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Letzte Ratssitzung der Wahlperiode: Verabschiedung der Bürgermeister*innen und Vorsitzenden der Fachausschüsse

Der scheidende Oberbürgermeister verabschiedet die scheidenden Bürgermeister*innen Birgit Jörder und Manfred Sauer. Fotos: Alex Völkel

Der scheidende Oberbürgermeister verabschiedet die scheidenden Bürgermeister*innen Birgit Jörder und Manfred Sauer.

Es sei ein Naturgesetz, dass man bei Verabschiedung mehr Lob bekommt als sonst, bemerkt OB Ullrich Sierau einleitend bei der Verabschiedung von Bürgermeisterin Birgit Jörder und Bürgermeister Manfred Sauer. Übertreiben wollte er hingegen nicht. Leitend für den darauf folgenden Zeitrahmen für die kleine Zeremonie zu Beginn der gestrigen Ratssitzung – der letzten in dieser Wahlperiode und daher in der alten Besetzung – zitiert er Theodor Fontane: „Abschiedsworte müssen kurz sein wie bei einer Liebeserklärung.“ Daran wolle er sich halten.

Es gehen zwei Urgesteine der Kommunalpolitik, bedauert Oberbürgermeister Ullrich Sierau

Anders als der scheidende Oberbürgermeister hören seine beiden ehrenamtlichen Stellvertreter*innen nicht ganz freiwillig auf: Birgit Jörder hatte überraschend ihr Ratsmandat an die Grünen verloren – und die Ratsreserveliste der SPD zog selbst bei ihr auf Platz 1 nicht. Manfred Sauer gehört dem neuen Rat zwar wieder an, aber nicht mehr als Bürgermeister. Das hat zwei Gründe: Zum einen hatte der bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Monegel darauf gedrängt, selbst Bürgermeister zu werden. Allerdings wurde die CDU nur noch drittstärkste Fraktion: Daher haben im neuen Rat die Grünen den Zugriff auf einen der aktuell zwei Bürgermeister*innen-Posten. ___STEADY_PAYWALL___

Stehenden Ovationen gab es für die scheidenden Bürgermeister*innen.

Stehende Ovationen gab es für die scheidenden Bürgermeister*innen. Fotos: Alex Völkel

In die Amtszeit von Birgit Jörder fielen seit ihrer Wahl am 14. Oktober 2004 insgesamt 128 Ratssitzungen. Sie sei bei sage und schreibe nur einer nicht dabei gewesen, so Sierau anerkennend. Vier mal hatte sie die komplette Leitung übernommen.

Das habe sie immer in einer sehr charmanten, manchmal auch in einer bestimmten Weise gemacht, verweist Sierau auf Jörders bekanntermaßen sehr resolute Art, mit etwaigem Störfeuer während einer Sitzung umzugehen.

Seit dem 29. Oktober 2009 ist Manfred Sauer Bürgermeister. Auf sein Konto gehen 83 Ratssitzungen, bei lediglich zwei Sitzungen war er verhindert. Beiden wolle er persönlich ganz herzlich danken, von einer verlässlichen, guten Leitung ist die Rede.

Zwar habe man in der Zeit einiges erlebt, was es in der Stadt noch nicht gegeben hätte und worauf sie gerne verzichtet hätten. Er erinnert an die Wiederholung der Wahl von 2009, da 2012 der Rat durch Gerichtsurteil aufgelöst wurde, so dass die Stadt ab dem 15. Mai in dem Jahr zunächst ohne Rat dastand und sich erst nach der Wahl im August am 13. September 2012 neu konstituieren konnte. Trotz dieser Sachverhalte, habe man hier im Rat konstruktiv zusammengearbeitet, in dieser Zeit unglaublich viel auf den Weg gebracht, spart der OB nicht an Lob, sich selbst eingeschlossen.

Wichtiges Engagement für Bürgerinnen und Bürger wie für die Stadt Dortmund

Geschenke gab es auch von den Fraktionen.

Geschenke gab es auch von den Fraktionen.

