IHK-Jahresempfang in Dortmund: Klein mahnt Berlin und lobt Aufbruch in der Region

Im Zentrum steht „Aufbruch“ und der Abschied Dustmanns

IHK-Jahresempfang mit rund 600 Unternehmer:innen aus ganz Dortmund und Umgebung
IHK-Jahresempfang mit rund 600 Unternehmer:innen aus ganz Dortmund und Umgebung Foto: Stephan Schütze

Die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund lud zu ihrem traditionellen Jahresempfang ein. Rund 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft folgten der Einladung in den IHK-Innenhof. Für den neuen IHK-Präsidenten Roland Klein war es der erste Jahresempfang in diesem Amt.

Allzeithoch bei den Beschäftigten, aber Handlungsbedarf beim Tempo

Klein wurde im März dieses Jahres zum IHK-Präsidenten gewählt. Seine Rede eröffnete er mit einem Blick auf jüngste Landtagswahlen, bei denen die AfD beinahe die absolute Mehrheit erzielte. „Als IHK sind wir parteipolitisch neutral, was manchmal ein wenig schade ist“, rief Klein seinen Gästen zu. Doch: „Es gibt keine Alternative zu Demokratie und zur sozialen Marktwirtschaft.“

IHK-Präsident Roland Klein
IHK-Präsident Roland Klein Foto: Stephan Schütze

Im Mittelpunkt seiner Rede stand das Motto „Aufbruch“. Unternehmen kämpften mit Bürokratie, hohen Energiekosten, Fachkräftemangel und einer unberechenbaren Weltlage. Wer investieren wolle, brauche verlässliche politische Rahmenbedingungen. Klein mahnte gleichzeitig die Bundesregierung, den Reformkurs trotz innenpolitischer Turbulenzen weiterzuführen. ___STEADY_PAYWALL___

Trotzdem sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna auf 465.000 und damit auf ein Allzeithoch gestiegen. 2020 seien es knapp 440.000, vor zehn Jahren gut 390.000 gewesen. Neue Stellen seien vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnologie, der Gesundheitswirtschaft und der Logistik entstanden.

„Wir müssen optimistischer sein“, sagte Klein. „Aufbruch beginnt, wenn Menschen trotz schwieriger Rahmenbedingungen investieren, wenn sie neue Ideen verfolgen und wenn sie Verantwortung übernehmen.“ Als Belege nannte er konkrete Investitionsprojekte in der Region, darunter den Continentale Campus auf der Stadtkrone Ost, das neue Dachser-Logistikzentrum in Unna und die Erweiterung des Eco Ports in Holzwickede.

Rechenzentrum-Campus und Dank an Ehrenpräsident Dustmann

Als besonderes Symbol für den Aufbruch bezeichnete Klein den geplanten Rechenzentrum-Campus im Industriegebiet Westfalen an der Grenze von Hamm und Lippetal. Blackstone und der Rechenzentrumsspezialist QTS planen dort gemeinsam mit Amprion eines der größten IT-Infrastrukturprojekte Deutschlands: rund 27 Hektar, 200 Megawatt Rechenleistung, bis zu vier Milliarden Euro Investition.

Heinz-Herbert Dustmann wurde als IHK-Präsident verabschiedet und wirkt als Ehrenpräsident weiter.
Heinz-Herbert Dustmann wurde als IHK-Präsident verabschiedet und wirkt als Ehrenpräsident weiter. Foto: Stephan Schütze

„Das wäre ein Projekt von nationaler Bedeutung“, sagte Klein. Daten seien der neue Treibstoff der Wirtschaft. Die Region starte dabei nicht bei null: Sie verfüge über Energieinfrastruktur, Hochschulen und funktionierende Netzwerke. Was fehle, seien Tempo und Klarheit. Als positives Signal wertete er das für den 1. Januar 2027 angekündigte Entlastungspaket des Landes NRW, das Berichts- und Dokumentationspflichten reduzieren soll.

Ein besonderer Moment der Veranstaltung war der Dank an Ehrenpräsident Heinz-Herbert Dustmann, der die IHK von 2016 bis März 2026 zehn Jahre lang geführt hatte.

Dustmann blickte auf Höhe- und Tiefpunkte seiner Präsidentschaft zurück. „Corona wäre eigentlich als Lowlight zu nennen, wir haben es aber zum Highlight gemacht, wir haben viel geleistet.“ Und wirkte auch etwas wehmütig: „Nach zehn Jahren loszulassen, ist eben nicht so einfach.“


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

Unterstütze uns auf Steady

 Mehr dazu auf Nordstadtblogger:

IHK Dortmund: Industrie klagt über hohe Energiepreise und fehlende Planbarkeit

Klare Erwartungen an die Politik: IHK fordert schnellere Verfahren und mehr Wirtschaftsflächen

Neue Wirtschaftsflächen-Strategie: Der Stadtrat ringt um die Flächenzukunft in Dortmund

Die Vollversammlung der IHK Dortmund wählt Roland Klein zum neuen Präsidenten

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert