Nordstadtblogger

Bewegung durch Sport statt Cola und Chips bei Kindern: „Nordstark“ startet als Präventionsprogramm gegen Adipositas

Dirk Ruiss, Leiter der vdek Landesvertretung NRW; Dr. Bircan Kocabas, Gesundheitslotsin vom Sozialen Zentrum; Sigrid Averesch-Tietz (vdek NRW) und Dr. Nina Pohl, Vorstandsmitglied des Sozialen Zentrums.

Das Soziale Zentrum Dortmund e.V. hat zusammen mit dem Verband der Ersatzkrankenkassen e.V. (vdek) ein neues Projekt ins Leben gerufen: „Nordstark“. Das Präventionsprojekt dient der Gesundheitsförderung von Kindern und ihren Familien in der Dortmunder Nordstadt. Explizit geht es hierbei um die Prävention und Behandlung von Adipositas im Kindesalter. „Nordstark“ startete bereits im Dezember 2017.

Evaluation des Präventionsprogramms durch die Fachhochschule Dortmund

Wie Dr. Nina Pohl, Vorstandsmitglied des Sozialen Zentrums e.V., berichtet, sei die Idee für „Nordstark“ im Gespräch mit einer Grundschule entstanden. Dort habe es eine sehr hohe Nachfrage für ein solches Projekt gegeben.

Kooperationspartner bei „Nordstark“ sind neben dem Sozialen Zentrum Dortmund und dem vdek das Gesundheitsamt Dortmund, das Dortmunder Jugendamt sowie der StadtSportBund.

Die vdek-Krankenkassen unterstützen das Projekt finanziell über drei Jahre. Für die anschließende Zeit besteht die Hoffnung, dass sich „Nordstark“ etabliert hat und zum Selbstläufer werden kann.

Beobachtet und evaluiert wird das Projekt durch den Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Dortmund. Dadurch soll ermittelt werden, wie erfolgreich das Projekt ist und ob es zu einer Ausweitung auf weitere Regionen kommen kann.

Das Präventionsprogramm soll vorhandene (Sport-)Angebote und die Menschen verknüpfen

Dr. Bircan Kocabas, Gesundheitslotsin und Sozialarbeiterin im Sozialen Zentrum Dortmund e.V.

Dirk Ruiss, Leiter der vdek Landesvertretung NRW, erläutert, der Projektfokus liege darauf das vorhandene (Sport-)Angebot und die Menschen, die dieses benötigen, zusammenzubringen.

Zu diesem Zweck werden Gesundheitslotsen Familien mit Bedarf begleiten. Dr. Bircan Kocabas, Sozialarbeiterin des Sozialen Zentrums e.V., bietet als Gesundheitslotsin wöchentlich Sprechstunden für nachfragende Familien an.

Zu Beginn des Projekts leistet sie aber vor allem Vernetzungsarbeit, so dass die Grundschulen, aber auch Multiplikatoren (engagierte Eltern beispielsweise) informiert werden. Das Projekt ist dreigeteilt und soll sich sowohl um die Kinder in der Grundschule kümmern, als auch im Kindergarten, sowie um Frauen in der Schwangerschaft, denn eine gesunde Ernährung beginnt bereits hier.

Überdurchschnittliche Häufigkeiten adipöser Kinder in der Dortmunder Nordstadt

Unterstützende Gesundheitsförderung in der Nordstadt ist dringend vonnöten. Bei der Schuleingangsuntersuchung in NRW wurde festgestellt, dass durchschnittlich 11 Prozent der Kinder adipös seien, wohingegen es auf dem Land  nur 5 Prozent sind, die unter Fettleibigkeit leiden. In der Nordstadt seien es allerdings 22 Prozent, so Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes Dortmund.

Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt und Dirk Ruiss, Leiter der vdek Landesvertretung NRW.

Dr. Frank Renken zufolge gelten sowohl Armut, wie Migration als Prädiktoren für eine erhöhte Adipositas-Rate. Grund dafür sei die falsche Wertschätzung von bestimmten Lebensmitteln, wie z.B. Cola und Chips. Es handelt sich hierbei um amerikanisierte Artikel, die eine hohe Wertigkeit genießen und dadurch fälschlicherweise als gesund angesehen werden.

In der Nordstadt träfen beide der genannten Faktoren zusammen, so dass hier der Projektbeginn am ehesten Erfolge erzielen könne. Darüber hinaus sei es sinnvoll, die Zielgruppe für das Projekt zunächst zu begrenzen, um eine gute Wirksamkeit erzielen zu können, so Dr. Frank Renken.

Weitere Gründe für die erhöhte Adipositas-Rate im Dortmunder Norden lieferte Dr. Nina Pohl. Die Nordstadt sei dicht bebaut und habe wenige Spielplätze. Dadurch könne das Maß an Bewegung, was ein Kind benötigt, nicht gesichert werden.

Dr. Bircan Kocabas möchte als Gesundheitslotsin zwischen bestehendem Angebot und Klientel vermitteln. Häufig gäbe es Hemmschwellen, zum Sportverein zu gehen, äußerte sie. Genau dort möchte sie ansetzen, indem sie mit den Familien zusammen Strategien entwickelt, um das Gesundheitsprogramm zugänglich zu machen. Langfristig gesehen, sollen die Familien für diese Thematik sensibilisiert werden.

Weitere Informationen:

  • Sprechstunde für Familien gibt es jeden Donnerstag von 14 bis 16.30 Uhr
  • Wo: Im Sozialen Zentrum in der Beratungsstelle Westhoffstraße
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