
Die Westfalenhallen planen den bisher größten Umbau ihrer Unternehmensgeschichte. Im südlichen Bereich des Geländes entstehen zwei neue Messehallen, ein neues Kongresszentrum sowie ein neuer Südeingang. Dafür will die Stadt rund 215 Millionen Euro investieren. Die Verantwortlichen sehen darin eine zentrale Zukunftsinvestition für den Wirtschaftsstandort Dortmund. Das Projekt soll dem wachsenden Konkurrenzdruck im Messe- und Kongressgeschäft Rechnung tragen.
Die Konkurrenz ist groß: Messestandort soll wettbewerbsfähig bleiben
„Wir müssen wettbewerbsfähig werden“, erklärte Oberbürgermeister Alexander Kalouti bei der Vorstellung des großen Bauprojekts im Dortmunder Ratssaal. Die Investition von rund 215 Millionen Euro sei „eine der höchsten Summen überhaupt in den letzten Jahrzehnten“. Der Ausbau der Westfalenhallen sei deshalb ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Nach Angaben der Westfalenhallen finden auf dem Gelände derzeit mehr als 1.000 Veranstaltungen pro Jahr statt. Rund 1,7 Millionen Besucher:innen kommen jährlich zu Messen, Kongressen, Konzerten und Events nach Dortmund. Laut Prognosen soll sich der Ausbau ab 2030 daher auch wirtschaftlich stärker bemerkbar machen.
Auch Uwe Waßmann, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Ratsfraktion und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Westfalenhallen, verwies vor diesem Hintergrund auf den Wettbewerb mit anderen Städten in Nordrhein-Westfalen. „Die Konkurrenz ist groß. Wenn wir zukunftsfähig sein wollen, müssen wir investieren“, mahnte er. Das sei besonders mit Blick auf die angespannte Haushaltslage keine Selbstverständlichkeit.
Ein neues Konferenzzentrum soll den modernen Anforderungen gerecht werden
Geplant sind zwei neue Messehallen im südlichen Bereich des Geländes. Eine Halle soll rund 10.000 Quadratmeter groß werden, die zweite etwa 5.000 Quadratmeter. Nach Angaben der Verantwortlichen wurden die bisherigen Hallengrößen und Anforderungen überprüft. Das Ergebnis: Statt mehrerer kleiner Hallen sollen künftig größere und flexibler nutzbare Flächen entstehen.

Zusätzlich soll auch ein neues Kongresszentrum mit Platz für bis zu 2.000 Zuschauer:innen im größten Saal entstehen. Das bisherige Kongresszentrum bleibt weiterhin bestehen und soll künftig vor allem für kleinere Formate genutzt werden.
„Das aktuelle Zentrum hat sich bewährt, aber die Anforderungen sind gestiegen“, erklärte Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe. Dabei gehe es nicht mehr nur um klassische Vorträge oder Ausstellungen. Viele Veranstaltungen würden heute Messe, Networking, Catering und sogenannte Hospitality-Bereiche miteinander verbinden. Dafür brauche es aber neue Flächen und eine modernere Struktur.
Ziele sind klar: Kurze Wege, mehr Service und mehr Übersichtlichkeit
Ein wichtiger Teil des Projekts ist der neue Südeingang. Dieser wurde in der Planung besonders berücksichtigt. Er soll heller, moderner und übersichtlicher werden. Gleichzeitig soll er dazu beitragen, Besucher:innen künftig besser und schneller über das Gelände zu verteilen. Neben dem geplanten neuen Eingang Süd bleiben auch die bestehenden Zugänge im Norden und Westen erhalten.

„Kurze Wege, mehr Service und mehr Übersichtlichkeit“ seien die zentralen Ziele der Planung, so Loos. Gleichzeitig gehe es darum, mehrere Veranstaltungen parallel durchführen zu können, ohne dass sich Besucherströme gegenseitig behindern.
Auch die Logistik spielte bei den Planungen eine wichtige Rolle. „Das entscheidet über Erfolg oder Nicht-Erfolg“, erklärte Loos mit Blick auf die für die Messen notwendigen Auf- und Abbauarbeiten bei Großveranstaltungen. Deshalb seien Anlieferung und Verkehrsführung früh mitgedacht worden. Konkrete Aussagen zu einem neuen Verkehrskonzept machten die Verantwortlichen bislang allerdings noch nicht. Geplant ist unter anderem ein neues Parkhaus auf einer bisherigen Logistikfläche, sowie der Ausbau bestehender Flächen.
