heinz Meyer (Emscher-Guides), Dr. Mario Sommerhäuser (EG), Sara Mulatu (Ehrenamts-Agentur), Alexander Scheidle (KGA Deininghausen) und Prof. Dr. Uli Paetzel haben die Initiative vorgestellt. Archivfoto: Ilias Abawi für die Emschergenossenschaft

Ein wichtiges Instrument ist dabei eine völlig neue Crowdfunding-Plattform, die am Freitag von der Emschergenossenschaft vorgestellt wurde: die Emscher-Lippe-Crowd. Mit ihr gibt der Verband allen Kreativen und Engagierten die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Projekte nicht nur zu präsentieren, sondern mit der Unterstützung von vielen Menschen umzusetzen Auch die Emschergenossenschaft selbst wird sich an der finanziellen Förderung von Projekten beteiligen.

Für eine erfolgreiche Teilnahme gibt es konkrete Anforderungen: Die Projekte müssen im Einzugsgebiet der Gewässer-Systeme an Emscher und Lippe realisiert werden. Sie sollten einen Bezug zu Wasser haben und/oder einen ökologischen Zweck verfolgen. Projektstarter*innen können dabei Vereine, Organisationen, Initiativen, Schulen, Stiftungen, Privatpersonen etc. sein.

Alle weiteren Informationen zur Crowdfunding-Plattform gibt es im Internet auf www.emscher-lippe-crowd.de. Details zur Initiative „Mach mit am Fluss!“ gibt es auf www.machmitamfluss.de. Über eine interaktive Karte lassen sich vielfältige Angebote zum Mitmachen in den Kategorien „Natur erleben“, „Aktiv unterwegs“, „Lernen & forschen“, „Kunst entdecken“ ansteuern.


Hintergrund:

Die Emschergenossenschaft

  • Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.
  • Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.
  • Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit den Emscher-Kommunen das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren knapp 5,5 Milliarden Euro investiert werden.
  • Internetseite: www.eglv.de
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Kommentare

  1. Gesund an der Emscher: Vier Höfe entlang des Flusses laden zum Bewegen ein - KNAPPSCHAFT und Emschergenossenschaft eröffnen Bewegungsinseln an der Emscher (PM)

    Die Emscher wird zum Mitmach-Fluss: Sogenannte Bewegungsinseln laden ab sofort an den vier Emscher-Höfen – dem Emscherquellhof in Holzwickede, dem Hof Emscher-Auen in Castrop-Rauxel, dem BernePark in Bottrop und dem Hof Emschermündung in Dinslaken – zum Bewegen ein. Entstanden sind sie im Zuge des Präventionsprojektes „Gesund an der Emscher“ von der KNAPPSCHAFT und der Emschergenossenschaft.

    Parallel zum fortschreitenden Emscher-Umbau leistet die Kooperation des Wasserwirtschaftsunternehmens und der Krankenkasse einen weiteren wichtigen Beitrag für mehr Lebensqualität in der Emscher-Region. Im Mittelpunkt steht die Gesundheitsförderung für Menschen jeden Alters. Durch den Emscher-Umbau erhalten die Menschen in dieser Region nicht nur einen Zugang zu einer neu zurückgewonnenen Natur- und Flusslandschaft – direkt vor der eigenen Haustür. An den Ufern entstehen auch Freizeitareale entlang eines umfangreichen Wegenetzes.

    Jetzt wurden an den vier Emscher-Höfen – von der Quelle bis zur Mündung – sogenannte Bewegungsinseln aufgestellt. Eine Bewegungsinsel besteht aus mehreren Geräten, an denen verschiedenste Übungen möglich sind: Sie helfen dabei, sich fit zu halten und so etwas für die Gesundheit zu tun. Eine Infotafel erklärt die Übungen einfach und verständlich in Bild und Text.

