Das Dortmunder U startet am Sonntag mit einem Jubiläumsfest in sein 100. Geburtstagsjahr

Familienfest am 7. Juni 2026 eröffnet ein Jahr voller Kultur und Aktionen

Außenansicht Dortmunder U
Das Dortmunder U feiert 100 Jahre mit Familienfest und Jubiläumsprogramm. Foto: Stadt Dortmund / Roland Baege

Das Dortmunder U feiert seinen 100. Geburtstag ein ganzes Jahr lang mit einem Jubiläumsprogramm. Den Auftakt macht am Sonntag, 7. Juni, ein großes Familienfest mit Kunst, Musik, Führungen und Mitmachangeboten. Im gesamten Gebäude warten kreative, digitale und interaktive Aktionen auf die Besucher:innen. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet im Sommer 2027 eine Ausstellung von Adolf Winkelmann zu seinen „Fliegenden Bildern“.

Zum Start ins Jubiläumsjahr gibt es ein Familienfest

Mit einem großen Fest für die ganze Familie startet das Dortmunder in sein Jubiläumsjahr. Eröffnet wird der Tag um 12 Uhr auf der „Sommer am U“-Bühne an der Leonie-Reygers-Terrasse mit einer offiziellen Begrüßung und Geburtstagstorte.

Zum Geburtstag gibt es im gesamten Gebäude kreative und interaktive Angeboten. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Im gesamten Gebäude gibt es kreative und interaktive Angeboten. Familien können das Dortmunder U bei speziellen Führungen entdecken. Ein Highlight ist ein Zeichenautomat, der individuelle Kunstpostkarten zum Dortmunder U für die Besuchenden erstellt. Das machen im Inneren übrigens „echte“ Künster:innen.

Außerdem gibt es Filmvorführungen, Rätselaktionen, Luftballonkunst und gastronomische Angebote auf der Dachterrasse des Brauturm. Auch Musik steht auf dem Programm: Die Chorakademie sorgt mit ihrem Kinderchor rund um das Thema „100 Jahre U-Turm“ für musikalische Stimmung. Später tritt unter anderem die Jazz Band der TU Dortmund auf.

Digitale Kultur, Medienkunst und Mitmachangebote

Im Foyer gestaltet die mexikanische Künstlerin Mar Atzin live digitale Kunstwerke auf die Wände unter dem Fulldome. Überhaupt spielen digitale Kultur und Medienkunst beim Jubiläum eine zentrale Rolle: Der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) lädt zu Workshops rund um sichere Passwörter und Mini-Roboter ein. Die Fachhochschule Dortmund präsentiert auf ihrer „Digitalen Straße“ verschiedene Augmented-Reality-Projekte.

Die uzwei lädt Kinder und Jugendliche zum Mitmachen ein und bietet Bastel- und Gamingaktionen. Foto: Roland Baege

Erstmals stellt das Forschungsprojekt flowAR stellt seine Arbeit vor: Mithilfe von Augmented Reality (AR) können auch Nutzer*innen ohne Vorwissen eigene digitale Inhalte gestalten und Teil einer interaktiven Kunstinstallation werden. Getestet wird das Projekt bei der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA 2027) in Dortmund. Im IGA-Zukunftsgarten entsteht dann eine digitale Erlebniswelt, in der Besucher*innen per Smartphone virtuelle Kunstwerke, Animationen und Objekte entdecken können, die in die reale Umgebung eingebunden sind.

Auch die uzwei lädt mit der interaktiven „Balloon Battlebots Arena“ Kinder und Jugendliche zum Mitmachen ein und bietet Bastel- und Gamingaktionen. Das Museum Ostwall lädt zu künstlerischen Zukunftsvisionen für das Dortmunder U ein, und im Krams&KunstLabor in der Ausstellung „Müll“ auf der Ebene 6 entstehen fantasievolle Recycling-Skulpturen.

Vom Brauereiturm zum Zentrum für Kunst und Kultur

Der Dortmunder U-Turm wurde 1926/27 als Gär-, Kühl- und Lagerhochhaus der Union-Brauerei errichtet. Als erstes Hochhaus Dortmunds entwickelte sich das Gebäude zu einem Wahrzeichen der Industrie- und Bierstadt.

