Ein Zeichen gegen den Krieg: Protest der Friedensbewegung zieht auch durch Dortmund

Traditioneller Ostermarsch Rhein/Ruhr 2026 mit vielen Stationen

Rechts im Bild befindet sich Joachim Schramm. Links von ihm Gabi Brenner.
Joachim Schramm (re.) und Gabi Brenner (li.) Foto: Lukas Pazzini für Nordstadtblogger.de

Der Ostermarsch Rhein/Ruhr zieht wieder durch mehrere Städte. In diesem Jahr macht er unter anderem in Köln, Duisburg, Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund Station, um gegen die Kriege in der Ukraine, in Gaza und im Iran sowie gegen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen zu demonstrieren.

Gegen Waffenlieferungen und Stationierung von US-Waffen

„Wir haben aktuell drei Kriege“, erklärt Joachim Schramm von der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner“ (DFG-VK), „die viele Tote bedeuten“. Darunter fällt für ihn der Ukraine-Krieg, der Iran-Krieg und der Gaza-Krieg, bei dem weiterhin Kampfhandlungen stattfinden.

Banner mit der Aufschrift „Frieden in Gaza. Den Krieg beenden, verhandeln jetzt.“
Bereits beim Ostermarsch Ruhr 2024 demonstrierten die Teilnehmenden, unter anderem aufgrund der Situation in Gaza. Klaus Hartmann | Nordstadtblogger

Alle Kriege zeigen nach Schramms Ansicht auf, dass die Strategie, immer mehr Waffen in die Gebiete zu schicken, nicht aufgegangen sei. „Töten hat in keinem Konflikt dazu geführt, dass der Krieg aufhört.“ Deshalb würden weitere Waffenlieferungen abgelehnt. ___STEADY_PAYWALL___

Die Teilnehmenden der Ostermärsche wollen ein Zeichen für eine Lösung dieser Konflikte auf dem Verhandlungsweg setzen. Das bedeutet nicht, dass zum Beispiel im Falle der Ukraine direkt Russland alle Gebiete zugesprochen bekommen solle. Es müsse jedoch nach einer Lösung gesucht werden, die die Dynamik aus Waffenlieferungen und Toten durchbreche, so Schramm.

Zudem wollen die Teilnehmenden gegen die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen, die in Wiesbaden untergebracht werden sollen, demonstrieren. 
Diese wären im Zweifel laut Schramm atomwaffenfähig, könnten gegen Russland gerichtet sein und die Lage zwischen Europa und Russland weiter verschärfen.

Das Programm in Dortmund: Erst Dorstfeld, dann ein „Friedensfest“

In Dortmund beginnt der Ostermarsch traditionsgemäß um 13:30 Uhr am Wilhelmplatz in Dorstfeld. Dort wird Hajo Koch von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ sprechen. Es gehe vor allem darum, angesichts einer wieder erstarkenden Neonazi-Szene im Stadtteil Präsenz zu zeigen.

Banner mit der Aufschrift „Frieden brauch beide Seiten.“
Ostermarsch 2022. Frieden brauch beide bzw. alle Seiten! Klaus Hartmann | Nordstadtblogger

Danach setzt sich der Ostermarsch in Gang und geht über die Rheinische Straße bis zum Hansaplatz, wo eine weitere Kundgebung stattfinden wird.

Dort sprechen dann Ulrike Eiffler (IG Metall und Die Linke) und der ukrainische Friedensaktivist Andrej Konovalov zum Thema „Kriege beenden – Kriege verhindern“. Anschließend soll auf dem Hansaplatz ein „Friedensfest“ stattfinden. Dort werden zudem Informationsstände sowie Kaffee und Kuchen angeboten.

Die Entwicklung der Friedensgruppen in Dortmund

Doch wie steht es gerade allgemein um die Friedensgruppe in Dortmund? Gabi Brenner vom Dortmunder Friedensforum erzählt, dass sich die Gruppen positiv entwickelt haben. Jede Woche veranstaltet die Friedensgruppe eine Kundgebung mit rund 30 Leuten an der Petrikirche und es gibt Themenabende, bei denen rund 70 Interessierte vorbeikämen. Während ein Teil der Anwesenden Organisationen wie dem BSW oder der DKP nahestehe, bestehe die andere Hälfte aus Privatpersonen.

Schüler:innen halten das Banner "Schulstreik gegen die Wehrpflicht" hoch
Schüler:innen halten das Banner „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ hoch Erik Latos | Nordstadtblogger

Trotzdem brauchen die Friedensgruppen Nachwuchs. „Die Jugendlichen, die gegen den Wehrdienst auf die Straße gehen, machen mir da Hoffnung“, sagt Brenner.

Die Gruppe „Nein zur Wehrpflicht“ bekommt deshalb beim Ostermarsch einen eigenen Jugendblock. Im Aufruf zum Ostermarsch wird nämlich auch dazu aufgerufen, gegen eine allgemeine Wehr- und Dienstpflicht zu demonstrieren.

Es müsse sich aber angesichts der aktuellen Weltlage noch mehr tun, da ist sich Brenner sicher. „Da können wir nur mehr Aufklärung anbieten und hoffen, dass sich dann mehr Menschen engagieren.“

Der Laufplan vom Ostermarsch Rhein/Ruhr

Der Friedensmarsch startet am Ostersamstag mit einer Veranstaltung um 10:30 Uhr in Duisburg und endet am Ostermontag um 15 Uhr in Dortmund mit einer Abschlusskundgebung auf dem Hansaplatz.

Ostermarsch 2021
Ostermarsch 2021 Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Zu den Erstunterzeichner:innen und Unterstützer:innen zählen, neben Gewerkschafts- und Parteivertreter:innen, auch kirchliche und andere zivilgesellschaftliche Akteur:innen.

Hier eine Übersicht zu allen Stationen des Ostermarschs und Anreisemöglichkeiten: http://ostermarsch-ruhr.de/anreise/


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 Mehr dazu auf Nordstadtblogger:

Protestwelle gegen Wehrpflicht: „Unser Leben, unsere Zukunft“ – Schulstreik in Dortmund

Reaktionen

  1. VVN-BdA (PM)

    Aufruf der VVN-BdA zu den Ostermärschen geschrieben von Bundesausschuss der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

    5. März 2026

    Die Waffen nieder!
    Friedensfähig statt kriegstüchtig!

    Mit Entsetzen erleben wir eine Welt voller grausamer Kriege nicht nur in der Ukraine, sondern in vielen Teilen der Welt.

    Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten gehört zu den Bewegungen unseres Landes, die von Anfang an mahnten und in Aktion traten, wenn es um Frieden und gegen Kriegsgefahren ging. Die Antifaschist*innen handeln entsprechend dem Schwur der Häftlinge von Buchenwald: „Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

    Wir rufen in diesem Jahr besonders dringlich dazu auf, Ostermärsche und andere Aktivitäten für den Frieden zu unterstützen. Dabei arbeiten wir nicht mit rechten Kräften, wie beispielsweise AfD und Basis, zusammen.

    Wir setzen uns ein für globale Abrüstung auf allen Seiten, eine Wiederbelebung der Politik der gegenseitigen Sicherheit nach dem Vorbild des Helsinki-Prozesses, der die Zusammenarbeit europäischer Staaten in der OSZE hervorbrachte.

    Wir fordern:

    Keine Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland!
    Keine neue Wehrpflicht! Für das uneingeschränkte Recht auf Kriegsdienstverweigerung.
    Kein Profit mit dem Krieg! Nein zu allen Waffenlieferungen.
    Abrüsten statt Aufrüsten! Investitionen in Soziales statt Kriegswirtschaft.
    Asylrecht ist Menschenrecht! Aufnahme von Kriegsflüchtlingen. Asyl für Deserteur/innen und Kriegsdienstverweiger/innen!
    Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der Vereinten Nationen durch die BRD.
    Für die Stärke des Rechts – gegen das Recht des Stärkeren! Das Völkerrecht verteidigen. Für ein Menschenrecht auf Frieden.
    Dialog, Wiederaufnahme von Verhandlungen über atomare Abrüstung!
    Initiative für eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur in Europa!

