
Der geförderte Glasfaserausbau in Dortmund geht in die letzte Phase. Knapp 90 Kilometer Glasfasertrasse sollen bis Ende des Jahres verlegt werden. Damit würde ein rund 97 Millionen Euro schweres Förderprojekt abgeschlossen, von dem tausende Haushalte, Unternehmen und 150 Schulen profitieren sollen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, wird die Zahl der Baustellen in den kommenden Monaten deutlich steigen. Die Stadt Dortmund und DOKOM21 sehen den Zeitplan dennoch nicht gefährdet.
Zielgerade in Sicht: Noch 90 Kilometer bis zum Projektabschluss
Laut DOKOM21 sind mittlerweile mehr als 310 der insgesamt rund 400 Kilometer Glasfasertrasse fertiggestellt. Bis zum Jahresende sollen noch rund 90 Kilometer folgen. Derzeit rechnet der Telekommunikationsanbieter mit einem Bautempo von etwa fünf Kilometern pro Woche. Geschäftsführer Marko Iaconisi sprach in diesem Zusammenhang von einer „Beschleunigung auf der Endgeraden“.

Im Rahmen des geförderten Ausbaus werden insgesamt rund 3.300 Adresspunkte erschlossen. Dadurch erhielten laut DOKOM21 etwa 6.600 Haushalte, 880 Unternehmen sowie 150 Schulen Zugang zu einem Glasfaseranschluss. Bislang wurden rund 1.300 geförderte Adressen erschlossen. Durch das geförderte sowie das parallel mitverlegte Netz könnten künftig insgesamt rund 35.000 Wohneinheiten versorgt werden.
Der Ausbau erfolgt im Auftrag der Stadt Dortmund und wird von Bund und Land mit rund 87,3 Millionen Euro gefördert. Weitere 9,7 Millionen Euro stammen aus dem städtischen Haushalt. Mit dem Ausbau sollen sogenannte „weißer Flecken“, also Bereiche, die bislang nicht oder nicht ausreichend mit schnellem Internet versorgt sind, beseitigt werden.
Dezernent Rybicki: Etwas vergleichbares hatten wir noch nicht
Durch den Endspurt steigt auch die Zahl der Baustellen im Stadtgebiet. DOKOM21 und Stadt Dortmund rechnen in den kommenden Monaten mit einer erheblich höheren Bautätigkeit. So müssten für die verbleibenden Bauabschnitte noch rund 1.500 Genehmigungen bearbeitet werden.

„1500 Genehmigungen sind 1500 Baustellen“, erläuterte Baudezernent Arnulf Rybicki bei einer Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes. Das würde sich auch auf den Alltag vieler Menschen auswirken. Das bedeute allerdings nicht, dass alle Baustellen gleichzeitig eingerichtet würden. Zum Vergleich verwies er darauf, dass sich derzeit durchschnittlich rund 400 Baustellen verschiedener Art gleichzeitig im Stadtgebiet befinden.
Verkehrsbehinderungen seien derweil nicht vollständig vermeidbar. „Bequemlichkeit und persönliche Bedürfnisse müssten im Angesicht des Infrastrukturausbaus ein bisschen zurückgestellt werden“, erklärte Rybicki.
Mit Blick auf den Umfang der Arbeiten sagte er außerdem: „Etwas Vergleichbares hatten wir noch nicht.“ Nach Abschluss des Projekts werde er „der erste sein, der klatscht“.
Kurze Bauabschnitte und mobile Teams sollen Belastungen verringern
Um die Auswirkungen der Bauarbeiten möglichst gering zu halten, setzt DOKOM21 auf das Konzept der sogenannten „3-Tages-Baustellen“. Dabei werden Straßen nicht über längere Strecken gleichzeitig geöffnet. Stattdessen erfolgt der Ausbau abschnittsweise. Mehrere Bautrupps arbeiten parallel, während die Baustelle schrittweise weiterwandert.

Je nach örtlicher Situation kommen außerdem Wanderbaustellen zum Einsatz, bei denen sowohl die Absperrungen als auch die Bauarbeiten kontinuierlich verlegt werden.
DOKOM21 möchte mit diesem Vorgehen Bauzeit verkürzen und Einschränkungen für Verkehr sowie Anwohner:innen verringern. Welche Bauweise angewendet wird, hänge allerdings von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab.
Stadt und DOKOM21 setzen auf enge Zusammenarbeit
Neben den Bauarbeiten stellen auch die Genehmigungsverfahren einen erheblichen Aufwand dar. So müssen die rund 1.500 Anträge durch die Straßenverkehrsbehörde bearbeitet werden. Um diese Zahl bewältigen zu können, werden andere Maßnahmen teilweise zurückgestellt.

Nachdem die Insolvenz des ursprünglichen Generalunternehmers das Projekt verzögert hatte, seien zudem zusätzliche Tiefbauunternehmen eingesetzt, neue Ausbaukonzepte entwickelt und die Zusammenarbeit mit der Stadt intensiviert worden. Eine konkrete zeitliche Verzögerung ließ das Unternehmen auf Nachfrage allerdings offen.
Iaconisi hob die enge Abstimmung mit der Verwaltung hervor. Nur durch die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern könne das Projekt planmäßig abgeschlossen werden. Man arbeite „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ daran, den geförderten Ausbau im Zeitplan bis Ende des Jahres abzuschließen.
Glasfaserausbau soll über das Förderprojekt hinaus weitergehen
Zusätzlich zum geförderten Ausbau sind in Dortmund weitere Telekommunikationsunternehmen eigenwirtschaftlich aktiv. So bauen neben DOKOM21 auch Telekom, OXG, Westconnect, Deutsche Giganetz und 1&1 Glasfasernetze im Stadtgebiet. Das langfristige Ziel bestehe darin, möglichst alle Haushalte mit einem Glasfaseranschluss zu versorgen.
Auch DOKOM21 möchte nach Abschluss des Projekts den Netzausbau fortsetzen. Angaben zu weiteren Ausbaugebieten oder einer Zeitplanung machte das Unternehmen auf Nachfrage allerdings nicht. Man wolle weiterhin einen Beitrag zur Digitalisierung Dortmunds leisten und möglichst vielen Menschen sowie Unternehmen Zugang zu „schnellen, stabilen und zukunftsfähigen Internetanschlüssen“ ermöglichen.
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