Nordstadtblogger

Nacht der Industriekultur: Die ExtraSchicht bietet an sieben Orten in Dortmund Einblicke in Vergangenheit und Zukunft

Die Extraschicht – Nacht der Industriekultur – findet in Dortmund an sieben Spielorten (u.a. Zeche Zollern) statt.

Von Joachim vom Brocke

Die ExtraSchicht, die Nacht der Industriekultur, präsentiert am Samstag, 25. Juni, die industrielle Welt des Ruhrgebiets. Rund 2000 Künstler an 48 Spielorten in 20 Städten stellt die Kreativität der gesamten Metropole Ruhr vor. In Dortmund dabei sind das Brauerei-Museum, das Hoesch-Museum, das Depot, die Zeche Zollern, Kokerei Hansa, das Dortmunder U, die DASA (Deutsche Arbeitsschutz-Ausstellung) und, erstmals, das Deutsche Fußballmuseum. Geboten werden in dieser Nacht – Beginn ist meist gegen 18 Uhr – einige unterhaltsame und abwechslungsreiche Stunden.

Poetry-Slam und Bierverkostung im Brauerei-Museum in der Nordstadt

Das Brauerei-Museum in der Nordstadt beteiligt sich ebenfalls. Archivbilder: Alex Völkel

Zur ExtraSchicht stehen in Dortmund Vergangenheit und Zukunft im Mittelpunkt. Braukunst auf Wortkunst treffen im historischen Maschinenhaus der Hansa-Brauerei im Brauerei-Museum aufeinander, wenn die Poetry-Slammer Björn Gögge und Rainer Holl ihre Texte zum Besten geben.

Außerdem gibt es zum Zehnjährigen des Brauerei-Museums am Standort Steigerstraße eine Bierverkostung in einem der ältesten historischen Sudhäuser Nordrhein-Westfalens. Weitere Programmpunkte der ExtraSchicht: Führungen durch die Dauerausstellung sowie durch die Sonderschau „Das Reinheitsgebot – eine bayrisch-deutsche Geschichte“.

Die Zeiten: Bierverkostung von 18 Uhr bis Mitternacht zu jeder vollen Stunde, Führungen von 18 Uhr bis 1 Uhr, Poetry & Bier um 19.30 Uhr, 20.30 Uhr, 21.30 Uhr.

Das Hoesch-Museum in der Nordstadt vereint Maloche und Woodstock

Das Hoeschmuseum ist auf dem Gelände der Westfalenhütte in der Nordstadt.

Maloche und Woodstock vereint das Hoesch-Museum. Vor genau 50 Jahren fusionierten die beiden großen Dortmunder Stahlwerke Hoesch und die Dortmund Hörder Hüttenunion. Anlass, in einer Sonderausstellung auf die 60er-Jahre zurückzublicken: auf den Septemberstreik 1969, auf Studentenunruhen, aber auch auf Woodstock und „Hippies on Stage“, Mitmachaktionen für Erwachsene und eine „Zeitmaschine“.

Zudem stehen zur ExtraSchicht Kurzführungen zur Ausstellung „Transformation Phoenix“ und zum 3D-Stahlwerk auf dem Programm.

Die Zeiten: die Gruppe „Sunflame“ spielt live von 19 bis 23 Uhr Rock der 60er Jahre, von 19 Uhr bis Mitternacht zu jeder Stunde Kurzführungen in die wilden 60-er und um 20.30 Uhr gibt es eine Modenschau mit Klamotten aus jenen Jahren.

Selfie-Aktionen und Foto-Slam im Kulturort Depot in der Nordstadt

Das Depot ist wieder eine Station der weltweit geachteten World Press Photo-Ausstellung.

Bilder die die Welt bewegen sind im Depot zu sehen. Dort, wo früher die Dortmunder Straßenbahnen in Bewegung gesetzt wurden. Im Rahmen von „World Press Photo“ werden prämierte Pressefoto gezeigt. Außerdem sind Foto-Slammer auf dem Gelände unterwegs: berühmte Fotokulissen stehen für Selfies bereit, Workshops bringen den Besuchern Linoldruck und Handlettering nah.

