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Vortrag des Historikers Ralf Blank im Stadtarchiv: „Kriegsende in Dortmund 1945“ aus alliierter und deutscher Perspektive

Dortmund glich bei Kriegsende eher den Ruinen des antiken Karthagos als einer modernen Großstadt. Foto: Stadtarchiv

Dortmund glich bei Kriegsende eher den Ruinen des antiken Karthagos als einer modernen Großstadt. Foto: Stadtarchiv

Im Dortmunder Stadtarchiv, Märkische Straße 14, hält der Historiker Ralf Blank am Mittwoch, 22. April, 19 Uhr, einen Vortrag über das Kriegsende in Dortmund 1945. Der von Quellen und Fotografien begleitete Vortrag schildert die letzten Kriegsmonate in Dortmund aus alliierter und deutscher Perspektive.

Die Westfalenmetropole lag bei Kriegsende in Schutt und Asche

Im Mai 1945 unternahmen die Royal Air Force und die US-Luftwaffe mehrere Rundflüge über Deutschland. Bei diesen “Trolley Missions“ wurde dem Bodenpersonal der alliierten Luftstreitkräfte das Ergebnis der Bombenangriffe präsentiert. Wie auf einer “seeing tour“ flogen die Maschinen auch die Stadt Dortmund an. Die Metropole im Osten des im Zweiten Weltkrieg heftig bombardierten Ruhrgebiets lag in Trümmern und glich bei Kriegsende eher den Ruinen des antiken Karthagos als einer modernen Großstadt.

Seit Mai 1943 hatten mehrere schwere britische und US-amerikanische Luftangriffe die Innenstadt und die angrenzenden Viertel nahezu vollständig zerstört. Über 27.000 Tonnen Bomben war auf die Stadt gefallen, ein Großteil – über 12.500 Tonnen – noch in den letzten Monaten des Krieges. Über 6.000 Menschen verloren bei den Luftangriffen ihr Leben. Der britische Luftangriff von mehr als 1.100 Maschinen am 12. März 1945 zählte zu den schwersten Bombardierungen einer Stadt auf dem europäischen Kriegsschauplatz.

Nationalsozialistischer Terrorapparat funktionierte bis zum Kriegsende

Der nationalsozialistische Terrorapparat funktionierte in Dortmund bis zum Kriegsende. Im fielen besonders in den letzten Kriegswochen bis zu tausend Menschen zum Opfer. Die Eroberung der Stadt im April 1945 bedeutete für die Bevölkerung nicht nur das Ende der Luftangriffe. Sie war auch eine Befreiung von dem an der „Heimatfront“ in der Kriegsendphase nochmals gesteigerten Terror der Gestapo und des NS-Regimes.

Dr. Ralf Blank ist Leiter des Historischen Centrums und Stadtarchivs Hagen sowie Lehrbeauftragter an der Ruhr Universität Bochum. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkriegs vorgelegt. Zuletzt erschien “Bitter Ends. Die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs im Ruhrgebiet 1944/45“ (Essen: Klartext, 2015).

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Historischen Verein für Dortmund und der Grafschaft Mark statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter Telefon (0231) 50-25210.

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