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Schauspiel Dortmund, Intendanz Julia Wissert – Heiteres bis Ernstes beim Tanz multipler Identitäten in Spielzeit 2020/21

Schauspielhaus Dortmund, Archivbild

„Neustart“ im Schauspielhaus Dortmund: es wird und soll Verunsicherungen geben. Foto: Archiv NSB

Die neue Spielzeit im Dortmunder Schauspiel steht bevor. In einer weiterhin unheimlichen Gefährdungslage – für viele gleich einem Ausnahmezustand, wenig sympathisch: Unsicherheit macht sich breit, Gewohnheiten brechen ein. – Doch beim Kulturschaffen, da geht was. Gerade deshalb vielleicht, weil die Dinge ins Wanken geraten. Wenn auch nicht ohne Risiko. Was wiederum zur Zeit passt. Darin erschließen sich Möglichkeitsräume, bislang unterdrückte Wissensvorräte, Neues entsteht, Verständnishorizonte weiten sich. – Genuss wie Herausforderung für Künstler*innen, Dramaturgie, Rezeption. – Am vorgestrigen Freitag, 21. August, stellten die Akteure ihr Spielzeitprogramm vor. Anfangs mit ganz unterschiedlichen Formaten, heißt es ab Ende Oktober wieder regelmäßig: on stage! Selbstverständlich mit einem ausgearbeiteten Schutzkonzept wegen Corona.

Von anfangs merkwürdigen Ästhetiken, dem Genuss in Verunsicherung und eigentlich unmöglichen Formaten

Dem Philosophen fällt es bei der Programmvorstellung „natürlich“ sofort auf. Erstaunt nimmt er zur Kenntnis, wenn einige der Dramaturg*innen um die neue Intendantin am Dortmunder Schauspiel, Julia Wissert, flockig von (jeweils anderen) „Ästhetiken“ sprechen – so, als gäbe es mehrere, nicht nur die eine. Doch statt sich flugs mit wohlwollend-paternalistischem Lächeln innerlich zu verabschieden, tut er gut daran, einfach mal locker zu bleiben. ___STEADY_PAYWALL___

Ein entscheidendes Motiv fürs Reflektieren überhaupt ist immerhin das Staunen. Woran kein Mangel bestehen wird. Denn ohne auf begriffliche Plattitüden wie „Spannung“ oder „macht neugierig“, „ist vielversprechend“ zurückgreifen zu müssen – was die neue Truppe am Schauspiel für die kommende Spielzeit auf die Beine gestellt hat, darf, soll – will: verunsichern. Punkt. Stellt sich dabei noch ein gewisser Genuss ein – et voilà. Ist aber nicht zwingend.

„Was wir im Grunde genommen versucht haben, ist, den Genuss in der Verunsicherung zu finden und Formate zu entwickeln, wo wir eigentlich sagen: es ist schwierig und es ist ein seltsames Gefühl, zu merken, dass Wirklichkeit zerfällt“, sagt die neue Intendantin zwar. Doch wer ihr länger zuhört, wird das mit dem Genießen im engeren Sinne relativ zum gezielten, künstlerischen Ins-Wanken-Bringen von hausbackenen Überzeugungen getrost in die zweite Reihe setzen dürfen.

Ironie der Geschichte: Corona leistet gerade ungewollte Beihilfe zur Umsetzung des eigentlichen Konzepts

„Freude“ wäre vielleicht der rezeptionsästhetisch passenderer Ausdruck. Oder die Lust aufs Balancieren, Austarieren, wo doch im Gemüt überall irgendwelche Gewichte baumeln, weil Spannungsverhältnisse sich auftun, von allen Seiten her etwas vereinnahmend zieht.

Vorstellung der Schauspiel-Intendanz Mai 2019 im Dortmunder Rathaus – Sabine Reich (l.) und Julia Wissert

Na, ok, das ist jetzt auch dem Genuss nicht sonderlich abhold. Sicher ist neben der neuen Ungewissheit jedenfalls: die Pandemie hat unser Leben andererseits in einem erheblichen Maße im Griff; das öffentliche Leben ist alles andere als „normal“ – Ende offen. So scheint es wenigstens, à première vue. Was machen Künstler*innen damit? Wenn dem so ist.

Um die Dortmunder Antwort der Gegenwart beim Kunstschaffen auf der Bühne und anderswo zu verstehen, braucht es eine kleine Rückblende: Es war im Mai letzten Jahres, als sich Julia Wissert im Rathaus der Stadt als neue Intendantin vorstellte. Bei dieser Gelegenheit sprach sie etwas aus, was für manche wie eine Drohung klingen musste.

Sie karikierte das Konzept, wie sie sich die Ausrichtung des Schauspiel Dortmund unter ihrer Leitung vorstellt. Herauszuhören war deutlich: sie möchte zukünftig mit dem frischen Wind poststrukturalistisch-feministischer Theoriestücke im Rücken agieren. Also aufgepasst, liebe Männer oder Freund*innen der Glückseligkeit aus Althergebrachtem, und überhaupt alle, die privilegiert in Machtstrukturen ihr Dasein pflegen. Zukünftig wird eine Schublade geöffnet, aus der heraus so manch Liebgewonnenes hinterfragt werden dürfte, so ihre Botschaft seinerzeit.

Die Frage (nicht nur) am Schauspiel ist: „Wir können wir mit diesem Zerfall künstlerisch umgehen?“

Ironie der Geschichte: „Corona“ leistet gegenwärtig fleißig Beihilfe, auch wenn sich das niemand so gewünscht haben kann. „Wir merken gerade, dass alles zerfällt. Alle Ideen von Sicherheit, die wir scheinbar hatten, funktionieren nicht mehr“, diagnostiziert Wissert zu den gesellschaftlichen Folgen der Pandemie bei der Vorstellung des Programms für den Herbst und darüber hinaus. Der Punkt für sie ist: die Krise schafft neue Erkenntnisse, kann es zumindest. Über Brüche, die es unterhalb der Oberfläche bereits gab, aber erst jetzt offen zutage treten. Sodass Handlungsbedarf für Veränderung erst nach und nach offenkundiger wird. Die Not schafft erweiterte Perspektiven.