Der Messebetrieb soll weiterlaufen: Neubau mit eigenem Charakter
Aufgrund der hohen Auslastung der Westfalenhallen wird der Umbau während des laufenden Betriebs stattfinden. Veranstaltungen in den Westfalenhallen sollen also auch während der Bauzeit weiter möglich bleiben. „Ein funktionierender Organismus während der Bauzeit muss gewährleistet werden“, erklärte Architekt David Königsfeld vom zuständigen Büro heinlewischer und Partner.

Die Neubauten sollen sich architektonisch an den Bestand anpassen, gleichzeitig aber einen eigenen Charakter bekommen. Geplant ist unter anderem ein großes Vordach entlang der Strobelallee. Auch Grünflächen und ein Hochgartenbereich sind vorgesehen.
Eine besondere Herausforderung ist dabei das Gelände selbst: Zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt liegen rund sieben Meter Höhenunterschied.
Die Bauvorbereitungen laufen bereits. Nach Angaben der Westfalenhallen wurde der Baugrund schon untersucht. Dabei seien auch bereits mehrere Blindgänger gefunden worden. „Das übliche Prozedere, wenn man in Dortmund baut“, so Loos.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!
Mehr dazu auf Nordstadtblogger:
Westfalenhallen bauen um: Dortmund investiert 215 Millionen Euro in Messe-Standort


Reaktionen
Höchster Umsatz der Geschichte: Westfalenhallen Unternehmensgruppe erzielt 76,4 Mio. Euro Umsatz (PM)
Starke Leitmessen, vielfältige Events und eine wachsende internationale Beteiligung prägen die erfolgreiche Bilanz der Westfalenhallen Unternehmensgruppe. Im Jahr seines 100-jährigen Bestehens erzielte der Unternehmensverbund 2025 den höchsten Umsatz seiner Geschichte. Damit unterstreicht die Westfalenhallen Unternehmensgruppe ihre Bedeutung als wichtiger Messe-, Kongress- und Veranstaltungsstandort sowie relevanter Wirtschaftsfaktor für die Region.
Die Westfalenhallen Unternehmensgruppe hat ihren Geschäftsbericht 2025 vorgestellt und verzeichnete im Jubiläumsjahr eine positive Geschäftsentwicklung. Mit einem Umsatz von 76,4 Mio. Euro erreichte der Unternehmensverbund einen neuen Höchstwert und erzielte gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 14,9 Prozent. Die Messe Dortmund GmbH blieb mit 41,3 Mio. Euro der größte Umsatzträger. Die Westfalenhalle GmbH verzeichnete einen Umsatz von 17,0 Mio. Euro. Die Kongress Dortmund GmbH erwirtschaftete 14,9 Mio. Euro.
Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe: „Das Jahr 2025 war für uns in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Zum 100-jährigen Bestehen konnten wir den höchsten Umsatz unserer Unternehmensgeschichte erzielen. Dieses Ergebnis zeigt, wie gut wir im nationalen und internationalen Veranstaltungssektor aufgestellt sind. Gleichzeitig bekräftigt es unseren strategischen Weg, das Messe-, Kongress- und Eventgeschäft eng miteinander zu verzahnen. Vor dem Hintergrund eines anspruchsvollen Marktumfelds werden wir mit klugen, nachhaltigen Investitionen, digitalen Services sowie kundennahen und schlanken Prozessen die Entwicklung der Westfalenhallen weiter vorantreiben.“
Starke Veranstaltungen in allen Geschäftsbereichen
Im Messebereich fanden 88 Veranstaltungen statt. 9.378 Aussteller präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen, mehr als 701.000 Besuchende nutzten die Veranstaltungen als Plattform für Austausch und Geschäftsanbahnung. Auch der Kongressbereich gestaltete sich positiv: 658 Veranstaltungen mit mehr als 102.000 Teilnehmenden zeigten die Bedeutung des Standorts für Tagungen und Kongresse. Ebenso erfolgreich fiel die Bilanz für die Westfalenhalle aus. Mit 162 Veranstaltungen – und damit rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr – sowie rund 936.000 Besuchenden festigte die traditionsreiche Arena ihre Rolle als eine der wichtigsten Event- und Konzertlocations Deutschlands. Dazu trugen zahlreiche ausverkaufte Shows, internationale Produktionen und große Sportereignisse bei. Insgesamt besuchten rund 1,7 Millionen Menschen die Messen, Kongresse und Veranstaltungen in den Westfalenhallen.
