23 Millionen Euro fließen in die Modernisierung und Sanierung der Wohnheime Baroper Straße und Vogelpothsweg

v.l.: Anja Laubrock (stellv. Leiterin Amt für Wohnen), André Niehaus (stellv. Teamleitung Wohnraumförderung), Oberbürgermeister Thomas Westphal, Planungsdezernent Ludger Wilde , Thomas Schlootz (Geschäftsführer Studierendenwerk), Ralf Steinborn (Gebäudemanagement Studierendenwerk) Fotos (2): Roland Gorecki

Von Jil Bastian

Das Studierendenwerk in Dortmund erhält Wohnraumförderungsmittel in Höhe von 23 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. Dieser Betrag soll zur Modernisierung sowie Sanierung der Wohnheime an der Baroper Straße und am Vogelpothsweg dienen. Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal möchte weiterhin bei der Förderung von öffentlichem Wohnraum nicht nur auf Neubauten setzen, sondern ebenfalls den Bestand erhalten.

Übergabe des Förderbescheids an das Studierendenwerk Dortmund: Diese Ziele werden intensiv verfolgt

Oberbürgermeister Thomas Westphal  im Beisein von Stadtrat Ludger Wilde und der stellvertretenden Leiterin des Amts für Wohnen, Anja Laubrock, zwei Förderbescheide an den Geschäftsführer des Studierendenwerks Dortmund Thomas Schlootz sowie Ralf Steinborn, Leiter der Abteilung des Gebäudemanagements, übergegeben.  ___STEADY_PAYWALL___

Mit diesen Bescheiden erhält das Studierendenwerk Wohnraumförderungsmittel in Höhe von 23 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. Für Thomas Schlootz, den seit 2018 amtierenden Geschäftsführer des Studierendenwerks, ist es ein ganz besonderer Tag. Innerhalb von einem Jahr konnten Gelder für Modernisierungen sowie Sanierungen der zwei zu renovierenden Gebäude aufgetrieben werden. 

Das Studierendenwerk ist für die Studierenden der Technischen Universität sowie der Fachhochschule in Dortmund zuständig, sodass es einen sozialen Auftrag hat, dem man nachkommen möchte. Ebenfalls setzen es sich dafür ein, die kulturelle Vielfalt zu fördern. Es werden keine Personen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft benachteiligt. Alle jungen Menschen haben die gleichen Chancen bei der Auswahl einer Wohnung, unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund. Das Wohnen zu günstigen Preisen ist ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wohnheime des Studierendenwerks.

Die Zielsetzungen des Studierendenwerks sind eindeutig: Es kommt auf Beständigkeit und Berechenbarkeit an

Die Aufgabe des Studierendenwerks ist unter anderem die Bereitstellung von studentischem Wohnraum zu bezahlbaren Mietpreisen. Diese orientieren sich an der im BAföG festgelegten Wohnpauschale von 325 Euro pro Monat. Die Mieter*innen des Studierendenwerks wissen von Anfang an, wie viel Miete sie zu zahlen haben, wodurch es sehr transparent für sie ist. 

Die Mietpreise orientieren sich an der BAföG-Wohnpauschale in Höhe von 325 Euro. Nebenkosten wie beispielsweise Stromkosten sind darin enthalten. Foto: Thomas Engel / Archiv

Die Nebenkosten wie beispielsweise Stromkosten sind darin enthalten. Das Ziel des Studierendenwerks ist es nicht, auf schnellem Wege eine hohe Summe Geld zu verdienen, sondern den Studierenden möglichst preiswerte Unterkünfte anzubieten, ohne Menschen aufgrund bestimmter Merkmale auszugrenzen.

Beständigkeit und Berechenbarkeit zeichnen das Studierendenwerk aus, erklärt Schlootz. Im Vergleich zu anderen Studentenwohnheimen in Dortmund ist dieses mit seinen Immobilien sehr campusorientiert.

Die Wohnraumförderung der Stadt Dortmund ist sehr wichtig, speziell hinsichtlich des Studierendenwerkes. Es macht Dortmund somit zu einem attraktiven Hochschulstandort und trägt bezüglich der Bildungsgerechtigkeit zur Unabhängigkeit zwischen der Entscheidung für ein Studium und der Einkommensverhältnisse bei.