Zuerst stellt sich der Intendantin die naheliegende Frage: „Wir können wir mit diesem Zerfall künstlerisch umgehen?“ Näherhin: „Wie können wir Künstler*innen einladen, hier zu arbeiten, die in ihrer Praxis die Frage von ästhetischen Veränderungen, von neuen Lesarten, von dem Zerfall als Möglichkeit einer Öffnung von etwas sehen und so nochmal andere Wirklichkeiten sichtbar werden, Wirklichkeiten, die immer da waren, weil gerade gibt es ja auch diese Sehnsucht: Zurück zum Alten.“

Und die gibt es bekanntlich nicht erst seit gestern; sie hat in Deutschland eine lange unheilvolle Geschichte hinter sich. Mündend in eine Gegenwart, in der weiterhin aus rassistischen und antisemitischen Motiven genötigt, verletzt, gebrannt und gemordet wird. Das lasse sich der Mensch „auf der Zunge zergehen“ – mit Verlaub, weil’s hier mit jedwedem Genuss ja wohl endgültig vorbei sein dürfte. Doch nun werden Tiefenstrukturen freigelegt.

Wiederaneignung, Selbstermächtigung, Machtkritik, Übergänge, Transformationen

Julia Wissert hat sich einiges zu strukturellen Rassismen erarbeitet, ihre Diplomarbeit zu diesem ekelaffinen Phänomen „auf deutschsprachigen Bühnen“ geschrieben. Sie weiß, wovon sie spricht, wenn sie zu rechten Funktionalisierungsversuchen der Pandemie sagt: „Es gibt Strömungen, die reaktionär damit umgehen und versuchen, mit noch restriktiveren, noch konservativeren Reglungen eine Möglichkeit wieder herzustellen zu können, die vorher schon nicht mehr funktioniert hat.“

Schauspiel Dortmund, Intendanz und Dramaturg*innen. Foto: Thomas Engel

Soweit, so schlecht: es sei etwa an den (in diesen Zusammenhängen typischen) Rekurs auf ahistorische Entitäten erinnert, mit dem Machtverhältnisse gerechtfertigt werden sollen. Aktuell geht es deshalb umso mehr um Gegenbilder. Entwürfe von Fluss und Heterogenität sind gefragt. Mindestens von „Vielfalt“, wie es im Dortmunder Stadtgesellschaftsdeutsch heißt. Und daran mangelt es im Programm für die kommende Spielzeit in der Tat nicht.

Die Inhalte kreisen um Selbstermächtigung, Wiederaneignung, Definitions- und Diskursmacht, Übergänge, Begegnung, Transformationen. Und mittendrin, in all dem, drängt stets die eine Frage. Die nach „der“ Identität: verstört-neugierige Blicke ins Kaleidoskop, wo keins dem anderen gleicht, weil so ziemlich alles in Bewegung ist. Und wo „Identität“, ob individuell oder sozial, als infiniter Prozess begriffen wird. Mit sich selbst und Anderen im aushandelnden Miteinander. Und gegen das identitäre Wesenheits-Gesülze jener, denen mit ihren unumstößlichen „Wahrheiten“ lediglich daran gelegen ist, hierarchisch zu segregieren.

Das ist der rote Faden im Schauspiel-Programm der kommenden Monate. Im Mimetischen fürs und interaktiv mit dem Publikum wird zuweilen vermutlich wenig aufeinander bleiben. Soll es auch nicht – ist denn die Absicht, zu rekonstruieren wie Neues zu gebären. Es wird queer, schrill, ja, auch lustvoll, fordernd – dies nicht zuletzt den Gedanken, der sich fragen muss, worüber er sich wundert.

Eine Wirklichkeit, deren Fragilität durch die Pandemie gnadenlos offengelegt wird

Das ist in erster Linie dann nicht das Planen unter Corona-Bedingungen, „sondern Planen in einer Wirklichkeit, die ihre Instabilität und Unsicherheit offenlegt, um dann darauf zu achten …, wie wir damit künstlerisch umgehen können und raus finden, was wir in der nächsten Spielzeit vielleicht machen werden“, bedeutet die neue Intendantin des Dortmunder Schauspiels.

Für sie – das scheint während des Pressegesprächs deutlich durch – stellen Pandemie und ihre Folgen so etwas wie einen gleichwohl aufoktroyierten, aber erweiterten Chancenhorizont dar: neue Verstehenszusammenhänge zu öffnen, unterdrückte Wissensvorräte zu befreien, indem in und mit anderen Formaten künstlerisch-kreativer Umgang im weitesten Sinne gesucht wird.

Der alternativlos ist. Denn einen Weg zurück zum Status quo ante gibt es nicht, das hat sich rumgesprochen. „Das Alte wird nicht mehr kommen“, konstatiert Wissert lakonisch. Es ist also keine Frage des Durchhaltens – bis alles wieder gut ist. Denn nichts wird mehr „gut“, sondern alles, mindestens vieles wird ungleich sein. Zwar hinterlässt auch jedes verheerende Unwetter Schäden. Doch anders als danach, geht es weniger ums Aufräumen. Allein der Ausdruck „nach Corona“ ist problematisch, weil er insinuiert, da wäre irgendwas vergleichbar zum Vorher.

Diskursivität nicht ohne Kompetenzen: „Dissonanzen auszuhalten und miteinander zu verhandeln“

Julia Wissert als Moderatorin beim „Talk im DKH“

Entscheidend ist für die Akteure des Schauspiel Dortmund der Prozess im Sturm selbst. Da gäbe es einerseits die „Möglichkeit, noch einmal genauer zu gucken, was wir vorher geglaubt haben, was gut und richtig und funktional ist, weil es wahnsinnig schnell nicht mehr funktioniert hat. Und wahnsinnig schnell klar war, dass es eigentlich vorher auch schon nicht mehr funktioniert hat“, erklärt Wissert.

Andererseits schaut sie eben nach vorn: „Jetzt gilt es, in dieser Spielzeit herauszufinden, was könnte das Nächste sein, was ist das?“ Und ist sich darüber im Klaren, dass die implizierte Diskursivität nicht ohne Kompetenzen zu haben ist: Wege müssten gefunden werden, „Dissonanzen auszuhalten und miteinander zu verhandeln“, so die neue Vorzeigefrau des Kunstbetriebs einer ihrem Selbstverständnis nach weltoffenen Stadt.

