Preisverleihung und Ausstellungseröffnung: Stadt und d-Port21 zeigen Entwürfe für Nördliche Speicherstraße am Hafen

Vorstellung des Siegerentwurfs von COBE aus Kopenhagen: Architektin Carolin Nagel erläutert die Planungen. Fotos: Klaus Hartmann

Nachdem die Stadt Dortmund und die Dortmunder Stadtwerke AG im Januar den Siegerentwurf für die städtebauliche Rahmenplanung zum Hafenquartier Nördliche Speicherstraße vorgestellt hatten, kam es jetzt zur offiziellen Preisverleihung. Sie erfolgte im Rahmen der Vernissage einer Ausstellung im Studieninstitut Ruhr, in der alle 14 Wettbewerbsentwürfe zu sehen sind. – Die Hafeninitiative der Anrainer*innen stellt sich ausdrücklich hinter den Siegerentwurf, mahnt aber zugleich die fortgesetzte Partizipation der Stadtgesellschaft sowie die konkrete Ausgestaltung der Rahmenplanung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung an.

Ausstellung aller 14 Entwürfe noch bis zum 20. Februar im Studieninstitut Ruhr am Königswall

Vernissage im Studieninstitut Ruhr

Anfang Januar hatte eine hochrangig besetzte Expertenjury unter Leitung von Prof. Kunibert Wachten die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs für die Nördliche Speicherstraße gekürt. Der mit 29.000 Euro dotierte 1. Preis ging an das Kopenhagener Büro COBE Architects. Insgesamt 14 Planungsbüros hatten sich an dem Wettbewerb um das Rahmenkonzept für das neue Hafenquartier beteiligt.

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Nach Vorstellung des Siegerentwurf präsentieren Stadt und die d-Port21 Entwicklungsgesellschaft seit Ende letzter Woche im Studieninstitut Ruhr am Königswall alle 14 Entwürfe der Öffentlichkeit.

Bis zum 20. Februar haben interessierte Bürger*Innen Gelegenheit, sich die eingereichten Ideen und Konzepte zu dem Wettbewerb anzusehen. Die Ausstellung ist montags bis freitags in der Zeit von 7.30 bis 15.30 Uhr geöffnet.

Preisverleihungen an Siegerentwürfe anlässlich der Vernissage zu den Konzepten aller Planungsbüros

29.000 Euro gingen an die dänischen Sieger*innen

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung fanden die Preisverleihungen statt. Neben dem 1. Preis für das Büro COBE hat die Jury zwei dritte Preise an Winking Froh (Hamburg/Berlin) und das Düsseldorfer Architekturbüro Volker Kleinekort vergeben.

Dadurch sollte dokumentiert werden, wie deutlich der Abstand zu den beiden zweiten Siegern gewesen sei, hatte Planungsdezernent Ludger Wilde bereits im Januar anlässlich der Vorstellung des prämierten Entwurfs betont – so dass kein zweiter Preis vergeben wurde.

Anerkennungen seitens der Jury gingen darüber hinaus an Gerber Architekten (Dortmund), Machleidt Städtebau und Stadtplanung (Berlin) und kleyer.koblitz.letztel.freivogel architekten (Berlin).

Hafeninitiative begrüßt explizit das Wettbewerbsergebnis mit COBE Architects als Siegerentwurf

Ausdrücklich wird das Ergebnis des Wettbewerbs von der Hafeninitiative – einem Zusammenschluss von Anwohner*innen des Hafenviertels – begrüßt.

Der Entwurf von COBE Architects sähe „den Erhalt von bestehenden Strukturen vor, wie der großen Interfer Halle“. Positiv erschiene auch die Bebauung im Osten, „die grüne Gestaltung des öffentlichen Raumes und die überwiegend autofreie Gestaltung des Quartiers“, so die Initiative in einer Presseverlautbarung zur Preisverleihung.

