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Reparieren statt wegwerfen: Verbraucherberatung gibt Tipps zur richtigen Anschaffung – Fünf Repair-Cafés in Dortmund

Präsentierten die Aktion „NRW repariert“: Volker Mahlich, Markus Schulte, Ulla Burchardt und Thomas Brandt.

Präsentierten die Aktion „NRW repariert“: Volker Mahlich, Markus Schulte, Ulla Burchardt und Thomas Brandt.

Von Joachim vom Brocke

Reparieren statt wegwerfen! Vor dem Fest macht die Verbraucherzentrale darauf aufmerksam, beim Kauf von Elektrokleingeräten auf die spätere Reparierfähigkeit zu achten. Wenn der neue Toaster, der Fön, das Bügeleisen, die Kaffeemaschine, sogar Spielzeuge oder was auch immer an Elektrokleingeräten nach einiger Zeit ihren Geist aufgeben, sollten sie jedenfalls nicht durch Nieten oder Kleber fest verbunden sein.

VerbraucherInnen sparen Geld, Rohstoffe landen später im Abfall

Umweltberater Volker Mahlich von der Verbraucherberatung Dortmund empfiehlt, darauf Obacht zu geben, dass die Geräte am besten durch Schrauben zusammengehalten werden: „Diese Artikel können bei einem Ausfall viel leichter repariert und noch einige Zeit betrieben werden“.

Der Vorteil liegt auf der Hand: der Verbraucher spart Geld, Rohstoffe landen nicht unnötigerweise in der Abfalltonne. Außerdem: „Viele Menschen wünschen sich langlebige und gut reparierbare Haushaltsgeräte und Alltagsgegenstände. Doch die Unsicherheit ist groß, wie man solche Produkte erkennt, wann eine Reparatur sinnvoll ist und wohin man sich im Reparaturfall wenden soll“, weiß Mahlich aus Erfahrung.

Quizspiel in der Beratungsstelle –  Reparaturen müssen einfacher und günstiger werden

Flyer mit wichtigen Tipps gibt es kostenlos bei der Verbraucherberatung an der Reinoldistraße. Fotos: Joachim vom Brocke

Flyer mit wichtigen Tipps gibt es kostenlos an der Reinoldistraße. Fotos: Joachim vom Brocke

Bis Ende Dezember sind die Dortmunder eingeladen, in der Beratungsstelle an er Reinoldistraße 7-9 beispielhafte Produkte unter die Lupe zu nehmen und Kriterien für eine gute Reparierbarkeit zu entdecken.

Ist der Akku fest verbaut? Lässt sich das Gehäuse eines Gerätes leicht öffnen? Gibt es Ersatzteil- und Reparaturservice? Sind Reparaturanleitungen frei verfügbar? Diesen Fragen kann im Rahmen eines Quizspiels auf den Grund gegangen werden.

Als Dankeschön fürs Mitmachen beim Quiz in der Beratungsstelle gibt es ein nützliches Geschenk. Zudem besteht die Möglichkeit, auf den Quizkarten Wünsche im Hinblick auf Reparierbarkeit an Hersteller und Politik zu formulieren.

Das Projekt MehrWert NRW der Verbraucherzentrale, das die Aktion „NRW repariert“ entwickelt hat, wird dieses Feedback auswerten. „Es muss einfacher und kostengünstiger werden, kaputte Dinge wieder instand zu setzen. Hier sind auch Hersteller in der Pflicht, entsprechende Produkte anzubieten.

„Verbraucher können wiederum dafür sorgen, dass sich Reparaturfreundlichkeit durchsetzt“, sagt Volker Mahlich. Hilfe dabei kommt auch von der Politik. Ulla Burchardt, Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, sicherte zu, die „Initiativen zu unterstützen“.

Repair-Cafés helfen bei technischen Problemen – Inzwischen gibt es fünf Angebote in Dortmund

Worauf Verbraucher bei einer professionellen Reparatur achten sollten, verrät eine Checkliste. Doch vieles lässt sich auch in Eigenregie wieder „flott machen“. Wer dabei Unterstützung braucht, findet in Reparatur-Cafés Hilfe von ehrenamtlichen Reparateuren.