Es werden Anreize der Stadt Dortmund zur Wohnungsbauförderung geschaffen. Die Bodenpreise, welche der eigentliche ,,Kostentreiber“ beim Bau neuer Gebäude sind, steigen jedoch zunehmend an, was die Umsetzung von Neubauten deutlich beeinträchtigt.

Gleiches Recht für alle: Studierendenwerk  ermöglicht nun auch Auszubildenden eine Wohnung im Wohnheim

Das Studierendenwerk betreibt mit seinen vier Hochschulstandorten Dortmund, Hagen, Soest und Iserlohn insgesamt 15 Wohnanlagen mit über 2.800 Plätzen. Um Studierenden weiterhin ein attraktives Wohnangebot zu ermöglichen, sind kontinuierliche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

,,Die öffentliche Förderung von Wohnraum wird häufig in der öffentlichen Diskussion sehr einseitig auf ein Thema fokussiert- die Frage von öffentlichen Förderungen – von Neubauten, für Menschen, die entsprechend mit einem Wohnberechtigungsschein dort wohnen können. Hier lernen wir, dass öffentliche Förderung von Wohnraum mehr sein kann – gezielt für eine Personengruppe in diesem Fall Studierende“, erklärte Oberbürgermeister Westphal.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Förderung für das Wohnheim für Studierende sowie Auszubildende ausgelegt, was der Oberbürgermeister befürwortet und für eine gute Entwicklung hält, da die Personengruppe der Auszubildenden manchmal vergessen werde. Beide Personengruppen möchten sich in jungen Jahren auf eigene Füße stellen. Sie haben unterschiedliche Ansprüche an Wohnen und Unterkunft. Auszubildende möchten lieber alleine wohnen, um elternunabhängig ihr Leben zu organisieren. Studierende wohnen lieber zusammen. Dies ist die grundsätzliche Tendenz, die man am Wohnungsmarkt erkennen kann.

Förderung von Bestandsimmobilien sowie Neubauten: Der Mix macht es aus

Online gibt es weitere Infos. Nützliche Links und Formulare finden Sie auch im Anhang des Artikels.

Bei der Förderung von öffentlichen Wohnraum geht es nicht ausschließlich um Neubauten, sondern auch um den Bestand. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen möchte Modernisierungsmaßnahmen im Bestand fördern, wie es bei dem Studierendenwerk in Dortmund passiert ist. Die jungen Menschen sollten weiterhin ihre Miete zahlen können, ohne einen sofortigen Anstieg der Mietkosten.

Es ist für die gesamte Wohnungsmarktsituation von großer Bedeutung, dass man spezifische Angebote für die unterschiedlichen Personengruppen benötigt. Menschen, die in einem Wohnheim leben, sollten es sich leisten können, was wichtig in der Gesamtentwicklung ist. Das Studierendenwerk Dortmund beabsichtigt die Modernisierung der Wohnheime an der Baroper Straße 331 und 335 und dem Vogelpothsweg 82-104.

Das Studierendenwohnheim in der Baroperstraße wurde in den 1970er-Jahren errichtet und bietet Platz für 306 Studierende. Die in den 1980-er Jahren errichtete Anlage am Vogelpothsweg besteht aus drei- bis viergeschossigen Gebäudeblöcken und umfasst 255 Wohnheimplätze für Studierende. Das Studierendenwerk Dortmund hat in enger Abstimmung mit dem Amt für Wohnen der Stadt Dortmund und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW ein Modernisierungspaket entwickelt, um die Studierendenwohnheime auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.

Diese Maßnahmen zur Sanierung sind zeitnah geplant: Aus alt wird neu

Die Wohnanlagen weisen alters- und nutzungsbedingte Mängel auf. Zum Erhalt der Gebäudesubstanz ist eine umfassende Modernisierung der beiden Gebäude vorgesehen, die den Gebrauchswert der Wohnanlagen erhöhen, die Energieeffizienz verbessern und den Abbau von Barrieren erzielen soll.

OB Thomas Westphal übergab den Förderbescheid an Thomas Schlootz, den Geschäftsführer des Studierendenwerks.

Die geplanten Maßnahmen umfassen beispielsweise den Einbau von neuen Fenstern und Türen, die Modernisierung der Wärme- und Lüftungsanlagen, die Erneuerung von Sanitärinstallationen sowie neue Fahrradabstellanlagen. Nach Abschluss der Maßnahmen wird den Studierenden ein voll möbliertes Apartment mit einem umfassenden, leistungsstarken Internetpaket angeboten. Das Studierendenwerk legt viel Wert auf Kooperationen, um für die Mieter*innen einen Mehrwert zu schaffen, beispielsweise durch E-Mobilität für Elektrofahrräder.