Außenansicht Union Brauerei
Das historische Gebäude der Dortmunder Union Brauerei 1953. Foto: Erich Angenendt

Seit 1968 leuchtet das goldene „U“ als Firmenzeichen auf der Dachkrone und prägt seit Jahrzehnten die Skyline Dortmunds. Nach dem Ende der Brauproduktion 1994 stand das Gebäude zunächst leer. Für die Kulturhauptstadt RUHR.2010 begann der Umbau zum offenen Zentrum für Kunst, Kultur, Forschung und kreative Bildung.

Heute vereinen Einrichtungen wie das Museum Ostwall, der Hartware MedienKunstVerein (HMKV), die uzwei, die TU Dortmund und die FH Dortmund Kunst, Wissenschaft, Medien und kulturelle Bildung unter einem Dach. Die historische Industriearchitektur blieb erhalten und verbindet sich heute mit offenen Kultur- und Ausstellungsräumen.

Das Jubiläumsprogramm läuft bis Sommer 2027

Das Jubiläumsjahr wird von Ausstellungen, Filmreihen, Vorträgen und digitalen Kunstprojekten begleitet. Formate wie der „Kleine Freitag“ beschäftigen sich mit der Geschichte des Hauses.

Maike Donike und Johannes Specks in der Skulptur Kulisse in der Ausstellung „Am Tisch“ im MO. Foto: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Zur ExtraSchicht und zur DEW21 Museumsnacht werden Filme wie „Moderne Großstadt Dortmund“, „Gestatten Dortmund“ und die WDR-Dokumentation „Geheimnis Dortmunder U“ gezeigt. Bei diesen Großveranstaltungen lädt auch die Performance „Hopfen und Malz“, die bereits in der Ausstellung „Am Tisch“ gezeigt wurde, erneut zu „Thekengesprächen“ ein. Marie Donike und Johannes Specks begrüßen Gäste an ihrer mobilen, u-förmigen Theke.

Die TU Dortmund präsentiert eine Filmreihe zum Thema „Großstadtvisionen“. Das Digitale Koproduktionslabor (KoLab) bereitet eine Ausstellung zum Fassadenmapping am Dortmunder U vor. Ab März 2027 präsentiert der HMKV zudem eine Ausstellung von Daniel García Andújar. Der spanische Künstler war 1998 bereits in der Ausstellung „Reservate der Sehnsucht“ vertreten, die ein wichtiger Impuls für die spätere Entwicklung des Dortmunder U zum Zentrum für Kunst und Kreativität war.

Adolf Winkelmann klappt zum Abschluss den U-Turm auf

Dazu gehören die weithin sichtbare „Bilderuhr“ auf der Dachkrone, die „Ruhrpanoramen“ im Windfang des Eingangsbereichs sowie die virtuellen „Neun Fenster“ in der Vertikalen, die das Rolltreppefahren zum Erlebnis machen. Daher gibt es zum Abschluss des Jubiläumsjahres die Ausstellung „Winkelmann klappt den U-Turm auf“, zu sehen vom 6. März bis zum 15. August 2027. Adolf Winkelmann macht darin erstmals den Entstehungsprozess seiner „Fliegenden Bilder“ öffentlich sichtbar.

Winkelmann vor dem U Turm
Adolf Winkelmann bei einer Probe der „fliegende Wale“ am Dortmunder U. Foto: Stadt Dortmund / Silke Hempel

Zugleich gibt es ein Wiedersehen mit bekannten Arbeiten aus den vergangenen Jahren. Dafür verwandelt sich die gesamte Ebene 6 in einen groß angelegten Bildraum mit LED-Installationen, Lichtobjekten und raumhohen Projektionen. Die Ausstellung thematisiert die technische, künstlerische und gesellschaftliche Bedeutung des Werkes und richtet den Blick zugleich auf die kulturelle Zukunft des Dortmunder U.

Das Jubiläumsprogramm verbindet damit die Geschichte des ehemaligen Brauereiturms mit seinem heutigen Profil als offener Ort für Kunst, Kultur, Bildung und digitale Experimente. So wird der Wandel des Dortmunder U für Besucher:innen unmittelbar erlebbar.

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