Solides Messegeschäft mit Leitveranstaltungen und neuen Formaten
Die Messe Dortmund konnte ihre Position als Branchentreff für etablierte Fachmessen im vergangenen Jahr weiter ausbauen. Zu den wichtigsten Ankerveranstaltungen im Messekalender gehörten internationale Leitmessen wie die Weltleitmesse InterTabac, die 2025 ihre 45. Ausgabe feierte und erneut Fachbesucher aus aller Welt nach Dortmund brachte. Mit der Premiere des Cigar Culture Summit wurde das Programm zudem um ein neues Format erweitert, das sich gezielt einem zentralen Segment, der internationalen Zigarrenindustrie, widmet. Neuere Messeformate wie BUILDINX und HEATEXPO entwickelten sich ebenfalls positiv und legten im vergangenen Jahr noch einmal deutlich bei den Besucherzahlen zu. Zugleich wurden beide Formate strategisch weiter geschärft: Die BUILDINX erweitert ihr Profil als Business-Plattform für innovative Logistik- und Industrieimmobilien um den dynamisch wachsenden Zukunftsmarkt der Rechenzentren. Die HEATEXPO richtet als internationale Leitmesse den Blick noch stärker auf die gesamte Wertschöpfungskette innovativer Wärme- und Kälteversorgung. Auch etablierte Publikumsmessen behaupteten ihre starke Position: So meldete auch die INTERMODELLBAU ein deutliches Besucher- und Aussteller-Plus.
Neben der Weiterentwicklung eigener Messeformate prägten 2025 auch zahlreiche Veranstaltungen externer Veranstalter das Messejahr. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Messe Dogs & Fun: Mit 122 Hunden, die zeitgleich „Sitz“ machten, wurde in Dortmund ein Weltrekord aufgestellt. Wichtige Impulse für das Kfz-Gewerbe setzte zudem die WM Werkstattmesse Dortmund, die seit zehn Jahren in der Messe Dortmund beheimatet ist. Mit dem Stempel-Mekka kam außerdem eine traditionsreiche Veranstaltung hinzu: Nach fast 30 Jahren in Hagen fand die Spezialmesse 2025 erstmals in Dortmund statt.
Große Bandbreite bei Kongressen und Corporate Events
Im Bereich Kongresse und Corporate Events (Messe Dortmund GmbH) konnte sich die Westfalenhallen Unternehmensgruppe als vielseitiger Veranstaltungsort weiter profilieren. Zu den bedeutenden Veranstaltungen gehörten 2025 u.a. die Mitglieder- und die Aktionärshauptversammlung von Borussia Dortmund sowie der Radiologiekongress Ruhr, der erneut Fachleute aus Medizin und Gesundheitswirtschaft anzog. Ein besonderes Ereignis war zudem die Jewrovision, Europas größter jüdischer Tanz- und Gesangswettbewerb mit rund 3.000 Teilnehmern.
Ebenfalls erfreulich entwickelte sich der Kongress- und Tagungsbereich (Kongress Dortmund GmbH). Besonders das Schlussquartal verlief stark: Rund drei Viertel des Jahresumsatzes entfielen auf die letzten drei Monate. Parallel investierte das Unternehmen weiter in Infrastruktur und Service, etwa durch modernisierte Zimmer im Mercure Hotel Dortmund Messe und neue Präsentationstechnik im Kongresszentrum. Gemeinsam mit der cateringmanufaktur bleibt der Bereich ein wichtiges Bindeglied zwischen Messegeschäft, Corporate Events und Veranstaltungen der Westfalenhalle.
