Vertrauen in Kultur: Bewährtes Führungspersonal gestaltet die Zukunft des Theater Dortmund

Rat der Stadt Dortmund setzt mit Vertragsverlängerung auf Kontinuität

Außenansicht Theater
Mit den Vertragsverlängerungen wichtiger Führungskräfte setzt die Stadt Dortmund am Theater Dortmund auf Kontinuität und langfristige Planungssicherheit. Foto: Theater Dortmund

Das Theater Dortmund kann langfristig mit zentralen Führungspersönlichkeiten planen. Der Rat der Stadt Dortmund hat die Verträge von Geschäftsführendem Direktor Tobias Ehinger und Opernintendant Heribert Germeshausen bis 2033 verlängert. Auch Andreas Gruhn bleibt dem Kinder- und Jugendtheater Dortmund bis 2028 erhalten. Die Stadt sieht darin ein Signal für künstlerische Qualität, strukturelle Stabilität und die weitere Entwicklung des Hauses.

Vertragsverlängerungen als Signal für die Kultur

Mit den Vertragsverlängerungen sichert die Stadt Dortmund wichtige Leitungspositionen an einem der größten kommunalen Mehrspartenhäuser Deutschlands. Tobias Ehinger und Heribert Germeshausen bleiben bis zum 31. Juli 2033 im Amt, Andreas Gruhn bis zum 31. Juli 2028.

Alexander Kalouti, Oberbürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Dortmund. Foto: Alex Völkel für nordstadtblogger.de

Nach Angaben der Stadt steht die Entscheidung für Kontinuität, künstlerisches Profil und verlässliche Führung. Zugleich soll sie frühzeitig Planungssicherheit für die kommenden Jahre schaffen.

Alexander Kalouti, Oberbürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Dortmund erklärt: „Das Theater Dortmund gehört zu den großen kulturellen Kräften unserer Stadt. Es steht für künstlerischen Anspruch, für Vielfalt und für eine Ausstrahlung, die weit über Dortmund hinausreicht. Mit den Vertragsverlängerungen von Tobias Ehinger, Heribert Germeshausen und Andreas Gruhn setzt die Stadt auf Menschen, die dieses Haus mit Kompetenz, Leidenschaft und einem starken Wertekanon prägen. Kultur ist gerade für unsere Stadt kein Zusatz, sondern ein zentraler Standortfaktor: Sie schafft Identität, stärkt den Zusammenhalt und macht sichtbar, wofür Dortmund steht.“

Oper Dortmund setzt auf erfolgreiche Entwicklung

Heribert Germeshausen prägt die Oper Dortmund seit der Spielzeit 2018/19. In dieser Zeit entwickelte sich die Sparte zu einer profilierten Adresse des deutschsprachigen Musiktheaters. Zu den Erfolgen zählen die Auszeichnung als „Bestes Opernhaus“ bei den OPER! Awards 2023, der FAUST-Preis 2024 sowie der Preis der Deutschen Theaterverlage 2026. Zudem erreichte die Oper Dortmund unter seiner Leitung die höchste Gesamtauslastung seit 25 Jahren.

Heribert Germeshausen
Der Intendant der Dortmunder Oper: Heribert Germeshausen. Foto: Jan Philip Welchering

Der Intendant der Oper Dortmund, Heribert Germeshausen, sieht die Vertragsverlängerung als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen und über die Möglichkeit, den eingeschlagenen Weg an der Oper Dortmund weiterzugehen. Die Oper ist eine Kunstform der großen Gefühle, der starken Bilder und der existenziellen Fragen – und gerade deshalb kann sie eine enorme Gegenwartskraft entfalten. In Dortmund haben wir in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ein Opernhaus zugleich traditionsbewusst, neugierig und offen für die Stadt sein kann.“