Die Pläne seien sehr grün gehalten und die Idee des „Quartier für Alle“ würde auf jedem Plan unterstrichen. „Es werden Freiräume für die Anwohner*innen ausgewiesen, die zum Experimentieren einladen sollen.“

Stadtgesellschaft soll in die Ausgestaltung der Planung weiter eingebunden werden

Zwei Adressaten für Forderungen nach zukünftiger Partizipation: der OB-Kandidat für die SPD Thomas Westphal (l.) von der Wirtschaftsförderung und Uwe Büscher (Vorstand der Dortmunder Hafen AG).

Zugleich verweist die Initiative darauf, dass es sich hier lediglich um Rahmenpläne handele. Sie gäben eine ungefähre Richtung für die weitere Entwicklung an, hielten aber „gleichzeitig immensen Spielraum für die tatsächliche Ausgestaltung des Quartiers“ offen. „Sie sollen aufzeigen in welche Richtung die Entwicklung gehen soll und kann.“

Es käme nun auf die Entwicklungsgesellschaft, Stadt und alle weiteren Akteuren an, „diese Planungen mit Leben zu füllen. Ein städtebaulicher Entwurf lässt noch kein lebendiges Quartier und eine solidarische Stadtentstehen“, heißt es in der Erklärung. Dementsprechend passe das Leitbild des Planungsbüros für den Hafen: „Zuerst das Leben, dann der urbane Raum, dann die Gebäude“.

Die Hafenanrainer*innen fühlen sich durch diesen Ansatz ermutigt: „Wir sehen darin eine Aufforderung, weiterhin über die Entwicklung zu diskutieren und die Stadtgesellschaft einzubinden. Die Freiflächen, die für die Nutzung durch die Anwohner*innen vorgesehen sind, müssen mit Leben gefüllt werden.“

Für eine nachhaltige und langfristige Entwicklung

Auch bräuchte es eine Diskussion, welche Investoren eingeladen würden und darüber, ob die weitere Entwicklung wirklich im Sinne eine nachhaltigen und langfristigen Entwicklung der Stadt geschähe oder nur kurzfristige Gewinnerwartungen erfüllt würden, warnen die Initiator*innen aus dem Quartier.

Denn wie das Interesse an der Hafenumgestaltung groß sei, dürfe die Entwicklung nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg geplant werden.

Weitere Informationen:

  • Die Ausstellung wird im Studieninstitut Ruhr (Königswall 25-27 44137 Dortmund) bis zum 20. Februar zu sehen sein.
  • Die Hafeninitiative ist ein Zusammenschluss von Anwohner*innen des Hafenviertels. Sie wurde Ende 2018 gegründet, nachdem sich Bewohner*innen über die Pläne der Stadt Dortmund zur Aufwertung des Hafens besorgt gezeigt hatten. Seitdem trifft sich die Gruppe monatlich zum offenen Plenum und organisiert Veranstaltungen, um über die Pläne der Stadt zu informieren, zu diskutieren und neue Ideen für die Gestaltung des Hafens zu entwickeln. Weitere Informationen zur Hafeninitiative finden sich hier:

 

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Kommentare

  1. Die Ansätze aus dem Planungswettbewerb zur Entwicklung der nördlichen Speicherstraße werden im Bebauungsplan als Ziel verankert (PM Stadt Dortmund)

    Die Ansätze aus dem Planungswettbewerb zur Entwicklung der nördlichen Speicherstraße werden im Bebauungsplan als Ziel verankert

    Der Bereich „nördliche Speicherstraße am Schmiedinghafen“ gilt als Teilbereich eines der priorisierten Zukunftsstandorte der Stadt Dortmund. Entsprechend dieser Intention hat der Rat der Stadt bereits seine Absicht bekräftigt, die Standortentwicklung weiter voranzutreiben. Auf dieser Grundlage hat der Rat der Stadt Dortmund am 13.12.2018 der Gründung einer Entwicklungsgesellschaft für die nördliche Speicherstraße am Schmiedinghafen (d-Port Entwicklungsgesellschaft mbH, oder kurz: d-Port21) zugestimmt. Im Weiteren wurde zur Entwicklung eines Rahmenplanes für die nördliche Speicherstraße ein städtebaulicher Wettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe von 2013 (RPW 2013) durchgeführt. Den Bürger*innen wurden im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung die eingereichten Arbeiten vorgestellt und erläutert.