Darüber hinaus öffnen die bildenden Künstler im Depot ihre Ateliers und erzählen von ihrer Arbeit, während sind die historischen Führungen in dieser Nacht vor allem dem Industriecharme des Depots widmen.

Die Zeiten: 18 Uhr bis Mitternacht Kreativ-Workshops und Selfie-Aktionen. 18 bis 2 Uhr „World Press Photo“-Ausstellung, 18.30 und 22 Uhr Foto-Slam und um Mitternacht ein Slam mit Isabelle Reif und Martin Kaysh.

 

Auf Kokerei Hansa in Huckarde entfaltet sich bei Nacht eine Fantasiewelt

Bei Nacht gibt es auf der Kokerei Hansa in Huckarde ganz andere Eindrücke als bei Tag.

Auf der Kokerei Hansa entfaltet sich eine Fantasiewelt, die mit artistischen Darbietungen, ungewöhnlichen Illuminationen und surrealen Fabelwesen im spannenden Kontrast zu den technischen Anlagen des Industriedenkmals steht.

BesucherInnen erwarten hier unter anderem Licht und Tanz auf der Druckmaschine, artistische Darbietungen in der Kompressorenhalle, eine Klaviatur aus Licht an den Koksofenbatterien und eine sprechende „Bilderbüchse“, ein Fotoautomat der anderen Art. Auf dem Erlebnisparcours „Kohlen-Schwarz bis Hansa-Blau“ kann man den ehemaligen Produktionswegen folgen oder mit einer historischen Straßenbahn zum benachbarten Bahnhof Mooskamp fahren.

Ein kleiner Street-Foot-Market bietet kulinarische Köstlichkeiten an. Und dort, wo es früher dunkel war, verzaubern zur ExtraSchicht stimmungsvolle Lichtinstallationen die alten Gemäuer der Kokerei. Erstmalig wird dabei auch das Magazingebäude inszeniert.

Die Zeiten: 18 bis 2 Uhr Erlebnisparcours, 19.30 und 21.30 Uhr akrobatische Darbietungen in der Kompressorenhalle, 21 und 23 Uhr Konzerte mit dem „Konfetti Klub Ensemble“, 22.30 und 0.30 Uhr Performance auf der Druckmaschine (Aaron.St und smart part of art).

Elvis Presley und Feuershow auf der Zeche Zollern in Bövinghausen

Die Zeche Zollern ist bei Nacht auch ohne den Besuch der Sonderausstellung sehenswert.

Auch die Zeche Zollern erinnert zurzeit an die wilden 60er Jahre – und die Stilllegung der Schachtanlagen Zollern II/IV im Jahr 1966. Traditionspflege und moderne Kunst, Bergarbeiterkultur und Pop stehen im Mittelpunkt der aktuellen Sonderausstellung „Kumpel Anton, St. Barbara und die Beatles – Leitbilder im Ruhrgebiet nach 1945“ im Mittelpunkt.

Im Rahmen der ExtraSchicht wird sie um die legendäre Musik von Elvis Presley und satten Rock’n Roll ergänzt wird, unterstützt von der Tanzgruppe des TSC Eintracht Dortmund. Für eine spektakuläre Atmosphäre sorgt zudem die Chabernaq Company mit ihrer Feuershow.

Die Zeiten: 18 bis 22 Uhr Rock’n Roll mit dem TSC Eintracht, 19.30, 20.30 und 21.30 Uhr Shake Everett und Band, 23 Uhr, Mitternacht und 1 Uhr Feuershow mit der Chabernaq Company.