„Wenn der Toaster wieder toastet, der Reißverschluss an der Jacke repariert ist und der lieb gewordene Teddy wieder brummt, dann ist das ein Erfolgserlebnis und macht Spaß“, sagt der Umweltberater und wird dabei unterstützt von Thomas Brandt vom Seniorenbüro.

Stadtweit, so Brandt, gebe es inzwischen fünf Repair-Cafés. 2014 habe es in Wambel begonnen. „Es sind immer mehr geworden“, freute sich Brandt über die Initiativen der Senioren: „So manches altes und beliebtes Gerät wurde bei den Treffen wieder flott gemacht. Ein Erfolgserlebnis für Besitzer und Experten“.

Etwa alle vier bis sechs Wochen öffnen die Repair-Cafés für rund drei Stunden – meist in Gemeindehäusern, auch schon mal in großen Wohnzimmern. Allerdings müssen die defekten Stücke gebracht und wieder mitgenommen werden: „Lagerhaltung gibt es nicht“, sagt Thomas Brandt, der damit zugleich über ein wenig Nachbarschaftshilfe und Kontakten freut.

 Mehr Informationen:

  •  Repair-Cafés, also Reparaturcafes, gibt es für die Nordstadt beim Chaostreff, Braunschweiger Straße 22. In Wambel im Ev. Gemeindehaus Jakobus, Eichendorffstraße 31. In Berghofen im Ev Gemeindehaus, Fasanenweg 22. In Nette im Ev. Gemeindehaus, Joachim-Neander-Straße 3-5. In Scharnhorst in der Paul-Dohrmann-Schule, Sanderoth 2-4. 
  •  Die Öffnungszeiten nachfragen oder im Internet: www.repaircafe.org
  •  Weitere Informationen der Verbraucherberatung: www.mehrwert.nrw/NRWrepariert

Ein Reparatur-Café für Fahrräder gibt es übrigens in der Nordstadt:

VeloKitchen in Dortmund: Kochen, schrauben und vegan genießen in der Nordstadt – Das zerradelt auf der Zunge!

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3 Gedanken über “Reparieren statt wegwerfen: Verbraucherberatung gibt Tipps zur richtigen Anschaffung – Fünf Repair-Cafés in Dortmund

  1. Georg Rangsacker

    Ganz im Sinne der gerade so populären Zero Waste Bewegung finde ich es wunderbar, dass sich Repair Cafés gebildet haben. Vor allem für oft verwendete Haushaltsgeräte möchten die meisten Leute kein Risiko eingehen und kaufen daher oft einfach ein neues Teil, ohne überhaupt zu überlegen ob das alte noch zu reparieren wäre. Die Idee Menschen der Reparatur näher zu bringen, indem an Beispielen die „Reparierbarkeit“ erörtert wird, wird glaube ich viel dazu beitragen, dass Menschen die Reparatur als echte Option zum Neukauf sehen.

  2. Ester Diemer

    Da ich bisher immer nur sehr teure Geräte habe reparieren lassen, ist es etwas ungewöhnlich für mich auch für den 15 Euro Toaster zur Reparatur zu gehen. Ihr Angebot, das Ganze selbst unter Anleitung anzugehen klingt daher nach einer realistischen Alternative! Für die restlichen teuren Haushaltsgeräte werde ich aber weiterhin zur professionellen Reparatur geben und nehme gerne die vorgeschlagene Checkliste mit.

  3. Jo

    Die Reparatur von Elektrogeräten ist sicher in den meisten Fällen effizienter als ein neues Gerät zu kaufen. Oft ist man sich nach einer Reparatur nur unklar über die Sicherheit im weiteren Gebrauch. Danke für die Tipps und Infos zu Repair-Cafés – die sind sicher eine gute Anlaufstelle!

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