Freilich: ohne Anpassung kommen sie am Schauspiel nicht aus. Denn, um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion für sich und andere signifikant zu verringern, bleibt bis auf Weiteres eben nur die Einschränkung sozialer Kontakte, also relative Isolation, so weh das ohne gewohnte Begegnungsformen auch tut.

Auch gut eingeschliffene Arbeitspraxen im Theaterbetrieb geraten durch Corona in Gefahr

Insofern spielt sich das gesamte Herbstprogramm vor einer immensen Herausforderung ab, weil COVID-19 gewissermaßen der Nivellierer schlechthin ist, wenigstens nicht vor den produktiven Mechanismen der Theaterpraxis halt macht – weiß die in Freiburg i.B. geborene Intendantin:

„Ich glaube, diese Spielzeit muss eigentlich darum gehen, damit umzugehen, dass wir eine Arbeitspraxis haben, die erst mal über Energie und Nähe funktioniert, und wir plötzlich merken, dass genau das eigentlich nicht mehr möglich ist und jetzt die Frage ist, wie können wir Nähe schaffen, wie können wir uns verbinden und uns trotzdem sicher fühlen. Und einander in die Augen gucken und einander begegnen, in diesen Momenten, in denen es unendlich wichtig ist, in Kontakt miteinander zu bleiben und da zu sein.“

Es erhellt sich: Nicht nur überkommene Formen und Strukturen in Gesellschaft wie Theaterbetrieb, sondern ebenso erwünschte Parameter für eine funktionierende Kulturpraxis laufen Gefahr, von Corona geschluckt zu werden. Da gilt es zu scheiden, um „irgendwie“ zu erhalten, was vielleicht doch bewahrt werden sollte. Oder aufgehoben?

Genau, und da war das noch mit den „Ästhetiken“. Das muss dann wohl so sein wie mit den Identitäten: bei genauerer Betrachtung wird es schwierig – und Schluss ist, mit der eindimensionalen Denke: „Ich bin, was ich bin.“ – Es könnte eher heißen: „Mich kann ich nie finden, nur Spuren im Werden, allein darin ich bin.“ Oder so. Und dann wird das mit den Ästhetiken auch gleich fassbarer.

 

Schauspiel Dortmund: Programm der Spielzeit 2020/21

16 Schauspieler*innen und 1 Sprechchor: 17 × 1 (24. September 2020; 18, 20, 22 Uhr)

Das ist das neue Ensemble des Schauspiel Dortmund. Einige sind schon hier, die meisten kommen neu dazu und alle stellen sich vor. 17 Soli. Um zu zeigen, wer sie sind, was sie wollen, mögen, was vielleicht nicht. Als Teil eines Teams – und als Künstler*innen.

„2170“ – Was wir die Stadt gewesen sein, in der wir leben werden (Uraufführung: 25. September 2020)

In einem gleichsam hermeneutischen Horizont bewegt sich „2170“. Der Blick zurück, auf das was war, ist stets ein anderer, sich herausformend im Konvolut, wer ich gerade so alles bin und wo ich zeitlich stehe. Viele Zukünfte schaffen noch mehr Vergangenheiten: Was wird die Stadt – im Unterschied zu heute – gewesen sein, in der wir leben werden?

Ein Weg durch Dortmund in fünf Texten und vielen Schritten, festes Schuhwerk nicht als Voraussetzung, wie Julia Wissert mit Blick auf ihre raue Schwarzwaldvergangenheit betont. Literarische Unterlegungsversuche von Luna Ali, Sivan Ben Yishai, Ivana Sajko, Akin Şipal, Karosh Taha.

Lust for Life. Ein musikalischer Abend von Selen Kara und Torsten Kindermann (Premiere: 7. Oktober 2020)

Keine Angst vor Morgen! Denn: am Ende der Krise lauert der Neuanfang. Die Lust am Leben folgt der Depression und Momente der gemeinsamen Begegnungen beenden die Isolation. Gemeinsam mit dem Theater und seinen Zuschauer:innen suchen wir nach diesen Momenten, heißt es. Das Studio wird musikalischer Berührungspunkt – Live und hoffnungsvoll!

Paradise not lost. Konzert von Kaleo Sansaa. Im Rahmen der Reihe Futur III (9. Oktober 2020, 20 Uhr, on stage)

Fighting Depression. Vierteilige Hörspielserie der Studierendentheatergruppe (erstmalig am 16. Oktober)

Ballroom: Garagen Xtravaganza (23. Oktober 2020, 21 Uhr, in der Tiefgarage am Opernplatz)

Zusammen mit der Crew von „Because the Night Belongs to Lovers“ startet eine queere & inklusive Party- und Gesprächsreihe – zwischen Ballroom und Tanzkurs, Filmabend und Diskussionen. „Wir wissen nicht, was passieren wird! Deshalb: Lasst uns unter allen dynamischen Umständen zusammenkommen und das queere, liebevolle, schöne Leben für alle feiern!“, lassen die Schauspiel-Akteure verlautbaren.

„Ballroom“ beschreibt eine Subkultur der LGBTQ-Community, die in New York City entstanden ist. Dabei treten Personen auf Veranstaltungen wie Tanzbällen in unterschiedlichen Kategorien gegeneinander an. Categories wie Voguing oder Realness sollen verschiedene Geschlechter und soziale Klassen verkörpern und persiflieren. Internationale Bekanntheit erlangten die Ballrooms durch die US-Serie „Pose“.

Es folgen die Faust-Test-Spiele (24. und 25. Oktober 2020):

  • Zunächst die Aufbereitung des stockpatriachalischen Klassikers in drei Versionen: Schauspiel, Oper, KJT: Faust I (Samstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr)
  • Am Sonntagvormittag darauf (25. Oktober, 11 Uhr): Morgendliche Hexenbeschwörung. Eingeladen wird zum Lesen und Lesen-Lassen von magischen Lieblingstexten in gemütlicher Atmosphäre für Kinder und Erwachsene.