    Bundesausschnuss der VVN-BdA

    Siehe auch

    https://afd-verbot.jetzt/de und https://afd-verbot.jetzt/de/kampagne

    https://vvn-bda.de/eskalation-im-nahen-osten-stoppen-nein-zum-krieg-gegen-den-iran-2/#more-6734

    https://vvn-bda.de/vvn-bda-verurteilt-voelkerrechtswidrigen-us-angriff-auf-venezuela/

    Über die Kampagne
    Afd Verbot
    jetzt

    Die AfD tritt die Menschenwürde mit Füßen und ist eine konkrete Gefahr für das Leben aller Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Wir wussten das schon lange. Inzwischen hat auch Verfassungsschutz festgestellt: Die AfD ist keine demokratische Partei. Die AfD kann und muss durch ein Parteiverbot gestoppt werden. Dafür braucht es jetzt Druck von uns!

    Gemeinsam mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen fordern wir: Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht einleiten!

    Wir brauchen eure Hilfe bei der Finanzierung eines hauptamtlichen Büros!
    Darum
    verbieten
    Menschen schützen

    Die AfD ist eine konkrete Bedrohung für das Wohlergehen, die körperliche Unversehrtheit und das Leben unzähliger Menschen. Sie schürt Hass und Rassismus und legitimiert damit Gewalt. Keine Organisation erzeugt derzeit mit so vielen Ressourcen, Mitarbeiter:innen und staatlichen Geldern wie die AfD ein gesellschaftliches Klima, in dem Täter:innen sich zu Gewalt ermutigt fühlen. Die Warnungen, Demonstrationen und politischen Antworten der letzten zehn Jahre konnten den Aufstieg dieser Partei nicht verhindern. Doch schon aus dem Grundgesetz ergibt sich eine Verantwortung, die Betroffenen und Bedrohten zu schützen. Wenn die anderen Mittel versagen, müssen wir deswegen auch ein Parteiverbot in Erwägung ziehen.
    Demokratie schützen

    Mit ihren Bürgermeistern und Landräten erringt die AfD zunehmend Einfluss auf die Verwaltung in ostdeutschen Kommunen. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen ist eine Regierungsbeteiligung nicht mehr undenkbar. Wenn die AfD die Kontrolle über Sicherheitsapparate, Lehrpläne und Fördergelder erlangt, ist der Rechtsstaat unmittelbar in Gefahr. Wie schnell etwa eine unabhängige Justiz ausgehöhlt werden kann, haben wir in Polen und Ungarn gesehen. Auch ein Verbotsverfahren wird mehrere Jahre dauern – Jahre, in denen die AfD sich immer weiter verankern kann. Deswegen müssen wir jetzt für das Verbot werben und Druck auf die Antragsberechtigten ausüben. Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist!
    Nie wieder ist jetzt

    Am Anfang des Grundgesetzes steht der unverbrüchliche Schutz der Menschenwürde – als Lehre aus dem Holocaust und dem Nationalsozialismus. Die AfD jedoch bedroht die Menschenwürde und die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit aller. Sie will Flüchtenden die individuellen Rechte nehmen. Sie will Jahrzehnte deutscher Migrationsgesellschaft durch Massenabschiebungen rückabwickeln. Sie will Frauen zurück an den Herd verbannen. Sie will die Inklusion von Menschen mit Behinderungen verhindern. Und: Sie leugnet den menschengemachten Klimawandel. Nach 75 Jahren steht das Grundgesetz damit vor seiner größten Bewährungsprobe. Schon die Forderung nach einem AfD-Verbot kann die Normalisierung in den Medien und die Kooperationsbereitschaft anderer Parteien stoppen. Ist das Verbot erfolgreich, wird der staatliche Geldhahn zugedreht und der Parteiapparat, über den sich die Demokratiefeinde organisieren, vernetzen und Einfluss ausüben, aufgelöst.
    Bündnis

    Wir, das sind Engagierte aus der Zivilgesellschaft, Jurist:innen, Sozialarbeiter:innen, gewerkschaftlich Aktive, Klimabewegte. Wir sind Menschen, die seit Jahren antifaschistische Politik machen, und Menschen, die damit jetzt beginnen.

    Die Enthüllungen der Correctiv-Recherche im Januar 2024 haben uns sowie Millionen Menschen mobilisiert und uns darin bestärkt, dass die AfD verboten werden muss. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass ein Verbotsverfahren eingeleitet wird.