    „Wasserwirtschaft, Bewegung und Gesundheit bilden beim Emscher-Umbau einen Dreiklang: Neben einer neuen blau-grünen Infrastruktur schaffen wir Lebensräume, die Interessierte bei Radtouren und Spaziergängen entdecken und erleben können. An unseren Emscher-Höfen kann man ab sofort noch mehr auch etwas für seine Fitness tun. Dazu laden wir alle ein“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

    Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT, betont: „Das Vorhaben der Emschergenossenschaft, durch den Emscher-Umbau den Menschen in dieser Region ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, finde ich toll. Die KNAPPSCHAFT ist in dieser Region tief verwurzelt und deshalb freuen wir uns, diesen Weg aktiv mitzugehen. Wir wollen mit den Bewegungsinseln den Menschen ein Angebot zur Bewegung und einem achtsamen Umgang mit sich und ihrer Gesundheit machen.“

    Die KNAPPSCHAFT unterstützt seit 2019 zahlreiche Projekte entlang des Emscherweges zur Gesundheitsförderung. Zum Beispiel bietet das Projekt „Gesund an der Emscher“ Workshops im Gesundheits- und Ernährungsgarten in Dortmund oder geführte „Glücksradtouren“, eine Verbindung aus Radtour und Achtsamkeitsübung, an.

  2. Neuer Mängelmelder für Emscher und Lippe: „Mach mit am Fluss!“ - aufmerksame Bürgerinnen und Bürger können Hinweise nun direkt an die Wasserverbände übermitteln (PM)

    Transparenz, Offenheit und Bürgernähe sind Werte, die für Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) eine wichtige Rolle einnehmen. Ab sofort bieten die Regionen-Entwickler ein neues digitales Mängelmelder-System an: Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger können künftig Hinweise, aber auch Beschwerden, neben den bekannten Kommunikationswegen direkt online über den neuen Mängelmelder an EGLV übermitteln.

    Erreichbar ist der EGLV-Mängelmelder im Internet unter http://www.eglv.de/hinweis oder über die bekannte Mängelmelder-App. Auf beiden Plattformen kann das Formular für ein neues Anliegen jederzeit ausgefüllt werden und wird dann zeitnah von den zuständigen Kolleginnen und Kollegen bei Deutschlands größtem Wasserwirtschaftsverband bearbeitet.

    „Damit optimieren wir nicht nur die bisherigen Abläufe im Beschwerdemanagement unserer Verbände, sondern steigern durch die damit einhergehende Transparenz und Offenheit unserer Arbeit auch die Nähe zur Bevölkerung“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband.

    Bearbeitungsstand ist transparent einsehbar

    Das EGLV-Mängelmelder-System dient als Ergänzung zu bereits bestehenden städtischen Programmen. Bürgerinnen und Bürger erhalten künftig eine einfache Möglichkeit, Anliegen zu Flächen oder Anlagen von EGLV direkt an die beiden Verbände zu adressieren. Der jeweils aktuelle Bearbeitungsstand der Hinweise/Beschwerden wird dabei transparent im System einsehbar sein.

    Bereits heute erhalten EGLV über das zentrale Beschwerdemanagement eine ganze Reihe wichtiger Hinweise von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern – diese reichen von der illegalen Müllkippe auf EGLV-Flächen über Schäden am Radweg bis hin zu fehlenden Beschilderungen. Mit dem neuen EGLV-Mängelmelder, der ein Bestandteil der neuen Initiative „Mach mit am Fluss!“ ist, gehen Emschergenossenschaft und Lippeverband einen weiteren großen Schritt in Richtung „Partizipation am Fluss“.

    EGLV-Chef Uli Paetzel erklärt: „Bei zahlreichen Gelegenheiten haben wir jetzt schon erlebt, dass sich die Menschen ganz erheblich mit der Emscher-Lippe-Region identifizieren. Sie wollen teilhaben und Verantwortung übernehmen, vor allem für die neugeschaffene Natur im Rahmen des Emscher-Umbaus, der Seseke-Umgestaltung und der Lippe-Renaturierung. Diese Möglichkeiten bieten wir ihnen nun mit „Mach mit am Fluss!“ und dem Mängelmelder.“

  3. So klingt die neue Emscher - "Von grau zu blau – Die Klanglandschaft der Emscher": Sounddesigner dokumentiert Töne entlang der renaturierten Flüsse (PM)

    In Kooperation mit dem Soundkünstler Nils Mosh widmet sich die Emschergenossenschaft der Klanglandschaft entlang der Emscher und macht über Tonaufnahmen die Artenvielfalt an dem Gewässer hörbar. Siebenundfünfzig akustische Aufnahmen hat der Sounddesigner im Auftrag der Emschergenossenschaft entlang des zentralen Flusses des Ruhrgebietes aufgenommen und daraus eine Collage entwickelt, die die Klanglandschaft der Emscher und ihrer Nebenläufe dokumentiert.