Faust I. Nach Johann Wolfgang von Goethe (Premiere: 31. Oktober 2020, on stage)

Es geht um die dortigen Protagonist*innen, das Dreigestirn Faust, Mephistopheles und Margarete, nur etwas anders angeordnet. Da ist vor allem Margarete: kein Gretchen, kein Opfer mehr. Daneben gibt es einen Chor, bestehend aus Mischwesen und einer Wundertüte an verborgenem Wissen, unter der Leitung von Matthias Flake. Ein rekonstruiertes Narrativ aus der Latenz – der über viele Jahrhunderte unterdrückten Weisheit der Anderen, die in der Männerwelt nie einen Platz hatten?

„Eine Art des verdrängten Wissens, das in dem Chor, den mythischen Stimmen im Faust stattfindet und an die Oberfläche kommt. Eine feministische Wiederaneignung des Hexenthemas, Witchcraft und die Frage, wie kann man [sic!] den Faust eigentlich aus der Walpurgisnacht heraus erzählen“, erklärt Dramaturgin Kirsten Möller.

 

Weitere Premieren (on stage, allesamt: Schauspiel, 19.30 Uhr):

„Mrs. Dalloway“ nach Virginia Woolf & „4.48 Psychose“ von Sarah Kane (Premiere: 14. November 2020)

Zwei Autorinnen, zwei Texte, ein Tag. Vergangenheit, Gegenwart und die mögliche Zukunft, die ineinander fallen. Virginia Woolfs berühmter Roman Mrs. Dalloway vollzieht sich innerhalb eines einzigen Tages, bis in die Nacht hinein. Im Zentrum der Geschichte: Clarissa Dalloway und Septimus Warren Smith, der junge Veteran, der die psychischen Folgen des Ersten Weltkrieges mit sich trägt.

Mehr als 70 Jahre später vollendet Sarah Kane ihr letztes Stück: 4.48 Psychose. Kane beschreibt den klarsten und dunkelsten Moment der Nacht zum Morgen hin, indem sie Bilder, Zahlen, pathologische Berichte und poetische Assoziationen aufruft. Figuren, Zeit und Raum werden aufgelöst zu einem Rausch auf der Suche nach dem eigenen Ich. Wer aber sucht da eigentlich was in welchem Prozess? Selen Kara inszeniert erstmalig diesen Dialog zwischen Kane und Woolf.

La Chemise Lacoste von Anne Lepper (Premiere: 26. November 2020)

Einer von sieben Brüdern wird auserwählt. Auserwählt vom Staat. Er darf in eine andere Welt, eine bessere Welt und dort Balljunge beim Tennis werden. Seine Familie lässt er zurück – „der Staat kann ja nicht jeden aufsteigen lassen“. Stattdessen trifft er auf zwei neue Weggefährten. Doch keiner erklärt ihm die Regeln dieses Sports und das Tennis selbst lässt auch auf sich warten. Dafür ist da ein Chor, der zwar nie singt, aber einfach nicht still sein will – obwohl er nur aus Mädchen besteht. Dann ein Tennis-Star. Mit seiner Freundin. Auf einer Party. An ihrem Paillettenkleid klebt noch Dreck. Musik. Blut. „Wer unten ist, soll unten bleiben“.

Die Figuren in Anne Leppers Stück La Chemise Lacoste stehen vor einer Zerreißprobe zwischen Identität und Anpassungsfähigkeit. Können die bestehenden Verhältnisse ins Wanken gebracht werden? Erinnernd an Sartres Drehbuch: Das Spiel ist aus!

Neue Arbeit. Ein Gesellschaftsspiel (Uraufführung: 17. Dezember 2020)

Von der Schule bis zur Rente beherrscht sie unser Leben und strukturiert unsere Zeit: die Arbeit. Was wäre, wenn sie einfach verschwindet? Wie viele Jobs braucht man zum Leben? Und was hat Arbeit eigentlich mit Identität zu tun? Ist sie wirklich sinnstiftend oder eher über ihren „Lastcharakter“ (H. Marcuse) zu definieren? Zwischen Start-up und Kickertisch, Home-Office und Schichtarbeit – auf dem Weg zur perfekten Work-Life-Balance – wird nach anderen Modellen gesucht, in denen es sich zu leben und arbeiten lohnt. Zusammen erspielen wir uns den Arbeitsplatz der Zukunft! Also raus aus der Dichotomie: „Leben, um zu arbeiten“ – „Arbeiten, um zu leben“ – ?

Heidi – Auf der Suche nach der verlorenen Schönheit. Ein Show-Experiment (Uraufführung: 28. Januar 2021)

Alle wollen schön sein. Finden wir andere schön, weil wir uns danach sehnen, geliebt zu werden? Keiner findet sich schön. Doch wenn sich keiner schön findet, wie können wir lieben? Es geht um Selbst- und Fremdbildnisse. Und Selbst-Fremd-Einschätzungen und mehr. Im Recherche-Projekt Heidi – auf der Suche nach der verlorenen Schönheit – sucht die Regisseurin Mizgin Bilmen gemeinsam mit Schauspieler*innen und Menschen aus Dortmund nach dem Schönen. Sie suchen in Casting-Shows, in der Literatur und begegnen dabei vielen Menschen und Geschichten. Die Schönheit finden sie vielleicht dort, wo man sie am wenigsten vermutet. Am Fuße des Leuchtturms?

Früchte des Zorns. Nach dem Roman von John Steinbeck (Premiere 30. Januar 2021)

„Ich habe versucht, ein Buch zu schreiben, so wie Leben gelebt wird und nicht wie Bücher geschrieben werden,“ sagte John Steinbeck über seinen 1939 erschienenen Roman, in dem er die Geschichte der Familie Joad erzählt. Steinbeck begleitete sie auf ihrem langem Weg nach Kalifornien, als sie ihre versandeten Felder und verschuldeten Farmen verlassen mussten. Alles entpuppte sich als eine Fata Morgana. Sie hoffen auf eine Zukunft, in der sie in der Sonne Orangen pflücken, doch ein erbarmungsloses System spuckt sie aus wie fauliges Obst und in ihrem Herzen „wachsen die Früchte des Zorns“.