    Über 60 Organisationen unterstützen den Aufruf der Kampagne und fordern den Bundestag auf, das Verbotsverfahren einzuleiten.
    Wer wir sind

    Attac , Berliner Obdachlosenhilfe e.V. , Bewegungsakademie , Bochumer Bündnis gegen Rechts , Chaos Computer Club e.V. , Christians For Future , D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V. , Artikel 5 e.V. – Bürgerrechte im digitalen Zeitalter , Aufstehen gegen Rassismus , #IchBinArmutsbetroffen , Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. , Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen , Bundesjugendwerk der AWO e. V. , Datenpunks , Deutscher Bundesjugendring , Eltern gegen Rechts Berlin , Flüchtlingsrat Thüringen e.V. , Initiative KlimaGerecht Leben , Jugendliche ohne Grenzen , JUMEN e.V. , Junger DBSH , koelnzeigthaltung , MOBIT e.V. , NAJU (Naturschutzjugend im NABU) , NaturFreunde Deutschlands , Naturfreundejugend , neue deutsche organisationen – das postmigrantische netzwerk e.V. , Omas gegen Rechts Deutschland e.V. ,Parents For Future Germany , polylux e.V. , Postmigrantischer Jurist*innenbund e.V., Regenbogen Potsdam e.V. , Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e. V. , Sea-Eye , Sea-Watch e.V. , Seebrücke Köln , SOS Humanity e.V. , Städtefreundschaft Frankfurt-Granada , SUPERRR Lab , Verband alleinerziehender Mütter und Väter Berlin e.V. , Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) , Verlage gegen Rechts , VVN-BdA Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / BdA , Wilhelmsburger InselRundblick e.V. , Zentrum für Politische Schönheit , Eltern gegen Rechts Leipzig , Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken , Innovationsverbund Öffentliche Gesundheit e.V. , Sommerakademie Feministische Rechtswissenschaft e.V. , Bündnis demokratischer Content Creator (BdCC) , Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer , CSD Sachsen-Anhalt , Bund Deutscher Pfadfinder_innen , HAKI e.V. , Bunter Block Buxtehude , Landesjugendring NRW , MISSION LIFELINE International e.V. , der rechte rand – Magazin von und für AntifaschistInnen , Vielbunt.org , solida , Breites Bündnis gegen Rechts Delmenhorst , Bonner Bündnis gegen Rechts [BBgR] , Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte, Neumarkt (OBTM) , Jugend des Deutschen Alpenvereins , Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) , Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen rechts in Stadt und Landkreis , In-RAGE – Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt e.V. , Jurist/innen gegen Faschist/innen , Burgdorf ist bunt! e.V. , BUNDjugend

    Infos bei kontakt@afd-verbot.jetzt

  2. Ostermarsch Rhein/Ruhr 2026: Ja zur Diplomatie, Forderung nach Waffenstillstand in der Ukraine und in Nahost (PM)

    An drei Tagen sind über Ostern an Rhein und Ruhr knapp 3400 Menschen und damit mehr als im Vorjahr für ein Ende der Kriege in der Ukraine, in Nahost und im Iran sowie gegen Aufrüstung und Wehrpflicht in Deutschland auf die Straße gegangen. Die Organisatoren des Ostermarsches Rhein/Ruhr zeigten sich daher zufrieden mit der Beteiligung an den Aktionen.

    „Wir haben angesichts von nunmehr drei Kriegen mit Bezug zu unserem Land und der zunehmenden Missachtung des Völkerrechts deutlich unsere Forderung nach Beendigung der Kriegen und Wahrung des Völkerrechts auf die Straße getragen. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, konstruktiv in die Friedensverhandlungen im Ukrainekrieg einzusteigen und Völkerrechtsverletzungen in Nahost und im Irankrieg deutlich beim Namen zu nennen Ebenso haben sich die Ostermarschierer:innen gegen die weitere Aufrüstung in unserem Land und gegen die Pläne für eine neue Wehrpflicht ausgesprochen. so Joachim Schramm vom Ostermarschkomitee Rhein/Ruhr.

