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20 Jahre Einsatz für die Menschen und gegen die Armut: Gast-Haus-Urgestein Werner Lauterborn übergibt Vereinsvorsitz 

Werner Lauterborn (l.) hat das Gast-Haus vor über 20 Jahren mitgegründet. Nun übergibt er den Vereinsvorsitz an Heinrich Bettermann. Lauterborn bleibt dem Gast-Haus als Ehrenvorsitzender erhalten. Foto: Markus Mielek

Nach über zwanzig Jahren erfolgreicher Vorstandsarbeit hat der langjährige 1. Vereinsvorsitzende der Ökumenischen Wohnungslosen-Initiative „Gast-Haus statt Bank“ (kurz Gast-Haus), Werner Lauterborn, sein Amt an Heinrich Bettenhausen übergeben. Lauterborn hat das Gast-Haus von Beginn an mit aufgebaut und den Leitgedanken „einen gastlichen Raum für Wohnungslose und von Armut betroffene Personen zu schaffen, aus dem sie nicht vertrieben werden, sondern herzlich willkommen sind“ entscheidend vorangetrieben. Als Dank für seine ehrenvolle Tätigkeit ist Werner Lauterborn von der Mitgliederversammlung des Vereins zum „Ehrenvorsitzenden“ ernannt worden. 

Neuer Vorstand, alte Werte: Die Gäste stehen im Mittelpunkt aller Überlegungen

Das Gast-Haus an der Rheinischen Straße. Foto: Archiv

Mit der wachsenden Armut in Dortmund sind die Herausforderungen an die Arbeit des Gast-Hauses im Laufe der Jahre stetig gestiegen. Diesen nimmt sich der neue 1. Vorstandsvorsitzende, Heinrich Bettenhausen, gerne an und betont immer wieder, dass die „Gäste im Mittelpunkt aller Überlegungen und Entscheidungen stehen“. 

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Herr Heinrich Bettenhausen, Dipl. Ökonom, war Geschäftsführer von mehreren mittelständischen Unternehmen und-gruppen. Vor seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Gast-Haus war er ehrenamtlich im Aufsichtsrat der Johannesgesellschaft. Nachdem er einstimmig gewählt wurde, schaut er seinen neuen Aufgaben als 1. Vorsitzender freudig entgegen.

Auch weitere langjährige Vorstandsmitglieder wie Helga Herbst, Karin Kötter, Reinhold Dege und Norbert Lipgens legten ihr Amt nieder. Durch ihre Vorstandstätigkeit trugen sie dazu bei, dass aus der Ökumenischen Wohnungslosen-Initiative e.V. eine anerkannte und wichtige Anlauf-, Versorgungs- und Beratungsstelle für Wohnungslose und von Armut betroffene Menschen geworden ist.

Weitere Informationen zum neuen Gast-Haus Vorstand 

Seit letztem Jahr umfasst das medizinische Angebot des Gast-Hauses auch eine kostenlose zahnärztliche Sprechstunde.

Die neuen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes sind: Frau Dr. Ulrike Ullrich (2. Vereinsvorsitzende), Frau Nora Niemeier (Schatzmeisterin). Als Beisitzerin und Beisitzer sind Frau Barbara Hermann und Herr Hans-Georg Kubitza tätig.

Der neue Vorstand wird aktiv durch Katrin Lauterborn, Tochter von Werner Lauterborn und Geschäftsführerin des Gast-Hauses, und ihr Mitarbeiter*innenteam unterstützt, um das ideelle Vorhaben und die Ziele der Einrichtung nach besten Kräften zum Wohl der Gäste weiter voran zu bringen.

Dr. Ulrike Ullrich, ehemalige Leiterin Sozialpsychiatrischer Dienst- Gesundheitsamt der Stadt Dortmund, wird zusammen mit Hans-Georg Kubitza, ehemaliger praktizierender Arzt im Dortmunder Norden, neben der Netzwerkarbeit die Arzt-Praxis des Gast-Hauses koordinieren und Ansprechpartner für die ehrenamtlich tätigen Ärzte sein. 

Neu aufgestellt, um auch zukünftig schnell und unkompliziert helfen zu können

Nora Niemeier ist viele Jahre als ehrenamtliche Mitarbeiterin für das Gast-Haus tätig und verantwortet als neue Schatzmeisterin das Finanz- und Rechnungswesen sowie das Controlling. Ferner ist sie für die Erfassung der Spenden und der Mitgliedsbeiträge verantwortlich. 

Barbara Hermann, langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin des Gast-Hauses, wird für die störungsfreien Abläufe im Gastraum und in der Küche zuständig sein. Sie koordiniert schon seit Beginn Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die Arbeitsabläufe der Mitarbeiter*innenteams. 

Die mit dem Vorstandswechsel verbundenen Personen sind Vereinsmitglieder und werden auch in dieser Stellung weiterhin aktiv dem Gast-Haus verbunden bleiben. 

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Weitere Informationen:

Das Gast-Haus ist eine gemeinnützige Initiative, die seit 1996 in Dortmund für Wohnungs- und Obdachlose sowie für Menschen in prekären Lebensverhältnissen einen gastlichen Raum schafft sowie eine niederschwellige Versorgungs- und Beratungsstruktur bereitstellt. Getragen von insgesamt 250 Ehrenamtlichen verfügt das Gast-Haus über einen Tagesaufenthalt, über einen medizinischen Dienst sowie über eine Sozial- und Rechtsberatung. Alle Angebote des Gast-Hauses sind kostenlos und werden zum größten Teil über das Ehrenamt getragen.

2018 wurden im Gast-Haus 122.000 Essen ausgegeben, 20.000 Bekleidungen gewechselt und 15.000 Patienten behandelt. Das Gast-Haus ist auf die ehrenamtliche Mitarbeit, auf Spenden und sonstige Fördermöglichkeiten angewiesen.

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