Entertainment-Vielfalt: Shows, Konzerte und internationale Sport-Highlights
Mit großen Konzerten, spektakulären Shows und Top-Events des internationalen Sports begeisterte die Westfalenhalle ihr Publikum. Zu den Höhepunkten gehörten fünf restlos ausverkaufte „mittendrin – akustisch“-Konzerte von Herbert Grönemeyer anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Westfalenhallen. Darüber hinaus markierte der Tourstart von Apache 207 einen vielbeachteten Auftakt für eine der größten deutschen Arena-Tourneen des Jahres. Auch internationale Musikgrößen wie Rod Stewart auf seiner Abschiedstour sowie drei ausverkaufte Konzerte von Ayliva sorgten für große Resonanz beim Publikum. Den sportlichen Höhepunkt bildete eine weitere Weltmeisterschaft mit erfolgreicher deutscher Beteiligung: die Damen-Handball-WM 2025.
Ausblick auf das Jahr 2026
Die wirtschaftliche Gesamtsituation bleibt auch 2026 volatil und stellt Unternehmen weiterhin vor große Herausforderungen. Steigende Kosten, ein verändertes Buchungs- und Investitionsverhalten sowie die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage werden auch auf die Veranstaltungswirtschaft spürbare Auswirkungen haben. Die Westfalenhallen Unternehmensgruppe geht daher von einem anspruchsvollen Geschäftsjahr aus.
Weiterentwicklung des Messeportfolios und neue Veranstaltungsformate
Die boe international wurde bereits 2025 strategisch weiterentwickelt. Mit einem neuen Erscheinungsbild, klar definierten Themenfeldern und erweiterten Zielgruppen präsentierte sich die Fachmesse für die Event- und Messeindustrie im Januar 2026 erstmals in ihrer überarbeiteten Form. Parallel treibt die Messe Dortmund die strategische Schärfung ihres Portfolios in mehreren Bereichen konsequent voran. So wurde das etablierte Messe-Duo InterTabac und InterSupply durch die neue Marke NUBIZ ergänzt.
Darüber hinaus erweitert die Messe Dortmund ihr Angebot um zusätzliche Gast- und Partnerformate. So feierte die Kazel Expo vom 22. bis 24. Mai ihre Premiere. Als Wanderveranstaltung gastierte zudem die Valora Hausmesse am 20. Juni in Dortmund und ergänzt das Programm mit einer Kirmes auf dem Vorplatz am Eingang Nord. Vom 24. bis 27. September 2026 kommt mit dem TECHNO CLASSICA SALON die Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Future Classics, Motorsport, Classic Tuning, Motorräder, Ersatzteile, Restomod, Restaurierung, Youngtimer und Welt-Clubtreff erstmals nach Dortmund. >>> Alle Messetermine auf einen Blick
Corporate Events, Fachkongresse und Branchentreffen
Auch im Bereich Corporate Events und Kongresse sind bereits verschiedene Veranstaltungen geplant. Dazu zählt unter anderem die Bechtle IT-Expo am 2. Juli. Das Kongresszentrum Dortmund wird zudem erneut Austragungsort zahlreicher Fachkongresse und Branchentreffen sein. Den Auftakt bildete die Veranstaltung des Bundes Deutscher Heilpraktiker am 27. Februar, gefolgt vom Deutschen Mietgerichtstag am 12. März. Im weiteren Jahresverlauf bringt unter anderem der Fraunhofer Logistikkongress vom 7. bis 9. September Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Logistik zusammen.
Konzerte und Sportevents in der Westfalenhalle
Ebenso stehen 2026 in der Westfalenhalle wieder zahlreiche Konzerte, Shows und Sportveranstaltungen auf dem Programm. So gastiert der Schlagerbooom am 16. und 17. Oktober in Dortmund. Mit Deep Purple kommt am 3. November eine der international bekanntesten Rockbands in die Westfalenhalle. Zum Jahresende ist außerdem die Rückkehr von Unheilig mit der Tour „Liebe, Glaube, Monster“ geplant.
Bei den Sportevents zählt die Machineseeker European Championship im Darts vom 22. bis 25. Oktober weiterhin zu den etablierten Veranstaltungen im Kalender der Westfalenhalle. Dortmund ist seit vielen Jahren Austragungsort der Darts-EM und damit ein wichtiger Standort im internationalen Turnierkalender.