    Das Thema Wehrpflicht habe mehr junge Menschen dazu gebracht, an dem Ostermarsch teilzunehmen. Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch AfD und andere hätten sich die Ostermarschierer:innen darüber hinaus deutlich gegen rechts positioniert, so z.B. in Wattenscheid und am antifaschistischen Mahnmal in Gelsenkirchen.

    Verschiedene Redner:innen griffen während der Demonstrationsetappen die aktuellen Forderungen der Friedensbewegung auf. In Duisburg sprachen vor allem junge Aktivisten. Ein Vertreter des örtlichen Schulstreikkomitees kritisierte die Pläne der Bundesregierung für eine neue Wehrpflicht und verwies auf die großen Zukunftsprobleme, vor denen die Jugend stehe. Ein junger Gewerkschafter aus dem Gesundheitsbereich schilderte die Einflussnahme der Bundeswehr auf die Gesundheitsversorgung. In Herne rief Benno Fuchs, Landesgeschäftsführer der DFG-VK NRW, zur Kriegsdienstverweigerung auf, um die Ablehnung des Bundeswehrdienstes durch junge Menschen ganz konkret werden zu lassen.

    Zum Abschluss in Dortmund kritisierte Ulrike Eifler, IG-Metall Gewerkschaftssekretärin, die deutsche Aufrüstung und die Weigerung der Bundesregierung, den Krieg gegen den Iran als völkerrechtswidrig zu kennzeichnen. Aus gewerkschaftlicher Sicht verurteilte sie die Kürzungspläne im Sozialbereich, die die enorme militärische Aufrüstung erst möglich machen würden. Der ukrainische Friedensaktivist Andrej Konovalov berichtet von der schlimmen Situation tausender junger Männer in seinem Land, denen keine Möglichkeit geboten würde, das Töten im Krieg zu verweigern.
    Die Ostermärsche boten eine buntes Bild, sie vereinten christlich motivierte Menschen, Mitglieder verschiedenen Friedensgruppen, Gewerkschafter:innen, Umweltaktivist:innen und Anhänger verschiedener Parteien.

    Sie alle waren sich einig in der Notwendigkeit, die Kriege in der Ukraine und im Iran schnellstmöglich durch einen Waffenstillstand zu beenden und die Waffenstillstandsvereinbarungen in Nahost endlich einzuhalten. Diese Forderung richtete sich an die jeweiligen Kontrahenten auf beiden Seiten. Vor allem der EU und den europäischen NATO-Staaten wurde die Verantwortung zugewiesen, sich konsequent für Friedenslösungen einzusetzen, statt Völkerrechtsverletzungen zu ignorieren und mit Waffenlieferungen die Kriege weiter anzuheizen. Der Militarisierung Deutschlands durch ungebremste Rüstungsausgaben, der Einstellung der ganzen Gesellschaft auf Krieg und den Plänen zur die Wiedereinführung einer Wehrpflicht wurde eine deutliche Absage erteilt.

    Mehr unter: http://www.ostermarsch-ruhr.de

  3. Ulrich Sander

    Man kann nur hoch anerkennen, dass es Nordstadtblogger gibt mit seinen Berichten auch zur Friedensbewegung.
    Eben sah ich mich veranlasst, der Westfälischen Rundschau zu schreiben:
    Als ich zählte und bei dem achten Beitrag zu Gunsten der „Kriegstüchtigkeit“ und der höheren Zahl an Verwundetenbetten in Kliniken und der erfreulichen „Flut von Aufträgen“ für die Rüstung angelangt war, hörte ich auf zu zählen. Ich spreche von Ihrer Zeitung! Tröstlich, dass es auch noch die Zunahme von Zeckenbissen, die Zahlen der Gruppenvergewaltigungen durch Ausländer und den plötzlichen Kindstod gab. Mit einer ausführlichen Berichterstattung über die Ostermärsche haben Sie uns jedoch verschont. Die hatten die Hauptlosung „Friedensfähig statt kriegstüchtig – Butter statt Kanonen“. Für so etwas haben Sie keinen Platz im Blatt? Zum Sozialabbau und zur Verschlechterung des Gesundheitswesens war allerdings einiges zu lesen, nicht jedoch über die Ursache, den Drang zur Kriegstüchtigkeit.

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