Birgit Jörder dankt Ullrich Sierau ausdrücklich für die lange Zeit, die sie sich für diesen Rat eingesetzt habe, für die Bürger*innen, als Ausschussvorsitzende, als Vorsitzende des Fördervereins des Dietrich Keuning Hauses oder im Vorstand der Dortmunder Mitternachtsmission. Für solche Tatkraft und Engagement könne man nicht genug danken.

Was Manfred Sauer betrifft: „Tut Gutes und redet nicht viel“, so Sierau. Er habe vieles gemacht, von dem man nicht mitbekommen habe, dass es überhaupt passiert sei. Soll heißen: ohne viel Aufhebens gehandelt. Auch hier: Dank fürs Engagement und die große Leidenschaft, mit der er sich für die Stadt eingesetzt habe. Auch als Kümmerer, als Vermittler zwischen Bürgerschaft und Verwaltung.

Geschenke gab es auch von den Fraktionen.

„Herzlichen Dank für Ihren Einsatz für die Stadt und die Menschen, die hier leben“, schiebt der scheidende OB, gerichtet an seine beide Stellvertreter*innen nach. Jean Paul habe gesagt, erinnert er mit Blick auf deren Hinterlassenschaft: „Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist und hinterlasse eine Spur.“ Dieser Spur würde man auch sehen, ist sich Sierau sicher.

Bliebe für die Zukunft viel Tatkraft, Zuversicht, gute Gesundheit zu wünschen und zu hoffen, „dass Sie der Stadt und den Menschen noch lange erhalten bleiben“, schließt er. – Manfred Sauer würde seine Kollegen und Kolleginnen alle am liebsten umarmen, wäre da nicht Corona. „Sehr geehrte Frau Jörder, sehr geehrter Herr Sierau: Ich werde sie vermissen!“

Verabschiedung der Ausschussvorsitzenden des Dortmunder Rates

Von Henri Ford hieße es, so Sierau bei der abschließenden Ehrung der Vorsitzenden der Fachausschüsse: „Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind.“ Das sei genau das, was in einem Ausschuss gefordert wäre. Da bräuchte es Inhalte, die tragfähig sind, keine faulen Kompromisse. Die Arbeit in den Ausschüssen könne nicht hoch genug bewertet werden.

Manchmal müsste auch Streit geschlichtet werden, auch so manche atmosphärische Unwucht hätte es in der Zeit gegeben. Gefordert sei mithin Pragmatismus. „Herzlichen Dank an alle“, spricht der OB jene sechs Frauen und Männer an, die in den vergangenen Jahren die insgesamt zwölf Ausschüsse geleitet haben. Und vergisst auch nicht deren Stellvertreter*innen. Die wüssten schließlich nie, wann sie dran kämen, müssten daher ebenfalls immer top vorbereitet sein.

Gruppenbild der (scheidenden) Ausschussvorsitzenden in der Mitte des Rates.

Gruppenbild der (scheidenden) Ausschussvorsitzenden vor dem versammelten Stadtrat.

Geehrt wurden die Ausschussvorsitzenden:

  • Saziye Altundal-Köse (Bündnis 90/Die Grünen), Schulausschuss
  • Birgit Jörder (SPD), Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit
  • Christiane Krause (CDU), Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden
  • Ulrike Matzanke (SPD), Ausschuss für Wirtschafts-, Beschäftigungsförderung, Europa, Wissenschaft und Forschung
  • Ulrich Monegel (CDU), Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
  • Thomas Pisula (CDU), Ausschuss für Bauen, Verkehr und Grün
  • Hans Joachim Pohlmann (CDU), Wahlprüfungsausschuss
  • Ingrid Reuter (Bündnis 90/Die Grünen), Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen
  • Norbert Schilff (SPD), Ausschuss für Personal und Organisation (der einzige APO-Vorsitzende, der noch lebt, wie Sierau scherzend bemerkte)
  • Friedrich Sohn (SPD), Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie
  • Michael Taranczewski (SPD), Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit
  • Dr. Petra Tautorat (Die Linke & Piraten), Rechnungsprüfungsausschuss

 

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