    Mit der Abwasserfreiheit, die Ende 2021 erreicht wird, wird das Emscher-Flusssystem zukünftig nur noch Quell-, Regen- und Grundwasser sowie gereinigtes Abwasser aus den modernen Kläranlagen führen. Idealer Lebensraum also für Pflanzen und Tiere, die an und in die Gewässer der Emscher zurückkehren. Der Fluss und die Bäche werden nach der ökologischen Verbesserung im Rahmen des Emscher-Umbaus bzw. der Biodiversitätsinitiative von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) nicht nur anders aussehen, sondern auch anders klingen – denn: Die Geräuschkulisse ändert sich mit der größer werdenden Artenvielfalt, die bereits jetzt an der Emscher und ihren Nebenläufen zu verzeichnen ist.

    „Mit diesem Projekt knüpfen wir als Emschergenossenschaft unter anderem an die zunehmend an Bedeutung gewinnende Klangökologie an, die mit Hilfe von Tonaufnahmen die Biodiversität von Naturräumen erforscht“, sagt Gunnar Jacobs, bei der Emschergenossenschaft zuständig als Artenschutz- und Landschaftsexperte. Weltweit werden von Wissenschaftlern akustische Daten gesammelt und ausgewertet, um den Zustand der Ökosysteme und deren Artenvielfalt zu erfassen.

    Welches akustische Klangerlebnis die bereits ökologisch verbesserte Emscher bietet und wie das „alte“ schmutzwasserverseuchte Gewässer im Vergleich dazu klingt, hat die Emschergenossenschaft nun in Zusammenarbeit mit dem renommierten Sounddesigner Nils Mosh untersucht. Das Ergebnis ist nicht nur schön anzuhören, sondern erlaubt auch Rückschlüsse auf die ehemalige technisch geprägte Nutzung sowie die neu entstehende Biodiversität entlang des bald abwasserfreien Flusses.

    Von der Quelle bis zur Mündung

    Mit Mikrofonen und Rekordern ausgerüstet hat sich der international arbeitende Künstler, der sich in seinen Aufnahmen mit der Geräuschkulisse in Städten und in der Natur auseinandersetzt, auf den Weg gemacht und den Emscher-Klängen von der Quelle in Holzwickede bis zum Zufluss in den Rhein gelauscht. Entstanden sind zwei Soundcollagen mit Unterwasseraufnahmen, die eindrucksvoll den Mehrwert des Emscher-Umbaus vermitteln: „Während die Klänge des Schmutzwasserlaufs eher eintönig und dunkel sind und von brummenden Maschinengeräuschen überlagert werden, hören wir in den bereits renaturierten Abschnitten ein buntes Plätschern und Blubbern, das auf einen lebendigen Fluss mit Pflanzen, Fischen und Insekten hinweist“, sagt Nils Mosh.

    Auch im Umfeld entlang der Ufer sind neue Töne auszumachen: Die grüne Emscher lockt Vögel an, deren Gesänge und Zwitscherlaute sich zu wunderbaren Klangcollagen vermischen. Wenn man genau hinhört, nimmt man das Trällern des Eisvogels, das Rufen der Singdrossel und einigen weiteren Vogelarten wahr. Aber nicht nur Vögel sind zu hören. Auch Bienen summen vorbei, und Frösche stimmen in das Abendkonzert ein. Die neuen Ufer des Flusses ziehen ebenfalls Menschen an, die ihre Freizeit an der Emscher verbringen, die Landschaft per Rad erkunden oder spazieren gehen. Einen ganz besonderen Klang erzeugen auch die Scottish Blackface-Schafe am Emscher-Quellhof – eine unbedingte Lauschempfehlung!

    Die Sounddateien zur Emscher sind kostenlos auf Youtube unter dem folgenden Link abrufbar: https://youtu.be/QNll4Ps8sJU. Die Emschergenossenschaft wünscht viel Freude beim Klangerlebnis.

