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„Kinshasa vivant“: Beeindruckende Fotoausstellung im Dortmunder Museum für Naturkunde zu sehen

Kinshasa vivant, Fotoasusstellung im Dortmunder Museum für Naturkunde

Manuela Dörr mit ihren Fotografien vom Schutzprojekt für Bonobos. Foto: Klaus Hartmann/ nordstadtblogger.de

„Wir haben nicht gewusst, was auf uns zukommt“, räumt Dr. Dr. Elke Möllmann ein. „Und wir haben erst im Nachhinein verstanden, wie groß der Vorbereitungsaufwand war“, sagt die Leiterin des Naturkundemuseums anerkennend zu Joao Kipling.

Kinshasa vivant, Fotoasusstellung im Dortmunder Museum für Naturkunde

Joao Kipling hat die Reise organisiert. Foto: Klaus Hartmann/nordstadtblogger.de

Kipling ist der Vorsitzende des kleinen Dortmunder Vereins DorKin e.V. (Dortmund-Kinshasa)  und hat die Reise in den Kongo organisiert und begleitet. Die Ergebnisse sind jetzt im Museum für Naturkunde zu sehen: „Kinshasa vivant“ heißt die beindruckende Fotoausstellung. Am Freitag wurde sie im Beisein von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern sowie einigen Ehrengästen eröffnet.

Rund 90 Fotografien aus dem zentralafrikanischen Land sind dort zu sehen, die Professor Jörg Winde von der Fachhochschule Dortmund und seine beiden Fotografie-Studentinnen Manuela Dörr und Julia Haack bei ihrem achttägigen Aufenthalt im Kongo gemacht haben. Bis zum 27. April 2014 ist nun die Sonderausstellung im Museum für Naturkunde in Dortmund zu sehen.

Kinshasa – eine Stadt der Gegensätze

Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, ist wie der Kongo selbst voller Gegensätze. Für die einen ist die Stadt „Kin la belle“ – „Kinshasa die Schöne“, für die anderen „Kin la poubelle“ – „Kinshasa der Mülleimer“.

Einerseits ist der Kongo geprägt von großer Armut, jahrelangen Kriegswirren, Ressourcenausbeutung, illegaler Wilderei und Waldrodungen, auf der anderen Seite von einem großen Überlebenswillen der Menschen, von kreativen Kunst- und Kulturprojekten und einer reichen, schützenswerten Natur.

Spannende Fotodokumentation mit fünf Themenbereichen

Mitglieder der Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Design, Studiengang Fotografie, haben Kinshasa und sein Umland im Juli 2013 in Begleitung der Leiterin des Dortmunder Naturkundemuseums und des Vorsitzenden von Dorkin e.V. bereist. Mitgebracht haben sie eine ebenso spannende wie sprechende Fotodokumentation.

Sie haben ein privates Schutzprojekt für Bonobos besucht, den Zoo, eine Schule und die einzige Kunstakademie in Zentralafrika. Ihre Bilder berühren in dem Spannungsfeld von Niedergang und Hoffnung für Mensch und Natur. Insgesamt sind rund 90 groß- und kleinformatige Fotografien in der Ausstellung zu sehen.

Großer Organisationsaufwand zur Realisierung der Reise in den Kongo

Kinshasa vivant

Rund 90 Fotos sind im Naturkundemuseum zu sehen.  Foto: Manuela Dörr

Der Aufenthalt war allerdings nicht ohne: „Auf den Fotos in der Ausstellung sieht das alles so selbstverständlich aus. Aber es hat immer jemand auf uns aufgepasst“, räumt Winde ein. „Ich reise viel durch exotische Länder. Aber ich bin immer auch vorsichtig.“ Kipling und sein Verein haben für die Reise das Möglichste getan.

Die beiden Teams waren immer mit einem Fahrer und einem Begleiter unterwegs.  Zudem waren die Besuche auch nicht ohne – bis ins Ministerium für Museen und Nationalparks mussten sie gehen, um eine Fotoerlaubnis für den berühmten Zoo mit dem Bonobo-Schutzprojekt zu bekommen. „Dafür brauchten wir auch ein Gesundheitszeugnis, damit wir nicht die kleinen Affen anstecken“, berichtet Möllmann.