„Die Auszeichnungen und die hohe internationale Publikumsresonanz bestärken uns, diesen Weg mit Konsequenz weiterzuverfolgen. Entscheidend bleibt für mich, Oper nicht als abgeschlossenes Museum zu begreifen, sondern als lebendige Kunstform, die Menschen auch im 21. Jahrhundert erreicht, berührt und herausfordert. Mit unserem Ensemble, mit starken künstlerischen und wirtschaftlichen Partner:innen und mit einem Publikum, das sich auf neue Perspektiven einlässt, möchte ich das Profil der Oper Dortmund weiter schärfen – als Haus für große Oper, neue Werke und überraschende Begegnungen.“

Kinder- und Jugendtheater erhält Planungssicherheit

Andreas Gruhn bleibt bis zum 31. Juli 2028 Intendant des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund. Er leitet die Sparte bereits seit 1999 und hat sie zu einem eigenständigen künstlerischen Ort für ein junges Publikum entwickelt. Seine Arbeit gilt zudem als wichtiger Beitrag für die kulturpolitische Entscheidung zur Investition in die Junge Bühne. Diese soll künftig Projekten für Kinder und Jugendliche am Theater Dortmund eine sichtbare künstlerische Heimat bieten.

Andreas Gruhn
Andreas Gruhn, Intendant des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund. Foto: Jan Philip Welchering

Andreas Gruhn, Intendant des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund, betont die Bedeutung kultureller Angebote für junge Menschen: „Ich freue mich sehr, die Arbeit am Kinder- und Jugendtheater Dortmund fortsetzen zu können. Theater für junges Publikum beginnt für mich mit einer einfachen, aber entscheidenden Erkenntnis: Kinder und Jugendliche sind keine Besucherinnen zweiter Ordnung. Sie bringen eigene Erfahrungen, eigene Fragen und eigene Formen von Ernsthaftigkeit mit.“

„Wenn Theater ihnen auf Augenhöhe begegnet, entsteht ein Raum, in dem Fantasie, Widerspruch und Selbstbewusstsein wachsen können. Gerade in einer Zeit, in der junge Menschen mit großen gesellschaftlichen Verunsicherungen aufwachsen, braucht es Orte, die ihnen zuhören, sie herausfordern und ihnen etwas zutrauen. Diesen Raum in Dortmund weiter offen zu halten und gemeinsam mit vielen Künstlerinnen, Pädagoginnen, Familien, Schulen und jungen Zuschauerinnen zu gestalten, ist eine Aufgabe, die mich auch weiterhin reizt.“

Geschäftsführung bleibt langfristig an Bord

Auch die Vertragsverlängerung von Tobias Ehinger bis zum 31. Juli 2033 soll für strukturelle Kontinuität sorgen. Seit Oktober 2017 ist er Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund und verantwortet die übergreifende Steuerung des Mehrspartenbetriebs. Mit dem Theater Dortmund ist Ehinger bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten verbunden. Im Jahr 2004 kam er als Manager des Ballett Dortmund in die Stadt und begleitete die Entwicklung der Sparte über viele Jahre.

Tobias Ehinger
Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund: Tobias Ehinger . Foto: Jan Philip Welchering

Tobias Ehinger, Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund, versteht die Vertragsverlängerung als gemeinsames Zukunftssignal: „Die Vertragsverlängerung ist für mich vor allem ein gegenseitiges Bekenntnis zum eingeschlagenen Weg und zur Zukunft des Theater Dortmund. Die großen künstlerischen Erfolge und die aktuelle Rekordauslastung sind eine Bestätigung unserer Arbeit – zugleich dürfen wir uns darauf nicht ausruhen. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es Mut, klare Visionen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.“

„Dortmund befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel vom Industrie- zum Innovations- und Kulturstandort. Die Menschen im Ruhrgebiet bringen dafür Offenheit, Haltung und Veränderungswillen mit. Darin liegt eine große Chance – auch für das Theater Dortmund. Ich bin überzeugt, dass unsere gesellschaftliche Relevanz in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Mit einer klaren strategischen Ausrichtung und der Jungen Bühne als starkem Schwerpunkt für die nächste Generation gibt es viel zu gestalten. Auf diese Aufgabe freue ich mich sehr.“

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