Genüsse aus der Insektenküche im Dortmunder U

Ein Ernährungslabor wartet auf die Besucher im Dortmunder U. Aus dem Turm der ehemaligen Union-Brauerei ist ein zeitgenössisches Kulturzentrum neuen Typs entstanden. Zur ExtraSchicht werden gezielt junge Initiativen in das Programm eingebunden – das U „mutiert“ zum Ernährungslabor.

Vom Bau einer Aquaponikanlage über ungewöhnliche Genüsse aus der Insektenküche bis hin zu Urban Farming können hier neue Formen des Kochens und des Pflanzenanbaus erlebt und vor allem selbst ausprobiert werden. Kalorien abbauen kann man parallel bei diversen Videospielen und natürlich im Club bei HipHop von Das Bo und DJ Plazebo.

Die Zeiten: ab 18 Uhr Bau einer Aquaponikanlage im Foyer, ab 20 Uhr AiYokore mit Musik aus Dortmund, ab 23 Uhr HipHop und Burger mit Das Bo und DJ Plazebo.

Die DASA in Dorstfeld gewährt einen Blick in die Zukunft und bietet die Udo-Jürgens-Revue

Freuen sich über viele Gäste: das Dortmunder Team von ExtraSchicht. Foto: J. v. Brocke

Einen Blick in die Zukunft macht auch die DASA, die Deutsche Arbeitsschutz-Ausstellung, möglich, in der „Die Roboter“ derzeit demonstrieren, welche Herausforderungen die Menschheit in Sachen Künstliche Intelligenz zukünftig erwarten und wie Roboter schon heute in die Arbeitsprozesse eingebunden sind.

Auf der Bühne hantiert Jongleur Timo Topp derweil noch selbst, nicht nur mit Bällen, sondern auch mit Worten. Auch der Biopsychologe Onos Güntürkün widmet sich essenziellen Fragen der Menschheit: Wie denken Männer und Frauen? Geht Gedankenlesen? Zurückdenken an die unvergessenen Hits von Udo Jürgens können die Besucher im Anschluss in der Revue von Rudi Strothmüller aus dem Hörder Hansa-Theater „Udo Merci“.

Die Zeiten: 18 bis 18.45 Uhr und 21 Uhr bis 21.45 Uhr Timo Wopp: Moral. Eine Laue der Kultur. 19 bis 19.45 Uhr Nur Güntürkün „Die Gedanken sind frei“, 20 Uhr bis 20.45 Uhr und 22 Uhr bis 22.45 Uhr Rudi Strothmüller mit „Udo Merci“.

Revierfußball und Private Viewing im „Ballfahrtsort“ Fußballmuseum 

Seit Oktober 2015 hat Deutschland einen neuen „Ballfahrtsort“ – das Deutsche Fußballmuseum. Es ist erstmals als Spielort bei der ExtraSchicht dabei. Bei nächtlichen Kurzführungen steht der Revierfußball im Mittelpunkt.

Von „Ennatz“ über „Stan“ und „Ente“ Lippens bis zu „Tiger“ Gerald und „Susi“ Zorc: hier schlägt das Herz des deutschen Fußballs. Einen Blick über den regionalen Tellerrand können sich die Besucher beim „Private Viewing“ gönnen: in der EM-Arena werden die beiden Achtelfinalspiele der Europameisterschaft live übertragen.

Die Zeiten: 18 Uhr bis  Uhr Kurzführungen durch die Dauerausstellung, 18 Uhr und 21 Uhr private Viewing des EM-Achtelfinale.

Mehr Informationen:

  • Tickets kosten im Vorverkauf 17 Euro (ermäßigt 14 Euro), das Vier-Personen-Ticket 58 Euro und für Ruhr-Topcard-Besitzer 8,50 Euro.
  • An der Tageskasse kostet das Ticket 20 Euro. Kinder unter 6 Jahre haben freien Eintritt.
  • Die Karten bieten Zugang zu allen 48 Spielorten, den 150 Shuttelbussen sowie für Fahrten im Nahverkehrsnetz des VRR und VRL.
  • www.extraschicht.de
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