Botschafterin hat die Ausstellung in Dortmund eröffnet

Die Mühe und der Aufwand haben sich gelohnt – die Sonderschau kann sich sehen lassen. Die Ausstellung wurde durch die Botschafterin der Demokratischen Republik Kongo – Ihre Excellenz  Clémentine Shakembo Kamanga  – und den Kulturdezernenten der Stadt Dortmund, Jörg Stüdemann, eröffnet. Eine Kostprobe kongolesischen Essens boten Mitglieder des Vereins Dorkin e.V.

Kooperationsprojekt sorgt für Gegenbesuch im kommenden Jahr

Kinshasa vivant, Fotoasusstellung im Dortmunder Museum für Naturkunde

Prof. Jörg Winde, Dr. Dr. Elke Möllmann, Manuela Dörr und Klaus Pathmann. Foto: Klaus Hartmann/NSB

Stüdemann war es auch, der den Anstoss für die Ausstellung gegeben hat. Er schlug dem Museum und der FH das Projekt vor, in Kinshasa zu fotografieren.

Übrigens keine Einbahnstraße: In einem zweiten Teil des Projektes wird eine Gruppe von Studenten der Académie des Beaux Arts de Kinshasa nach Dortmund kommen, um unsere Stadt und ihre Menschen fotografisch zu dokumentieren. Die hier entstehenden Fotografien werden dann u. a. in der Deutschen Botschaft in Kinshasa ausgestellt.

Die Académie des Beaux Arts in Kinshasa ist die einzige Hochschule für Künste im zentralen Afrika. Sie hat schon an der Ausstellung „Stadt der Bilder“ mitgewirkt – Arbeiten aus Kinshahsa waren im September 2012 im MKK, dem ehemaligen Museum am Ostwall und in der Thier-Galerie zu sehen.

Sparkasse und Opländer-Stiftung finanzieren die Fotoprojekte

Die FH will perspektivisch die Kontakte vertiefen. Allerdings bedarf das der finanziellen Unterstützung. Dies war schon bei der Ausstellung der Fall. Den Besuch in Kinshasha und die Erstellung der Ausstellung hat sich die Sparkasse 16.000 Euro kosten lassen. „Das Außergewöhnliche am Projekt hat uns gereizt und die Zweigleisigkeit“, betont Sparkassen-Vertreter Rolf Pathmann. Den Gegenbesuch der Kongolesen in Dortmund im kommenden Jahr wird übrigens die Caspar Ludwig Opländer-Stiftung finanzieren.

 

ZUR AUSSTELLUNG

Das Museum für Naturkunde, Münsterstraße 271, Dortmund, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Der Eintritt beträgt für Erwachsene vier Euro, ermäßigt zwei Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Der Flyer zum Download als PDF: Ausstellungsflyer

 

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2 Gedanken über “„Kinshasa vivant“: Beeindruckende Fotoausstellung im Dortmunder Museum für Naturkunde zu sehen

  1. nordstadtblogger

    ​​Familienführung durch die Sonderausstellung „Kinshasa vivant“

    Das Museum für Naturkunde lädt am Sonntag, 3. November, 15 Uhr, zu einer einstündigen Familienführung durch die aktuelle Sonderausstellung „Kinshasa vivant“ ein.
    Die Teilnahme ist kostenlos, es ist nur der Museumseintritt zu zahlen. Erwachsene zahlen vier, ermäßigt zwei Euro. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

  2. nordstadtblogger

    Familienführung durch die Sonderausstellung „Kinshasa vivant“

    Das Museum für Naturkunde, Münsterstraße 271, lädt am Sonntag, 1. Dezember, 15 Uhr, zu einer Familienführung durch die aktuelle Sonderausstellung „Kinshasa vivant“ ein. Die einstündige Führung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine spannende Reise nach Kinshasa. Die Teilnahme ist kostenlos, es ist nur der Museumseintritt zu zahlen. Erwachsene zahlen vier, ermäßigt zwei Euro. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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