    Der Wettbewerb hatte zum Ziel, den derzeit stark untergenutzten und in großen Teilen brachgefallenen Bereich der nördlichen Speicherstraße im Dortmunder Hafen städtebaulich wieder nutzbar zu machen und ergänzend zum Entwicklungsbereich „südlichen Speicherstraße“ zu einem Quartier mit dem Schwerpunkt Büro, Gewerbe und Digitalisierung begleitet von Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen zu entwickeln. Es besteht die Absicht, innerhalb des Plangebietes des InN 246 – Hafenquartier Speicherstraße – die Grundlagen für rund 5.000 Arbeitsplätze zu schaffen.

    Nach den Ideen des einstimmig gekürten Siegerentwurfs aus dem Büro COBE, Nordhavn/ Copenhagen, ist in dem ca. 9,9 ha großen Plangebiet ein „Quartier für alle“ vorgesehen.

    Aktuell wird der prämierte Entwurf durch das Büro COBE, Nordhavn/ Copenhagen, weiter vertieft und gemäß den Empfehlungen des Preisgerichts und den Anregungen aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit überarbeitet. Bei der derzeit laufenden Konkretisierung werden die berechtigten Anliegen der Grundstückseigentümerin (d-port21) hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit und einer Entwicklung in Bauphasen weiter optimiert.

    Das Ergebnis dieses Qualifizierungsprozesses soll den Rahmenplan für das Entwicklungsgebiet „nördliche Speicherstraße am Schmiedinghafen“ darstellen, der den politischen Gremien noch in diesem Jahr zur Beratung und zum Beschluss für die weitere städtebauliche Entwicklung vorgelegt wird.

    Mit dem Bebauungsplan InN 246 – Hafenquartier Speicherstraße – wird das städtebauliche Ziel verfolgt, der in der Konkretisierung befindlichen städtebaulichen Rahmenplanung „nördliche Speicherstraße am Schmiedinghafen“ die bauliche Entwicklung zu ermöglichen und festzusetzen.

    Unabhängig von der bereits laufenden informellen vorhabenbegleitenden Information der Einwohner*innen wird empfohlen, die Öffentlichkeit frühzeitig an der 85. Änderung des Flächennutzungsplanes zu beteiligen und für die Aufstellung des Bebauungsplanes InN 246 – Hafenquartier Speicherstraße – einen zweiwöchigen Planaushang im Gebäude des Stadtplanung- und Bauordnungsamtes vorzusehen. Gleichzeitig erfolgt die Veröffentlichung auf der Internetseite der Stadt Dortmund.

  2. d-Port21 beim Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ ausgezeichnet – Jury würdigt innovatives Konzept für die Entwicklung der nördlichen Speicherstraße (PM)

    d-Port21 beim Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ ausgezeichnet – Jury würdigt innovatives Konzept für die Entwicklung der nördlichen Speicherstraße

    Die Entwicklungsgesellschaft d-Port21 hat beim Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ überzeugt. Für das Entwicklungsprojekt „Hafenquartier Nördliche Speicherstraße“ wurde die Tochtergesellschaft von DSW21 und Dortmund Hafen in der Kategorie Projektentwickler ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 €. Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung suchte beim Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ mutige und vor allem innovative Konzepte. Diese sollen den Veränderungen der Stadträume in Hinblick auf den öffentlichen Straßenraum als Begegnungsraum und den Trends hin zu einer natürlichen Stadt Rechnung tragen.