Der Platz. Nach dem Roman von Annie Ernaux (Uraufführung: 20. März 2021)

Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux begibt sich in „Der Platz“ in eine literarische Auseinandersetzung mit der Beziehung zu ihrem verstorbenen Vater und ihren Herkunftsverhältnissen. Bereits 1983 – lange bevor Didier Eribon in seinem Bestseller „Rückkehr nach Reims“ autobiografische Erzählung mit soziologischer Analyse verschränkt – untersucht Annie Ernaux in einer leisen und zärtlichen Selbstbetrachtung die Herausforderungen und Verluste, die mit einem sozialen Aufstieg aus der Arbeiterklasse verbunden sind. Mafaalani lässt grüßen. Die Topraks auch.

Was musste geopfert werden, damit sie, als erste in der Familie, studieren konnte? Was muss zurückgelassen werden, um den Erwartungen, die mit dieser Chance verbunden sind, gerecht zu werden? Und was muss neu erlernt werden, um sich in den Regeln des Bürgertums zurecht zu finden? – Julia Wissert geht diesen Fragen zusammen mit dem Ensemble nach und wird sich in einer theatralen Recherche mit den Themen Herkunft und Klasse auseinandersetzen.

Land ohne Land. Stückentwicklung von Sandra & Simonida Selimović mit Rom:nja aus Dortmund (Uraufführung: 10. April 2021)

Sandra und Simonida Selimović gründen zusammen mit Rom:nja aus Dortmund ein virtuelles Land. Ein Land ohne Land, ohne Grenzen, das kosmopolitisch, divers und weltoffen ist. Kein Land. Kein Ort – nichts anderes bedeutet das griechische Wort „Utopie“. Es ist der Unort, wo noch niemand war. Von dem wir alle träumen. Utopie – das ist eine positive Zukunftsvision, eine Hoffnung. Welche Hoffnung geht von den Rom:nja aus? Welche positive Vision bieten die Erfahrungen der Rom:nja für unsere Zukunft? Ist die Hoffnung eines Ernst Bloch mit dem Untergang des „real existierenden Sozialismus“ gestorben?

Autos. Von Enis Maci (Deutsche Erstaufführung: 29. April 2021)

Einst Zeichen für den sozialen Aufstieg, heute noch immer Statussymbol Nummer 1: Das AUTO steht für Freiheit und Geschwindigkeit, Rausch und Risiko. Kann aber in den falschen Händen auch zur tödlichen Waffe werden … Fenster heruntergekurbelt, Autoradio an. Unterwegs auf den alten Transitrouten zwischen Ost und West ziehen die Hoffnungen und Ängste ganzer Generationen vorbei. Ihre Stimmen werden zu einem Chor auf der Suche nach dem vermeintlich besseren Leben.

Paradise Now – Welcome to Paradise. Eine Stückentwicklung mit dem Jugendclub 16+ (Premiere: 17. April 2021)

Laut der Shell-Studie 2019 ist unter Jugendlichen die Angst vor der Umweltzerstörung größer als die Terrorangst. Insgesamt haben Jugendliche mehr Zukunftsangst und glauben, dass der Staat ihnen „die Wahrheit“ verschweigt. Sie sind unzufrieden mit der Arbeit derer, die politische Vertreter*innen sind. Grund genug, Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit vermeintlichen Utopien für die Zukunft zu reflektieren: Welche dieser vermeintlichen Utopien lohnt es zu verwirklichen?

„Wann ist für uns das Paradise Now“? Wie sieht mein Paradies in der Zukunft aus? Wie nah sind wir dran? Wie möchte ich es gestalten? Welche Lebewesen wird es da geben und was wird unwichtig sein? Oder ist das Paradies vielleicht der Alptraum? Wenn alles geht? Oder geht da doch nicht alles?

Jugendliche ab 16 Jahren sind hier gefragt, ihr eigenes Stück zu kreieren und sich künstlerisch ausdrücken … das alles ist gerade jetzt wichtiger denn je … – doch leider live und in Farbe aktuell (noch!) nicht möglich. „Ab wann wir wieder miteinander spielen dürfen und ob der Wunsch-Spielclub in den digitalen Raum umzieht, ist zurzeit eine spannende und dynamische Frage, die wir per Mail beantworten wollen und Euch über den Start des Projektes informieren“, schreiben die Akteure.

Infos und Anmeldung: Sarah Jasinszczak, Theatervermittlung Schauspiel, junges-schauspiel@theaterdo.de

 

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11 Gedanken über “Schauspiel Dortmund, Intendanz Julia Wissert – Heiteres bis Ernstes beim Tanz multipler Identitäten in Spielzeit 2020/21

  1. Schauspiel Dortmund (PM): Blicke hinter die Kulissen Beitrags Autor

    Immer wieder sonntags: Blicke hinter die Kulissen

    Das Schauspiel Dortmund bietet ab Oktober wieder Matineen zu den Produktionen an und greift damit eine beliebte Tradition wieder auf. Bei den Veranstaltungen kommen Beteiligte der Produktionen mit dem Publikum ins Gespräch und gewähren Einblicke hinter die Kulissen. Zum ersten Mal gibt es zur Uraufführung „2170 – Wie wird die Stadt gewesen sein, in der wir leben werden?“ von Schauspielintendantin Julia Wissert dieses Angebot. Das Werkstattgespräch findet am Sonntag, 4. Oktober, um 11 Uhr im Schauspielhaus statt. Mit dabei sind Julia Wissert und das Produktionsteam sowie die Autor*innen. Karten für 10,- Euro gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter auf dem Platz der Alten Synagoge, unter 0231/50-27222 oder http://www.theaterdo.de. Die zweite Matinee findet in der Reihe „Futur III“ am Sonntag, 11. Oktober, um 11 Uhr statt und widmet sich, ebenfalls von „2170“ ausgehend, den Themen Stadtentwicklung und Utopie. Um „Faust“ geht es dann bei der dritten Veranstaltung, einer „morgendlichen Hexenbeschwörung“, am Sonntag, 25. Oktober (11 Uhr).