Um die Wohnraumsituation für Studierende durch die Ausweitung des Angebots an studentischem Wohnraum zu verbessern, hat das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Beginn des Förderjahres 2020 erstmals eine Möglichkeit geschaffen, die Modernisierung von Studierendenwohnheimen mit Wohnraumförderungsmitteln zu unterstützen. Das erste Mal wurde eine Förderung zur Modernisierung von Studierendenwohnheimen in Dortmund überreicht.

Bei der Übergabe des Förderbescheids freute sich Oberbürgermeister Thomas Westphal, dass das Studierendenwerk gleich im ersten Förderjahr zugegriffen hat: ,,Das zeigt zum einen den großen Bedarf zur Modernisierung, der sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Und das wiederum macht deutlich, wie wichtig es ist, dass das Land seine Wohnraumförderung auch auf die Modernisierung von studentischen Wohnen ausgedehnt hat.“

Die Modernisierungen sowie Sanierungen beginnen im Mai 2021 und sollen voraussichtlich 2024 fertig sein

Der Geschäftsführer des Studierendenwerkes Thomas Schlootz ist von dem neuen Förderangebot überzeugt: ,,Dass nun seit 2020 auch Modernisierungen in die Förderprogramme des Landes aufgenommen wurden, begrüßen wir sehr. Das Investieren in den Bestand und die sukzessive Erneuerung der vorhandenen Wohnanlagen gehören aktuell zu den größten Projekten des Studierendenwerks – allein in 2021 stehen drei solcher Bauvorhaben an – zwei davon hier in Dortmund.“

Planungsdezernent Ludger Wilde weist auf gute Zusammenarbeit zwischen dem Studierendenwerk Dortmund, dem Ministerium und der Bewilligungsbehörde hin: ,,Der Förderbaustein ist für alle Beteiligten neu. Hier lernten alle gemeinsam, wie die Modernisierungsförderung von Studierendenwohnheimen funktionieren kann. Durch die enge und wie gewohnt sehr gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ist uns das gelungen.“

Im Mai diesen Jahres sollen die ersten Maßnahmen eingeleitet und bauabschnittweise durchgeführt werden. Das Ziel ist es, dass die Modernisierungen an der Baroper Straße 2023 und am Vogelpothsweg Mitte 2024 vollständig abgeschlossen sind.

Stadt Dortmund wird weiterhin  mit dem Studierendenwerk Projekte planen und eng zusammen arbeiten

Dortmund ist Wissenschaftsstadt und Hochschulstandort. Rund 54.000 Menschen studieren hier an sieben Hochschulen. Foto: TU Dortmund / R. Baege

Da Dortmund seit Jahren eine wachsende Studierendenstadt ist und die Anzahl der Studenten*innen jedes Jahr ansteigt, werden immer mehr Wohnungen für diese Personengruppe benötigt. Der Großteil von ihnen möchte direkt in Dortmund wohnen, anstatt in einer angrenzenden Stadt.

Die Stadt Dortmund kann sich laut Oberbürgermeister Westphal noch mehr mit dem Studierendenwerk vorstellen und man will weiterhin im Austausch bleiben. Laut Schlootz kann das Studierendenwerk Dortmund sich durchaus vorstellen, in den nächsten Jahren auch neu zu bauen, jedoch müsste es dafür eine sehr gute Finanzierung geben, da ein Neubau um Einiges teurer ist als die Sanierung, sodass 23 Millionen Euro dafür nicht ausreichen würden.

Wenn es finanziell möglich ist, wäre das Studierendenwerk bereit, seine Objekte zu erweitern, jedoch müssen die Gebäude in den anderen Städten ebenfalls nach und nach saniert werden, sodass man die Wohnheime des Studierendenwerks in Dortmund nicht bevorzugen kann. Die Stadt Dortmund möchte zusammen mit dem Studierendenwerk in die Diskussion einsteigen, was in der gesamten Stadt aus ihrer Sicht möglich ist und was die Stadt unterstützen kann.

Sie schaut sich regelmäßig über das Wohnungsamt das Wohnungsmarktbarometer und die somit einhergehende Nachfragesituation an, äußerte sich Stadtrat Ludger Wilde.

 

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