    Unter dem Motto „Ein Quartier für alle“ entwickelt d-Port21 in enger Abstimmung mit der Stadt Dortmund das rund 10 Hektar große Areal an der nördlichen Speicherstraße für Unternehmen aus der Kreativ- und Digitalwirtschaft und Bildungseinrichtungen. So soll ein urbanes Quartier mit hoher Arbeits- und Aufenthaltsqualität für alle Dortmunder*innen sowie einer einladenden Hafenpromenade entstehen. Die Jury begutachtete neben der grundsätzlichen Zielrichtung des Projekts auch die Einbindung des Areals ins bestehende Quartier, Attraktivitäts-, Klima- und Nachhaltigkeits-Aspekte sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit.

    Bestätigung für die bisherige Arbeit

    d-Port21-Geschäftsführer Ludger Schürholz, der die Auszeichnung von NRW-Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach entgegennahm, sagt dazu: „Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung. Es ist eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit und zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Diesen werden wir nun konsequent weiterverfolgen.“

    Jörg Jacoby, DSW21-Finanzvorstand und ebenfalls Mitglied der d-Port21-Geschäftsführung, ergänzt: „Der Wettbewerb geht darauf ein, wie vielschichtig so ein Entwicklungsprojekt ist. Uns geht es nicht einfach nur um die Vermarktung der Flächen. Wir achten auch darauf, dass das Areal den verschiedenen Bedürfnissen der Bürger*innen gerecht wird – von der Aufenthaltsqualität bis zur klimafreundlichen Mobilität. Durch die regelmäßigen Bürger*innen-Dialoge, die wir gemeinsam mit der Stadt veranstalten, sind wir auch im ständigen Austausch mit der Öffentlichkeit.“

    Und Hafenchef und d-Port21-Geschäftsführer Uwe Büscher ergänzt: „Wir entwickeln einen Bereich des Hafens städtebaulich innovativ weiter und öffnen ihn für neue Nutzungsarten. Gleichzeitig ist der Großteil des Hafens weiterhin von industriellen Betrieben geprägt. Dies beides in Einklang zu bringen, ist durchaus eine Herausforderung. Ich bin mir aber sicher, dass am Ende ein neues Quartier entsteht, das Strahlkraft für die gesamte Nordstadt hat und allen gerecht wird.“

    Hallen-Abriss im vollen Gange

    Vor Ort werden bis Ende des Jahres weite Teile der rund 27.000 Quadratmeter großen ehemaligen Knauf-Interfer-Halle an der nördlichen Speicherstraße abgetragen. Erhalten bleiben wird das Stahlgerüst des 26 m x 230 m großen Mittelschiffs, das – aus zwei Teilen bestehend – in den 50er bzw. 60er Jahren errichtet wurde. Das Mittelschiff soll künftig ein Dach aus transparentem Material erhalten und als zentrales Gestaltungselement das Areal an der nördlichen Speicherstraße maßgeblich prägen.

    Offenes Areal mit kleinteiligen Baueinheiten

    Der Entwurf des Kopenhagener Planungsbüros COBE, der beim Wettbewerb zur städtebaulichen Rahmenplanung Anfang 2020 bei der Jury vollends überzeugt hatte, sieht unter dem transparenten Dach des Mittelschiffs in Zukunft ein offenes Areal mit kleinteiligen, ein- bis zweigeschossigen Baueinheiten vor. Diese könnten etwa für Gastronomie, Kultur oder Start-up-Unternehmen bereitstehen.

    Attraktive und autofreie Begegnungsflächen sollen diesen Bereich direkt umgeben. Weiter westlich am Schmiedinghafen sind entlang einer neu entstehenden Promenade größere Gebäude angedacht, während in östlicher Richtung zur Kleingartenanlage hin kleinteiligere Bauten vorgesehen sind.

    Das Bebauungsplanverfahren ist im vergangenen Herbst unter großer öffentlicher Beteiligung angelaufen. Die Offenlage des Plans erfolgt nun voraussichtlich Ende 2021. Im nächsten Jahr soll dann der Rat den Bebauungsplan final beschließen

    Weitere Informationen:
    https://www.mhkbg.nrw/themen/bau/land-und-stadt-foerdern/zukunft-stadtraum
    https://d-port21.com/start.html

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