  2. Solo für Bianka Lammert: „All das Schöne“ feiert Premiere (PM)

    Solo für Bianka Lammert: „All das Schöne“ feiert Premiere

    Als bereits dritte Premiere in dieser Spielzeit steht „All das Schöne“ von Duncan Macmillan und Jonny Donahoe am kommenden Donnerstag, 1. Oktober, auf dem Plan. Das Stück für ein junges Publikum ab 14 Jahren erzählt von einer jungen Frau, die schon als Kind eine Liste beginnt mit allem, was ihr Freude macht. „1. Eiscreme“ – und so geht es weiter, bis acht Seiten gefüllt sind. Sie überschreibt diese Liste mit „All das Schöne“ und schenkt sie ihrer Mutter, in der Hoffnung, sie damit glücklich zu machen. Denn die Mutter leidet unter Depressionen und hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Statt sich zu freuen, korrigiert sie allerdings lediglich die Rechtschreibfehler… Die Erzählerin, gespielt von Bianka Lammert, wird erwachsen, macht ihren Schulabschluss und geht zu Uni. Die Liste setzt sie immer weiter fort, teils auch auf Pizzakartons und Post-it-Zetteln, und sie ist ihr auch behilflich, ein Date mit ihrer ersten großen Liebe abzumachen. 1000 Punkte schreibt sie allein in einer Nacht, und sie ahnt schon lang, dass diese Liste vielleicht nicht das Leben ihrer Mutter retten kann, für ihr eigenes aber doch sehr wichtig war und ist. Peter Kirschke inszeniert das Stück mit leisen Tönen und doch auch viel Humor, erzählt das schwere Thema mit großer Leichtigkeit. Jennifer Langer ist für Bühne und Kostüme verantwortlich. Für die Premiere am 1. Oktober (19 Uhr) und die zweite Vorstellung am 4. Oktober (18 Uhr) gibt es nur noch Restkarten, die nächsten Termine sind 9., 10. und 24 . Oktober (jeweils 20 Uhr). Karten für 7,- Euro gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  3. Mit Live-Musik auf die Hinterbühne: „Lust for Life“ feiert Premiere im Schauspiel Dortmund (PM)

    Mit Live-Musik auf die Hinterbühne: „Lust for Life“ feiert Premiere im Schauspiel Dortmund

    Rock, Pop, Folk – der neue musikalische Abend am Schauspiel Dortmund, „Lust for Life“, bedient sich verschiedener Genres und bietet ein Wiederhören mit Songs u.a. von Johnny Cash, Coldplay, den Rolling Stones oder Nina Simone. Premiere ist am Mittwoch, 7. Oktober 2020. Auf der Bühne stehen die Schauspieler*innen Linda Elsner, Ekkehard Freye und Raphael Westermeier mit ihnen sorgen Torsten Kindermann und Jan-Sebastian Weichsel für die Live-Musik. Gäste aus dem Haus unterstützten sie auf ihrer musikalischen Suche.

    Sie alle sind „die Band“, die für ein neues Album wieder zusammenkommt. Regisseurin Selen Kara sagt über „Lust for Life“: „Es wird ein facettenreicher musikalischer Abend. Alle kommen nach einer längeren Pause zusammen, um ein Cover-Konzeptalbum zum Thema „Lust for Life“ aufzunehmen. Die Lust am Leben, wird u.a. thematisch eine Rolle spielen und auch der Live-Moment an sich, der uns allen in den vergangenen Monaten zwangsläufig gefehlt hat – und das alles natürlich mit Sicherheitsabstand.

    Musikalisch wird es vielfältig. Songs aus verschiedenen Genres wie Pop, Rock, Reggae werden von Torsten Kindermann für „die Band“ auf der Bühne neu arrangiert und gemeinsam gespielt werden.“ Mit der musikalischen Collage „Lust for Life“ stellt sich die Regisseurin Selen Kara zum ersten Mal in Dortmund vor. Sie hat deutschlandweit an verschiedenen Häusern inszeniert, unter anderem am Theater Bremen, am Nationaltheater Mannheim oder am Staatstheater Nürnberg. Mit Torsten Kindermann, der auch in Dortmund die Musikalische Leitung hat, realisierte sie u.a. den sehr erfolgreichen musikalischen Abend „Istanbul“. Lydia Merkel ist für die Ausstattung verantwortlich. Für die Premiere am Mittwoch, 7. Oktober, und die zweite Vorstellung am Donnerstag, 8. Oktober (jeweils 19.30 Uhr) gibt es nur noch wenige Restkarten. Karten für den 17. Oktober und 20. November (ebenfalls um 19.30 Uhr) gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222. Die Tickets kosten 30,- Euro für die Premiere und 20,- Euro für die weiteren Termine.

  4. Vier neue Reihen am Schauspiel Dortmund - Start mit Konzert von Kaleo Sansaa (PM)

    Vier neue Reihen am Schauspiel Dortmund – Start mit Konzert von Kaleo Sansaa

    Im Oktober öffnet das Schauspiel Dortmund die Bühne für neue Formate und lädt zu vier neuen Reihen ein: „Futur III“, „Garagen Xtravaganza“, „Dynamite“ und „Testspiele on stage“ bieten Hintergrundgespräche, Konzerte, spontan geplante Veranstaltungen mit Schauspieler*innen und Dramaturg*innen und Workshops. Den Anfang macht das Konzert „Paradise not lost“ von Kaleo Sansaa am kommenden Freitag, 9. Oktober, um 20 Uhr im Schauspielhaus on stage. Die Künstlerin beschreibt die Sonne als ihre größte Inspiration. „Sun-Drunk Sound“ und „Solar-Based Hip-Hop“ nennt sie ihren hypnotisierenden und meditativen Musik-Stil und würdigt die Sonne auch in ihrem Namen: SAN=SUN (dt. „Sonne“) und „SAA“ (Swahili für „Zeit“). Seit der Veröffentlichung ihrer Debüt-EP mit dem unverwechselbaren Titel „Purple Moon“ gilt Sansaa nun als vielseitiger Insider-Tipp auf europäischen und afrikanischen Bühnen. 2019 erhielt die Kölnerin den renommierten Pop NRW Preis als beste Newcomerin. Bevor Ende 2020 ihr Debütalbum erscheint, bringt sie die Energie der Sonne ins Schauspielhaus. Gefördert wird die Veranstaltung vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW Kultursekretariat Wuppertal. Karten für 15,- Euro gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  5. Nordstadtblogger-Redaktion