    Die Emschergenossenschaft

    Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

    Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit den Emscher-Kommunen das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren knapp 5,5 Milliarden Euro investiert werden. http://www.eglv.de

  4. Erstes Emscher-Mitmachprojekt erfolgreich finanziert: Der Kleingartenverein (KGV) Deininghausen e. V. bekommt einen inklusiven Spielplatz und einen neuen Gemeinschaftsgarten (PM)

    Castrop-Rauxel. 2.767 Euro konnte der KGV Deininghausen e. V. für Projekte in seiner Kleingartenanlage durch Crowdfunding im Rahmen der Initiative „Mach mit am Fluss“ von der Emschergenossenschaft sammeln. Ende Oktober endete die Aktion erfolgreich. Es handelte sich um das erste geförderte Projekt über die sogenannte Emscher-Lippe-Crowd, mit der Vereine, Organisationen oder Privatpersonen ökologische Projekte finanzieren können.

    Die Emschergenossenschaft stellt dabei die Plattform zur Verfügung und stockt die gesammelten Gelder weiter auf. Die Emscher-Lippe-Crowd ist ein Instrument der Initiative „Mach mit am Fluss“, mit der der Wasserwirtschaftsverband nach Abschluss des Emscher-Umbaus den Menschen ihren Fluss zurückgeben möchte.
    Hochbeete anlegen, Vogelhäuser basteln, Blumentöpfe bemalen, Gummistiefel bepflanzen, Kartoffeln anbauen, Wildblumen für Bienen sähen – nur ein kleiner Ausschnitt der Ideen, die Alexander Scheidle und seine Mitstreiter*innen für den zukünftigen Gemeinschaftsgarten des Kleingartenvereins (KGV) Deininghausen in Castrop-Rauxel haben. Kinder-, Frauen- oder Seniorengruppen aus dem multiethnischen Stadtteil könnten dort aktiv werden, ebenso wie das Schulkinderhaus Rappelkiste, das Jugendzentrum D-Town, die AWO-Kita Deininghausen oder die Hans-Christian-Anderson-Förderschule.

    Nun ist die Realisierung des Gemeinschaftsgartens dank der sogenannten Emscher-Lippe-Crowd ein Stück näher gerückt. Am 25. Oktober endete das Crowdfunding über die im Rahmen von „Mach mit am Fluss“ initiierte Plattform (emscher-lippe-crowd.de). 2.767 Euro konnte der Verein aus Castrop-Rauxel so zusätzlich einsammeln. Bereits wenige Tage vor Ablauf der 32-tägigen Frist war die Zielmarke von 2.222 Euro erreicht.

    „Das ist eine große Unterstützung“, freut sich Vorstandsmitglied Alexander Scheidle, der sich ebenso wie seine Mitstreiter*innen Kristina Strube sowie Fabian und Jaqueline Kosch aus dem Verein ausschließlich ehrenamtlich engagiert. Für einen fast fertiggestellten inklusiven Spielplatz haben Vereinsmitglieder und Helfer bereits Arbeit im Wert von etwa 45.000 Euro geleistet. Fast die gleiche Summe kam von Sponsoren und Spendern – darunter nun auch Gelder aus der jüngsten Crowdfunding-Aktion, die zur vollständigen Realisierung noch fehlten. „Das bietet uns Ehrenamtlern etwas Entlastung und wieder etwas mehr Zeit für uns und unsere Familien.“ Das Geld soll dafür verwendet werden, den Spielplatz und das Gelände barrierefrei zu gestalten sowie Spielgeräte für Rollstuhlfahrer und kinderfreundliche Arbeitsgerätegeräte für den Gemeinschaftsgarten zu finanzieren.

    Emschergenossenschaft stockt Spenden auf

    Ein Vorteil der Emscher-Lippe-Crowd: Für jeden eingeworbenen Geldgeber gibt die Emschergenossenschaft zehn Euro dazu. Im konkreten Fall waren dies zusätzliche 690 Euro von dem öffentlich-rechtlichen Wasserwirtschaftsunternehmen. Bis zu 2.000 Euro stehen monatlich für Projekte zur Verfügung. Die Emscher-Lippe-Crowd ist Teil der Initiative „Mach mit am Fluss“, mit der die Emschergenossenschaft u. a. Mitmachprojekte rund um Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz bzw. -anpassung, Artenvielfalt und Gesundheit unterstützen möchten.

