Handwerk oder Kunst? TU Dortmund zeigt Ausstellung zum Künstler:innentum im Mittelalter

Kostenlos zu sehen bis zum 4. Oktober im Campus Stadt im Dortmunder U

Außenansicht Dortmunder U
Die TU Dortmund zeigt auf dem Campus Stadt im Dortmunder U die Ausstellung „ART/WORKS. Werk und Werkstatt im Mittelalter“.. Foto: Stadt Dortmund / Roland Baege

Das Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund zeigt auf dem Campus Stadt im Dortmunder U die Ausstellung „ART/WORKS. Werk und Werkstatt im Mittelalter“. Sie setzt sich mit der Arbeit von Künstler:innen und Kunsthandwerker:innen im mittelalterlichen Dortmund und der Region auseinander und ist bis zum 4. Oktober 2026 kostenlos zu sehen.

Schriftliche Quellen, erhaltene Artefakte und Handwerk

Die Grundlage von ART/WORKS bilden schriftliche Quellen, die Auskunft über Rezepturen und Werkstattpraktiken bieten, sowie erhaltene Artefakte, an denen sich Arbeitsspuren und Selbstauskünfte der Meister:innen ablesen lassen. Dazu gehören etwa das in der Kirche St. Reinoldi bewahrte Taufbecken des Glockengießers Johann Winnenbrock oder das Chorbuch der Elisabeth von Lünen im Archiv der Propsteikirche.

Ausstellung Artworks Exponte
Die Ausstellung ART/WORKS des Seminars für Kunst und und Kunstwissenschaft Foto: Kunstgeschichte/TU Dortmund

Die Ausstellung ist das Ergebnis dreier Seminarveranstaltungen, in denen Studierende konkrete Arbeitsroutinen und handwerkliches Wissen untersucht haben: Wie lässt sich dieses Know-how rekonstruieren und heute noch nachvollziehen? Welche Materialien und Werkzeuge waren nötig, und wie wurden sie beschafft?

Die Ausstellung stellt individuelle und kollektive Werkstattstrukturen einander gegenüber und reflektiert die Rolle, die Geschlecht und gesellschaftliche Stellung beim Kunstschaffen vor dem Jahr 1500 spielten.

Ausstellung Artworks Exponte
Ausstellungsstücke wie im Mittelalter. Hier ein Kettenhemd Foto: Kunstgeschichte/TU Dortmund

Bis heute wirkt die in der Renaissance etablierte Trennung von „Handwerk“ und „Kunst“ nach und prägt, wie Kunstschaffende wahrgenommen werden.

Ziel der Ausstellung ist es, Dortmunder Kunstwerke in den Zusammenhang „Arbeit“ zu stellen und herauszuarbeiten, wie sich ihre Bewertung historisch entwickelt hat. Das partizipative Konzept mit sinnlich erfahrbaren Stationen ermöglicht es den Besucher:innen, sich mit aktuellen Forschungsfragen zu künstlerischen Arbeitsprozessen auseinanderzusetzen.

Internationale Fachkonferenz im September zur Kunst des Mittelalters

Die Ausstellung ist Teil des 8. Forums Kunst des Mittelalters, das vom 23. bis 26. September in Dortmund und Bochum stattfindet. Die kunsthistorische Fachtagung, zu der auch internationale Vortragende anreisen, steht unter der Schirmherrschaft des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft.

Veranstaltet wird die Konferenz von Prof. Kirsten Lee Bierbaum von der TU Dortmund und Prof. Ulrich Rehm von der Ruhr-Universität Bochum. Weitere Informationen gibt es unter: https://kunst.kmst.tu-dortmund.de/news-veranstaltungen/8-forum-kunst-des-mittelalters-60268/

Die Ausstellung „ART/WORKS“ ist zu den Öffnungszeiten des Dortmunder U zugänglich, der Eintritt ist frei.


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