    Reihe „Garagen Xtravaganza“ startet mit Talkrunde am Samstag

    In drei verschiedenen Veranstaltungen lädt das Schauspiel Dortmund dazu ein, an Themen und Gedanken der LGBTQAI* Gemeinschaften teilzunehmen: Akteur*innen und Performer*innen aus der Queeren sowie Voguing-Szene sprechen für sich selbst und machen ihre Praxis sichtbar und aktiv erfahrbar. Los geht es mit einer Talkrunde am kommenden Samstag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus on stage. Willkommen sind alle, auch Menschen, die sich bisher mit den Begriffen wie Voguing, FLINT*, LGBTQAI*, Queer noch nicht auskennen. Gemeinsam mit den Gäst*innen Manu von ,,Because the Night Belongs to Lovers”, Mother Crystal aus dem ,,House of Solar” und ihrem Sohn Wendel Shine Solar will das Schauspiel über Kreativität, Queersein, Machtdimensionen und die Bedeutung von Ballroom diskutieren, um eine neue Praxis der Zusammenkunft zu schaffen. In der Talkrunde stehen Fragen im Vordergrund wie: Wer sind die Lovers, wer ist das House? Wo liegen die Schnittstellen? Wo die Gemeinsamkeiten? Was bleibt häufig ungesagt und ungehört? Worüber sollten wir reden? Und was hat das Theater eigentlich damit zu tun? Die Veranstaltung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW Kultursekretariat Wuppertal. Karten für den Talk am 10. Oktober gibt es für 7,50 Euro an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  6. Heutige Vorstellung „Lust for Life“ muss wegen Krankheit entfallen (PM)

    Heutige Vorstellung „Lust for Life“ muss wegen Krankheit entfallen

    Aus Krankheitsgründen muss die heutige Vorstellung von „Lust for Life“ (Donnerstag, 8.10.) im Dortmunder Schauspiel leider entfallen. Bereits gekaufte Karten können gegen Gutscheine umgetauscht oder erstattet werden. Weitere Termine von „Lust for Life“ folgen im Dezember.

  7. Neues Schauspielensemble kennenlernen: Start für die „DYNAMITE“-Reihe am Schauspiel Dortmund (PM)

    Neues Schauspielensemble kennenlernen: Start für die „DYNAMITE“-Reihe am Schauspiel Dortmund

    Unter dem Titel „DYNAMITE“ finden jeden Monat kurzfristig geplante Veranstaltungen statt. Damit gibt das Schauspiel Dortmund spontanen Ideen für ungewöhnliche Abende, Shows, Talks oder ganz neue Formate Raum. „Dynamite“-Abende können alle erfinden: alle im Ensemble, die Regie-Assistent*innen, die Dramaturg*innen, Kolleg*innen am Theater.

    Die neue Reihe startet am kommenden Mittwoch, 14. Oktober, mit „DYNAMITE #1: Wasweißichwas“: Drei Schauspieler*innen stellen einander Fragen, auf die es keine Antworten gibt, sondern nur wieder neue Fragen. Dabei lernt das Publikum sie und auch sich besser kennen, kommt auf die abwegigsten Dinge, über die alle so noch nie nachgedacht haben.

    Die erste Regiearbeit von Anna Tenti in Dortmund bietet die Gelegenheit, die drei Schauspieler*innen Ekkehard Freye, Nika Mišković und Mervan Ürkmez besser kennen zu lernen. Einen Tag später, am Donnerstag, 15. Oktober, ruft Ensemblemitglied Valentina Schüler eine Late-Night-Show für Dortmund ins Leben.

    Bei „DYNAMITE #2: Talk mit Tina“ geht es um Privates, Theatrales, Politisches, mit Musik-Acts, Live-Gästen, sowie vielen weiteren kleinen Specials. Diese Ausgabe startet unter dem Motto „Verantwortung ist sexy“. Mit ihren Gästen und dem Publikum begibt sich Tina auf die Suche nach dem Theater und der Gesellschaft der Zukunft. Was bedeutet es, nachhaltig zu leben – als Privatperson, Künstler*in und Institution? Und was hält uns davon ab, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen?

    Zu Gast sind Nicola Gördes, die als Kostümassistentin am Theater Dortmund und auch freiberuflich als Künstlerin arbeitet, sowie Carola Bühn, die Künstlerische Betriebsdirektorin des Schauspiel Dortmund. Beide Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr und finden im Schauspielhaus on stage statt. Karten für 10,- Euro (Veranstaltung am 14.10.) bzw. 15,- Euro (Veranstaltung am 15.10.) gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  8. Live-Hörspiel „Fighting Depression“ feiert Premiere im Schauspiel Dortmund (PM)

    Live-Hörspiel „Fighting Depression“ feiert Premiere im Schauspiel Dortmund

    „Fighting Depression“ ist eine neue vierteilige Hörspielserie der Studierenden-Theatergruppe am Schauspiel Dortmund, die als Live-Hörspiel im Rahmen der neuen Reihe „Storytelling: Coroniken“ am kommenden Freitag, 16. Oktober, Premiere feiert. Vier Studierende haben die Corona-Zeit mehr oder weniger isoliert verbracht, mussten sich in kleinen Zimmern mit Online-Seminaren, fehlender Struktur und Einsamkeit herumschlagen. Als sie auf einem Aushang das Angebot psychologischer Beratung finden, treffen sie im Raum 009 auf Dr. Brunner und seine ungewöhnlichen Methoden… Die Mitwirkenden haben aus fiktiven Texten und biografischen Momenten Geschichten vom Umgang mit Krise(n) entwickelt, gesprochen von Ekkehard Freye, Beran Kosan, Mattis Krems, Malin Laurenz und Lea Schwarze in Zusammenarbeit mit Hauke Berheide, Lorenz Hippe und Sarah Jasinszczak. In weiteren Sprechrollen sind Mitglieder vom Jugendclub und Kolleg*innen des Schauspiels zu erleben. Das Live-Hörspiel beginnt am Freitag um 19.30 Uhr und findet im Schauspielhaus on stage statt. Karten für 10,- Euro gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222. Einen weiteren Aufführungstermin gibt es am 28. November, ebenfalls um 19.30 Uhr. Die Hörspielteile können nach der Premiere auch nach Absprache mit der Theatervermittlung mit theaterpädagogischer Begleitung für die Schule ab Klasse 9 gebucht werden. Interessent*innen können sich bei Sarah Jasinszczak unter junges-schauspiel@theaterdo.de melden.