    Wie der Name schon sagt, stehe aber gerade auch der Mitmachcharakter der Projekte im Vordergrund, betont Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft und Impulsgeber für die Initiative „Mach mit am Fluss“: „Zum Ende des Umbaus und der Abwasserfreiheit der Emscher und vieler Zuflüsse wollen wir den Menschen in der Region ihre Gewässer zurückgeben, indem sie aktiv mitgestalten können, wie sich ihr Umfeld entwickelt.“

    Mach mit, nicht nur am Fluss!

    Dass dabei Themenspektrum und Projektorte weit gefasst sind und nicht unmittelbar an der Emscher liegen müssen, zeigt dieses erste Crowdfundingprojekt beim KGV Deininghausen. Biodiversität, Schaffung zusätzlicher Grün- und Sickerflächen für Regenwasser, Förderung eines bewussten Umgangs mit Wasser – das alles seien mögliche Projektziele. Lediglich der Bezug zu Wasser und/oder ein ökologischer Zweck sind Voraussetzungen. Projektstarterinnen und -starter können dabei Vereine, Organisationen, Initiativen, Schulen, Stiftungen oder auch Privatpersonen sein. „Ich freue mich sehr, dass das erste geförderte Projekt direkt so ein Erfolg ist und möchte alle anderen Interessierten aufrufen, kreativ und aktiv zu werden bei ‚Mach mit am Fluss‘“, so Paetzel weiter.

    Auch Alexander Scheidle vom KGV Deininghausen kann dies nur empfehlen: „Die Umsetzung über die Plattform war sehr unkompliziert. Und wir konnten für unsere Projekte noch eine ordentliche Summe zusätzlich durch die Emschergenossenschaft generieren.“

  5. Freie Plätze: Fortbildungsangebot für Lehrkräfte und Umweltbildner*innen: Uni-Moodle-Kurs „Unsere Gewässer erleben – Emscher und Lippe im naturwissenschaftlichen Unterricht“ startet am 7. Dezember 2021 (PM)

    Emscher-Lippe-Region. Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) haben in Zusammenarbeit mit der Biologiedidaktik der Universität Duisburg-Essen zwei spannende, kostenfreie Online-Fortbildungen für Lehrkräfte und Umweltbildner*innen entwickelt: Unsere Gewässer erleben – Emscher und Lippe im naturwissenschaftlichen Unterricht. Die Fortbildung basiert auf den erfolgreichen Exkursionsprogrammen „Auf ins Neue Emschertal / Lippetal“. Anmeldungen sind bis zum 20. November 2021 möglich.

    Los geht es mit allen Teilnehmenden am 7. Dezember 2021 von 14 bis 16 Uhr mit einem gemeinsamen Zoom-Meeting. Anschließend können die Kurse über die Online-Plattform Moodle bis zum 9. März 2022 bei freier Zeiteinteilung absolviert werden. Das gemeinsame Abschlussmeeting gibt es dann am 15. März 2022 in der Zeit von 14 bis 16 Uhr. Anmeldungen sind bis zum 20. November 2021 möglich.

    EGLV lädt Lehrkräfte, Umweltbildner*innen, Natur-, Erlebnis- und Waldpädagog*innen oder pädagogische Fachkräfte aus Kinder- und Jugendeinrichtungen ein, ihr Wissen über die fortlaufende ökologische Entwicklung und Verbesserung an den beiden Flusssystemen zu vertiefen.

    Nach Abschluss des Kurses erhalten alle Absolvent*innen eine Erfolgsbescheinigung über die Teilnahme. Verschiedene Wassererlebnisorte und Blaue Klassenzimmer stehen anschließend für selbstinitiierte Exkursionen entlang der beiden Flusssysteme bereit.

    Kontakt

    Interessierte können sich per Mail mit ihren Kontaktdaten (Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer), Angaben zu ihrem pädagogischen Hintergrund und ihrer Kurspräferenz (Emscher oder Lippe) bis zum 20.11.2021 an bildung@eglv.de oder telefonisch an Kerstin Stuhr (0201-104 2386) wenden. Infos zu den Exkursionsprogrammen gibt es unter http://www.eglv.de/bildung

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