  9. Julia Wissert neu beim „Talk mit Tina“ im Schauspiel Dortmund (PM)

    Julia Wissert neu beim „Talk mit Tina“ im Schauspiel Dortmund

    Bei der Veranstaltung „Talk mit Tina“ in der neuen „DYNAMITE“-Reihe am Schauspiel Dortmund gibt es einen Neuzugang: Schauspielintendantin Julia Wissert sitzt auch mit auf dem Podium und talkt mit Schauspielerin Valentina Schüler und Nicola Gördes, Kostümassistentin und Künstlerin, über das Theater und die Gesellschaft der Zukunft.

    Was bedeutet es, nachhaltig zu leben – als Privatperson, Künstler*in und Institution? Und was hält uns davon ab, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen? Die Veranstaltung findet morgen, am Donnerstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus on stage statt. Karten für 15,- Euro gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  10. Drei Sparten, ein Text: „Faust“ mit Oper, Schauspiel und KJT Dortmund (PM)

    Drei Sparten, ein Text: „Faust“ mit Oper, Schauspiel und KJT Dortmund

    Das Schauspiel eröffnet die neue Reihe „Test-Spiele“ mit einem Collage-Abend zu Goethes „Faust“ am Samstag, 24. Oktober, an dem die drei Sparten des Theaters Oper, KJT und Schauspiel beteiligt sind. Alle drei Sparten setzen sich unterschiedlich mit dem Stoff auseinander und werfen in ihren kurzen Beiträge eigene Schlaglichter auf den Klassiker, um sich im Anschluss untereinander und auch mit dem Publikum darüber auszutauschen. Ensemblemitglieder und Gäste der Oper Dortmund – Mandla Mndebele, Morgan Moody und Hagen Matzeit – gestalten Auszüge aus „Faust“-Vertonungen und weiteren thematisch passenden Werken von der romantischen Opernarie bis zum Spiritual. Das KJT Dortmund zeigt eine Szene aus der Produktion „Fast Faust“ (Regie: Antje Siebers) mit Andreas Ksienzyk und Thorsten Schmidt. In dem Stück geht es um die Schauspieltruppe „Dramenterzett“, die „große Stücke für ein kleines Haus mit kleinem Ensemble“ spielt und sich zu zweit Goethes Klassiker vorgenommen hat – mit absurden und sehr unterhaltsamen Folgen. Für das Schauspiel Dortmund präsentieren die Ensemblemitglieder Linus Ebner, Lola Fuchs und Mervan Ürkmez die Erdgeist-Szene aus der aktuellen „Faust“-Inszenierung, die am 31. Oktober in der Regie von Mizgin Bilmen Premiere feiert. Die „Test-Spiele“ werden am Sonntag, 25. Oktober, fortgesetzt mit einer Lesung: Dramaturgin Kirsten Möller liest ihre Lieblings-Hexentexte, aber auch jede*r im Publikum ist eingeladen, selbst Erzählungen, Märchen oder thematische Texte aller Art mitzubringen und vorzulesen. Eine Anmeldung der eigenen Lesung kann im Voraus über die Emailadresse schauspiel@theaterdo.de erfolgen. Die Veranstaltung der drei Sparten beginnt am 24. Oktober um 19.30 Uhr, die Lesung am 25. Oktober um 11 Uhr. Beides findet im Schauspielhaus on stage statt. Karten für 15,- Euro (24.10.) und 10,- Euro (25.10.) gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  11. Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur – mit Max Czollek und Idil Baydar (PM)

    Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur – mit Max Czollek und Idil Baydar

    Die „Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur“ feiern die Vielfalt in Deutschland: Vom 3. Oktober bis 9. November 2020 finden die von Max Czollek kuratierten Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur in Theatern und Institutionen im gesamten deutschsprachigen Raum statt. Gefeiert wird Vielfalt, die weit über das Jüdisch, Muslimische hinausgeht und die queere, kurdische, afrodeutsche, atheistische Perspektiven miteinschließt.

    In Dortmund finden die „Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur“ als Kooperation zwischen dem Dietrich-Keuning-Haus und dem Schauspiel Dortmund statt. Als eines der größten Soziokulturellen Zentren NRWs beteiligt sich das DKH mit einer Sonderausgabe des bundesweit bekannten Politformates „Talk im DKH“. Talkmaster Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani leitet die Gesprächsrunde u. a. mit Max Czollek und Idil Baydar (aka Jilet Ayşe). Die Veranstaltung wird im Dietrich-Keuning-Haus aufgezeichnet und in zwei Teilen am 7. und am 8.11. auf dem YouTube Kanal „Keuninghaus to Go“ ausgestrahlt.

    Die Reihe geht live im Schauspiel weiter. Max Czollek liest am Donnerstag, 5. November, um 20 Uhr aus seinem neuen Bestseller „Gegenwartsbewältigung“ und die Kabarettistin Idil Baydar kommt mit ihrem Programm „Ghettolektuell“ am Freitag, 6. November um 19.30 Uhr ins Schauspielhaus. Darin tritt sie als ihre typische Kunstfigur Jilet Ayşe auf und serviert dem Publikum sehr unterhaltsam altbekannte Stereotypen, nagelneue Schimpfwörter, ungelogene Wahrheiten und garantierte Tatsachen am laufenden Band. Karten für 15,- Euro (am 5.11.) und 20,- Euro (am 6.11.) gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

    Die Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur finden als dezentraler Kongress in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich statt. Das Projekt befindet sich in Trägerschaft der Leo Baeck Foundation und wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Allianz Kulturstiftung gefördert. Deutschlandfunk Kultur ist Medienpartner der Veranstaltungsreihe.

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